Test: Mode Machines SEQ12, Step-Sequencer

Trimmen von Sequenzen mit dem Mode Machines SEQ12

Eine Sequenz hat 16 editierbare Steps, deren Anzahl sich mittels der neuen Trim-Funktion verringern oder vervielfachen lässt. Die Spanne des Trim-Parameters reicht von 1 bis 64 Steps, wobei 64 Steps vier Wiederholungen der ersten 16 Steps entspricht.

Implementiert wurde diese Funktion in erster Linie, um eine frei loopende Sequenz, die schnell bei der Verwendung unterschiedlicher Taktteiler entstehen kann, einfach und bequem auf ein gerades Rhythmusthema anzupassen.

Darüber hinaus lässt sich Trim aber auch wunderbar als Kreativ-Tool nutzen, um live die Anzahl der Steps variieren und damit spielen zu können. Das funktioniert besonders gut, da ein neu eingegebener Step-Wert erst aktiv wird, nachdem er mit Enter am Steuerkreuz bestätigt wurde. So lassen sich entspannt die Wechsel bestimmen.

Mode Machines SEQ12

Display

Mode Machines SEQ12 – Glättung der Controller-Spuren

Wenn MIDI-CC-Werte mit einem Step-Sequencer programmiert werden, entstehen naturgemäß harte Sprünge beim Wechseln von einem Step zum nächsten.
Die neue Glättungsfunktion sorgt für weichere, abgerundete Übergänge. Bei Tuning-Modulationen via CC erinnert das oft an eine Art Slide- oder Vibrato-Effekt, während zu stark schnappende Filterbewegungen bei Bedarf ohne Probleme entschärft werden können.
Der Glättungsalgorithmus ist zwar nur ein zuschaltbares, unveränderbares Preset mit linearem Neigungswinkel, dennoch handelt es sich um ein äußerst praktisches Tool, das abermals das kreative Potential von SEQ12 erweitert.

Mode Machines SEQ12

Mode Machines SEQ12 mit Jomox XBase 09

Parts im Song-Modus des Mode Machines SEQ12

Mehrere Sequenzen lassen sich im Song-Modus miteinander verknüpfen. Die daraus resultierenden Sequenzketten können in maximal 8 Parts – wie zum Beispiel Strophe, Bridge, Refrain usw. – gegliedert werden. Dadurch ist es möglich, die unterschiedlichen Teile frei zu arrangieren, wobei ein Part immer bis zum Ende durchläuft, bevor er in den nächsten wechselt.
Die Matrix des SEQ12 bietet dabei eine äußerst gute Übersicht aller wichtigen Informationen wie den Sequenzkettenschritten, den Steps der aktuellen Sequenz und den aktiven Spuren.
Das Ganze erinnert ein wenig an das Grid von Ableton und lässt sich dementsprechend sehr intuitiv bedienen.

Mode Machines SEQ12 – CV/Gate-Fastmode

In dem CV/Gate-Fastmode können MIDI-Ausgang 2 und 3 ein achtmal schnelleres MIDI-Signal für optionale CV-Gate-Wandler oder MIDI-Port-Vervielfacher mit einer Übertragungsrate von 250 kBaud ausgeben.

Bei dem Testgerät war der CV/Gate-Fastmode bereits aktiv, was gerade beim ersten Ausprobieren des SEQ12 für zeitraubende Irritation sorgte, da Port 2 und 3 in Verbindung mit normalen MIDI-Geräten nicht funktionierten. In den Voreinstellungen des Jam-Modes lässt sich die Funktion mittels eines Neustarts des Gerätes ein- und ausschalten. Laut Hersteller ist der CV/Gate-Fastmode ab Werk deaktiviert.

Fazit

Der Mode Machines SEQ12 Step-Sequencer ist ein gelungenes Update der bisherigen Version von RPE.

Sämtliche Neuerungen im Betriebssystem erweitern das Potential des SEQ12 deutlich, insbesondere die Ratchet/Multitrigger-Funktion mit ihren wählbaren Taktteilern bietet für einen Step-Sequencer ungeahnte Möglichkeiten, komplexe Rhythmen zu programmieren.
Auch die neuen Parts im Song-Mode lassen ein bequemes und komfortables Arrangieren im Live-Betrieb zu, während die Matrix eine gute Übersicht über die genutzten Sequenzen verschafft.

Auch wenn Roy Ploigt sich bezüglich Details noch in Schweigen hüllt, so gibt er doch schon zu verstehen, dass in Zukunft mit weiteren Updates gerechnet werden darf, die wohl auch interessante Neuerungen mit sich bringen werden.

Plus

  • hochwertig verarbeitete Hardware
  • umfangreiche Funktionen
  • äußerst flexible Ratchet-/Multitrigger-Funktion
  • intuitiv bedienbarer Song-Mode

Minus

  • Ratchet und Shuffle lassen sich nicht kombinieren

Preis

  • Ladenpreis: 999,- Euro
Forum
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    Numitron  AHU

    Cooles gerät, ich würde aber gern wissen warum soviel platz verschwendet wurde.
    Man hätte mind 1 he sparen können.

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        Bodie  

        Wer weiß wie die Platine im Gehäuse aussieht?
        Die braucht vieleicht etwas mehr Platz als die Oberfläche suggeriert.
        Bei der Größe spielt 1HE mehr oder weniger doch keine Rolle

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        volcarock  

        Der Sinn der „leeren Ränder“ erschliesst sich auch spätestens dann, wenn das Gerät im Rack verbaut ist! Dadurch sind die MIDI-Ein und Ausgänge sowie Netzteilanschluss soweit versenkt, dass diese geschützt innen liegen.

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    Son of MooG  AHU

    „Analog and MIDI Sequencer“ heißt es ja im Untertitel und so ist der Seq12 auch mit einem MIDI-In und drei MIDI-Outs passend ausgestattet. Allerdings hätte ich auch gerne ein paar CV/Gate-Outs gesehen und auf Fast-MIDI verzichtet. Über MIDI-In sollten sich Sequenzen auch transponieren lassen, was ja selbst mein betagter MFB Step64 bietet (der hat auch je 4 CV- & Gate-Ausgänge über Adapter-Kabel). Abgesehen davon macht der Seq12 schon einen ziemlichen Eindruck im Rack, da kann er ruhig auch etwas mehr HU verbrauchen…

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    AMAZONA Archiv

    Ein unperfektes Gerät. Ehrlich gesagt, und dann Tausend Euro. Für mich ist das nix.

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      volcarock  

      „…Ein unperfektes Gerät. ..“ Was für ein ausgesprochener Blödsinn. Ich hab das Gerät seit 5 Jahren im Einsatz, jetzt auch mit der aktuellen Mode Machines Firmware. Und ich kenne keinen anderem Hardware/Step-Sequencer mit derart vielen und durchdachten Funktionen, der so intuitiv zu bedienen ist und ich hab/hatte schon viele im Einsatz, von RM1x , Octatrack, Europa, Darktime bis GRP R24.
      Wer computerfrei arbeiten möchte bekommt hier eine fantastisches Steuerinstrument, was durch die beleuchtete Matrix simple und logisch zu bedienen ist.
      Klasse, dass mittlerweile auch Ratchet implementiert wurde!

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    syntics  AHU

    Cooles Design hat hier offensichtlich seinen Preis und benötigt seinen Platz. Wie hoch die Übungsschwelle wohl sein mag? Na wer es denn braucht…

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