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Test: Moog Sub37, Analogsynthesizer

Was unterscheidet den Sub 37 technisch von anderen Moogs?

Neu ist bei Moog aber auf den ersten Blick jene komplexere Hüllkurve. Die seltener gebrauchten Delay- und Hold-Parameter befinden sich im Shift-Betrieb auf den Hüllkurven-Knöpfen und bringen auch den Dynamik-Parameter und die Abhängigkeit der Zeiten von der gespielten Tonlage in den direkten Einflussbereich des Musikanten.

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Ein zweiter LFO ist ebenfalls Teil der Erneuerung, ein Step-Sequencer nach Vorbild des SCI Pro One (und fortgeführt in der Novation Bass Station 2) und drei statt nur einem direkten Regler für die Modulation von Tonhöhen. Bisher war nur ein Ziel möglich, nun sind es insgesamt drei, davon ist Filter und Tonhöhe nun eigenständig zu dem freien klassischen Modulationsknoten hinzu gekommen. Insgesamt fällt auf, dass alles reich parametrisiert ist. Selbst die Flankensteilheit ist erstmals als Taster ausgeführt. Diese war zwar vorher schon erreichbar, jedoch war sie im Menü versteckt. Alle Knöpfe sind für alle Synthesekenner selbsterklärend bis auf das Modulations-Bus-System, welches etwas genauere Blicke benötigt. Die neuen Funktonen wirken wie eine Erfüllung einer Wunschrunde, nachdem die Phatty-Serie veröffentlicht wurde. Das Display umfasst fünf Zeilen Text (statt zwei) sowie eine Überschrift und ist damit informativer als bisher. Die Menüs sind nicht mehr so endlos und inhaltlich zerwürfelt. Es gibt auch mehr Taster, um gezielt Funktionen zu erreichen. Der Tuning-Knopf fungiert als Eingabemedium. Auch die Position des Displays verrät, dass man es nicht oft benötigen wird. Direkte Synthese-Einstellungen sind dort nur noch für die Modulationsbusse notwendig. Sämtliche Modulationen werden über die beiden LFOs mitsamt ihrem Verschaltungs-System hergestellt. Deshalb gibt es keinen einfachen Oszillator-FM-Knopf, dennoch ist eine Frequenzmodulation möglich (die Steuerung eines Oszillators durch einen anderen). Wer keinen LFO dafür einbinden will, wird allerdings für die FM-Verbindung einen LFO opfern müssen. Das Prinzip ist generell vom Voyager übernommen worden, jedoch wurde es sehr stark erweitert. Es gibt nicht nur eine Quelle und ein Ziel, welche durch eine weitere Quelle in ihrer Intensität gesteuert wird (z.B. LFO steuert die Pulsbreitenmodulation oder genauer den Waveformshaper mittels Modulationsrad). Dieses Modulationsrad ist im Sub erweitert durch Velocity, Aftertouch und einen freien Controller und steuert die Stärke der drei Ziele. Es ist etwas schade, dass die LFOs nicht auch mit den beiden fest verdrahteten Zielen stets arbeiten kann und das übrig bleibende freie Ziel als einziges darauf regiert und umgekehrt. Aber man kann diese Modulationsquellen komplett abschalten und dann einfach die Intensitäten regeln ohne weitere Intensitätskontrolle. Dafür wäre ein einziger Taster hilfreich gewesen. Aber generell ist das ein enormer Schritt gegenüber allen Vorgängern inklusive des Voyagers. Gegenüber dem Voyager kann der Sub 37 die FM nicht mit Dreiklängen oder einer festen Frequenzmodulation mangels eines dritten vollwertigen Oszillators dienen. Als Ersatz sind jedoch zwei LFOs statt nur einem an Bord, die so schnell sind, dass sie viel weiter als nur ein paar Hertz in den Audiobereich hinein reichen. Sie erreichen Bass-taugliche 1 kHz. Ihre Frequenz lässt sich auch per Tastatur steuern und somit ähnlich einsetzen wie jener fehlende dritte Oszillator, sofern der Ton unter 1 kHz liegt. Als weiteren Vorteil muss man den Suboszillator sehen, welcher den Job des Andickens erledigt, jedoch prinzipbedingt nicht in der Lage ist, einen anderen Abstand als den der Oktave im Verhältnis zum ersten Oszillator einnehmen kann. In der Summe ist dies in den meisten Anwendungsfällen mehr als das Topmodell bietet. So ist der Sub 37 insgeheim auch ein wenig Spitzenmodell. Das einzige Manko gegenüber dem großen Bruder mag allerdings das zweite Multimode-Filter sein. Extern betreiben kann man es auch nicht, da der Sub 37 keine analogen Steuersignale ausgeben kann und somit ein externes Filter nur per MIDI gesteuert werden könnte. Während der Voyager weder Sequencer noch Arpeggiator enthält, hatte die Phatty-Serie einen schwerer zugänglichen Arpeggiator an Bord. Der Sub 37 hat diesen sehr musikerfreundlich direkt am Panel zugänglich gemacht, kombiniert mit der Sequencer-Bedienung. Der Sub 37 ist nicht nur dort, sondern bereits in der nächsten Abteilung, dem Glide, extrem detailverliebt ausgeführt. Genau das zieht sich durch das Panel bis zum Ende durch. Somit ist nun die Zeit gekommen für den Blick auf die Details:

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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Trooper  

    Toller Testbericht !
    freue mich schon, wenn meiner eeendlich kommt.
    Aber als Konkurrent zum Pro2 hab ich den nie gesehen (den hab ich schon), eher als analoge Ergänzung.
    Inspiration, Moog Sound, Sweetspot – ganz genau, wegen all dem ;-)

  2. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Sehr guter Testbericht! Auch die Audiobeispiele finde ich aussagekräftig :) Ich bin eigentlich kein Freund des Moog-Klanges, aber ich muss gestehen, dass der Sub37 nicht gerade uninteressant ist! Als Konkurrenz sehe ich aber noch, den jetzt erschienenen Dominion-1 von MFB. Preislich liegt er sogar noch etwas drunter, bietet etliche Outs für Modular-Anbindung und vieles mehr :)

    • Profilbild
      Filterpad  AHU

      Richtig Marius, dass sehe ich genauso! Der „MFB Dominion 1“ ist die absolute Konkurrenz. Man muss sich nur mal die Regler und den Sound zugute führen. Abgesehen davon ist er „Made in Germany“ und vom Design gefällt er mir auch besser. Es ist halt kein Moog… …!?!? Ich wüsste im Moment nicht wie ich mich entscheiden würde!

  3. Profilbild
    falconi  RED

    Tolles Konzept, totschickes Instrument!
    Dennoch: Das Display links oben in der Ecke – ganz gleich, ob „nicht oft benötigt“ – wirkt beigebastelt und irgendwie „voll daneben“.

    • Profilbild
      moogulator  AHU

      Mir geht es darum, dass MIDI Thru offenbar immer öfter weg gelassen wird, was für Live-Spieler und Performer einen zusätzliche MIDI-Box erfordern KANN. USBisten haben da kein Problem – aber es ist ein Trend, der ggf. wirklich mal Standard wird. Wäre sehr schade, besonders bei Geräten die einen Sequencer haben…

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        Son of MooG  AHU

        Die fehlende MIDI-Thru-Buchse ist mir in den letzten Jahren auch negativ aufgefallen, speziell bei Expandern. Dadurch wurden mittlerweile 2 5fach-Boxen von Kenton nötig. Umso positiver fällt da der DeepMind 12 auf, selbst der angekündigte „D“ hat wohl eine…

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Aber beim Original klingt es schon deutlich fetter :)
        Hat jemand eine Ahnung, welchen Synth Stratis benutzt haben?
        Ich vermute ja eine 101…..

        • Profilbild
          moogulator  AHU

          Ah, das ist kein Nachbau des Sounds, der ist vermutlich ein PWM Klang mit zweitem Oszillator. Es sollte nur eine Sequenz sein, die man einfach so endlos spielen kann, um auch den Sequencer gleich zu zeigen.

          Ideal scheint mir 2 OSCs mit PWM durch den gleichen LFO zu verwenden und bei Bedarf SubOSC und dazu etwas Resonanz, dann wäre der Klang authentisch. Zwischen Moog und Roland zu unterscheiden ist durch die leichte Resonanz im Original eher in Richtung Roland zu tippen. So gesehen könnte es sich um einen SH-Synth handeln…
          Aber am nächsten erscheint mir der Klang mit 2 PWM OSCs und ohne Sub.

          Aber – mit dem Moog ist das zumindest auch möglich und auch in schön warm obwohl es im Song nicht direkt „warmherzig“ zu geht.

          „du wünschst dir, du wärst wieder dort. Du bist ganz woanders…“

  4. Profilbild
    MidiDino  AHU

    Herzlichen Dank für den ausführlichen Test. Der neue Synth sieht toll aus, die Features und Anschlüsse lassen kaum zu wünschen übrig. Ich bin schlichtweg begeistert!

  5. Profilbild
    greekotronic  

    Ein wunderbares Instrument. Sehr schön ausdrucksstark und mit tollem Design. Super auch, dass Moog als einzige ein fast „aufrechtes“ Panel verwendet. Schade, dass das nicht auch andere machen. Das gibt einfach ein tausendfach schöneres Spielgefühl, ist übersichtlicher und sieht super aus.

    • Profilbild
      moogulator  AHU

      Absolut, genau das ist seine Stärke auch gegenüber Rolands und Co – Duophonie und die direkt einstellbare Dynamik ist echt ein Gewinn – zusammen mit den Key Assign Modes.

  6. Profilbild
    pong

    Hallo!
    ein tipp: Laut meinem verkäufer im musikgeschäft gibt es nur 1500 tribute exemplare!

  7. Profilbild
    Cornell

    Sorry, aber gleich zu beginn vom Bericht muss ich feststellen das etwas nicht Richtig ist:

    „Moog rückt ab vom bisherigen Konzept der kleinen Synthesizer …..

    Schon einmal von dem aktuellen DIY Teil Moog Werkstatt gehört? ;-)

    Sonst alles fein, fein.

    • Profilbild
      moogulator  AHU

      ist bekannt, aber der ist WIRKLICH klein, den Minitaur meine ich ebenfalls damit nicht, die beiden haben einen Sonderstatus. Mit Keyboard – ok – das könnte man beim Werkstatt „Keyboard“ nennen…

  8. Profilbild
    synthboy  

    Ein klasse Synth !
    Bedienung 1a, Sound überragend, wollte eigentlich den Pro 2 aber hab mich das spontan für den Sub37 entschieden, der Sound gefällt mir einfach besser.
    Alles sehr übersichtlich, für mich einer der besten und schönsten Mono-Synthesizer die es gibt, danke Moog.

  9. Profilbild
    djroman@amazona

    Hallo, eine Frage zur FM-Modulation.
    Ihr habt geschrieben: „Wer keinen LFO dafür einbinden will, wird allerdings für die FM-Verbindung einen LFO opfern müssen.“ Ist das ein Schreibfehler? Habt ihr gemeint wer keinen OSC einbinden will muss einen LFO opfern?

  10. Profilbild
    mhagen1  

    Super Test – vielen Dank, Moogulator!

    Ich spiele seit vielen Jahren einen Moog Prodigy, der mir immer noch sehr gut gefällt. Wegen der eingeschränkten Möglichkeiten und gewisser altersbedingter Eigenheiten spiele ich nun mit dem Gedanken, mir einen Pro 37 zuzulegen und den Prodigy zu verkaufen. Beim Probespielen hat mir der Neue sehr gut gefallen. ich würde aber großen Wert darauf legen, dass der Pro 37 auch in der Lage ist, die Prodigy Sync-Sounds in gleicher Qualität zu erzeugen. Kann mir dazu jemand etwas sagen? Beim Antesten ist mir das nicht auf Anhieb gelungen,

    • Profilbild
      moogulator  AHU

      Der Prodigy ist sehr gut und einfach zu reparieren und durchaus auch zu modifizieren, er klingt zudem auch wirklich gut. Das ist schon mehr „Multimoog Sound“ den der Sub hat, auch Moog – aber anders.

      Der ist natürlich toll und handlich und eigentlich durchaus sowas wie ein kleiner Begleiter, so wie der Prodigy damals zum Mini. Oder Multi und Micromoog.

      Ich würde mal pauschal sagen, dass der Sub nicht ganz den Druck haben dürfte und etwas cleaner klingt insgesamt. Das Filter dünnt auch mehr aus. Alles was, was auch frühere Moogs durchaus hatten, aber das wird der Unterschied sein, das Howard-Jones-Solo in Conditioning mit dem Prodigy als Umhängesynth kriegst du vielleicht auch hin, aber es wird eben einen etwas anderen Charakter haben. Das könnte man aber generell bei Synthwechsel immer sagen.

      Der Prodigy hat weniger Steuerung beim Sync – da würde ich eh bisschen modden, der ist ziemlich einfach gestrickt, deshalb sollte das machbbar sein.

      Suchbegriffe dafür: moog prodigy mods

      aber – Sub ist trotzdem nett, aber mehr der „neuere“ Sound. Hoffe, dass das hilft. Frei von Werbesprache und so.

  11. Profilbild
    8-VOICE  AHU

    Für mich, der beste Moog von den neueren. Stepsequencer, Speicherbar, Tastatur, guter Sound, ein stimmiges gesamt Paket. Ein neuer polyphoner Moog wäre aber auch sehr interessant.

  12. Profilbild
    steme  

    Hallo,

    mein Sub37 klingt leider dumpf. Messungen mit Oszilloskop und Spectrum Analyzer bestaetigen, dass der Fitler nicht weiter als 15KHz oeffnet. Eine PotCal routine von Moog hat auch nicht geholfen.
    Von MOOG selbst kommt leider keine hilfe und im Moog Forum habe ich auch nichts dazu finden koennen. Hat denn jemand anderes diesen Effekt auch und weiss vielleicht Abhilfe ?

    Danke und Gruss,

  13. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Anfang des Jahres konnte ich mit dem Sub37 meinen langen Traum eines Moogs erfüllen. Anders als der Minimoog bietet der Sub37 neben echtem Moog-Sound vielseitige Modulationsmöglichkeiten, einen Sequencer & Arpeggiator zum halben Preis. So blieb mir noch genug Geld für meinen DeepMind 12, und die Zwei ergänzen sich hervorragend…

  14. Profilbild
    Michael Schill  RED

    Mic Irmer schreibt zu den LFO´s: „Ihre Frequenz lässt sich auch per Tastatur steuern und somit ähnlich einsetzen wie jener fehlende dritte Oszillator, sofern der Ton unter 1 kHz liegt.“

    Diese Funktion, mit der ja (bei Mod Destination: OSC Pitch) lineare FM möglich wäre, kann ich nirgends finden.
    Kann mich jemand aufklären?

    • Profilbild
      Son of MooG  AHU

      Im Manual steht auf S.52 im Kapitel ‚Controllers Menu‘:
      LFO KBTRACK
      This parameter allows you to change the LFO RATE based on the key number. The values
      range from 0% to 200%. When this value is increased the LFO will speed up as you go higher
      up the keyboard.

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