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Test: Motu 16A, Audiointerface mit AVB

Im Gegensatz zu den bisherigen Audiointerfaces von Motu gibt es für die AVB-Serie keinen gemeinsamen Universaltreiber mehr, ein Update wird hier gerätespezifisch über die Ethernet-Schnittstelle durchgeführt. Zuerst lädt man sich von der Motu Website den aktuellen Treiber auf die Festplatte seines Rechners und überträgt diesen dann über das CAT5-Kabel an das jeweilige Interface. In der Praxis geht das völlig problemlos.

Update per Ethernet

Update per Ethernet

 

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Das 16A hat vorgefertigte Templates, die eine einfache Einrichtung des Interfaces für den jeweiligen Einsatzzweck ermöglichen. So kann man z.B. wählen, ob es nur als Audiointerface, als Live-Mixer oder gleichzeitig als Audiointerface und Monitormixer funktionieren soll. Selbstverständlich sind auch eigene Kreationen möglich, die dann mit einem Namen versehen und gespeichert werden.

Das Quick Setup

Das Quick Setup

 

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Für den Monitormix steht eine eigene Bedienoberfläche zur Verfügung, die sich optisch an einem Hardware-Mixer mit 48 Kanälen orientiert. Dieser ist sehr übersichtlich aufgebaut und nicht überfrachtet, dennoch muss man sich hineinarbeiten. Besonders was das umfangreiche Routing anbelangt. Die gesamte Mixeroberfläche ist übrigens kein separates Programm, sondern wird im Browser (in meinem Falle Safari) dargestellt, das „Bedienprogramm“ befindet sich im 16A selbst. Die Verbindung geht hierbei nicht über Thunderbolt, sondern auch über die Ethernet-Verbindung per CAT5-Kabel (oder CAT6) . Am idealsten bei einer Recording-Session ist allerdings folgender Aufbau: Audiosignale per Thunderbolt oder USB in den Rechner schicken und den Monitormix mit einem zweiten Rechner, Laptop oder iPad erledigen. Dann braucht man nicht ständig zwischen Recordingprogramm und Monitormixer umzuschalten, was ungemein entspannter ist und natürlich auch übersichtlicher. Aber grundsätzlich geht es natürlich auch mit nur einem Rechner und einem Bildschirm.

Der Software-Mixer des 16A

Der Software-Mixer des 16A

Wer wie ich mit einem „echten“ Mischpult mit zahlreichen Kanälen arbeitet, sollte seinem Audiorechner Entspannung gönnen und den Monitormix über das „echte“ Pult erstellen und die Direct Monitoring-Eigenschaften des 16A verwenden. Dadurch lässt sich der Buffer auf gemütliche 1024 (oder noch mehr) Samples heraufsetzen, was dem Rechner eine enorme Reserve für andere Aufgaben beschert. Obgleich die Geschwindigkeit der Datenverarbeitung beim 16A besonders über Thunderbolt beeindruckend ist, wird auch hier bei 16 gleichzeitig aufgenommenen Audiospuren und einer Wortbreite/Auflösung von 24 Bit / 96 kHz die Luft langsam dünn. Bei 128 Samples lief es schon nicht mehr richtig rund und erst ab 256 Samples war die Sache wieder im Lot, allerdings war dann schon die Verzögerung vom Ein- zum Ausgang wieder merklich hörbar. Das liegt natürlich auch am verwendeten Rechner und wahrscheinlich macht das ein aktueller Mac Pro noch eine Spur eleganter und schneller. Dennoch: Diesen ganzen Zinnober kann man sich ganz einfach ersparen, wenn man den Monitormix direkt über die Hardware-Eingänge des 16A erledigt und nicht alle Signale erst hinter dem Rechner abgreift.

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Forum
  1. Profilbild
    vssmnn  AHU

    ADAT TOSlimnk funktionierte auch Mehrkanal mit LWL ohne Finanz-Orgie, und das bereits vor 20 Jahren mit 96 KHz und 24 Bit.
    Ein Grund, warum das System so erfolgreich war, war das Preis-Leistungs Verhältnis und der „easy to use“ Faktor.
    Man sieht schon an der implemenierten „Verlegenheits“- USB Schnittstelle, daß man sich selbst nicht mehr sicher ist mit der Donnerkeil Schnittstelle..
    Profis setzen eh schon seit geraumer Zeit auf MADI, da reicht ein popeliges Koax Kabel zu, das kann mehrere hundert Meter lang sein, ohne zu verarrmen und mit einem MADI Router kommt man, wenn man es denn braucht, auf ein paar hundert Kanäle.

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo Vssmnn,

      MADI spielt seine Vorteile eher in Liveumgebungen aus. Die Verlegenheits USB Schnittstelle ist für diejenigen gedacht, die keinen Donnerkeil haben. (Windows, ältere Macs)

      Das für MADI popeliges Koax Kabel reicht wage ich zu bezweifeln, da gibts gewaltige Qualitätsunterschiede. Ausserdem ist bei KOAX bei 100 Metern Schluss und dann kommt Glasfaser. Beide Übertragungsarten kosten in der Profioutdoorqualität richtig Geld, da hier keiner ohne Redundanz arbeitet. Da in der Regel so ein Kabel als Multicore eine Einzelfertigung ist. Was du im Homestudio verlegst ist mehr oder minder irrelevant, da zwischen Konsole und Aufnahmeraum keine 100 Meter liegen.

      Die 180 € für das optische Thunderbolt Kabel gehen in Ordnung, wenn ich das Geld sparen will, richte ich mir meinen Recording Zweig so ein das ich mit den Kabellängen hinkomme.

      Zur Not kann ich einiges mit AVB erschlagen, wenn ich das richtige Cat auf Putz oder unter Putz verlegt habe, aber auch da kriege ich das nicht für einen Appel und Ei.

      Grüße

      • Profilbild
        vssmnn  AHU

        auch komplette Studio-Verkabelungen sind seit Jahren i.d.R. mit MADI realisiert.
        Ich erkenne nicht den Sinn des MOTUs, tut mir leid.

        • Profilbild
          TobyB  RED

          Hallo Vssmnn,

          ganz grosse Audioinstallationen, Live und Recording oder beides. Siggi lässt das ja schon anklingen, das der Unterschied zur 828 klanglich nicht vernehmbar ist. Wohl aber bei der Funktion. Ich sehe das 16A auch eher als Spezialisten, aber für mich macht das schon mehr Sinn als MADI, allein schon wegen Ethernet, auch wenn ich die Auslegung von AVB via Ethernet 802.1q und die 802.1BA Auslegung als Kundenbindungsmassnahme ansehe und denke das der AVB Switch bei optimaler Netzwerktopologie und managed Industrieswitchen nicht nötig sind, da diese i.d.R alles implementieren um HiRes Audio in VLAN zu tranportieren.

          Grüsse

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            vssmnn  AHU

            Mal abgesehen, daß ich eine historisch gewachsene MOTU Allergie wegen einer endlosen Hardware IRQ Orgie bei einer MOTU Midikarte aus früher Vorzeit bis in die Neuzeit nicht auskuriert habe ;-) .. Das
            MADIface XT von RME ist eher was für mich.

            • Profilbild
              TobyB  RED

              Hallo vssmnn,

              und ich hege seit Tagen des Tokenrings eine Abneigung gegen Koaxkabel und Terminierungsendstücke. Seit diesen Tagen hat sich bei Motu einiges getan, unter Mac OS ist das konfigurieren z.b. der 828 ein Kinderspiel die 16A hat ein Webinterface, die Integration in Logic ist so einfach und selbsterklärend. Ich halte das 16 schon für eine zukunftssichere Investition, mit Thunderbolt und Ethernet hast du erstmal 10 Jahre Ruhe. Auch wenn ich die Notwendigkeit des AVB Switches nur zum Zwecke der Kundenbindung sehe, da 802.1q/BA zwar ein managed VLAN auf dem Layer 2 beschreiben, aber keinen expliziten AVB Switch vorschreiben und QoS(hier AVB Frames) kann mittlerweile jeder Industrieswitch. Und ich wage zu bezweifeln, das jemand ernsthaft sein Audio-Lan nicht in einem separaten VLAN mit physischer Brücke ins Internet betreibt. Ich würde das jedenfalls nicht empfehlen.

              Grüße

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                vssmnn  AHU

                die ganze ethernet geschichte hat vor- und nachteile:
                irgenwann fangen die hersteller an, die firmwares automatisch downzuloaden, ähnlich wie bei einer fritzbox, irgendwann git es die ersten vulnerability exploits, und dann: hilfe, mein audiointerface wurde gehackt und sendet jetzt spamemails.
                Ich bin im telko pbx bereich tätig.. die ip-sierung sorgt auf jeden fall für ordentlich arbeit und brot.. das wird noch lustig

                • Profilbild
                  TobyB  RED

                  Hallo vssmnn,

                  Ich arbeite bei einem Behördennachfolgeunternehmen namens Gilb in der IT.
                  Solange das 16 A in einer gehärteten Umgebung eingesetzt wird spricht nichts dagegen. Der Bereich Tonstudio ist da ja noch unentdecktes Neuland AVB und die Standards dazu sind ja noch neu. Insofern würde ich die 16 A erstmal nicht ans Internet hängen und wenn dann nur via VPN und hinter Firewall und DMZ. Zumal in Umgebungen mit Macs und Mac OS X gerne mal vergessen wird, das unter der Klicki Bunti Oberfläche ein volles BSD Unix läuft und das hat so Eigenarten, die man kennen muss, sonst ist der Mac innerhalb von Minuten kompromittiert. was dann auch für die 16 A Installation gilt, da die in der DNS .local Zone hängt und laut Siggi’s Screenshots schön lässig in der APIPA Range by default auf einen DHCP Broadcast warten, aber dennoch via DNS Name im Netz zu finden sind. Und ich sehe nicht das die Konfiguration via Browser mit SSL/TLS funktioniert. Wenn so auch die Kommunikation mit der AVB Bridge läuft, wäre das ganz großes Kino. Und es wäre böse, wenn der nächste Leak aus dem heimischen Studio kommt. Hier wäre es schön, wenn MOTU sich noch mal Grundsätzlich mit Netzen beschäftigt. Solange gehört die 16 A in ein physisches und logisches separates Netz ohne Kontakt zur Aussenwelt.

    • Profilbild
      biochill

      USB ist doch ganz sicherlich für die Windows-User dabei, für die es kein TB gibt oder die sich keines zulegen wollen. Für MADI gibt es andere Interfaces bei MOTU.

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo Joghurt72,

      du weißt was so ein Kabel in der Herstellung, Logistik kostet bis es im Laden ist? Wir reden hier von optischem Kabeln mit Laser der Klasse 1. Wenn ich 1500€ für das Motu ausgebe, sollte ich 180€ noch über haben, ansonsten hab ich falsch budgetiert. Wenn ich das nicht mag, muss ich unter 5 m für Thunderbolt bleiben. Geht auch. Was angesichts der Preise für Klotz Kabel oder Sommer Kabel eh sinnvoller ist. Seit mir nicht böse, aber wegen 180€ jammern, ist ein bischen Rosinen picken. Ich würde mich eher darüber aufregen das MOTU für das Vernetzen mehrerer 16A eine MOTU AVB Bridge für 348 € anbietet ;-) was für Ethernetgeräte die mit C5e-7 Kabeln betrieben werden „frech“ ist. Zumal auf Layer 2 geswitched wird. Theoretisch sollte das auch mit einem anderen AVB Switchen gehen, falls MOTU kein QoS eingebaut hat.

  2. Profilbild
    TobyB  RED

    Hallo Siggi,

    gut geschrieben. kannst du was über die Einbindung in eine DAW sagen? Wurde nur die Midi Schnittstelle eingespart oder jegliche Midifunktionalitäten?

    Grüße ToB

    • Profilbild
      Onkel Sigi  RED

      Hallo Toby,

      den Test habe ich mit dem Motu Digital Performer 8 gemacht, aber zum ansprechen meines Hardware-Synths habe ich das 828x verwendet. Ich denke nicht, dass ich bezüglich MIDI etwas übersehen habe beim Test, aber über das 16A konnte ich definitiv MIDI-mäßig nichts routen oder ansprechen. Um ein seperates MIDI-Interface kommt man bei den AVB-Geräten anscheinend nicht herum. Sicherheitshalber werde ich aber den deutschen Vertrieb kontaktieren und dann hier berichten.

      Musikalische Grüße von

      „Onkel Sigi“

      • Profilbild
        Onkel Sigi  RED

        Der deutsche Vertrieb hat geantwortet: Eine MIDI-Funktionalität ist bei den AVB-Geräten nicht vorhanden.

        Musikalische Grüße von

        „Onkel Sigi“

        • Profilbild
          TobyB  RED

          Hallo Sigi,

          das ist schade aber die Fokussierung auf Audio und AVB macht schon Sinn. Ich werde wohl noch eine Weile beim 828 mk3 bleiben.

  3. Profilbild
    Muckeopa  

    Hallo Siggi,

    Ich hab da mal ne Frage.

    Der Unterschied vom 828 mk3 zum 828 x soll ja klanglich bei 0,0 liegen, da ja soweit mir das einer von Motu auf der Musikmesse sagte, die inneren Bauteile, Wandlung etc. die selbe sein soll. Lediglich sei es in diesem Gerät die Tb Schnittstelle die da anders ist und die mit dem Gehäuse verschraubten Eingangsbuchsen.

    Jetzt frage ich mich natürlich, wo denn der fast doppelte Anschaffungspreis gegenüber dem 828 mk3 bzw. 828 x, gerechtfertigt sein könnte. Nur die große CPU wenn der Klangunterschied wie du schreibst fast nicht ausmachbar scheint?

    Es hätte mich gefreut wenn du darauf in deinem Test vielleicht etwas näher eingegangen wärst.

    Im großen und ganzen aber sehr gelungen und denn noch werde ich bei meinem 828 mk3 bleiben.

    Gruß Muckeopa

  4. Profilbild
    Onkel Sigi  RED

    Hallo Muckeopa,

    das kann ich bestätigen: In meinen Ohren ist der klangliche Unterschied vom 828 Mk3 (hatte ich sechs Jahre im Studio) zum 828x 0,0 Prozent. Ich habe mir das 828x eigentlich wegen der Thunderbolt-Schnittstelle gekauft, was mir defenitiv auch besser gefällt sind die verschraubten Klinkenbuchsen, das Gewackel beim Ein- und Ausstecken am 828 Mk3 hat mir nie so recht gefallen.

    Der Preisunterschied vom 828x zu den AVB-Teilen ist schon gerechtfertigt, da diese Dinger komplett und extrem flexibel vernetzt werden können sowie eine riesige Anzahl an Kanälen verarbeiten können. Dazu kommt eine verdoppelte Prozessorleistung und ein wesentlich umfangreicherer Software-Mixer als der beim 828x. Auch die verbauten A/D und D/A-Wandler sind rein technisch besser als die 828x-Wandler. Allerdings zeigt sich hier schon ein gewisses Dilemma, denn bereits die 828x-Wandler sind auf einem so dermaßen hohen Niveau, dass es wirklich fast unmöglich ist, einen Unterschied zu den teuren AVB-Modellen auszumachen. Wahrscheinlich wird man die technischen Werte des 16A und dessen Brüder in ein paar Jahren nochmals etwas toppen, aber da fragt es sich langsam wirklich, wozu und vor allem: Für wen? Mehr als Spitzenklang ist einfach nicht machbar. Und diesen erledigt auch das 828x bereits mehr als überzeugend.

    Musikalische Grüße von

    „Onkel Sigi“

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo Sigi,

      ich denke MOTU platziert das 16A als reines Audio Profi Interface für vernetzbare Studios. Der Ansatz macht insofern Sinn als es im Prinzip erstmal egal ist wo die beiden Studios stehen. Zum 2ten, der verlegte Meter Cat5e/6-7 Kabel dürfte günstiger sein als der laufende Meter Multicore. Was ich cool fände, wäre eine Motu 828 mit Ethernet und AVB. Ich mein bei Mac OS kann ich das via IAC auch selber bauen, aber schöner ist das ja im Gerät. So von der Idee finde ich das cool, als diesen modularen Aufbau, ich kann nach und nach mein Studio erweitern. Weil klanglich gibts nicht zu meckern und das ist der Hauptgrund der hierfür spricht.

  5. Profilbild
    biochill

    Schade, dass das 16A keinen Kopfhörerausgang bereithält. Das neuere 8A hat immerhin einen davon. Bei den vielen Ausgängen könnte man sich hier mit einem separaten Kopfhörerverstärker behelfen — leider wieder zusätzliche Hardware.

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