ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Test: Moog Sub37, Analogsynthesizer

Übrigens sind nahezu alle Parameter mit 16384 Schritten aufgelöst. Dies lässt sich auf Wunsch auf die übliche Auflösung von 7 Bit (128 Stufen) herunterstellen, da keine Software bisher kaskadiert gesendete Controller grafisch vernünftig darstellen kann und somit nicht gut zu editieren ist. Das ist technisch trivial, aber dennoch bietet es leider noch immer keiner an. So teilt auch der Sub 37 das Schicksal von Synthesizern wie dem Alesis Andromeda, der ebenfalls diese Möglichkeit schon zu Beginn dieses Jahrtausends einführte, allerdings ist die Skalierung am Moog erheblich gelungener und wird daher besser ausgenutzt als beim Andromeda. Die „Vercontrollerisierung“ ist zumindest auf der Moog-Seite sehr ausführlich und vollständig, wie das sonst eher bei digitalen Synthesizern zu finden ist.

 

ANZEIGE

oben

Gezielte Verzerrungen und die anderen

Nun noch einige Details, diese sind zum einen die eingebaute Feedback-Abteilung, die von Arturia „Brute“ genannt wird und bei inzwischen vielen Synthesizern vorhanden ist. Sie bringt mehr Druck, verändert aber auch bei höheren Einstellungen den Grundsound, insbesondere bei Einsatz der Resonanz. Aber landläufig ist er „der Fettheits-Knopf“. Dazu kommt die Verzerrung, die bei kaum einem Synthesizer heute noch fehlt.

links Sub37 – rechts Slim Phatty

ANZEIGE

Dies und der Multidrive klingt anders als bisherige Moogs. Die Kombination aus Feedback und Multidrive bringt definitiv einen anderen Sound als diese, obwohl man das Feedback am Voyager durch ein Kabel herstellen kann. Nutzt man weder Feedback noch Dirve, so ist es durchaus möglich, ähnlich klingende Ergebnisse auf allen Neumoogs zu erstellen. Die Hüllkurven sind offenbar auch wegen des Neudesigns im Sub37 anders als die der Vorgänger und speziell der Phattys. Die Veränderung über die kurzen Zeiten verhalten sich auffälliger anders und auch die Spreizung und Skalierung und somit der Verteilung auf den Knöpfen erscheint verändert. Generell bleibt der Sub37 länger „klickig“, während der Phatty in einem angenehmen und langsam schneller Decay-Schnapp verweilt. Vieles lässt sich durch Nachregeln aus- oder angleichen und ein kleiner Rest von ein paar Prozent wird wegen der verschiedenen Justagen und noch mehr Multidrive und Feedbacks und Details nicht exakt sein. Dennoch scheint gerade die Hüllkurvenabteilung und die Verzerrung der Part zu sein, in dem sich dieser Synthesizer von den anderen abhebt. Nach langem Uuhören kann das nur als „anders“, denn als besser oder schlechter beschrieben werden.

seitlich

Sequencer

Der Sequencer ist neu bei Moog und obwohl er einfach gehalten ist, bietet er die Aufnahme der Note, Pausen, gehaltenen Noten (für länger und gebunden gespielte Töne) sowie die Anschlagdynamik und die Modulationsradstellung an. Dies passiert nach dem sehr klassischen Prinzip der Step-Eingabe. Man spielt die Töne nicht in „Echtzeit“, sondern nach alter Väter Sitte eine Taste an der Klaviatur oder die Pausen oder Tie-Taste, wie einst beim SH101 und Pro One. Inzwischen gibt es auch wieder einige Synthesizer, die diese sehr hilfreiche Kreativbrücke an Bord haben (Bass Station 2, Arturia Minibrute SE und Microbrute). Allerdings sind diese maximal mit der Aufzeichnung der Dynamik zufrieden, während Moog noch das Modulationsrad mit aufzeichnet. Sobald nun die Sequenz fertig aufgenommen ist, lässt sie sich auch einfach abspielen und transponieren. Der totale Clou an der Sache ist, dass die Noten, Dynamik und Modulationsrad-Spur als Modulationsquellen in der Matrix der beiden Modulationsbusse wählbar sind und so vielfältigst von FM-Intensitäten bis hin zu Resonanzsteuerung oder der Flankensteilheit bis hin zur Manipulation des Timings des Sequencers selbst herangezogen werden können. Außerdem kann im laufenden Betrieb durch Spielen die bereits bestehende Sequenz verändert werden. Das ist super für einen Auftritt oder die kreative Arbeit allgemein. Die Idee besticht durch ihre Einfachheit. Es besitzt keine große bedientechnische Herausforderung oder Nachdenktiefe. Anders gesagt – den kann man ohne Studium der Elektrotechnik bedienen und notfalls auch jeweils vor einem neuen Song neu bestücken und während des Auftritts variieren. Vorbildlich.

seq

ANZEIGE
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Trooper  

    Toller Testbericht !
    freue mich schon, wenn meiner eeendlich kommt.
    Aber als Konkurrent zum Pro2 hab ich den nie gesehen (den hab ich schon), eher als analoge Ergänzung.
    Inspiration, Moog Sound, Sweetspot – ganz genau, wegen all dem ;-)

  2. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Sehr guter Testbericht! Auch die Audiobeispiele finde ich aussagekräftig :) Ich bin eigentlich kein Freund des Moog-Klanges, aber ich muss gestehen, dass der Sub37 nicht gerade uninteressant ist! Als Konkurrenz sehe ich aber noch, den jetzt erschienenen Dominion-1 von MFB. Preislich liegt er sogar noch etwas drunter, bietet etliche Outs für Modular-Anbindung und vieles mehr :)

    • Profilbild
      Filterpad  AHU

      Richtig Marius, dass sehe ich genauso! Der „MFB Dominion 1“ ist die absolute Konkurrenz. Man muss sich nur mal die Regler und den Sound zugute führen. Abgesehen davon ist er „Made in Germany“ und vom Design gefällt er mir auch besser. Es ist halt kein Moog… …!?!? Ich wüsste im Moment nicht wie ich mich entscheiden würde!

  3. Profilbild
    falconi  RED

    Tolles Konzept, totschickes Instrument!
    Dennoch: Das Display links oben in der Ecke – ganz gleich, ob „nicht oft benötigt“ – wirkt beigebastelt und irgendwie „voll daneben“.

    • Profilbild
      moogulator  AHU

      Mir geht es darum, dass MIDI Thru offenbar immer öfter weg gelassen wird, was für Live-Spieler und Performer einen zusätzliche MIDI-Box erfordern KANN. USBisten haben da kein Problem – aber es ist ein Trend, der ggf. wirklich mal Standard wird. Wäre sehr schade, besonders bei Geräten die einen Sequencer haben…

      • Profilbild
        Son of MooG  AHU

        Die fehlende MIDI-Thru-Buchse ist mir in den letzten Jahren auch negativ aufgefallen, speziell bei Expandern. Dadurch wurden mittlerweile 2 5fach-Boxen von Kenton nötig. Umso positiver fällt da der DeepMind 12 auf, selbst der angekündigte „D“ hat wohl eine…

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Aber beim Original klingt es schon deutlich fetter :)
        Hat jemand eine Ahnung, welchen Synth Stratis benutzt haben?
        Ich vermute ja eine 101…..

        • Profilbild
          moogulator  AHU

          Ah, das ist kein Nachbau des Sounds, der ist vermutlich ein PWM Klang mit zweitem Oszillator. Es sollte nur eine Sequenz sein, die man einfach so endlos spielen kann, um auch den Sequencer gleich zu zeigen.

          Ideal scheint mir 2 OSCs mit PWM durch den gleichen LFO zu verwenden und bei Bedarf SubOSC und dazu etwas Resonanz, dann wäre der Klang authentisch. Zwischen Moog und Roland zu unterscheiden ist durch die leichte Resonanz im Original eher in Richtung Roland zu tippen. So gesehen könnte es sich um einen SH-Synth handeln…
          Aber am nächsten erscheint mir der Klang mit 2 PWM OSCs und ohne Sub.

          Aber – mit dem Moog ist das zumindest auch möglich und auch in schön warm obwohl es im Song nicht direkt „warmherzig“ zu geht.

          „du wünschst dir, du wärst wieder dort. Du bist ganz woanders…“

  4. Profilbild
    MidiDino  AHU

    Herzlichen Dank für den ausführlichen Test. Der neue Synth sieht toll aus, die Features und Anschlüsse lassen kaum zu wünschen übrig. Ich bin schlichtweg begeistert!

  5. Profilbild
    greekotronic  

    Ein wunderbares Instrument. Sehr schön ausdrucksstark und mit tollem Design. Super auch, dass Moog als einzige ein fast „aufrechtes“ Panel verwendet. Schade, dass das nicht auch andere machen. Das gibt einfach ein tausendfach schöneres Spielgefühl, ist übersichtlicher und sieht super aus.

    • Profilbild
      moogulator  AHU

      Absolut, genau das ist seine Stärke auch gegenüber Rolands und Co – Duophonie und die direkt einstellbare Dynamik ist echt ein Gewinn – zusammen mit den Key Assign Modes.

  6. Profilbild
    pong

    Hallo!
    ein tipp: Laut meinem verkäufer im musikgeschäft gibt es nur 1500 tribute exemplare!

  7. Profilbild
    Cornell

    Sorry, aber gleich zu beginn vom Bericht muss ich feststellen das etwas nicht Richtig ist:

    „Moog rückt ab vom bisherigen Konzept der kleinen Synthesizer …..

    Schon einmal von dem aktuellen DIY Teil Moog Werkstatt gehört? ;-)

    Sonst alles fein, fein.

    • Profilbild
      moogulator  AHU

      ist bekannt, aber der ist WIRKLICH klein, den Minitaur meine ich ebenfalls damit nicht, die beiden haben einen Sonderstatus. Mit Keyboard – ok – das könnte man beim Werkstatt „Keyboard“ nennen…

  8. Profilbild
    synthboy  

    Ein klasse Synth !
    Bedienung 1a, Sound überragend, wollte eigentlich den Pro 2 aber hab mich das spontan für den Sub37 entschieden, der Sound gefällt mir einfach besser.
    Alles sehr übersichtlich, für mich einer der besten und schönsten Mono-Synthesizer die es gibt, danke Moog.

  9. Profilbild
    djroman@amazona

    Hallo, eine Frage zur FM-Modulation.
    Ihr habt geschrieben: „Wer keinen LFO dafür einbinden will, wird allerdings für die FM-Verbindung einen LFO opfern müssen.“ Ist das ein Schreibfehler? Habt ihr gemeint wer keinen OSC einbinden will muss einen LFO opfern?

  10. Profilbild
    mhagen1  

    Super Test – vielen Dank, Moogulator!

    Ich spiele seit vielen Jahren einen Moog Prodigy, der mir immer noch sehr gut gefällt. Wegen der eingeschränkten Möglichkeiten und gewisser altersbedingter Eigenheiten spiele ich nun mit dem Gedanken, mir einen Pro 37 zuzulegen und den Prodigy zu verkaufen. Beim Probespielen hat mir der Neue sehr gut gefallen. ich würde aber großen Wert darauf legen, dass der Pro 37 auch in der Lage ist, die Prodigy Sync-Sounds in gleicher Qualität zu erzeugen. Kann mir dazu jemand etwas sagen? Beim Antesten ist mir das nicht auf Anhieb gelungen,

    • Profilbild
      moogulator  AHU

      Der Prodigy ist sehr gut und einfach zu reparieren und durchaus auch zu modifizieren, er klingt zudem auch wirklich gut. Das ist schon mehr „Multimoog Sound“ den der Sub hat, auch Moog – aber anders.

      Der ist natürlich toll und handlich und eigentlich durchaus sowas wie ein kleiner Begleiter, so wie der Prodigy damals zum Mini. Oder Multi und Micromoog.

      Ich würde mal pauschal sagen, dass der Sub nicht ganz den Druck haben dürfte und etwas cleaner klingt insgesamt. Das Filter dünnt auch mehr aus. Alles was, was auch frühere Moogs durchaus hatten, aber das wird der Unterschied sein, das Howard-Jones-Solo in Conditioning mit dem Prodigy als Umhängesynth kriegst du vielleicht auch hin, aber es wird eben einen etwas anderen Charakter haben. Das könnte man aber generell bei Synthwechsel immer sagen.

      Der Prodigy hat weniger Steuerung beim Sync – da würde ich eh bisschen modden, der ist ziemlich einfach gestrickt, deshalb sollte das machbbar sein.

      Suchbegriffe dafür: moog prodigy mods

      aber – Sub ist trotzdem nett, aber mehr der „neuere“ Sound. Hoffe, dass das hilft. Frei von Werbesprache und so.

  11. Profilbild
    8-VOICE  AHU

    Für mich, der beste Moog von den neueren. Stepsequencer, Speicherbar, Tastatur, guter Sound, ein stimmiges gesamt Paket. Ein neuer polyphoner Moog wäre aber auch sehr interessant.

  12. Profilbild
    steme  

    Hallo,

    mein Sub37 klingt leider dumpf. Messungen mit Oszilloskop und Spectrum Analyzer bestaetigen, dass der Fitler nicht weiter als 15KHz oeffnet. Eine PotCal routine von Moog hat auch nicht geholfen.
    Von MOOG selbst kommt leider keine hilfe und im Moog Forum habe ich auch nichts dazu finden koennen. Hat denn jemand anderes diesen Effekt auch und weiss vielleicht Abhilfe ?

    Danke und Gruss,

  13. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Anfang des Jahres konnte ich mit dem Sub37 meinen langen Traum eines Moogs erfüllen. Anders als der Minimoog bietet der Sub37 neben echtem Moog-Sound vielseitige Modulationsmöglichkeiten, einen Sequencer & Arpeggiator zum halben Preis. So blieb mir noch genug Geld für meinen DeepMind 12, und die Zwei ergänzen sich hervorragend…

  14. Profilbild
    Michael Schill  RED

    Mic Irmer schreibt zu den LFO´s: „Ihre Frequenz lässt sich auch per Tastatur steuern und somit ähnlich einsetzen wie jener fehlende dritte Oszillator, sofern der Ton unter 1 kHz liegt.“

    Diese Funktion, mit der ja (bei Mod Destination: OSC Pitch) lineare FM möglich wäre, kann ich nirgends finden.
    Kann mich jemand aufklären?

    • Profilbild
      Son of MooG  AHU

      Im Manual steht auf S.52 im Kapitel ‚Controllers Menu‘:
      LFO KBTRACK
      This parameter allows you to change the LFO RATE based on the key number. The values
      range from 0% to 200%. When this value is increased the LFO will speed up as you go higher
      up the keyboard.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.

ANZEIGE