Vielseitiger Desktop-Verstärker
Der Mooer F15i Li ist ein ultrakompakter Modeling-Verstärker fürs moderne Üben – mobil, funktionsreich und überraschend leistungsstark.
- Was ist es? Mooer F15i Li – ultrakompakter 15-W-Modeling-Amp mit Akku, Touchscreen & App-Steuerung.
- Sounds & Effekte: 55 Amp-Modelle, 69 Effekte, Drum-Machine, 10 Metronome & 60-Sekunden-Looper.
- Ausstattung: Stereo-Setup (2×2″), Bluetooth-Audio, USB-C-Recording, Kopfhörer & Line-Out.
- Praxis: Ideal fürs Üben zuhause, unterwegs & am Schreibtisch; starke Stereo-Effekte & intuitive Bedienung.
- Besonderheiten: Bis zu 5 h Akkulaufzeit, extrem portabel, vollständige Klangbearbeitung über iAMP-App.
Inhaltsverzeichnis
Mooer F15i Li Modeling Guitar IG
Mooer gehört zweifellos zu den eifrigsten Innovatoren im Mini- und Microgear-Segment. Kaum ein anderer Hersteller schafft es, vollwertige Modeling-Funktionen, Recording-Fähigkeiten und Effekt-Engines in Formate zu packen, die eher nach Reisespielzeug aussehen als nach ernst zu nehmenden Tools und dabei auch noch ziemlich preisgünstig sind.
Der Mooer F15i Li Modeling Guitar IG führt diese Tradition fort: ein ultrakompakter Desktop-Verstärker mit integriertem Akku, einem kleinen Touchscreen, integriertem Bluetooth-Audio, jeder Menge Drum-Patterns, einem 60-Sekunden-Looper und das Ganze mit kompletter App-Steuerung. Mit 15 Watt aus einer Class-D-Endstufe, zwei 2″-Speakern und 55 Amp-Modellen legt der kleine Würfel den Fokus eindeutig auf das Üben zu Hause, unterwegs oder im Backstage vor dem Gig, aber Mooer behauptet selbstbewusst, dass er klanglich deutlich oberhalb eines simplen „Practice-Amps“ spielt. Ob das stimmt und was man mit dem Kerlchen so anfangen kann, werden wir im folgenden Review versuchen herauszufinden.
Facts & Features
Der Amp ist nicht nur wie unser Testmodell in „Imperial Gold“ (IG) erhältlich, sondern wird auch in weiteren Farbvarianten angeboten, darunter klassisches Schwarz und Pink. Damit spricht Mooer neben reinen Funktionalisten auch eine visuell orientierte Zielgruppe an. Mit den Maßen von 264 x 128 x 147 mm und einem Gewicht von gerade einmal 1,47 kg bleibt der F15i Li extrem portabel und empfiehlt sich für das Wohnzimmer, den Schreibtisch oder den Einsatz unterwegs.
Trotz der kompakten Bauform wirkt das Kunststoffgehäuse stabil und sauber verarbeitet. An den Außenseiten wurden Halterungen angebracht, an die der mitgelieferte Tragegurt montiert werden kann. Weiterhin befinden sich im Lieferumfang neben einer Bedienungsanleitung noch ein USB-Kabel zum Laden des Akkus oder zum direkten Anschluss an den Computer. Der F15i Li steht auf 4 Gummifüßen, die ihn auf glatten Oberflächen vor Wegrutschen sichern und Vibrationen minimieren.
Auf dem Frontpanel sitzt als zentrales Bedienelement ein 1,3″-Touchscreen, flankiert von Value-Regler und Master-Volume sowie mehreren Funktionstastern. Über den Touchscreen erfolgt die Navigation durch Presets, Amp-Modelle, Effekte, Tuner und die Drum-Sektion. Der Value-Regler dient zur schnellen Parameteränderung innerhalb der Menüs, während der Master-Regler wie zu erwarten die Gesamtlautstärke des Systems steuert. Ergänzt wird das Ganze durch Taster für Preset-Anwahl sowie einen Tap-Schalter zur schnellen Eingabe der Geschwindigkeit bzw. Verzögerungsdauer der Modulations- und Echo-Effekte.
Für tiefere Eingriffe in die Sounds, Signalwege und Presets steht die Mooer-iAMP-App bereit, über die auch Firmware-Updates und das Cloud-Management der Presets möglich sind. Die Installation der App und auch das Koppeln mit dem Amp funktionierten bei meinem Smartphone (iPhone 17 Air mit iOS 26) vollkommen problemlos.
Die Modeling-Engine basiert auf Mooers MNRS-Technologie und bietet 55 Amp-Simulationen sowie 69 Effekte, darunter Klassiker wie Overdrive, Distortion, Chorus, Delay und Reverb sowie einige experimentellere Kandidaten. Eine Drum-Machine mit 60 Patterns, zehn Metronom-Varianten und ein 60-Sekunden-Looper runden das Paket ab. Der Looper lässt sich synchron zu den Drums betreiben, was eine sinnvolle Sache beim Üben von Timing, Phrasierung und Solo-Ideen ist.
Die Anschlüsse sind für ein Gerät dieser Größe recht umfangreich: ein 6,3-mm-Instrumenteneingang, Kopfhörerausgang (3,5 mm), zweifacher Line-Out (2× 6,3 mm), USB-C für OTG-Recording sowie Bluetooth 5.0 für Audio-Streaming. Zusätzlich unterstützt der Amp einen optionalen kabellosen Fußschalter zur Preset- und Funktionssteuerung. So hat man auch bei kleineren Sessions immer die Hände frei.
Die Betonung liegt ganz bewusst auf „kleineren Sessions“, denn vermutlich käme niemand auf die Idee, einen Verstärker dieser Größe mit in den Proberaum zu schleppen. Das sollte klar sein. Das Teil gehört ins Wohnzimmer, Schlafzimmer oder auf den Schreibtisch im Büro und kann dort eine Menge Spaß machen, wie sich in der Praxis zeigt.
Der Mooer F15i Li Modeling Guitar IG im Praxis-Check
In der Praxis zeigt sich der Mooer F15i Li als durchdachter Übungsverstärker für zu Hause und unterwegs. Sein Hauptvorteil liegt weniger in hoher Leistung, sondern in der Kombination aus vielen integrierten Funktionen, Stereokonzept und Akkubetrieb – alles Punkte, die gerade für Einsteiger und Hobbymusiker interessant sind, die flexibel üben und ausprobieren möchten, ohne gleich in ein großes Setup zu investieren.
Klanglich fällt zunächst die Stereowiedergabe positiv auf. Die beiden 2″-Speaker sind natürlich kein Ersatz für größere Lautsprecher, erzeugen aber ein überraschend breites Klangbild. Besonders Modulationseffekte wie Chorus und Phaser sowie Reverb und Delay profitieren davon deutlich. Gerade wer gern mit Clean-Sounds, Flächen oder leicht angezerrten Sounds spielt, bekommt hier ein räumlicheres Spielerlebnis als bei vielen anderen kleinen Übungsamps. Für Einsteiger ist das ein Pluspunkt, da Effekte so nicht nur „draufgelegt“ klingen, sondern sich besser ins Gesamtbild einfügen.
Die Amp-Sounds selbst decken ein breites Spektrum ab. Die Clean- und Crunch-Modelle wirken ausgewogen und reagieren ausreichend auf das Anschlagsverhalten und das Volume-Poti der Gitarre. Für erste Blues-, Pop- oder Classic-Rock-Sounds ist man hier gut versorgt. Im High-Gain-Bereich merkt man den Grenzen der kompakten Lautsprecher und des Konzepts etwas stärker an, dass es sich um einen Übungsverstärker handelt: Die Sounds sind grundsätzlich schon brauchbar, wirken aber etwas dichter und komprimierter als die ihrer berühmten Vorbilder von Vox bis Mesa/Boogie.
Für das Üben von Riffs, das Ausprobieren von Sounds oder das Kennenlernen verschiedener Stilrichtungen reicht die Qualität jedoch absolut aus. Sogar ein paar Presets für Bass befinden sich im Speicher, aber das dürfte bei der Größe der Lautsprecher wohl nicht besonders spaßig werden.
Dass Mooer gute Effekte kreieren können, zeigt sich auch hier erneut. Delays und Reverbs klingen ordentlich und sind gut dosierbar, Modulationseffekte wirken nicht künstlich oder überzogen. Gerade in Verbindung mit dem Stereo-Setup entfalten sie ihre Wirkung sehr angenehm. Für Einsteiger ist das natürlich hilfreich, weil man unterschiedliche Effekttypen kennenlernen und direkt im musikalischen Zusammenhang ausprobieren kann, ohne zusätzlich in Pedale investieren zu müssen.
Was die Lautstärke betrifft, bleibt der F15i Li realistisch eingeordnet: Für das Üben zu Hause, auch bei etwas höherer Zimmerlautstärke, sind genügend Reserven vorhanden. Der Klang bleibt dabei klar und verständlich, ohne sofort zu kippen oder unangenehm zu werden. Für den Proberaum oder das Zusammenspiel mit einem akustischen Schlagzeug ist er hingegen nicht gedacht. Dafür fehlt schlicht die nötige Leistung und Durchsetzungskraft. Als Übe-Tool für das eigene Spiel, für Playalongs oder kleine Jam-Situationen im privaten Rahmen macht der kleine Bolide jedoch einen guten Job.
Auch im Akkubetrieb zeigt sich der Mooer F15i Li Modeling Guitar IG praxistauglich. Die angegebene Laufzeit von bis zu fünf Stunden ist bei moderater Lautstärke durchaus erreichbar. Für mehrere Übesessions oder einen Nachmittag ohne Steckdose reicht das problemlos aus. Besonders für Nutzer, die flexibel im Raum, im Garten oder unterwegs spielen möchten, ist das ein klarer Komfortgewinn. Praktisch im Alltag ist zudem die Bluetooth-Funktion.
Playalongs oder Songs lassen sich kabellos zuspielen, was das Üben wesentlich einfacher und direkter macht. In Kombination mit der integrierten Drum-Machine und dem Looper entsteht so ein kleines „Übungs-Ökosystem“, mit dem man an Timing, Songstrukturen oder Solospiel arbeiten kann, ohne weiteres Equipment zu verwenden.
Klangbeispiele
Für die Klangbeispiele habe ich den F15i Li über USB-C direkt an mein MacBook angeschlossen – auch das lief ohne Probleme. Eingespielt wurden die Tracks mit einer Music Man Silhouette Special. Weitere Effekte (außer die in den zu hörenden Presets) kamen nicht zum Einsatz.
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Danke für Vorstellung dieses „Schnäppchens“!
Meine Erfahrungen mit solch „preiswerten“ Angeboten sind leider durchweg negativ, wenn es um die Bewertung einer zuverlässig arbeitenden Elektronik zum langlebigen Akku-Management geht. Daher meine Frage: wurde die Akkumulation mehrfach geladen und lanzeitig genutzt?🫨
@CDRowell Ich kann dich beruhigen – die versprochenen 5 Stunden hält der Akku locker durch, auch mit vielen Effekten aktiviert. Wie das in 5-6 Jahren mit der Haltbarkeit aussieht, kann ich natürlich schlecht sagen.
@Stephan Güte Danke für Deine rasche Rückmeldung.
Vielen Dank für den schönen Test!
Der Mooer F15i Li scheint als kleiner und mobiler Übung-Amp eine sehr interessante Option zu sein, mein Interesse ist auf jeden Fall geweckt 😊
Mich würde ein Vergleich mit den etablierten Vertretern dieses Typs (also beispielsweise Positive Grid Spark 2, Yamaha THR10II etc.) interessieren. Hinsichtlich der Qualität des Modellings erwarte ich da gar keine so großen Unterschiede (bei entsprechendem fine tuning), das größte Bottleneck sind vermutlich die 2″ Lautsprecher.
Der Preis ist auf jeden Fall eine Ansage – andere Modelle sind zum Teil doppelt so teuer. Auch das ist natürlich ein Argument!
Guten Morgen lieber Namensvetter,
entweder habe ich es überlesen, oder Du sagst in deinem Artikel nichts dazu, wie sieht das denn mit dem Rauschen, gerade im HighGain aus? Rauscht der Verstärker arg, gerade auch, wenn man ihn mal ordentlich aufdreht?
Liebe Grüße
Stephan
@Stephan S. Alles im Rahmen 😊
@Stephan Güte Gut zu wissen. Hab ihn mir gerade selber zum Weihnachtsgeschenk gemacht.🙂