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Test: Motu BPM

Zusammenarbeit mit externer Hardware

Einen externen Controller anzuschaffen, macht natürlich Sinn. Über die rechte Maustaste und über MIDI-Learn lassen sich die externen Controller schnell zuweisen. Der absolute Knaller wäre es gewesen, diese Software mit einer optisch ähnlichen Hardware anzubieten. Was nicht ist, kann ja noch werden. Jeder der Regler auf der GUI, bis auf  Global, Tune, Position, Velocity, Filtervelocity, ADSR lassen sich zu allen CCs von 0-127, einem externen Controller zuweisen. Attack und Decay der Hüllkurven lassen sich auch von externer Hardware aus steuern. Die mitgelieferten Instrumente können von einem Masterkeyboard aus ebenfalls mit den  Parametern Pitch, Filter, Pan und Amplitude belegt werden. Vier LFOs stehen ebenfalls zur Verfügung.

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Praxis

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Während der Arbeit mit BPM habe ich mich einfach nur wohl gefühlt. Keine kühle, rein technisch gefühllose Grafik wird dem Auge da geboten, sondern eine virtuelle Beatbox zum „mitglucken“. Hier wird dem MPC-Mythos gewürdigt, ohne diesen in Frage zu stellen, denn die Library ist eine eigene mit der Möglichkeit, seine ganzen Sounds in BPM nutzten und katalogisieren zu können. Das Belegen von Drumkits mit unterschiedlichen Styles eröffnet eine große Spielwiese. Die mitgelieferten Instrumente sind qualitativ gut bis hochwertig. Die Loops klingen sehr authentisch und musikalisch. Die vielen kurzen Soundclips haben mich nicht so begeistert, ich bin aber auch kein Hiphopper. Selber Beats zu erstellen ist wirklich einfach. Klickt man eine leere Grid im Bearbeitungsfenster an und betätigt die rechte Maustaste, lassen sich vorgefertigte MIDI-File-Pattern pro Pad belegen. Eigene Line-Templates lassen sich natürlich auch ablegen. Was mir noch fehlt, sind gute Scratch-Loops. Die vermisse ich schmerzlich. Wer soviel anbietet, sollte diese auf jeden Fall im Programm haben. Es sind Scratch-Sounds zum selber Erstellen von Loops vorhanden, erfordern aber einiges an Zeit, um zufriedenstellende Scratches zu erzeugen. Die viel gescholtene UVI-Engine lief auf meinem Macbook unter 10.6.2 stabil. In einer DAW lassen sich 3-5 Einheiten öffnen, je nachdem wie viel Effekte man benutzt. Die CPU Last ist somit auch angemessen.

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Fazit

Es gibt eigentlich nicht viel an dieser Software auszusetzten, bis auf solche Dinge, dass manche Funktionen etwas versteckt sind und die Darstellung der Effekte in nur einer Zeile angezeigt werden. Wer sich BPM anschafft, sollte die rechte Maustaste immer im Hinterkopf behalten. Wenn man das Gefühl hat, dass etwas fehlt, sollte man sie einfach einmal benutzten. Selbst die Bedienungsanleitung schafft da nicht immer Abhilfe, die auch einmal in deutsch sein könnte. Für mich ist BPM auf jeden Fall eine Kaufempfehlung. Wie selbstverständlich ist BPM von Motu schon jetzt ein fester Bestandteil meiner Basteleien. Die Einbindung der kompletten UVI-Soundcards ist wirklich eine tolle Idee, da diese preislich nicht so stark ins Gewicht fallen und sich durch eine gute bis sehr gute Klangqualität auszeichnen. Hier hat die Hiphop-Gemeinde mal wieder die Qual der Wahl. Die vorwiegend amerikanisch unterschiedlichen Hiphop Styles sind ordentlich unterteilt. BPM zeichnet sich mitunter auch dadurch aus, dass sowohl die Software mit ihren Effekten als auch die Library klanglich sehr genau aufeinander abgestimmt ist. Die Klänge mischen sich sehr gut, vor allen Dingen auch mit anderen Drum-Libraries anderer Hersteller. Das ist eine nicht zu unterschätzende Qualität. Das einzige, was mich wirklich stört ist, dass ich mir nicht immer merken konnte, wo ich welchen Loop oder Sound in der Library gefunden habe. Es ist natürlich benannt, aber um ihn ein zweites Mal aufzufinden, musste ich wieder suchen. Das trübt aber den hervorragenden Eindruck, den ich von BPM gewonnen habe, nicht.

Plus

  • Soundlibrary
  • Analog-Drive
  • Effekte
  • FX-Routing
  • Workflow
  • Sampling über BPM Sampler innerhalb von DAWs
  • Einbindung aller UVI-Soundcards
  • Resampling des eigenen BPM-Ausgangs

Minus

  • manche Funktion zu versteckt
  • Soundbrowser
  • Slicing im Clip-Fenster
  • Darstellung der Effekte
  • zu wenig Scratch-Loops
  • Anleitung nur in Englisch

Preis

  • 279,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Syntharoma

    Ich kann den Autor nur bestätigen. BPM ist eine klasse Software, die einfach rund läuft und einen tollen, fetten Sound bietet. Ich betreibe sie mit einem Triggerfinger, da bleiben kaum Wünsche übrig.
    Klare Kaufempfehlung

  2. Profilbild
    KravenZ

    Also für seinen Preis ist BPM echt gut. Besonders die Soundlibrary ist Klasse. Leute die aber etwas mehr investieren wollen und das totale Groovebox Feeling haben wollen, denen empfehle ich Native Instruments Maschine. Das ist die konsequenteste Umsetzung des Konzepts für den Rechner. Und das Preis/Leistungsverhältnis ist unglaublich.

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Ich bin mir nicht sicher, aber man kann bei „Machine“ keine Instrumente einbinden wie bei „BPM“. Somit entfällt für mich der DAW Charachter.
      279 € und 579 € ist doch ein großer Unterschied.
      Die BPM Library klingt einfach unglaublich authentisch. Bai Machine kommt bei mir das Soundmäßig nicht viel Gefühl an. Ich finde den Klang eher kühl. Von den Pads her finde ich auch Padcontrol von Korg wesentlich berührungsempfindlicher als jeden andere Controler. Die Hardware von NI ist mit Sicherheit
      hochwertig, nur für den Preis fehlt mir zuviel. Allerdings kommt man preislich auf ein ähnliches Niveau wenn man sich einen Controler anschafft.

      • Profilbild
        KravenZ

        Wie meinst du das genau mit Instrumente einbinden? Als VST Instrument? Ja das geht mit Maschine in der Tat nicht. Das liegt halt auch am Konzept der Maschine. Möglichst alles soll mit dem Controller bedienbar sein. Ich hoffe trotzdem, dass Native Instruments in Zukunft da irgendwas ändert. Zumindest wäre es super wenn man die Native Instruments eigenen Instrumente einbinden könnte.
        Oder meinst du einfach normal Instrumente intern Laden und spielen? Das geht mit Maschine ohne Probleme. Einfach eins der mitgelieferten Instrumente laden und los gehts.
        Ansteuern externer Synthesizer aber etc. klappt auch wunderbar.

        Zum Sound. Der Klang von BPM ist echt sehr cool. Maschine finde ich aber mindestens genau so gut. Aber die Unterscheiden sich schon ein wenig. Das stimmt. Aber welches jetzt besser ist kann man so direkt nicht sagen finde ich. Aber kühl ist Maschine nicht unbedingt.
        Und im Februar kommt der nächste Patch mit einem MPC60 und SP1200 Vintage Mode. Ich denke da wird es klanglich nochmal richtig interessant.

        Was fehlt dir den bei Maschine so? Ich finde das ist eigentlich alles drin was man braucht, ausser Time-Streching. Für mich etwas unerklärlich wie Native Instruments das nicht von Anfang an rein gemacht hat. Aber sie arbeiten dran.

        Bei Maschine liebe ich es halt auch total, dass ich echt alles mit dem Controller bedienen kann. Ich kann den Monitor ausmachen und fühle mich wie vor einer richtigen GrooveBox. Vom Mausgeklicke hab ich nach vielen Jahren des Musikmachens echt genug :) Es ist einfach ein komplett anderes Gefühlt.

        Aber ich habe irgendwo mal gelesen, dass für BPM auch ein Controller in Arbeit ist. Weiss jemand vielleicht was dazu? Weil dann wäre das wirklich richtig interessant.

        • Profilbild
          AMAZONA Archiv

          VST Instrumente kann man nicht einbinden, aber dafür alle Motu Samplelibrary Motu Produkte und alle UVI Soundcards, also Retroorgans, Synthanthology, FX-treme Plugsound pro usw. Das fehlt mir bei Machine. Mit sicherheit ist es eine tolle Sache nur noch an der Hardware zu arbeiten, ohne Bildschirm, aber NI arbeitet jetzt noch an Dingen, die BPM schon seit einem Jahr anbietet. Mit einem guten Controler für BPM kommt man im Endeffekt auf eine ähnliches Preisniveau. Daher habe ich auch geschrieben, das alle mal wieder die Qual der Wahl haben. Ich mag den Sound von BPM halt lieber.

          • Profilbild
            KravenZ

            Das mit den Instrumenten hört sich echt super an. Also wenn Motu dann mal einen extra Controller dafür raushaut dann wird das Teil für mich auch interessant. NI hat mit seiner Sampler und Synthie Sammlung echt ein dickes Potential, wenn die das nur in Maschine irgendwie integireren würden. Naja ich hoffe mal, dass die es in Zukunft wirklich machen :)

  3. Profilbild
    KArl HEinz

    Wofür gibt’s denn die 3 Minuse beim Soundbrowser? Für die fehlende Undo-Funktion, oder hab ich da was überlesen?
    Und was ist mit „Grundsätzlich besitzen die Effekte eine deutlich andere Qualität als die der MPCs.“ gemeint? Ist die Qualität besser oder schlechter?
    Danke.

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Wenn man einen Sound eingeladen hat und ihn, aus welchen gründen auch immer rausgekickt hat, muss man irgendwie halt wieder lange suchen, um ihn wieder zu finden. Das nervt etwas. Das ist aber auch alles was irgendwie stört, weil man ansonsten von der Software ständig verwöhnt wird, was den Workflow angeht. Die Effekt klingen natürlich tausend mal besser als die der MPC. Vielleicht hätte ich das nochmal deutlich schreiben sollen. Sorry !

  4. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Das Update 1.05 ist da. Ein pfiffiger Arpeggiator im Rack und erweiterte Slicingfunktion im BPM Sampler.
    Was will man mehr:-)
    Super !

  5. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    ….und Padpresets für AKai MPD 16 bzw 32 und Padkontrol von Korg.

  6. Profilbild
    El Blindo

    Kann BPM wirklich nur HipHop, oder ist es auch für andere genre interessant? Es gab doch da noch ein Library Update.
    Ich brauche nämlich für Auftragsarbeiten von Pop Drums, über weichspühl Drum and Bass Kits bis Rock so ziemlich alles.
    Maschiene ist mir irgendwie zu teuer.
    LG

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Es ist ja nun so, das mehr oder weniger in allen Mainstream Produktionen Drumcomputer zum Einsatz kommen. BPM hat Sounds sehr akustisch klingende Sounds und kann somit als Genreübergreifend bezeichnet werden. Das Update 1.5 beinhaltet eine große Sammlung von legendären Drummaschinen. Mit BPM kann du deine Drumssounds für alles zurecht Layern. Es beinhaltet aber keine Akustischen Drumsets. Ich selbst gebrauche es sehr häufig, weil Kunden der rein akustische Drumssound nie fett genug ist. Ich ersetzt es dann entweder komplett mit BPM oder unterlege das Kit mit Sounds von BPM. Da die Software sehr gut zu bedienen ist, hast du auch einen sehr guten Workflow. Der Kauf ist auf jeden fall kein Fehlgriff und Hiphop mache ich selbst gar nicht.

      • Profilbild
        El Blindo

        Dank dir für die schnelle Antwort. Das klingt ja schonmal sehr gut.
        Dann werde ich mir das doch nochmal überlegen. Denn der Preis ist ja schon recht atraktiv und bisher gehörtes klingt sehr fett.
        LG

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