A Blast From The Past!

Der MXR Rockman X100 holt einen der kultigsten Preamps der Achtziger zurück ins Rampenlicht. Das kompakte Bodentreter verspricht jenen unverwechselbaren Arena-Rock-Sound, der Millionen-Alben prägte – gedacht für Studiowerker, Vintage-Enthusiasten und alle, die nach genau diesem einen speziellen Gitarrenklang suchen.
- Was ist es? Eine originalgetreue Neuauflage des legendären Rockman X100 von Tom Scholz – jetzt als kompaktes MXR-Pedal.
- Sound: Vier klassische Presets (CLN2, CLN1, Edge, Distortion) plus analoger Chorus im typischen 80er-Arena-Rock-Stil.
- Technik: Detailgetreue Nachbildung der Originalschaltung – analog, mit authentischer Lautsprechersimulation.
- Einsatzgebiet: Für Recording, Studio und Vintage-Liebhaber – nicht für den Einsatz vor einem Gitarrenverstärker gedacht.
- Preis & Zielgruppe: 244,- Euro – ideal für Produzenten, 80er-Fans und Gitarristen mit Faible für nostalgische Sounds.
- Fazit: Kein Allrounder, aber ein kompromisslos authentischer Zeitreisepass in die Ära von Def Leppard, Boston & Co.
Inhaltsverzeichnis
- Erstes Fazit: Nostalgie trifft auf eiserne Konsequenz
- Eine Legende wird geboren: Die Rockman-Saga
- Gehäuse und Haptik: Kompakte Solidität
- Die vier Gesichter des X100: Charakterköpfe mit Ecken
- Chorus: Der heimliche Star
- Einsatzgebiet: Wo der Rockman brilliert (und wo nicht)
- Mono vs. Stereo: Die versteckte Entscheidung
- Was fehlt
- Der Preis der Nostalgie
Erstes Fazit: Nostalgie trifft auf eiserne Konsequenz
Boomer aller Länder, vereinigt euch! DER legendäre Sound der Achtziger ist zurück! Es kommt nur noch selten vor, dass mir ein Testprodukt ein Lächeln von einem Ohr zum anderen ins Gesicht zaubert, aber beim MXR Rockman X100 ist dies tatsächlich der Fall. Aber warum sollte dieses Pedal so aus dem riesigen Angebot aller Tretminen herausstechen?
Nun, die Story hinter dem Namen „Rockman“ sucht ihresgleichen und ist für immer und ewig mit dem Bandnamen „Def Leppard“, respektive Produzent Mutt Lange, verbunden. Die Besonderheit des MXR Rockman X100 liegt in der detailgetreuen Kopie der Schaltung des Original Rockman, welcher in seiner Urform schon seit Dekaden nur noch auf dem Gebrauchtmarkt für einen stattlichen Kurs zu erwerben ist. Das Pedal kann direkt ins Pult gespielt werden und eröffnet dort den latent höhenlastigen Klang mit einer geradezu einzigartigen Kombination aus Compressor und Chorus.
MXR hat hier keine moderne Neuinterpretation gewagt, sondern eine kompromisslose Eins-zu-eins-Reproduktion abgeliefert. Das bedeutet: Man bekommt exakt jenen polarisierenden, nasal gefärbten Grundsound, der in den Achtzigern omnipräsent war. Entweder man liebt diesen Charakter – oder eben nicht. Einen Mittelweg gibt es nicht. Für etwa 250,- Euro erhält man kein Schweizer-Taschenmesser der Amp-Simulation, sondern ein hochspezialisiertes Instrument mit einem klaren Einsatzzweck: Recording direkt ins Interface oder Pult. Wer genau diesen historischen Klang benötigt, findet hier eine deutlich günstigere Alternative zu den mittlerweile astronomisch gehandelten Originalgeräten. Alle anderen sollten sich anderweitig orientieren.
Eine Legende wird geboren: Die Rockman-Saga
Wir springen in die Zeitmaschine und reisen ca. 40 Jahre in die Vergangenheit. Es gibt kein Pro Tools, kein Logic, nur Bandmaschinen und der neueste heiße Scheiß ist der ATARI PC, der es als erster schafft, eine mehr oder minder stabile MIDI-Spur zu den Audioaufnahmen zu etablieren. BOSTON-Mastermind Tom Scholz entwickelt 1982 einen Kopfhörerverstärker mit dem Namen „Rockman“, welcher als erster einen Hauch von Speaker-Simulation am Start hatte und das Üben von verzerrten Sounds per Kopfhörer nicht zu einem akustischen Kettensägenmassaker verkommen lässt.
Leider war der Stromverbrauch des Kopfhörerverstärkers sehr hoch, sodass man mit 8 Stck. Zink-Kohle Batterien gerade einmal ca. 3 Stunden spielen konnte. Im Gegenzug bekam man allerdings den seinerzeit besten Kopfhörersound weltweit, welcher sogar so beliebt war, dass er den wohl größtmöglichen Ritterschlag seiner Zeit erhalten hat. Der Verstärker kam nicht nur auf dem kommerziellen Überalbum „Hysteria“ zum Einsatz, vielmehr wurden der überwiegende Teil aller Gitarrenaufnahmen des Albums mit diesem Produkt eingespielt. Insbesondere die cleanen Sounds sind in höchstem Maße legendär und lassen jede(n) alte(n) klanglich fixierte(n) Mann/Frau sofort in Verzückung geraten.
Als ich mit meiner damaligen Band DOMAIN zusammen mit Def Leppard 1989 im Wisseloord Studio in den Niederlanden Nikolaus feierte, erzählte mir Gitarrist Phil Collen davon. Tom Scholz hätte wohl nie gedacht, dass der Rockman einmal in diese Liga vordringen würde, obwohl bei ihm in der Tat mit allem zu rechnen ist.
Der MIT-Absolvent hatte jahrelang experimentiert, bis der charakteristische Boston-Sound stand. Was als Übungstool begann, mutierte zum Studiowerkzeug erster Güte. Neben Phil Collen griffen auch Joe Satriani, Steve Clark und unzählige Sessionmusiker zum Rockman. Die Geräte tauchten in verschiedenen Inkarnationen auf, als portabler Kopfhörerverstärker im Walkman-Look, als Sustainor im klassischen 19-Zoll-Rack-Format und eben als X100. Letzterer bot vier schaltbare Presets und wurde zum Quasi-Standard für Clean-Aufnahmen einer ganzen Ära.
Gehäuse und Haptik: Kompakte Solidität
Das schwarze Metallchassis folgt den bewährten MXR-Dimensionen und misst schlanke 65 × 111 × 48 mm. Ein gewaltiger Unterschied zu den ursprünglichen Formfaktoren, die entweder als klobige Gürtelclip-Einheit oder als Rackmount-Gerät daherkamen. Die Fertigungsqualität entspricht dem, was man von MXR gewohnt ist: strapazierfähiges Metall, saubere Verarbeitung, keine scharfen Kanten.
Allerdings gibt es eine potenzielle Schwachstelle: Die beiden Plastik-Schieberegler für Lautstärke und Eingangspegel wirken nicht ganz so unverwüstlich wie die restliche Konstruktion. Wer beim Soundcheck mit dem Stiefel daran hängenbleibt, könnte hier Pech haben. Bei normalem Studioeinsatz dürften sie allerdings ein langes Leben führen.
Die Bedienung könnte kaum simpler sein. Ein Drucktaster mit vier LEDs schaltet durch die Klang-Presets CLN 2, CLN 1, Edge und Distortion. Ein zweiter Button schaltet den Chorus hinzu. Die beiden erwähnten Slider kontrollieren Output-Level und Input-Gain. An der linken Flanke befindet sich ein Stereo-TRS-Ausgang nebst einer CTRL-Buchse, über die externe Fußschalter oder Switcher die Presets fernsteuern können.
Rechtsseitig sitzen Eingang und Hohlstecker für das beiliegende 9-Volt-Netzteil, das mindestens 120 mA liefern muss. Unter der Bodenplatte verbirgt sich ein DIP-Schalter, der zwischen Mono und Stereo-Chorus umschaltet. Mitgeliefert werden Netzteil, Schnellstartanleitung, Aufkleber und Gummifüßchen.
Die vier Gesichter des X100: Charakterköpfe mit Ecken
Die Soundpalette des Pedals repliziert akkurat die vier Modi des 1986er Sustainor respektive des ursprünglichen X100 von 1984. Wer mit dem nasalen, komprimierten Rockman-Grundcharakter nichts anfangen kann, sollte an dieser Stelle aussteigen. Wer jedoch genau diesen Sound sucht, wird hier fündig wie nirgendwo sonst.
CLN2 präsentiert sich als der neutralere der beiden Clean-Kanäle – wobei „neutral“ im Rockman-Kontext relativ ist. Die eingebaute Kompression sorgt für gleichmäßige Dynamik, während der Frequenzgang eine gewisse Luftigkeit mitbringt. Perkussive Picking-Patterns funkeln geradezu, fingergezupfte Arpeggios schweben elegant im Raum. Ein schwebender, kristallener Grundton dominiert.
CLN1 hingegen bohrt sich mit deutlich mehr Mittenanteil ins Klangspektrum. Nasaler, präsenter, aggressiver – optimal für durchsetzungsfähige Funk-Riffs oder akzentuierte Rhythmus-Parts. Auch hier arbeitet die charakteristische Kompression, die dem Sound jene gleichmäßige Dichte verleiht, für die der Rockman berühmt wurde.
Edge betritt das Zerr-Territorium, allerdings mit angezogener Handbremse. Über den Input-Gain-Slider lässt sich hier am effektivsten der Sättigungsgrad justieren. Von sanftem Crunch bis zu ordentlich Drive. Der Klang erinnert nicht an klassische Röhrenverstärker, reagiert aber sensibel auf Anschlagsdynamik.
Distortion schließlich liefert deutlich mehr Gain und klangliche Fülle. Die leicht quäkenden Mitten, die den Clean-Modi eigen sind, treten hier zurück. Langes Sustain trifft auf satte Verzerrung, ideal für schwebende Soli und druckvolle Powerchord-Riffs. Nicht die vielseitigste Verzerrung der Welt, aber unverkennbar Rockman.
Die Tatsache, dass hier eine vollständig analoge Lautsprechersimulation am Werk ist, verdient Respekt. Was Tom Scholz vor vier Dekaden entwickelte, klingt auch heute noch überzeugend, vorausgesetzt, man akzeptiert den Charakter.
Chorus: Der heimliche Star
Der eingebaute Bucket-Brigade-Chorus basiert auf dem legendären MN3007-Chip und ist nichts weniger als ein Zeitsprung in die goldenen Achtziger. Langsam modulierend, räumlich schimmernd, unverkennbar Vintage. Schaltet man den Effekt hinzu, explodiert das Klangbild förmlich.
Parameter gibt es keine. Man bekommt genau eine Einstellung, die offenbar nach langen Tests als optimal befunden wurde. Und tatsächlich: Diese Werksvorgabe funktioniert über alle vier Presets hinweg. Clean-Sounds erhalten jene charakteristische 80er-Weite, die Zerrkanäle gewinnen an räumlicher Tiefe.
Einsatzgebiet: Wo der Rockman brilliert (und wo nicht)
Vorweg eine unmissverständliche Ansage! Dieses Pedal gehört NICHT vor einen Gitarrenverstärker. Der X100 liefert ein bereits frequenzoptimiertes Signal, das für den direkten Weg ins Mischpult oder Audiointerface konzipiert wurde. Cleane Aufnahmen erhalten jene knackige Präsenz und Durchsetzungskraft, die moderne Amp-Simulationen oft vermissen lassen. Die Zerr-Sounds sitzen straff und definiert im Mix, ohne dass man stundenlang am EQ drehen müsste. Der nasale Grundcharakter mag gewöhnungsbedürftig sein, sorgt aber für exzellente Lokalisierung im Frequenzspektrum.
Für Recording-Situationen, in denen man gezielt diesen einen Vintage-Sound benötigt, gibt es schlichtweg keine bessere Alternative in dieser Preisklasse. Die beiden Clean-Modi decken unterschiedliche Einsatzgebiete ab, die Zerrkanäle liefern authentische Achtziger-Texturen. Minimaler Bearbeitungsaufwand, maximale Charakteristik.
Mono vs. Stereo: Die versteckte Entscheidung
Die Umschaltung zwischen Mono und Stereo-Chorus erfolgt über jenen DIP-Schalter unter der Bodenplatte. Keine bühnentaugliche Lösung, aber für die meisten Szenarien verschmerzbar. Man entscheidet sich einmal für einen Betriebsmodus und belässt es dabei. Ärgerlich wird’s erst, wenn man zwischen verschiedenen Rigs pendelt.
Hier lauert eine Falle: Nutzt man ein TRS-Stereo-Kabel im Mono-Modus, verliert einer der beiden angeschlossenen Verstärker das Signal. Verwendet man umgekehrt ein Standard-Mono-Kabel im Stereo-Modus, verschwindet das Bypass-Signal beim Stummschalten. Eine externe Umschaltmöglichkeit hätte die Flexibilität deutlich erhöht, würde aber vermutlich das kompakte Format sprengen.
Was fehlt
Die Konzentration aufs Wesentliche hat ihren Preis. Das originale Echo-Feature fehlt komplett, ebenso der ursprüngliche Kopfhörerausgang und jegliche Batterie-Option. Für ein kompaktes Bodentreter-Format sind diese Kompromisse nachvollziehbar, schmälern aber die Vielseitigkeit.
Das fehlende Echo lässt sich problemlos durch ein externes Delay-Pedal kompensieren. Der TRS-Ausgang akzeptiert zwar Kopfhörer, erreicht aber nicht die Qualität eines dedizierten Kopfhörerverstärkers. Und die fehlende Batterie-Option macht das Pedal abhängig von verfügbaren Steckdosen.
Kritischer ist das omnipräsente Grundrauschen. Selbst in den Clean-Modi ist ein deutliches Hintergrundrauschen wahrnehmbar. Dieses Rauschen gehörte schon beim Original zum Paket und ist gewissermaßen authentisch, stört aber trotzdem.
Der Preis der Nostalgie
Auf dem Gebrauchtmarkt werden originale Rockman X100 und Sustainor-Einheiten mittlerweile für 500,- bis 800,- Euro gehandelt. Gut erhaltene Exemplare mit Originalverpackung knacken locker die 1.000-Euro-Marke. Angesichts dessen erscheinen die etwa 250,- Euro für die MXR-Neuauflage geradezu bescheiden.
Man bekommt kein Sammlerstück, aber ein voll funktionsfähiges Arbeitsinstrument mit identischer Schaltung. Für Produzenten, die regelmäßig auf diese spezielle Klangfärbung zurückgreifen, amortisiert sich die Investition nach wenigen Sessions. Für Hobbyisten mit Faible für Achtziger-Sounds eine erschwingliche Möglichkeit, ein Stück Tontechnik-Geschichte ins heimische Studio zu holen.



































Ich muss gestehen, dass ich diesen Sound liebe. Das Fatale: Man bekommt ihn nur mit zwei Geräten der Ära hin: Rockman und Nobels Soundstudio. Eigentlich geht es damit direkt ins Pult, aber das Nobels funktionierte auch vor einem Verstärker, wenn man die Klangregelung des Verstärkers bemühte.
Ich frage mich allerdings, ob ich für den Bühneneinsatz nicht doch eher in einen Sustainor investieren würde anstelle des MXR Pedals. Für das Recording gibt es nämlich ein cooles Plug-in:
https://overloud.com/products/th-u-rockguy
Und ein Sustainor hat mehr Möglichkeiten und lässt sich ins Rack schrauben. Er hat zwei Kanäle, die schaltbar sind, einen Effektweg, Treble Booster und mehr. Gebraucht teuer, aber immer noch gut. Für das Studio würde ich lieber in die 49€ für das Plug-in investieren. Klingt genauso.
Atari ST BITTE! und das Timing war legendär!
hab noch 2 hier! sogar ein originales cubase 3.1 mit dongle (letzte Version) und Logic. 😎👍 und dem weinroten sexy midex. mit Hartmann Design nehme ich an.
finde die Rockman Geschichte interessant.
kann mich noch an die späteren erinnern.
die Walkmanversion gab es noch vor einiger zeit.
@Numitron Den ATARI ST gab es da noch gar nicht. Der kam erst 1985. Zu dem Zeitpunkt gab es nur Atari 400 und Atari 800. Der Atari 800 XL kam erst 1983. Die hatten alle auch noch kein MIDI.
@Markus Galla aso.
sorry.
verwechselt.😂
wohl wahr.
Zumindest für technisch Interessierte höchst informativ , dass Axel das Gerät aufgeschraubt und ein Foto der Platine in seinem Bericht zeigt.
Den kleinen Schiebeschalter – ziemlich genau in der Mitte der rechten Platinenseite – hätte MXR mit nur geringem Aufwand auch so anbringen können, dass er über eine kleine Öffnung an der dortigen Geräteseite auch von außen erreichbar sein könnte. Ein Gerät aufschrauben zu müssen, um eine technische Einstellung vorzunehmen, zeugt neben der Nutzungsunfreundlichkeit eben auch von einer technischen Ideenlosigkeit, für einen Nutzer praktikable Lösungen zu entwickeln.
Die beiden Schieberegler auf der Oberseite – ohne jeglichen ‚mechanischen Schutz‘ gegen Berührungen mit der Schuhsohle – halte ich nicht nur wegen ihrer mechanischen Anfälligkeit für ein absolutes ‚No-go‘, sondern auch wegen des klaren Nachteils der Anfälligkeit von Schiebereglern für Staub und Schmutz (Schuhsohlen sind in aller Regler schmutzig – und von der Sohle können somit sehr leicht Schmutzpartikel in die Schlitze der beiden Schieberegler fallen).
Langlebigkeit eines Gerätes geht völlig anders …
Drehregler sind dagegen weitestgehend gegen Schmutzteile geschützt – allemal gegen solche, die von außen auf den auf der Achse befestigten Drehknopf fallen, wenn die Poti-Achse auch noch fest auf der Gerätefront verschraubt ist und die Widerstandsbahn des Potis somit für von oben fallende Schmutzteile unerreichbar sind.
Ich halte beide Punkte für deutliche Nachteile dieses Gerätchens – dazu noch die seitlich angebrachte Buchse für externe Stromversorgung, weil es selten hierfür Winkelstecker gibt!
Wiei bitte? Der Preis geht, jedoch hätt ich nicht gedacht, dass der Boözen nochmal wieder kommt…
Soso!
https://www.amazona.de/community/ich-sach-hot-ich-sach-watt/
Sehr schön, Axel, diesmal wirklich gleich mit einer Solo-Line als Beispiel … Danke!
@uelef Versprochen ist versprochen und wird nicht gebrochen. 😎
Sehr schöne Klangbeispiele.
Hallo Axel,
wie immer ein schöner Test!
Ich besitze noch einen Original-Rockman sowie die entsprechenden Rackmodule. Insbesondere im Vergleich zu letzteren fällt der Bodeneffekt ergonomisch schon etwas ab, denn wenn ich live zwischen zwei Sounds umschalten will, dann werde ich nicht am Boden rumkriechen. Das sollte per Pedal gehen. Über die anderen Schwächen wurde ja schon gesprochen.
Vielleicht hätte MXR da einfach etwas mehr Design reinstecken sollen. Es ist natürlich toll, dass das Pedal so ähnlich aussieht wie das Original, aber wir haben jetzt 40 Jahre später, und man hätte das etwas ergonomischer gestalten können und Steuerelektronik ist heutzutage jetzt nicht mehr so aufwändig und teuer…
Der Sound ist – soweit ich das höre – amtlich, aber die Gebrauchstauglichkeit ist halt auch wichtig.
Richtige Nerds kaufen sich dann natürlich zwei Effekte für zwei Sounds, aber das wäre mir für einen Nischensound dann doch etwas übertrieben.
Naja, mein letztes Pedalboard hatte 6 Effekte, ich kann da natürlich überhaupt nicht mitreden…
Gruß und vielen Dank
Fredi
die clean varianten sind ja ok,
aber der rest!
was darf´s denn sein, matschepampe oder schlotze mit pamps? 🤢
sowas war mal beliebt? erstaunlich 🤭
@plumperquatsch War? Ist! Der Sound hat Musikgeschichte geschrieben und ist auf unzähligen Hits zu hören. Es war für viele Studiogitarristen in den 80ern und frühen 90ern das Mittel der Wahl. Viele wissen gar nicht, auf wie vielen Hits der damaligen Zeit die Rockman-Kisten zu hören sind. Meistens aber der Sustainor, der Sound ist allerdings identisch. Der Sustainor bietet nur mehr Möglichkeiten (z. B. zwei schaltbare Kanäle, 19″, Noise Gate, Treble Booster usw.)
@Markus Galla Ich habe einen IR loader, einen BBD chorus, und ein paar schicke Overdrives. (und noch mehr Kleinkram) :)
Im Vergleich klingt das Ding hier gewaltig gruselig und ist technisch überholt. 🤷🏻♂️
Das geht heute besser. Da nimmt man lieber was anderes. :)
@plumperquatsch Dann würde ich mich für dich freuen, wenn du mit deinem IR Loader etc. auch 25 Mio. Alben wie bei „Hysteria“ von Def Leppard verkaufst. 😉
@Axel Ritt Selbst Bowie war in den Achtzigern kacke (sah er später selbst so) … und hat in der zeit viel Alben verkauft.
das kann also kein argument sein. ;)
btt
in dem IR loader hab ich wunderschöne IRs von Vintage Mikrofonen. amps, beatboxen, Telefonen, you name it.
das ist mein hansa studio b in a box – man muss da nur schicke IRs rein tun und den mitgelieferten Krams löschen. :)
da kann die kiste hier nur von träumen. ;)
@plumperquatsch Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten ;-)
Es hat aber schon Gründe, dass so viele bekannte Gitarristen und vor allem Studiogitarristen, die an Hits aus allen Genres beteiligt waren, diese Kisten eingesetzt haben (und es teilweise noch tun, heute meistens dann aber eines der Plug-ins oder per Modeling). Die Sound-Beispiele hier sind natürlich aus dem Kontext gerissen.
Ich habe es in irgendeinem anderen Artikel mal erwähnt, dass ein uraltes Yamaha Stagepiano bis heute von vielen Pianisten eingesetzt wird, weil der Sound sich so extrem gut im Arrangement durchsetzt, ohne dass man einen EQ oder Kompressor bemühen müsste. Solistisch gespielt klingt das gruselig, im Arrangement hingegen super.
Mal davon abgesehen: Wenn man die Red Special von Brian May mit dem kleinen Deacy Amp Regal-Lautsprecher von John Deacon, der im Studio eingesetzt wurde, hört, fragt man sich auch, wie man jemals auf den Gedanken kommen konnte, mit diesem dünnen und quäkigen Sound bei Queen zu spielen. Hört man den dann aber im Zusammenklang der vielen Overdubs, weiß man, warum es für Brian May immer genau der Sound im Studio sein musste. Sieht urig aus und klingt auch so:
https://share.google/images/Xam95IeCXEde5lRvw
Und wurde sogar später als Amp nachgebaut…
@Markus Galla wenn ich mich richtig erinnere war das bowie interview Mitte der 90er auf mtv, er hat gemalt.
sinngemäß hat er gesagt weniger Kokain und mehr Kunst hätte seinem werk in den 80ern gut getan. (allgemeines Gelächter)🤭
@Markus Galla wie sich hier in dem distortion demo die gebendeten Noten mit dem chorus vermischen und gräßlich jammern ist ein klang den ich nie wieder hören will, scheußlich. 😂
aber klasse demo
@Axel Ritt Das IRs ein wahres Sounddesign-wunder sein können, wenn man weiß was man macht, muss ich nicht wirklich erwähnen?
hust
damit funktionieren auch „jazzy HHs“ aus ner 606.
ich hab mich früher immer gewundert wo dieser klang herkommt. ^^
aber was weiß ich schon ;)
@plumperquatsch In den 80s gab’s vieles, das heute Geschmacklos wirkt. muss jeder oder jede selbst entscheiden!
ich find neon und grelle Farben geil. 😄
aber keine Haare mehr zum Glück für vokuhila und co. 😁
@plumperquatsch https://open.spotify.com/intl-de/track/2PFIZFcGry0po3ZfRZkzKc?si=6837e0cb42774702
Noch Fragen? 😉
@Axel Ritt ^^
ich seh schon, hat nur diesen einen sound bei dem sich der chorus nicht einstellen läßt.
den rest der kiste vergißt man am besten gleich. 🤷🏻♂️
@plumperquatsch Hallo plumperquatsch,
ich bin immer wieder beeindruckt, wie manche junge Leute – davon gehe ich jetzt mal bei Dir aus – etwas hochnäsig über andere Generationen und deren Präferenzen urteilen.
Wie schon ausgeführt besitze ich sowohl das Handgerät als auch die Rackversion, bin also sicher nicht objektiv. Aber der Sound des Rockman war damals absolut stilprägend.
Und ehrlich, wenn man das Level in der Musik von damals mit dem von heute vergleicht würde ich sagen, dass es in den 70ern und 80ern mehr virtuose Musiker gegeben hat als heute, d.h. der Musikstandard war ziemlich hoch. Man denke nur an Typen wie Keith Emerson, Joe Satriani, Steward Copeland usw.
Und die wollten dann natürlich auch state-of-the-art Technik nutzen. Und für Gitarristen war der Rockman eines unter vielen tollen Geräten. Tom Scholz war als dessen Entwickler eben auch eine bemerkenswerte Kombination aus Musiker und innovativem Techniker.
Ob einem der stark komprimierte Sound zusagt oder nicht, darüber kann man sicher verhandeln (wie auch Axel schon geschrieben hatte). Aber ihn abschätzig als irrelevant herunter zu machen geht gar nicht.
Gruß
Fredi
@Fredi Es soll Gitarristen geben, die schon sehr früh diese stark komprimierten Sounds genutzt haben – im Studio wie auf der Bühne. Man höre sich nur mal „Another Brick in The Wall“ an und den Sound, den Gilmour dort nutzt. Extrem stark komprimiert. Für diese Sounds waren Rockman & Co super, weil sie ohne Aufwand „instant“ zur Verfügung standen. Viele der großen Whitney Houston Hits wurden mit dem Rockman eingespielt. Und die Gitarren-Parts da haben es durchaus in sich. Dann wären da noch Rush, ZZ Top, Satriani, David Gilmour, Jeff Beck und viele andere, die einen Rockman im Studio eingesetzt haben. Warum? Weil sich der Sound im Mix super durchsetzt, die Handhabung einfach war (keine Mikrofone notwendig, Gitarrist konnte in der Regie spielen) und die Sounds bis heute so beliebt sind, dass die Original-Kisten zu Höchstpreisen gehandelt werden bzw. es Plug-ins und Modelings gibt, um genau diese vier Sounds wieder zu erzeugen.
@Fredi ich bin auch schon 42 (ächz.. stöhn) und muss gestehen, ich höre fast nur alte Musik.
manchmal was neues und dann merke ich manchmal es ist ein 80s oder 90s Sample drinnen und nur deswegen ist der Track für mich gut.
heute gibt’s viel mehr Möglichkeiten aber ich finde in den 80ern und 90ern zb. wurden mit limitierten mitteln viele extrem gute alben produziert und die waren deutlich besser als das meiste heute.
wenn du Autotune nimmst, die meisten können wohl ohne nicht gut singen.
ok, manche schon.
aber es ist natürlich ein gutes Mittel zu schummeln.
vocoder aber auch muss ich gestehen.😂
@Fredi ich werd jetzt 50 und bin mit post-punk, new wave und techno im ohr großgeworden.
Ich bin zwar in der Provinz aufgewachsen aber „Malibu“-mail order und john peel im radio haben mich vor der kulturellen Versumpfung gerettet. 😆
Sämtliche hier erwähnten bands und Musiker wirst du in meiner Plattenkiste nicht finden und den sound find ich auch nicht erstrebenswert, freundlich ausgedrückt. 😁
@fredi
anders gesagt: während die meisten Leute AHA oder so gehört haben, hab´ ich Psychic TV gehört. 🙂
Damals (R) hatte ich u.a. das ESP Pocket Studio und einen Korg MonoPoly. Auf letzterem habe ich einen E-Piano-Sound erstellt (2 x 2 VCOs im Cross-Mod), und dann hatte ich die Schnapsidee, das mal durch das Pocket Studio zu schicken. Der höhenreichere Clean-Sound, dazu Chorus und Delay: Das absolute Space Piano! Der MonoPoly war für mich insgesamt eine Enttäuschung, aber dieser Sound hat echt Spaß gemacht. Heute habe ich hier ein Nobels Sound Studio ;)
https://nordland-electronics.de/blog/entwicklung-des-sound-studios-1.html
Das MXR-Pedal ist irgendwie interessant, aber das Delay fehlt dann doch etwas, und ein Stereo-Ausgang mit zwei Buchsen wäre nett gewesen.