Nach Umstellung der Pegel im Signalweg (Memotron, Mischpult) und unter Beachtung einer möglichen Anhebung der Eingangslautstärke bei Betätigung von FEEDBACK war dann aber alles wieder im grünen Bereich. Da hätte ich mir auch einen kleinen Hinweis im Manual gewünscht, welches ich vorher sogar gelesen hatte, weil es so schön kurz und prägnant ist. Aber hat man es erst einmal heraus, kann man sich den eigentlichen Bedienungselementen zuwenden und schon fängt der Apparat nach Herrchens Vorgaben an zu zaubern.
Eigen ist sein Klang, der immer färbt und eigen ist auch sein Klangverlauf, denn die Verstärkungen/Auslöschungen sind immer etwas unterschiedlich in der Folge der laufenden Perioden und genau darauf nimmt der Regler MODULATION seinen eher subtilen Einfluss, so dass man hier der Langeweile des ewig Wiederkehrenden ein wenig Einhalt gebieten kann. Auch die Arbeit mit Pedalen (hier benutzte ich Moogerfooger-Pedale) erwies sich als angenehm. Schön empfand ich die Tatsache, dass die Ausgangslautstärke des KRP-1 bei Betätigung der BYPASS-Funktion (deren Betätigung auch völlig knacksfrei vonstatten geht) in jedweder Richtung konstant blieb. Die meisten Leser werden das als normal empfinden, leider ist es aber oft nicht so und deshalb möchte ich diese Tatsache gern ein wenig hervorheben.
Beim alles entscheidenden Direktvergleich mit einem originalen Schulte Compact Phasing A, den Stephen Parsick liebenswerterweise nebst sich selbst und seiner eigenen langjährigen Erfahrung vorbeibrachte, stellte sich heraus, dass der KRP-1 die Tiefe seines Vorbilds doch verfehlte. In den Höhen passte es, doch der Bauch war nicht so anwesend wie erwartet. In dieser Form war an einen legitimen Nachfolger nicht zu denken. Todesmutig schraubten wir die Geräte auf und stellten fest, dass die Optokoppler und Photozellen des KRP-1 im Gegensatz zum anwesenden Original nicht abgedeckt waren. Also bauten wir improvisierte Hütchen, stülpten diese über die Optokoppler des KRP-1, verschlossen die Phaser ordnungsgemäß und setzten neu an.
Wow!
Jetzt klang der KRP-1 wie ein würdiger Schulte der Jetztzeit. Die Kontaktaufnahme zu Mode Machines erwies sich als sehr entgegenkommend. Zuerst schickten sie nach meinem Kurzbericht schnell ein zweites Gerät und als sich dieses ebenso wie das erste zunächst ohne sonderlichen Tiefgang zeigte, baute der Mode Machines-Techniker Robert Dorn ebenfalls Hütchen, um anschließend festzustellen, dass auch er unser freudiges Ergebnis erhielt.
Mode Machines wird ein Nachrüstkit anbieten, muss aber darum bitten, da nicht alle Kunden direkt bei ihnen gekauft haben, dass diese sich bei ihnen diesbezüglich melden. Zu guter Letzt waren alle sehr zufrieden mit dem Ergebnis und Mode Machines hat sich sehr kooperativ gezeigt.
Bei den Audiobeispielen habe ich neben dem Manikin Memotron noch Klänge und Sequenzen des Club Of The Knobs Model 15 durch den Krautrock Phaser geschickt. Die Eingangssignale waren natürlich mono, der Ausgang des KRP-1 dann stereo, so dass auch der Einfluss auf das Stereobild des modulierten Klanges (hoffentlich) deutlich beim Hörer ankommt. Etwas Reverb (Roland SRV3030) habe ich am Ende des Audioweges auch noch hinzugefügt. Die ersten vier Beispiele entstanden noch vor der Modifikation. Die nächsten beiden zeigen einen Direktvergleich zwischen Original und Nachfolger, während das abschließende mit der endgültigen Version nach offizieller Nachrüstung hergestellt wurde. Dort wurde auch ein wenig mit dem Parameter Modulation herumgespielt, der subtil den Einfluss der Phasenverschiebung modulierte.








Bitte?
Aber er hat doch immerhin dem Gerät (KRP-1 toller Name) eine wichtige Verbesserung angetan, bei der es verwunderlich ist, das das den „Nachnutzern“ des J.Haible Design nicht selbst aufgefallen ist.
„In my first prototype, I have wrapped each Lamp + 4 LDRs combination with a black adhesive tape, to further improove shielding against light.
With this, you don’t need an enclosure that is sealed against light. But you must be careful about your choice of adhesive tape: It must be safe against ignition. “ J.Haible
Da ist das mit dem „wesentlichen“ Knopf
-Modulation- doch nicht sooo wichtig. Da schaut man heutzutage gelassen drüber.
Gruß EV
Der, der das Gerät nachempfunden hat, nämlich J. Haible, weiss natürlich über das, was er gemacht hat Bescheid. Insofern ist es etwas verwunderlich, das die „Vermarkter“, welche um Haible’s Entwurf (soviel wie ich denke zu wissen, verwendet TBS das vollständige Haible Design incl. PCB Layout) einen Kasten baut, nichts zum besagten Regler sagen kann. Das ist echt schwach.
Aber heute ist eben nicht mehr alles (oder nur in seltenen Fällen) so genau und solide wie teilweise früher……
Wobei natürlich die Orginalkonstruktion vom Compact Phasing nicht unbedingt ein Highlight dieser These ist.
Was natürlich für den Effekt an sich und seine „überdimensionale“ Bedeutung gerade in der deutschen EM nicht gilt.
Traumteil!!! (Schon alleine das schöne oszillierende Lämpchen…..)
Gruß EV
Gruß EV
Wow, was für ein Bandwurmsatz.
hmm, ganz schön teuer, dafür, daß man da noch selber rumschrauben muß…
@Neven Dayvid Wie soll ich das verstehen :-) ? Ist mit „Rumschrauben“ das unfallfreie, weil schnell und sichere Einsetzen des Nachrüstkits oder die Tatsache, dass man am KRP-1 immer alles selbst einstellen muss gemeint?
Die Geschichte mit dem Nachrüstkit betrifft nur diejenigen Käufer, die schon im Besitz eines KRP-1 ohne Abdeckung für die Optokoppler sind.
Das Bedienen des Geräts dann aber doch alle, sofern man das Gerät nicht nur zum Vorzeigen besitzt.
@a.jungkunst na ich meinte lediglich das selbereinsetzen des nachrüstkits. finde ich einfach überraschend bei dem recht hohen preis. aber ich werde ihn mir gerne mal bei schneiders laden anschauen. sicher ein schönes teil.
Na, so „geheim“ ist die Funktion dieses Knopfes wirklich nicht. Es ist einfach ein wet/dry-Mix zwischen Allpassfilter und der Eingangsstufe. – Bei voll zugedrehter Resonanz ergibt sich ein deutlicher Phasing-Effekt eigentlich nur genau in Mittelstellung; sonst gibt’s keine guten Phasen-Auslöschungen (Notches). Ist dagegen die Resonanz mehr oder weniger aufgedreht, wird der Regler spannend: ganz ccw hat man nur einen einzigen Peak – wie ein durchstimmbares Bandpassfilter oder Wah-Wah. Mittelstellung entspricht einem normalen Phaser mit Resonanz. Und ganz cw … klingt auch gut. Einfach ausprobieren; aber das habt Ihr ja sicher eh‘ schon. :)
Übrigens wirt dieser Knopf nur auf einen Ausgangskanal; der andere entspricht immer der cw-Stellung. Dadurch ergibt sich der ziemlich einmalige Stereo-Effekt des Geräts.
Neugier gestillt?! :)
@jhaible Hallo Herr Haible,
danke für die Aufklärung, ich hatte schon von Robert Dorn Ihre Info bekommen. Nun steht ja schon alles da, damit entfällt mein Nachtrag.
Viele Grüße und der Stereoeffekt wirkt wirklich gut.
Axel Jungkunst
@jhaible Da kann man sicher drüber streiten, ob eine so _technisch_ gehaltene Info in ein User Manual gehört, oder eher in ein technisches bzw. Service- Manual. Alle technisch Interessierten finden ja den Schaltplan auf meiner Homepage; und _musikalisch_ ist das, was der Knopf macht, wesentlich leichter anzuhören als zu beschreiben.
Ich fand übrigens die Beschriftung des Knopfes schon im Original äußerst seltsam (Ich hätte einfach „Mix“ geschrieben), habe sie aber übernommen. Vintage ist eben Vintage. :)
BTW: Gibt es eigentlich für das Original Compact A irgendwo eine Bedienungsanleitung? Ich kenne nur den Schaltplan …
@jhaible Sie halten es für zynisch, ich hatte es gut gemeint. Lassen wir’s dabei. Ich kann ohnehin nicht für den Hersteller sprechen.
hm, wie klingt der Phaser denn ohne enorm viel Reverb?
Wenn man ein reverbloses Konzept hat, bietet der Phaser dann auch den schönen Charakter oder klingt er dann eher kalt und anstrengend?