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Test: Moog Taurus 3


Moog Taurus 3

Wiedergeburt einer Legende…

Vor knapp zwei Jahren schrieb ich einen Artikel über den Moog Taurus 1 und mein Resümee damals lautete: Es gibt keine echte Alternative zu dem abgrundtiefem Sound dieses Bass-Monsters. Wer den echten Taurus Sound, bekannt von Genesis, Rush, Marillion, Asia, The Police oder YES  wollte, der musste sich erst einmal auf eine lange Suche begeben. Funktionierende Geräte waren nur noch sehr spärlich auf dem Gebrauchtmarkt zu finden und daraus resultierte der exorbitante Preis, den man für das gute Stück auf den Tisch legen durfte. 2500-3500 Euro musste man schon für einen funktionierenden Taurus 1 locker machen.

Moog Taurus 3

Moog Taurus 3

Der Moog Taurus 1 wurde von 1975-1981 gebaut und zählt neben dem Minimoog und dem Moog Modular zu den einflussreichsten Instrumenten für die damalige Musikkultur, welche die Firma Moog hervorgebracht hat. Taurus steht für den BASS überhaupt. Eine echte Synthesizerlegende wie Minimoog oder Moog Modular. Aber in diesem Bericht soll es ja um den neuen Taurus 3 gehen. Wer sich für den Taurus 1 noch mehr interessiert, den möchte ich auf den entsprechenden Artikel hier auf Amazona.de verweisen.

Taurus 1 und Taurus 3 Seite an Seite

Taurus 1 und Taurus 3 Seite an Seite

Ich weiß nicht was die Firma Moog letztendlich dazu bewogen hat einen Nachfolger zu entwickeln. Waren es die stetig steigenden Gebrauchtmarktpreise oder der Wunsch einiger Kunden nach einem neuen Taurus? Fakt ist, dass die Idee für einen Taurus Nachfolger schon im Jahre 2006 während der NAMM-Musik-Messe in den USA entstand. Die Frage war nur, würden die Leute so ein Gerät überhaupt haben wollen und auch kaufen? Was machte den Taurus 1 so beliebt und schließlich so teuer? Das Risiko einen Flop zu entwickeln war nicht gerade unerheblich. Man war sich einig, dass der Nachfolger die gleichen, hervorragenden Klangeigenschaften wie das Original haben sollte und in ein zeitgemäßes Setup integrierbar sein musste.

Linksseitiges Bedienpanel mit Fußschaltern zur Anwahl der Presets

Linksseitiges Bedienpanel mit Fußschaltern zur Anwahl der Presets

Die Zeit verging und aus der Idee reifte der erste Prototyp heran. Vor knapp einem Jahr wurde dieser dann erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und erntete gleich viel Lob, vor allem für den Mut der Firma Moog sich an so ein Nischenprodukt zu wagen. Natürlich gab es auch anfängliche Skepsis. Viele wünschten sich lieber einen neuen, polyphonen Synthesizer im Stile eines Memorymoog, als ein „aufgewärmtes“ Basspedal. In einschlägigen Foren im Internet wurde viel diskutiert.

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    filterfunk

    Grundgütiger….ich dachte eigentlich, ich hätte nun wirklich keinen Bedarf mehr an Bass-Sounds, aber das Teil klingt derart oldschoolmäßig fett und charakterstark! Analoge Urgewalt. FEEEETTTT!

  2. Profilbild
    a.jungkunst AHU

    Beim Abhören der Klangbeispiele hatte ich auch das Gefühl, dass ein Taurus 3 einen Taurus 1 genau so wenig ersetzen kann wie ein Voyager den Minimoog. Der Taurus 3 macht den Eindruck eines tollen Instruments, keine Frage, und wer so etwas braucht, der sollte nicht zögern. Aber sofern der vom Autor erwähnte Vintage-Charme sich auf den Grundcharakter des Klangs bezieht, unterschreibe ich dieses Statement sofort.

  3. Profilbild
    t.kopper RED

    Der T1 hatte linear arbeitende (also V/Hz) Oszillatoren. Deshalb erzeugt der Regler mit BEAT RATE im Schaltplan benannte Verstimungsregler eine konstante Verstimmungsfrequenz über den ganzen Tonumfang. Ein langsame Schwebung ist auch eine Oktave höher noch immer langsam, und nicht wie bei den meist üblichen exponentiellen Oszillatoren doppelt so schnell. Der Regler wurde deshalb in der Anleitung des T3 mit einem Umfang von ±50 cent angegeben. Ein musikalisches Cent ist aber eine relativer Wert. Ein Cent in einer tiefen Oktave ist eine viel geringere Frequenzabweichung als in einer höheren.
    Hier das Moog Patent des originalen Tauruas mit seinen linearen Oszillatoren:
    http://www.....=3,991,645

    Auf der Musikmesse habe ich als aller erstes genau dieses mit der konstanten Schwebung ausprobiert und war enttäuscht. MoogMusic schreibt auf ihren Seiten zum T3:
    „… I began an exhaustive study into every aspect of the Taurus 1 sound engine: measuring, listening, analyzing, and most importantly, trying to get inside what I consider the “soul” of the instrument. …“
    Komisch, einen Aspekt haben die nicht bemerkt, oder es war wohl einfacher so manches vom LittlePhatty zu übernehmen. Ich würde gerne mal die analogen Platinen der beiden vergleichen.

    Aber nichts des so trotz: so wie der Moog Voyager die Minimoog Klänge nicht alle reproduzieren kann, so ist der T3 nicht identisch zum Original. Aber trotzdem würde ich ihn gerne hier haben.

    Aber man darf halt nicht alles glauben, was uns die Firma MoogMusic da erzählt. Und wer hat schon das original und den neuen Zuhause so wie Marko.

    Der Artikel und die Beispiele gefallen mir sehr.

    • Profilbild
      Marko Ettlich RED

      Danke Till für die Aufklärung.
      Das erklärt dann auch die Unterschiede im Klangbild, die ich selbst festgestellt habe.

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      monokit

      Man sollte aber die neuen Moogs auch nicht schlecht reden, was gern bei solchen Vergleichen hängen bleibt bei manchem Leser. Ergo…man könnte auch sagen…ein Minimoog kann nicht wie ein Voyager klingen, weil ihm ein paar Features fehlen. Ebenso wie der Taurus 1 nicht wie der 3er klingen kann, weil ihm ein paar Features fehlen.

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        Marko Ettlich RED

        Von einen Schlechtreden des T3 kann bei diesem Test ja überhaupt gar keine Rede sein. Der neue Taurus besitzt hervorragende Klangeigenschaften und neue Features, die der erste Taurus einfach nicht hat. So steht es im Test geschrieben und deshalb gab es von mir ein „Hervorragend“. Mehr geht ja nicht. Das ändert aber nichts daran, dass beide Geräte unterschiedlich klingen und der T3 den T1, bezogen auf den Grundsound, nicht 1:1 ersetzen kann. Das soll hier ja kein Wettbewerb sein! Jeder muss sich sein eigenes Bild machen. Ich kann nur Beispiele aufzeigen. Die bisherigen Reaktionen auf den Artikel und auf die Demos zeigen wie unterschiedlich die Geschmäcker sind. Die einen mögen den Klang des T1 mehr, die anderen bevorzugen eher den T3. Und das ist doch völlig ok so.

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          bigdeadi

          Dass der T1 mit V/Hz arbeitet, weiss sogar ich als Laie. Das war ja der Grund warum der T1 als einziger Moog immer Stimmstabil lief. Das ist wirklich sehr Schade, dass das nicht mit übernommen wurde.

          Bei den Vergleichen der Preset Sounds, fallen einem wirklich deutliche Unterschiede auf. Allerdings muss ich sagen, dass mir z.B. der Taurus Sound auf dem T3 besser als auf dem T1 gefällt. Umgekehrt verhält es sich mit der Tuba, die gefällt mir beim T1 besser.
          Eines haben aber beide Tauren gemeinsam, ordentlich Druck und deshalb freu ich mich immer noch auf den T3!

  4. Avatar
    BroSco

    Sehr guter Bericht! Die klanglichen Unterschiede zur Urversion sind aber doch recht stark.

    Irgentwie beschleicht mich aber das Gefühl das das Filter bei den T1 Presets etwas tiefer eingestellt ist (die T3 Presets klingen viel „klarer“). Kann es vielleicht sein das das Filter des hier verwendeten T1 nach den ganzen Jahren nicht mehr ganz richtig gestimmt ist?

    MFG
    Dennis

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      • Avatar
        BroSco

        Danke für die Info! Dann ist der klangliche Unterschied also tatsächlich so groß. Trotzdem klingt der T3 natürlich klasse.

        MFG
        Dennis

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          Marko Ettlich RED

          Ja, der klingt sehr gut und zum Nachbarn ärgern ist der T3 auch Klasse ;)

          Der Klangcharakter ist nur nicht identisch. Welchen man letztendlich bevorzugt, ist wie immer reine Geschmackssache.

      • Avatar
        raspe

        moin – vielleicht ist die kalibrierung bei den
        neuen tauren unterschiedlich – bei meinem
        voyager war es nicht optimal bei kauf.
        ich muß mal meinen techniker fragen, ob man
        beim voyager die möglichkeit zum phasenstarren
        starten der oszilatoren wählbar nachrüsten könnte. meinen voyager würde ich nicht mit einem mini tauschen – gerade wegen des
        moderneren klangs – für mehr obertöne gibts
        ja jetzt den neuen sem von T.Oberheim

  5. Profilbild
    Marko Ettlich RED

    Hier ist noch ein anderes Video. Es zeigt ausschließlich die 3 Preset Sounds Taurus, Tuba und Bass sowie ein selbst programmiertes Variable Preset mit Filter-Resonanz. Die YT Soundqualität ist natürlich nicht berauschend.
    http://www.....PZ3N8p_96M

  6. Profilbild
    Antoni

    Ich habe meinen Taurus 3 nunmehr seit ca. 3 Jahren und plane inzwischen das gute Stück zu ersetzen. Klanglich ist der Taurus gut, auch die Robustheit schlägt positiv zu Buche.

    Negativ:
    sehr schwer
    kein XLR-Ausgang
    das Pedal nimmt auf kleineren Bühnen viel Platz weg
    Die großen Räder für Volumen und Filter sind nicht wirklich brauchbar
    Die Bedienung ist umständlich

    Ich werde versuchen, das Pedal mit einem Midi-Controller und einem Tablet-Computer zu ersetzen… mal sehen, ob das klappt

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