High-End-Audiointerface mit 16 I/Os und AVB-Power
Das neue MOTU 16A Audiointerface positioniert sich als Schaltzentrale für umfangreiche Tonstudios mit viel Outboard-Equipment, Synthesizern und modularen Systemen. Mit 16 analogen Ein- und Ausgängen sowie umfangreichen Routing- und Netzwerkfunktionen richtet sich das Interface klar an ambitionierte Anwender. Doch wie gut schlägt sich das 16A im Studioalltag und für wen lohnt sich der Kauf wirklich?
Was ist es? MOTU 16A, Audiointerface, Schaltzentrale für umfangreiche Studio-Setups mit vielen Ein- und Ausgängen sowie Netzwerkfunktionen.
- Ausstattung: 16 analoge I/Os, AVB-Netzwerk, DSP-Mixer und umfangreiche Routing-Möglichkeiten auf High-End-Niveau.
- Klang: Sehr transparent und detailreich mit hoher Dynamik und extrem niedrigem Rauschen.
- Flexibilität: Nahezu grenzenloses Routing und Erweiterbarkeit über ADAT und AVB für komplexe Studio-Installationen.
- Schwächen: Kein Mic-Preamp, kein Hi-Z-Eingang, nur ein Kopfhörerausgang und keine Dante-Unterstützung.
- Fazit: Hochwertiges Spezial-Interface für ambitionierte Nutzer mit viel Outboard-Equipment – verdient die Bewertung „sehr gut“.
Inhaltsverzeichnis
Die Ausstattung des MOTU 16A
Die Front des 1 HE Rackmount-Gerätes ist klar und übersichtlich gestaltet, dieses neue Audiointerface lässt kaum Wünsche offen. Neben dem regelbaren Kopfhöreranschluss, einer Quellenauswahl (Source), dem Menüregler und den beiden mit „BACK“ und „SELECT“ bezeichneten Schaltern finden wir auf der Frontplatte den massiven Lautstärkeregler und den Netzschalter.
Zentral dazwischen sitzen die beiden 24 Bit Vollfarb-LC-Displays mit einer kombinierten Auflösung von 960 x 128 Pixeln. Diese geben eine vollständige Auskunft über alle Pegel, die Einstellungen und den aktuellen Status in Sachen Auflösung (max. 192 kHz bei 32 Bit Floating-Point), Word-Clock, Lautstärke und Anschlüsse. Das Menü ist sehr übersichtlich aufgebaut und mit dem Regler und den beiden Tastern kann man alle wichtigen Einstellungen schnell und intuitiv durchführen.
Auf der Rückseite wirkt ebenfalls alles sehr aufgeräumt. Je 16 TRS-Buchsen (symmetrisch) für die Ein- und Ausgänge, je zwei optische Ports (In und Out), zwei RJ45 Ethernet-Ports, 2x BNC für die Word-Clock und die Kaltgerätebuchse für den Stromanschluss befinden sich hier.
Dazu kommen noch zwei Buchsen im USB-C-Format, die beide das neueste Thunderbolt 4/USB4-Format unterstützen. Ein Port dient zur Verbindung zum Host (PC/Mac), der zweite für zusätzliche Geräte. Mit 40 Gbps sind diese Anschlüsse nicht nur extrem schnell, sondern auch voll abwärtskompatibel zu älteren USB- und Thunderbolt-Formaten. Dazu kann dieses Interface bis zu 256 Kanäle mit Sampleraten von 96 kHz verarbeiten.
Im Inneren des MOTU 16A arbeiten die neuesten ESS Sabre32 DAC-Wandler mit einem Dynamikfumfang von 125 dB (laut Hersteller) und äußerst geringen Verzerrungen. Eine hochpräzise interne Clock sorgt für eine saubere Taktung, auch wenn eine externe Word-Clock und sogar eine Clock-Through-Funktion ausgewählt werden können.
Darüber hinaus hat MOTU das 16A mit einer DSP-Engine ausgestattet, die einen Monitor-Mixer mit 64 Eingängen und 32 Bussen steuert. Dazu gibt es noch eine Auswahl an Effekten, wie ein parametrischer 4-Band-EQ, Kompressor, Gate, ein Hochpassfilter und Reverb.
Alle Ein- und Ausgänge sind DC-coupled für den Betrieb mit Synthesizern ohne MIDI oder für modulare Systeme. Natürlich lässt sich das 16A auch „MOTU-like“ erweitern. Dazu kann man die optischen Ports als S/PDIF (S/MUX, TOSLink) oder ADAT-Ports verwenden und so bis zu 16 weitere Kanäle (48 kHz) hinzufügen.
Aber das ist noch nicht alles, denn die beiden Netzwerkschnittstellen stehen nicht nur für die Verwaltung des Gerätes zur Verfügung: Die beiden Gigabit-Ports dienen als integrierter AVB-Switch, der das Daisy-Chaining von weitern AVB-kompatiblen Interfaces erlaubt.
So können bis zu 128 Audiokanäle zum und vom MOTU 16A verarbeitet werden. Auch die Verbindung mit älteren MOTU-Geräten mit AVB-Schnittstelle ist möglich. Diese Verbindung erlaubt eine kaum messbare und nicht wahrnehmbare Latenz von 2 ms. Dazu sind mit üblichen CAT5e – oder CAT6-Kabeln Verbindungen von über 100 m möglich.
Natürlich ist das MOTU 16A class-compliant, dazu werden auf der Website des Hersteller die Treiber kostenlos und ohne weitere Registrierung zur Verfügung gestellt. Das gilt auch für die CueMix Pro Software von MOTU. Laut diverser Quellen soll das 16A sogar zu Linux kompatibel sein.
Die Software für das MOTU 16A
Die Steuerungssoftware für das 16A heißt CueMix Pro und wurde in meinem Test in der Version 1.1.9 verwendet. Diese recht klar aufgebaute Software ermöglicht neben der Treiberinstallation und dem Firmware-Upgrade die umfassende Steuerung des Audiointerfaces. Und diese ist wirklich umfangreich!
Ich stelle auch gleich klar, dass ich hier nur an der Oberfläche kratze und nicht zu weit in die Tiefe gehen kann, denn dies würde den Umfang dieses Testberichtes bei weitem sprengen. Allein die Patchbay- und Routing-Möglichkeiten des MOTU 16A sind praktisch grenzenlos.
Schon im Bereich „Home“ findet man die Monitorgroups, bei der man an faktisch alle Ausgänge Aktivmonitore anschließen und beliebig zu Gruppen zusammenfügen kann. Auch die Verbindung zu einem Talkback-Mikrofon ist möglich, wobei hier schon einmal angemerkt werden muss, dass das MOTU 16A keinen internen Mikrofon-Preamp besitzt. Hier muss also mit aktiven Line-Level-Mikrofonen oder externen Preamps gearbeitet werden.
Alle gemachten Einstellungen können in sogenannte Presets abgespeichert werden, was bei der theoretischen Komplexität des Setups auch sinnvoll ist.
Im Bereich „Device“ geht es um die Hardware-Einstellungen, wie Sample-Rate, Word-Clock und die Auswahl der AVB Input- und Output-Streams.
Die „Inputs“ können einzeln um bis zu 20 dB verstärkt und in der Phase invertiert werden. In diesem Bereich wählt man auch aus, ob die optischen Eingänge auf ADAT oder TOSLink hören sollen.
Dies gilt auch für den Bereich „Outputs“. Hier kann man zusätzlich noch einen Trimm von Null bis -99 dB sowie auch einen Mute setzen. Hier finden sich auch die Einstellungen für die Monitorgruppen und den Kopfhörerpegel.
Der Bereich „Patchbay“ ist wie erwähnt komplex aber immerhin logisch aufgebaut. Dass bei den unzähligen Möglichkeiten hier die Übersicht verloren gehen kann, ist ein systembedingtes Problem. Man kann jedes Gerät, jeden Mixerkanal, jeden Netzwerkkanal, jeden DAW-Channel und die DSP-Delay-Lines miteinander verbinden. Das ist wirklich heftig und habe ich so in dieser Komplexität noch nicht gesehen. MOTU bietet hier eine Konnektivität auf höchstem Niveau.
Dies gilt auch für das „Routing“-Menü. Ich spare mir hier jede weitere Erläuterung. Nur dies: Es geht buchstäblich alles.
Im Bereich „Mixing“ des DSP-gesteuerten Mischpults finden alle gepatchten und gerouteten Kanäle zusammen und können mit für jeden der 128 Host-Outputs mit einem parametrischen 4-Band Equalizer und einem einstellbaren Gate/Kompressor versehen werden. Wenn man ganz nach rechts scrollt, dann findet man den Reverb-Bus und 26x AUX-Bus, den Monitor-Bus und den Main-Bus.
Um dies im Detail einzustellen, hat die CueMix Pro Software noch den Bereich „Aux Mixing“.
Die Bedienung der Software hat in meinem Setup mit einem Mac Mini M4 Pro und macOS Tahoe 26.3.1. ohne Abstürze oder Probleme sehr gut funktioniert.
Neben der CueMix Pro Software kommt mit dem MOTU 16A natürlich auch ein umfangreiches Software-Paket „Performer Line“ mit einer Mixing-Software, 100 Instrumenten, Effekten und Samples.
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Die Technik und Messungen des MOTU 16A
Die von MOTU genannten technischen Daten sind ohne Ausnahme herausragend und gehören definitiv in die High-End-Klasse. Die Frequenzantwort ist von 10 Hz bis über 20 kHz hinaus absolut glatt und auch das von mir mittels REW (Room EQ Wizard) gemessene Eigenrauschen ist mit kleiner als -116 dB extrem niedrig.
Auch sehr leise und hochohmige Kopfhörer klingen am MOTU 16A sehr gut und sehr laut. Dazu ist das Rauschen und Verzerren des Kopfhörerverstärkers mit -110 dB (THD +N) nicht hörbar.
In Sachen Latenz schlägt sich das MOTU 16A ebenfalls sehr gut. An meinem Mac mini M4 Pro habe ich unter Apple Logic Pro V12.0.1. bei 48 kHz folgende Latenzen gemessen:
- 32 Samples: 5,2 ms Roundtrip / 2,2 ms Ausgang
- 64 Samples: 6,6 ms Roundtrip / 2,9 ms Ausgang
- 128 Samples: 9,5 ms Roundtrip / 4,4 ms Ausgang
- 256 Samples: 15,3 ms Roundtrip / 7,3 ms Ausgang
Vielleicht ist es noch wichtig zu erwähnen, dass das MOTU 16A Audiointerface stolze 5 kg auf die Waage bringt. Dies sei bitte beim Einbau in ein Rack zu berücksichtigen.
Das MOTU 16A in der Praxis
Bei aller Komplexität und dem großen Funktionsumfang ist das Arbeiten mit dem MOTU 16A überraschend einfach – solange man nicht zu tief ins Routing und Patching einsteigt. Mit meinen Hardware-Geräten konnte ich das Studio schnell von Universal Audio auf MOTU umbauen und ich gebe es gerne zu: Es macht Spaß!
Der Klang ist überaus transparent und weiträumig mit kraftvollem Bass und einer schönen Wiedergabe von Transienten. Im Vergleich zum UAD Apollo X6 einen Hauch heller aber immer auf Augenhöhe.
Auch mit meinem Mikrofon-Preamp (SSL PureDrive Quad) und meinen Synthesizern gibt es nichts zu beanstanden.
Die DSP-Effekte sind unauffällig gut. Der Reverb ist klar und transparent und der EQ ist gut zu bedienen. Auch beim Kompressor kann man nicht meckern: Er ist nicht auf Klangveränderung getrimmt, sondern auf dynamische Kompression, ohne am Charakter etwas zu verändern. Habe ich gar nichts auszusetzen?
Ja und nein, denn ein echtes Problem gibt es nicht: Das MOTU 16A ist ein über alle Maßen gutes Audiointerface!
Was ich gerne hätte
In meinem Setup vermisse ich einen zweiten Kopfhörerausgang, um einfach flexibler zu sein. Dann habe ich immer gerne einen Mute-Schalter, falls doch mal eine Rückkopplung reinhaut.
Bei dem getriebenen Aufwand darf gerne nachgefragt werden, warum man sich mit einer AVB-Schnittstelle zufrieden gestellt hat und nicht noch eine Dante Option anbietet. Vielleicht ist das über ein Update machbar.
Dann können die Inputs – so viele es auch sind – kein HI-Z. Einfach mal eine Gitarre anschließen geht leider nicht.
Auch ein Mikrofon-Preamp wäre schön gewesen, aber diese Optionen gibt es erst beim MOTU 848, das mit 12 Ausgängen, 8x Line In und 4x Mic ebenfalls gut aufgestellt ist und nur 129,- Euro teurer ist. Das 848 bietet zudem auch zwei Kopfhörerausgänge und einen Mute-Schalter.
Wer aber die volle I/O-Power mit 16 Ein- und Ausgängen möchte und sich in die sehr schönen und nützlichen LC-Displays verliebt hat, der darf gerne ohne schlechtes Gewissen zum neuen MOTU 16A greifen.
Die Mitbewerber des MOTU 16A
Natürlich kann man jetzt alle Audiointerfaces im Preisbereich von 1.700,- bis 2.300,- Euro vergleichen, aber das MOTU 16A ist mit seinen jeweils 16x Line IN/OUT schon sehr speziell.
Ich hatte seinerzeit das Antelope Orion 32+ mit der doppelten Anzahl an Ein- und Ausgängen im Test, aber auch mit fast dem doppelten Preis (3.295,- Euro).
Auf der anderen Seite hat mir auch das SSL Alpha 8 Interface gefallen, das aber eigentlich seinen Fokus auf das Thema „Erweiterung“ setzt und nur rudimentär als Audiointerface nutzbar ist. Dafür ist es mit 775,- Euro aber auch deutlich günstiger.
Somit steht das MOTU 16A in seiner Klasse alleine da und glänzt mit gutem Klang und überragenden Anschlussmöglichkeiten.
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Sehr schöner Bericht zum Kaffee-Morgen. Ich nutze momentan ein AVB-8A und ein AVB-624 mit einem Motu-Hub. Alles zusammen AVB Synchronisiert.
Ich habe bereits im letzten Jahr schon mit diesem neuen 16A geliebäugelt um meine beiden gegen dieses eine zu ersetzen. Hätte das 16A bei dieser Anschlussfülle auch noch D-Sub Anschlüsse, wäre ich sofort dabei gewesen.
Aber irgendetwas ist ja immer. 😁 Dennoch ein schönes Teil.
@Faro Das hast Du vollkommen recht! Irgendwas ist immer!
Den Minuspunkt mit der ausbleibenden Dante-Option möchte ich gerne unterstreichen!
Ansonsten ist das Brett ne feine Sache!🫣
@CDRowell Ja Dante oder AVB, da streiten sich die Geister.
Motu hatte sich vor vielen Jahren für AVB entschieden. Ich komme mit AVB in meinem Studiosetup sehr gut zurecht und vermisse daher Dante nicht.
Wer sich jedoch neu einkleiden möchte, und Dante bereits nutzt, muss beim neuen 16A eine Entscheidung treffen.
@Faro Für Mac User ist AVB von Vorteil, weil es gleich nativ in MacOS und dem Ethernet-Controller integriert ist.
@Markus Galla da hast Du recht.
Das war für mich auch der Grund, warum ich vor gut 7 Jahren vom PC zum Mac gewechselt habe.
@Faro 👍
@Markus Galla 👍
@Faro Stimmt! Ich entscheide mal etwas anders als vorher…
@CDRowell 👍
@Faro , oder ne funktionierende AVB <> Dante Bridge kaufen. Wichtiger ist die Verkabelung und der Switch, der muss IEEE 802.1 AVB unterstützen. Mit einer Fitzbox oder Telekom Speedport kommst nicht weit. Wenn man das einmal aufgesetzt hat, ist es aber wesentlich komfortabler als am Multicore rumzustöpseln.
@TobyB Im AVB-Netzwerk ist ein AVB tauglicher Hub die Grundvoraussetzung, Daher nutze ich auch den von Motu.
Natürlich funktionieren auch andere, sie müssen lediglich das AVB-Protokoll unterstützen.
@CDRowell Einwenden möchte ich noch, dass eine DANTE-Option das Produkt gleich mindestens 300 Euro teurer gemacht hätte. Außerdem wäre dann irgendwie das interne Routing überflüssig, denn das würde man in DANTE Controller erledigen, der nicht unbedingt „sexy“ ist. DANTE halte ich für Live-Anwendungen für eine gute Sache, für Studioanwendungen ist AVB deutlich besser, vor allem wegen der vielen Macs, die das nativ mitbringen. Unter Windows können das viele Netzwerkkarten auch, viele davon günstiger als eine DANTE-Karte. Den Rest erledigt der Treiber. Außerdem funktioniert das unter Windows wohl auch, wenn man ein AVB-Interface per Thunderbolt oder USB 4 anbindet, das dann als AVB-Switch und Router diese Aufgabe übernimmt. Da ich kein Windows nutze, konnte ich das aber noch nie ausprobieren.
@Markus Galla Okay, Maruks! Jetzt hast Du mich! Ja die Lizenz lassen die Herren sich gut bezahlen und der Mixer im Controller ist wirklich alles andere als ergonomisch oder intuitiv.😂👍
Ist das so üblich bei den Kiwis: reicht schon wenn es funktioniert…🤪
Jetzt werde ich AVB in meiner Praxis einsetzen, wovor ich mich lange unbewusst gewehrt habe… Also, was nun?😳
Welches Audiointerface ist für AVB bzgl. preis-Leistung vorne? Was meint ihr?🫠
Bin mal gesprannt ob ich mir langes Suchen sparen kann! 🫣
@Markus Galla , Dante und AVB peilen unterschiedliche Anwender an. Was ich an AVB vermisse, ist eine Management Software mit der ich alle AVB auf einen Klick habe, Aber sonst ist AVB eine feine Sache für kleine SoHo Studios. Was ich aber definitiv lassen würde, in einem AVB Broadcast Macs + Win Rechner zu verbinden. Ich habe es nicht betriebssicher hinbekommen. Dante zwischen Mac und Windows ja, das ist aber nun wirklich kein großes Ding.
@TobyB Diese Management Software wird bei der Installation auf dem Mac mitgeliefert und nennt sich „Pro Audio Control“.
Sie sitzt als ein kleines Icon oben rechts in der Mac-Leiste und gibt dir einen sehr guten Überblick über alle deine Motu-Geräte und deren Einstellungen / Konfigurationen, welche sich in deinem AVB-Verbund befinden.
Du hast somit auch die Möglichkeit, alle AVB-Geräte per One-Click auf eine neue Firmware zu aktualisieren. Motu hat dazu auf seiner Seite eine schön erklärende Dokumentation bereitgestellt.
@Faro , danke für den Tipp! 🤟
@Jörg – kannst Du noch etwas dazu sagen, weshalb Dante moderner ist als AVB?
Ich nutze seit einigen Jahren Arturias 16Rig und bin sehr happy damit. Die 16 Klinkeneingänge und 12 Ausgänge sowie besonders auch die Möglichkeit CV über die DAW an modulare Synths zu schicken, war für mich der Kaufgrund. Hätte ich hier auch sofort als Mitbewerber gesehen, zumal der Tester das Arturia damals mit Best-Buy bewertet hat :)
Ich schätze mal, das Motu spielt dann doch in einer anderen Liga? – Aber wie macht sich das eigentlich bemerkbar? Ist der Grundsound wirklich merkbar besser? Und – mal abgesehen davon, dass es ein paar mehr Ausgänge hat, ist es den Aufpreis wert?
Für mich wäre auch noch ein Minuspunkt, dass das Motu keine Midiports hat.
@Basicnoise Die Fusion ist sicherlich ein positiver Mitstreiter… AVB fehlt bei Arturia oder? Da wäre mein Interesse, um in unterschiedlichen Räumen eine schnelle und zuverlässige Verbindung zu erhalten. Dante kenne ich vom Live-Setup mit Resolume.😅
Um in den eigenen 8 Wänden zu überbrücken könnte AVB tatsächlich eine kostengrünstigere Alternative werden.😍
Danke für Deine Info! Eine interessante Karte für das Modular-Set…😎
@CDRowell Nein, AVB hat das Arturia nicht (ich hab auch nur eine ganz grobe Ahnung davon, was das überhaupt ist. Genauso bei Dante).
Edit: Habs gerade nachgelesen. Für mein kleines Setup hier brauch ich das wphl nicht ;)
@Basicnoise 👍
MADI, AVB und Dante im Vergleich
Dante ist zwar routbar und läuft auf Standard-IT-Switches, bringt aber erhebliche Nachteile mit: proprietäres Protokoll, Lizenz- und Modulkosten, vollständige Abhängigkeit von Audinate bei Bugs und Firmware-Problemen sowie hohe Anforderungen an QoS-Konfiguration und Netzwerk-Know-how. Der Einsatz lohnt sich allenfalls dort, wo eine bestehende Netzwerkinfrastruktur ohnehin genutzt werden soll bzw werden muss.
AVB ist ein offener Standard; Interoperabilitätsprobleme zwischen Herstellern sollten durch MILAN-Zertifizierung weitgehend behoben sein. Die Clock-Synchronisation via Grandmaster (IEEE 802.1AS) gilt als sehr präzise. Nachteilig: AVB-fähige Switches sind Pflicht, macOS-Unterstützung ist nativ vorhanden, aber rudimentär.
Beiden Netzwerkprotokollen gemeinsam ist, dass ein Samplerate-Wechsel eine vollständige Neukonfiguration aller Streams auf allen beteiligten Geräten erfordert.
MADI bleibt für dedizierte Audioinstallationen die praktikabelste Lösung: deterministisch, lizenzfrei, kein Netzwerk-Know-how nötig, Kabellängen bis 2 km / 10 km. Clock-Slaves können dem Master bis zu einem gewissen Grad folgen. Leider ist ein vollautomatischer Wechsel zwischen single, double und quad speed nicht möglich, weil single und quad speed auf SMUX basieren und somit eine einwandfreie Erkennung nicht möglich ist. Nur für double speed gibts 96K MADI frames, aber auch nur wenn es auf allen Geräten konfiguriert ist.
Hallo zusammen und Danke für Eure Beiträge. Wir haben mit MOTU in diesem Zusammenhang nachgefragt und dort hat man uns bestätigt, dass tatsächlich die gesteigerten Kosten von Dante ein Grund war, warum man sich für AVB entschieden hat.
Ich habe Dante als das modernere Protokoll bezeichnet, da es 2006 komplett neu entwickelt wurde, während AVB schon IEEE 802.1 als Basis hat, welches deutlich ältere ist. Auch wenn Dante einen eigenen Controller benötigt, so ist es weitaus flexibler einzusetzen und in großen Studios weiter verbreitet, als AVB. Das bedeutet nicht (!) im Umkehrschluss, dass AVB schlecht wäre.
Gruß, Jörg
@Jörg Hoffmann Danke für die Nachfrage und Info hier! 👍
@Jörg Hoffmann In größeren Studios sicherlich beliebt, falls es mehrere VLANs gibt und Dante im Gegensatz zu AVB geroutet werden kann. Jedoch ist eine saubere QoS (Quality of Service) Implementierung erforderlich und die Router bzw Layer-3 Switches müssen halt auch QoS fähig sein.
Eine Krux bei der QoS Implementierung ist, dass selbst die Geräte eines Herstellers sich in der Art der QoS Konfiguration unterscheiden, zB Cisco L3-Switches der 2k, 3k und 9k Serie. Das geht bis zu einer bestimmten Anzahl von QoS Queues auf L2- und L3-Switches, sodass es sein kann, dass man gewisse QoS-Klassen auf Geräten zusammenfassen muss. Das Ganze muss man immer Ende-zu-Ende betrachten.
Wenn man dann noch Router oder Layer-3 Switches unterschiedlicher Hersteller im Netz implementiert hat, dann hat man schon ziemliche Aufwände, das alles wirklich sauber zu konfigurieren.
Auch ein Troubleshooting im Bereich QoS ist nicht gerade „eingängig“.
Da kann man nur hoffen, ein möglichst gut strukturiertes Netzwerk zu haben. Am besten mit nicht zu vielen Komponenten, vielleicht sogar nur ein redundant ausgelegter Layer-3-Switch, ggf. gestacked.
An der Stelle sind AVB und vor allem MADI deutlich einfacher zu implementieren. AVB, weil es auf Layer 2 arbeitet, und MADI, weil es sich um für Audio dedizierte Point-to-point-Verbindungen handelt.
Jaaa, ab ner gewissen Preisklasse bin ich mit dem zweiten-Kopfhörer-Argument auch bei dir. Aber das mit den „fehlenden“ Mic-Vorstufen kann ja auch ein Vorteil sein: Man kauft sich seinen Wunsch Mic-Channel dazu, den man vielleicht eh blos für einen channel benötigt.
MotU war schon immer cool. freut mich, dass die’s noch machen.
Grüße an Herrn Klemm, wenns den noch gibt 👋