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Test: MOTU 828

3. Juli 2001

MOTU 828

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MOTU 828 –

FireWire-Audio-Interface

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Da ich schon seit der Markteinführung des ersten MOTU 2408 Audio-Interfaces im Jahre 1998 begeisterter Nutzer desselben bin, lag es auf der Hand, das ich auch den Test für das 828 schreiben sollte. Mich überzeugte damals vor allem die Flexibilität und Qualität des 2408.

MOTU 828 FireWire-Audio-Interface

An diesen beiden wichtigen Punkten hat MOTU bis heute auch – Gott sei Dank – nichts geändert. Trotzdem hat das 828 noch einige Vorteile gegenüber den „traditionellen“ Audio-Interfaces aus eigenem Haus. Welche das sind, sollen die nächsten Abschnitte ausreichend beleuchten.

Das Interface kommt im allgemein bekannten 19″-Format mit einer Höheneinheit und ca. 13 cm Bautiefe. Dann direkt der erste große Unterschied zu seinen „älteren“ Brüdern. Die zum Betrieb notwendige PCI-Karte für den Rechner „fehlt“ schlichtweg, stattdessen findet sich auf der Rückseite des 828 eine kleiner Anschluss, der mit „FireWire“ betitelt ist. Und es stimmt auch: das 828 ist ein echtes FireWire-Audio-Interface, welches alle Vorzüge dieser noch relativ neuen Schnittstelle mit sich bringt.

FireWire oder IEEE 1394 wurde von Texas Instruments und Apple entwickelt, um verschiedene Computerkomponenten schnell und einfach verbinden zu können und hohe Datenübertragungsraten zu ermöglichen. Als die ersten FireWire-Anschlüsse bei Apple-Rechnern serienmäßig auftauchten, konnte sich noch kaum jemand die enorme Leistungsfähigkeit derselben vorstellen. Mittlerweile hat sich FireWire zum Standard im Audio- und Videobereich entwickelt. Schaut man sich die Leistungsmerkmale an, kann man verstehen, warum: Bis zu 400 MBit Datendurchsatz pro Sekunde ermöglichen die Übertragung von zahlreichen Audiokanälen mit 24Bit/96kHz. Theoretisch lassen sich 63 Geräte gleichzeitig an einem FireWire-Bus betreiben und zusätzlich noch im laufenden Betrieb ein- und ausstecken („hot-pluggable“).

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Was bietet das MOTU 828 denn alles? Ich starte einfach mal eine listenartige Aufzählung:

Rückseite


* Ausgänge:

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    * acht symmetrische 6,3mm-Klinkenbuchsen (vergoldet)

    * zwei symmetrische 6,3mm-Klinkenbuchsen als Main/Monitor-Out

    * S/PDIF-Koaxial Digitalausgang

ADAT Optical-Ausgang, wahlweise auch S/PDIF-Optical-Out

* Eingänge:

    * sechs symmetrische 6,3mm-Klinkenbuchsen (vergoldet)

    * zwei Kombibuchsen XLR/Klinke

    * S/PDIF-Koaxial Digitaleingang

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ADAT Optical-Eingang, wahlweise auch S/PDIF-Optical-In

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    *  ADAT Sync-Input (Sub-D-9-Buchse)

    * Klinkenbuchse für einen Fuss-Schalter

    * FireWire-Eingang

Frontseite

    * Kopfhörerausgang (6,3mm-Klinkenbuchse)

    * Lautstärkepoti für Main- und Monitorvolume

    * zwei getrennte Potis für die Eingangslautstärke der Kanäle 1 und 2

    * Schalter für 48V-Phantomspeisung für die Kanäle 1 und 2

    * drei Potis für die Eingangslautstärke der Kanalpaare 3/4, 5/6 und 7/8

    * 16 LEDs zur Kontrolle der Eingangs- und Ausgangsaktivität

    * LEDs zur Kontrolle der S/PDIF- und Optical-Signale

    * ein Netzschalter

Alle Ein- und Ausgänge arbeiten mit bis zu 24Bit und wahlweise mit einer Samplingfrequenz von 44,1 oder 48 kHz. Das Interface enthält ein integriertes Netzteil mit einem Kaltgerätestecker und wird mit einem ca. 4,50 m langen FireWire-Kabel ausgeliefert. Da Handbuch beschreibt ausführlich den Betrieb an einem Windows- oder Apple-Rechner. Vor der Instellation der mitgelieferten Treiber sollte man auf der MOTU-Homepage diese auf ihre Aktualität überprüfen und bei Bedarf einfach die neueste Version herunterladen. Mac-User finden zusätzlich eine Vollversion der MOTU-eigenen AudioDesk-Recording-Software, welche sogar auf den Digital-Performer upgedated werden kann. Als „kostenlose“ Beigabe ist diese nicht schlecht, kann jedoch mit Profiprogrammen wie Nuendo, Cubase VST oder Logic kaum konkurrieren.

Getestet habe ich das MOTU 828 an einem Apple Pizmo-Powerbook mit einem G3-400MHz-Prozessor. Um es direkt vorwegzunehmen: ja, es gibt auch Windows-Treiber für das 828. Voraussetzung für den Betrieb des Interfaces ist allerdings eine FireWire-Schnittstelle, die bisher nur in sehr wenigen PCs standardmässig zum Einsatz kommt. Entsprechende FireWire-PCI Karten gibt es zwar für relativ wenig Geld (etwa 100 DM, bzw. € 50), vor dem Kauf sollte man aber die nötigen Spezifikationen und Empfehlungen von MOTU beachten, da nicht jede Karte für den Betrieb des 828 ausgelegt ist. Was ich allerdings wirklich vermisst habe, ist ein zweiter FireWire-Port beim 828. Mir sollte es egal sein, da mein Powerbook zwei FireWire-Anschlüsse besitzt, aber Titanium-Powerbook-User könnten Probleme bekommen – ihr Rechner ist mit nur einer dieser Schnittstellen ausgestattet.

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Da ich schon diverse FireWire-Festplatten und auch eine DV-Videokamera via FireWire mit meinem Powerbook problemlos verbunden habe, machte auch die Installation des MOTU 828 erwartungsgemäss keine Schwierigkeiten. Nach kurzer Installationszeit und einem Neustart war mein Rechner um einen ASIO-Treiber sowie eine kleine Konsolensoftware für die 828-Settings reicher. Zunächst wollte ich einfach mal sehen, ob beispielsweise Propellerheads Reason das neue Interface über ASIO nutzen konnte. Das klappte direkt und mit einem ordentlichen druckvollen Sound ohne jegliches Rauschen. Gemein, wie ich bin, zog ich bei laufendem Reason-Sequencer das FireWire-Kabel aus meinem Powerbook. Ausser einem Hinweis, dass das MOTU 828 „entfernt“ wurde passierte nichts, kein Absturz oder irgendetwas auffälliges. Nach dem Einstöpseln erklang direkt wieder der Reason-Song. Das nenne ich wirkliches „Plug-and-Play“.

Weitere Tests des ASIO-Treibers erfolgten mit ReCycle 2.0 und mit Prosoniq SonicWORXS 2.1. Andere Audioapplikationen liess ich über den Soundmanager-Treiber laufen. Bei keinem Programm gab es Probleme. Alles verhielt sich so, wie es sein sollte.

Unter Cubase VST/32 konnte ich den Rest der Ein- und Ausgänge testen. Wohl überflüssig zu erwähnen, dass auch hierbei das 828 völlig reibungslos und unproblematisch arbeitet. Die ADAT-Ein- und Ausgänge habe ich kurzerhand mit der ADAT-Schnittstelle meines Yamaha 01v Pultes verbunden und diverse Audiodateien abspielen lassen – alles perfekt. Einziger Wermutstropfen: Das Interface besitzt keine Einstellmöglichkeit zur Synchronisation über die ADAT-Optical-Schnittstelle, wie es mein MOTU 2408 bietet.

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Weiter ging es mit dem Latenztest: ein Waldorf Attack als virtuelles VST-Instrument musste herhalten. Ohne Probleme liess sich die Latenz des MOTU 828 bis auf 128 Samples herunterregeln, was in etwa einer Verzögerung von 3ms gleichkommt. Für den MIDI-Betrieb von virtuellen Instrumenten ein sehr guter Wert, konnte ich doch den Attack über mein Keyboard völlig ohne Verzögerung spielen. Kritischer würde es bei Mikrophonaufnahmen werden, bei denen der Sänger/-in ein Monitorsignal hören möchte. Hierbei sind 3ms unter Umständen schon zuviel. Aber in diesem Fall kann man das Eingangssignal des 828 ohne Umweg über die Wandler und den Rechner direkt an den Monitorausgang leiten – eine gute Lösung.

Die beiden Audioeingänge 1 und 2 sind zusätzlich mit einem Mikrophonvorverstärker ausgestattet. Ein Audiotechnica AT4033A Kondensatormikro sollte hier Gewissheit geben, ob es sich nicht nur um ein Marketing-Gimmick handelt. Aber der Sound überzeugte mich, die internen Preamps halten auf jeden Fall den Vergleich zu Standard-Vorverstärkern stand. Etwas seltsam finde ich nur die Lösung, für die sechs weiteren Inputs Stereopotis zur Eingangslautstärkereglung zu nutzen – hier hätte ich mir dedizierte Regler für jeden Kanal gewünscht.

Obwohl der Anschaffungspreis von UVP 2198,- DM zunächst relativ hoch erschein, bekommt man aber ein ausgereiftes Audio-Interface mit einer hervorragenden Qualität bei Aufnahme- und Wiedergabe und einer schon sehr hohen Flexibilität in der Verwaltung der Ein- und Ausgänge. Besonders Laptop-User, die nur mehr als Stereo-Aufnahmen machen wollen, sollten sich für dieses Audio-Interface interessieren. Aber auch für Desktop-Computer mit einer FireWire-Schnittstelle eignet sich das 828. Wer trotzdem mehr Ein- und Ausgänge braucht, für den gibt es ja noch weitere Interfaces in der mittlerweile schon recht großen MOTU-Familie.

Wichtig ist beim MOTU 828 vor allem eins: es funktioniert perfekt, was man von vielen anderen Lösungen (z.B. USB-Audio-Interfaces) nicht sagen kann.

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