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Test: Moog Voyager XL, Teilmodularer Analog Synthesizer


Minimoog XXXXL

Moog ist Moog. Der Voyager ist seit seiner ersten Version noch zu Robert Arthur Moogs Lebzeiten in die Welt gekommen. Nach diversen Farbvariationen und bunten beleuchteten Handrädern wurden gut 5 Jahre später die von MIDI und Speichern befreite Urversion des Voyagers als Voyager OS (Old-School) mit leicht anderem Routing der Modulationsbusse in einer limitierten Auflage veröffentlich und nun ist Monster-Tag. Nicht Maximoog, sondern weiterhin Moog: Minimoog Voyager XL ist der offizielle Name. Der letzte „Bob Moog“ Synthesizer war übrigens der Little Phatty.

Moog Voyager XL 2

XL steht für …

Der Moog Voyager XL ist wie ein Anbau an den Voyager zu verstehen. Die Doppelhaushälfte bekommt eine Garage. XL steht für eine größere Tastatur, ein Patchfeld und einen Ribbon-Controller im Vergleich zum Standard-Voyager. Ebenfalls direkt zu erkennen ist, dass die Anschlüsse von hinten nach vorn gerutscht sind. Er ist daher natürlich nicht ganz ein umgebastelter Standard-Voyager. Lediglich Audioausgänge und der externe Eingang sitzen hinten. Zudem finden sich dort zwei Schwanenhals-Lampen-Anschlüsse und die drei MIDI-Buchsen. Er ist schwer. Das Gewicht ist mit 22,5 Kilo eher für das Studio geeignet. Die Tastatur ist dynamisch, bietet Aftertouch und liegt insgesamt im guten Mittelfeld was Spielgefühl und Qualität angeht. Der XL möchte Steuerkeyboard sein für alle, die nicht unbedingt eine Klavier-Hammer-Tastatur wünschen, was für einen monophonen Synthesizer dieser Art sicher kein großer Wunsch sein dürfte.

Moog Minimoog Voyager XL Seitenansicht

Moog Minimoog Voyager XL Seitenansicht

Unterschiede – Voyager vs. Voyager XL – Stichpunktliste

Der genaue Unterschied des Moog Voyager XL in Stichpunkten zum normalen Voyager sind:

  • zweiter LFO bis 20 Hertz, spannungsgesteuert, Synchronisationseingang
  • 2 Abschwächer mit Offsetausgleich
  • Mischeinheit mit 4 Eingängen, Offsetausgleich und 2 Ausgängen
  • Glättungseinheit (LAG)
  • großes Ribbon mit Hold-Funktion und Triggerausgang bei Berührung
  • 3 Multiples (Verbindungsbrücken)
  • 5-Oktaven-Tastatur (anschlagdynamisch, Aftertouch), 2 Lampenanschlüsse
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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    Alex_KIDD

    Hallo an die Gemeinde,

    vielen Dank für den schönen Testbericht, wie
    immer erstklassig.

    Ein wirklich tolles Instrument, bei dem (fast) alles stimmt. Innere Werte, Haptik, Moog eben.

    Bleibt der Preis… nun, ich selber besitze einen
    Voyager und der ist schon jeden Euro wert, aber der Preis der XL Version ist schon nochmal
    ein Pfund mehr, also kurz vorm schmerzlichen
    Aufschrei.

    Sicher, man bekommt eine Menge, und wie moogulator schon schrieb, es flattern und kippeln nicht irgendwelchen externen Geräte
    rum, nur kostengünstiger kommt man schon, wenn man den normalen Voyager verschönern will.

    Moog bleibt Moog, das war so und wird auch so
    bleiben.

    freundlicher Gruß

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    Goofy

    Sehr schöner Bericht – Respekt und Danke.

    Etwas an dem XL verwirrt mich, was nützt mir der beste abgespeicherte Sound, wenn ich später nicht mehr weiß was ich dabei wie gepatcht hatte? Für mich würde da ein Voyager Old School XL mehr Sinn machen – da entstehen alle Sounds ständig neu.
    Für die Bühne ist es sinnvoll schnell auf einmal gespeicherte Sounds zugreifen zu können – klar, doch dann nehme ich einen ’normalen‘ Voyager. Wenn ich patchen will halte ich den Speicher für überflüssig.

    Sonst muß ich gestehen – ein beeindruckendes Instrument. Aber meinen Voyager Old School tauschen? Ich glaube – nein.

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      studiodragon

      Mit meinem Old School zu tauschen hatte ich mir auch schon mal überlegt, aber ehrlich der xl bleibt eher ein Mammut gegenüber dem OS mit seinen 105 cm breite und dicken 28 kg …

  5. Profilbild
    Filterpad AHU

    Fragen über Fragen: Klingen alle neueren Moog´s gleich? Was ist der Unterschied „Normalversion zur XL – Version“ (also klanglich gesehen)? Wie schaut es aus mit dem Vergleich „little Phatty“ (klanglich). Vergleichbar oder komplett andere Liga? Welcher ist der Beste? Kann man das überhaupt sagen? Welcher ist am einfachsten zu bedienen? Gruß

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      moogulator RED

      Voyager Serie klingt identisch, Little Phatty ist einfacher. Wirklich schwer zu bedienen sind sie beide nicht und der XL klingt in dem Sinne nicht anders, man kann nur mehr machen wegen des Patchfeldes.

      Phatties klingen ähnlich, können aber deutlich weniger, nur der Overdrive klingt anders als die V’ger und haben einen Arpeggiator. bis aud den sind die V’ger den Phatties überlegen, klingen aber nicht schlechter, haben aber nur 2 Vcos..

      Also identische Liga alles und alles einfach zu bedienen. Nur die Routings einzustellen erfordert in etwa die Lernkurve wie ein „VA“ also einem heutigen Digitalsynthesizer mit Modulationsmatrix, wie Radias, Virus Ti2 etc..

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        • Profilbild
          moogulator RED

          Na, die beiden Modulationsbusse sind gemeint. Die gibts im Phatty nicht, dh. man kann weniger machen, es gibt eingeschränktere Möglichkeiten im Vergleich zum V’ger. Und weil einige Ziele und Quellen übers Menü gesteuert werden, ist es gut wenn man ein wenig im Thema Synthese ist. Diese Modulationsbusse sind so ähnlich wie eine Doppel-Modulationsmatrix, also mit einer Quelle und einem Ziel: Sagen wir mal Modwheel steuert Filterfrequenz und wie viel wäre eine EInstellung, die eben die Steuerung des Filters über das Mod-Rad ermöglicht. Wenn du aber zB das Vibrato, welches vom LFO kommt steuern willst (nicht fest haben willst), zB über Aftertouch dann gibt es eine sgnt. Sidechain, ein zweiter Modulationseingang der eben diese Verbindung steuert.

          Das alles kann der Phatty nicht, der V’ger hat davon 2 und die Menümöglichkeiten erweitern um nahezu alle anderen Parameter, zB kann man so eine FM eines Oszillators mit sich selbst herstellen – zusätzlich zu der vorgesehenen, aber eben nur, wenn man im Menü VCO1 als Quelle und Ziel einstellt. Das zu verstehen ist nicht unmöglich, aber sicher etwas komplizierter als beim Phatty, wo es das einfach nicht gibt. Da sind nur ein paar vorgegebene Sachen für den LFO und gut is‘.

          Das ist jetzt etwas technisch, aber ansonsten siehst du ja – der V’ger hat Knöpfe für alles, bis auf diese Routingziele/Quellen-Liste. Man hat ja die gängisten verfügbar an den beiden Bussen.

          Würde ich nach eigenem Ermessen entscheiden. Auch zwischen den versch. V’ger Modellen, denn da gibts es wie du im Text lesen kannst ein paar, aber eigentlich nur noch 2, die es heute noch gibt, einer davon ist der XL, der Rest sind div. Versionen des normalen V’gers und der Old-School ist ja ausverkauft. Der hat übrigens einen festen Modulationsbus und keine Menüs, deshalb hat man VCO2 als Quelle dort auch drin so als Kompromiss.

          Sorry, ist jetzt recht tech-lastig, aber das ist in der Tat der wichtigste Unterschied, abgesehen davon, dass der Phatty natürlich 2 statt 3 VCOs hat…

          So wie früher Minimoog und Prodigy…

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    Rico Müller

    Hallo,

    ist zwar schon ein älterer Test…..

    Ich hatte bislang den slim phatty und nun den XL.

    Sündhaft teuer, immer noch. Für das Geld kriegt Mann zwei sub phattys und ’nen schicken Virus Ti, oder fast zwei Andromedas oder prophets.

    Mit der Vorgabe hätte Mogg aber nicht einen davon unters Volk bringen dürfen. Da ist noch was anderes.

    So wie der Unterschied zwischen nem GTI und nem Porsche GT3, wie Lachs aus Aquakultur und nem Alaska red king, das bessere ist halt immer noch der Feind des Guten, das eine ist ok, das andere willst Du immer und immer und immer wieder. Über Sinn und Unsinn denkt Mann da nicht mehr nach. Mit nem phatty macht man Musik, im Voyager will man sich suhlen wie die Sau im Morast (zumindest in meinem Alter, wenn andere Vergnügungen langsam an Wertigkeit verlieren ;)

    Rico

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Moog Voyager XL

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