Getestet wurde die Version 2.0.2 als Standalone sowie als Audio Unit auf einem G5 mit 5 GB Ram unter Logic 7.2.3 (Tiger) und einem MacBookPro 2 GB Ram und Logic 8 (Leopard). Leider lief das PlugIn im Test nicht wirklich reibungslos und die Performance von Logic wurde gerade beim intuitiven Schrauben bzw. Ausprobieren erheblich ausgebremst. (siehe auch Test Plugsoundpro UVI Engine)
Zunächst einmal sei das Laden der Presets erwähnt, welches sowohl durch Doppelklick und Popup- Menu als auch Einmalklick und Pulldown-Menu erfolgen kann. Gerade letzteres hat mich einige Nerven gekostet, da mir das ganze viel zu flatterhaft von statten geht (auf oder nicht, schwups schon wieder in einem anderen Ordner gelandet! Es verstreicht wertvolle Lebenszeit während ich auf den Abbruch Dialog warte). Ein ständig sichtbarer Browser, wie bei anderen Herstellern Standard, könnte hier Abhilfe schaffen. Die Ladezeiten können je nach angewähltem Preset und bereits in Benutzung befindlichen Parts ebenfalls unangenehm auffallen.
In Anbetracht der Masse an Features, die der MachFive2 mitbringt, fällt es zum Teil recht schwer, den Überblick zu behalten. Die Oberfläche ist vollgepackt mit kleinsten Schaltern und Potis, die mit dem Cursor erst einmal getroffen werden wollen. Die Beschriftung der Effektparameter ist teilweise nur unvollständig sichtbar und die Parts müssen umständlich über das kleine Quadrat in der linken oberen Ecke angewählt werden. Meine Hand verkrampft bei soviel Maus-Einsatz. Schade ist zum Beispiel auch, dass auf einen Global-Bypass für die Filter/DSP Sektion verzichtet wurde, denn schaltet man den Filter aus, gehen damit gleichzeitig alle betrefffenden Einstellungen verloren – ein AB Vergleich ist so nicht möglich!
Des öfteren kam es vor, dass MachFive2 den Temposync im Sequenzer Loop Betrieb verlor, was sich durch Stop und erneutes Betätigen der Playtaste unter Umständen wieder beheben ließ. Etwas mehr Stabilität wäre hier wünschenswert! Darüber hinaus kam es immer wieder zu Komplett-Abstürzen der Standalone Version als auch von Logic beim Laden von zusätzlichen Sounds oder beim Abschalten der Streaming-Funktion bei angehaltenem Sequencer. Hier macht sich eventuell der doch recht große CPU Hunger bemerkbar?!
Oh ja, den hat MachFive2 wirklich: Hat man erst einmal drei bis vier Parts mit Effekten geladen, geht der Rechner doch schon merklich in die Knie und man sollte über die ersten Bounces nachdenken, um flüssig weiterarbeiten zu können. Auch die Effekte überzeugen nicht wirklich, sie befinden sich meiner Meinung nach klanglich als auch von den stellenweise zur Verfügung stehenden Parametern nicht auf der Höhe der Zeit. Nun kann man über die Optik von Effekten durchaus geteilter Meinung sein, ich habe mich dadurch stark in die Zeiten von LogicAudio 3.0 zurückversetzt gefühlt. Bei Änderung der Effektparameter kam es teilweise zu unschönen Aussetzern und Knacksern. Ein weiteres Manko aus meiner Sicht ist die fehlende Möglichkeit, Autom
ationsdaten durch direkten Zugriff mit dem Cursor aufzeichnen zu können. Mal schnell ein bisschen was auf dem Labtop geschraubt und aufgezeichnet geht also nicht. Schade!
Fazit
Mit dem MachFive2 hat die Firma Motu eine Software auf den Mark gebracht, die zwar mit großartigen Werten ausgestattet ist, jedoch die damit verbundenen Erwartungen nicht wirklich erfüllen kann. Die Betriebssicherheit lässt stark zu wünschen übrig – gerade in Anbetracht der Ausrichtung als Standalone-Version für den Liveeinsatz. Es ist zu hoffen das dieser Umstand mit dem nächsten Update behoben wird. Sicherlich sind 32 GB an mittgelieferten Sounds/Samples eine Menge, jedoch bleibt es fraglich, ob dieser Punkt alleine den doch recht hohen Preis von knapp 500,-€ rechtfertigt. Auch in punkto Grafik haben hier einige Hersteller wesentlich übersichtlichere und intuitiver bedienbare Varianten im Angebot, die darüber hinaus für erheblich kleineres Geld zu haben sind.
Plus
+ viele Sounds
++ Kompatibilität
Minus (getestet unter Apple MAC OS X Tiger & Leopard)
– Automation im Hostbetrieb
– Browserverhalten
– Performance / Abstürze
Preis
UVP 495,- €
Strasse 399,- €
Upgrade 195,- $




























Hallo Robert Merget, ein Super-Bericht, Respekt. Ich finde es Klasse, dass Du auch die Schwächen deutlich erwähntst. (Ich persönlich suche einen Software-Sampler oder Software-Sampleplayer, der gerade Trompeten und Posaunen absolut überzeugend wiedergibt. Bzw., die passenden Samples für die gängigen Sampler. Weiß jemand Rat? Danke!)
Hallo, zunächst vielen Dank für die positive Resonanz. Ich möchte nochmal betonen das mein Test lediglich die Apple-User abdeckt.
Was gut auf Windows-Rechner läuft kann ich also nicht wirklich beantworten. Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen in punkto stabilität mit Kontakt und FXpansion Guru gemacht. lg rob
Schön dass Dir der Testbericht gefällt! Bei Trompeten und Posauenen könntest Du bei VSL fündig werden, die bieten auch Repititionen recht überzeugend an.
Das "Prädikat" ungenügend sehe ich hier bei Amazona zum ersten Mal.
Kann nur dazu gratulieren, dass das Bewertungsspektrum offenbar nach unten ausgeweitet wurde und damit etwas mehr Transparenz entsteht.
Gut so!
Bernd
(Dieser Beitrag ist nicht als Kommentar zu dem getesteten Produkt zu verstehen)
"Ungenügend" gab´s durchaus schon mal, z.B. hier: Alesis Fusion ;-)
Ich finde es auch klasse, wenn wie hier offensichtliche Schwächen eines Produkts deutlich dargestellt werden. Es soll sich schließlich um einen Test handeln. Lobpreisende Produktbeschreibungen kann man auf der jeweiligen Herstellerseite lesen… in diesem Sinne danke für einen weiteren informativen Amazona-Test!
Ich habe sowohl Kontakt und Machfive 2. Unter Tiger 10.4.11 läuft M 5 reibungslos auch unter Logic 8. Zu behaupten M 5 sei unübersichtlich ist Lachhaft. M 5 ist so aufgebaut das man erst oberflächlich und schnell etwas erstellen kann. Wer genauer arbeiten möchte, der kann bis ins kleinste Detail rumschrauben. Man kann alles laden wenn man das erstellte als Performnance speichert. Die Soundqualität der 32 GB steht weit über Kontakt. Man bedenke: 5.1 Surroundschlagzeug in 24 bit 192 khz. Kontakt 2/3 hat 8 Effektslots.Wann braucht man mal sowas ? Kontakt ist klein und unübersichtlich. In M 5 kann man die Wavedatei per Doppelklick bildschirmfüllend grafisch darstellen und bearbeiten. Ich habe eher das Gefühl das hier ein Exempel statuiert wird, da hier häufig zu positiv bewertet wird. Die Ladezeiten in M 5 sind genauso schnell wie in Kontakt.Was soll der Test ? Einfach unseriös. Zu guten Bläsersamples: http://www.samplemodeling.com
Hallo PTC. Glückwunsch wenn M5 bei dir reibungslos läuft! Bei mir ist das nicht der Fall.
Bei der Amazona Redaktion handelt es sich nicht etwa um eine konspirtave Gruppe, alle Autoren sind freiberuflich und erstellen ihre Tests ohne Absprachen oder Vorgaben. Ich persönlich bin seit Jahren sehr zufrieden mit meinen Motu Firewire Audio-Interfaces und habe keinen Grund ein Exempel zu statuieren. Der Test spiegelt meine persönlichen Erfahrungen bei der Anwendung wieder.MfG
Ich kann bestätigen dass der M 5 unter Tiger 10.4.9 ständig crasht. Die UVI Engine (Universal Sound Bank) ist halt sehr buggy. Bei was für Produktionen braucht man bitte ein 5.1 Schlagzeug in 192 khz? Für mich reine Speicherverschwendung !!
Bezüglich der Bläsersounds war ich mal auf der von Dir empfohlenen Seite. KLASSE ! Einfach Klasse, bessere Trompeten auf Computerbasis habe ich bis jetzt noch nicht gehört. Herzlichsten Dank für den Tip. Viele Grüße …
Hi Robert,
du hast natürlich recht das ihr freie Autoren seid. Sorry, ich war sauer. Auf der Motu webseite kann man das Update 2.02 herunterladen für M 5. Ich habe das direkt gemacht und hatte wirklich keine Probleme.
Gruß
PTC