TR-808 Soul mit Modular Control
Mit dem Nano Modules Octa testen wir für euch ein mehrstimmiges Drum-Modul, das die beliebten Sounds der legendären Roland TR-808 in den Eurorack-Kosmos bringen soll. Wir werden in diesem Test herausfinden, wie gut das dem spanischen Klopfgeist gelingt und dabei auch schauen, welche weiteren Kaufargumente das Modul mit in die Waagschale wirft.
- Soundqualität: Sehr nah am originalen TR-808 Sound mit Kick, Snare und HiHats, zusätzlich flexibel einsetzbar.
- Features: Drive-CV, Kompressor, Tilt-EQ und Sidechain-Ausgang eröffnen kreative Möglichkeiten.
- Bedienung: Übersichtliche Oberfläche, sofort verständlich, keine lange Einarbeitung nötig.
- Preis-Leistung: Hochwertige Verarbeitung, umfangreiche Features, im Vergleich günstig – klare Kaufempfehlung.
Inhaltsverzeichnis
- Nano Modules Octa
- Wer sind die Macher hinter Nano Modules?
- Was ist das Nano Modules Octa?
- Das Octa von Nano Modules wird ausgepackt
- Die Haptik des Octa von Nano Modules
- Die Bedienelemente des Octa von Nano Modules
- Dynamikbearbeitung mit dem Nano Modules Octa
- Das Highlight der Feature-Liste: Der Sidechain-Ausgang
- Die Bedienung des Nano Modules Octa
- Die Sounds des Nano Modules Octa
- Vergleich mit der Konkurrenz
Wer sind die Macher hinter Nano Modules?
Nano Modules, gegründet im Jahre 2018 von Claudia und Jorge, ist ein junges Unternehmen aus dem wunderschönen Valencia in Spanien, das sich auf das Design von modularen Synthesizern und anderen Produkten für den Eurorack-Kosmos konzentriert.
Claudia ist Ingenieurin für Industriedesign und Produktentwicklerin, Jorge ist Ingenieur für Industrieelektronik und Automatisierung. Gemeinsam bilden sie ein starkes Match mit multidisziplinärem Charakter. Sie glauben daran, das Leben mit nützlichen und gut gestalteten Werkzeugen zu umgeben, um den Komfort und das kreative Potenzial der Menschen zu steigern.
Schaut man sich der Firmen-Website im Shop um, erkennt man, dass die beiden sich schon ein recht ordentliches Portfolio an hochwertigen Eurorack-Modulen aufgebaut haben. Man findet dort zwischen Hüllkurven, Filtern, Mixern und Funktionsgeneratoren natürlich auch unseren aktuellen Testprobanden, das Nano Modules Octa. Und in dem Zusammenhang stellt sich auch gleich die erste Frage:
Was ist das Nano Modules Octa?
Das Nano Modules Octa ist ein vierstimmiges Drum-Modul für das beliebte Eurorack-Format. Es bringt den legendären Sound der Roland TR-808 in die modulare Welt. Das Nano Modules Octa bleibt mit seinem analogen Kern den originalen Schaltkreisen treu, erweitert aber durch einige Raffinessen die kreativ nutzbare Bandbreite.
Die vier unabhängigen Drum-Stimmen, bestehend aus Kick, Snare und den beiden HiHats (open/closed), bieten einige zusätzliche Parameter zur Klangbearbeitung sowie individuelle Ausgänge. Dazu gibt es noch eine Drive-CV-Steuerung, um Sättigung und Charakter hinzuzufügen, sowie einen Kompressor plus Tilt-EQ über den Summenausgang für die volle Kontrolle über Klang und Dynamik der dort ausgegebenen Drum-Stimmen. Das Highlight der ellenlangen Feature-Liste dürfte aber der Sidechain-Ausgang sein, mit dem man externe Signale zum ausgegebenen Beat ducken kann.
Das Octa von Nano Modules wird ausgepackt
Aus der hübsch gestalteten Umverpackung entnehmen wir das 18 Teileinheiten breite Nano Modules Octa, dazu ein Set Schrauben, genauer gesagt vier Befaco Knurlies und das obligatorische Ribbon-Kabel für die Stromversorgung im Eurorack-Case.
Zu guter Letzt purzelt noch ein hübscher Nano Modules-Glitzersticker aus der Schachtel, ich liebe solch nette Beilagen. Eine Anleitung finden wir in der Verpackung leider nicht, aber keine Angst, die findet man online als Quick Guide zum Download.
Wo wir das Nano Modules Octa schon in der Hand halten, schauen wir auch gleich noch auf die Rückseite. Dort finden wir neben fünf SMD-Bauteilen noch drei blanke Stiftleisten. Die beiden äußeren Stiftleisten sind vermutlich für zukünftige Erweiterungen gedacht und die Stiftleiste in der Mitte bildet die damit leider nicht verpolungssicher angelegte Stromversorgung.
Damit sind wir auch gleich beim richtigen Stichwort. Das Nano Modules Octa benötigt auf der -12 V Leitung 115 mA und auf der +12 V Leitung addieren sich dazu noch einmal 100 mA. Die 5 V Leitung wird nicht benutzt.
Die Haptik des Octa von Nano Modules
Das Nano Modules Octa ist mit seinen 40 mm in der Tiefe absolut Skiff-tauglich. Die hübsche Frontplatte weiß mir sehr zu gefallen. Die Beschriftung der Bedienelemente ist jederzeit gut ablesbar und durch die goldene Beschriftungen, Linien und verschiedene Farben der Regler wird nicht nur die Optik aufgewertet, sondern auch die Arbeitsbereiche abgegrenzt, was in einer sehr guten Bedienerführung mündet.
Alle Bedienelemente, wie Eurorack-Buchsen, Regler und Schalter sind mit der Frontplatte verschraubt. Die Regler haben einen leichten Widerstand im gut skalierten Regelweg, die Schalter geben knackig Antwort auf den Schaltvorgang und die Buchsen nehmen die Patch-Kabel stramm auf.
Alles in allem macht das Nano Modules Octa in dieser Kategorie einen sehr robusten und wertigen Eindruck. Ich habe hier absolut nichts auszusetzen und vergebe die volle Punktzahl.
Die Bedienelemente des Octa von Nano Modules
An dieser Stelle gibt es dann wie immer bei mir den virtuellen Rundgang über die Frontplatte des Probanden. Wir schauen uns dabei in aller Kürze die Bedienelemente und deren Funktion an und sollte es hier Besonderheiten geben, werde ich diese auch gleich erwähnen.
Die vier Drum-Stimmen sind durch vertikale Linien in ihre Arbeitsbereiche unterteilt. Ganz links finden wir die Bassdrum, rechts daneben die Snare und weiter rechts die geschlossene und die geöffnete HiHat.
Alle vier Instrumente haben im oberen Bereich die gleichen Bedienelemente. Wir finden dort links oben den Trigger-Eingang als Eurorack-Buchse, der bei eingehenden Trigger-Signalen über 2 V die Klangerzeugung des Instrumentenkanals auslöst. Rechts daneben finden wir immer den Einzelausgang eines Instrumentenkanals.
Eine Etage tiefer finden wir auf der linken Seite den Eingang für Control Voltage, der bei eingehender CV die Lautstärke und die Sättigung im Drive des MIX-Outs dynamisch steuert. Rechts daneben finden unsere Live-Performer noch einen Mute-Schalter, der das jeweilige Instrument temporär stummschaltet.
Darunter finden wir dann für jeden Kanal den Lautstärkeregler in Schwarz. Wird dieser über die 12 Uhr Position weiter nach rechts gedreht, wird dem Signal erst sanftes Clipping und dann ordentlich Charakter in Form von analoger Sättigung hinzugefügt. Die LEDs rechts unter dem Regler, in den typischen Farben der Roland TR-808-Pattern-Taster, zeigen den Drive auch optisch an, wenn man in diese Bereiche kommt.
Wie oben schon erwähnt, ist der Drive auch über externe Control Voltage steuerbar. Wenn in die CV-Eingangsbuchse ein Signal eingepatcht wird, dient der Drive-Regler als Abschwächer.
Unter den schwarzen Drive-Reglern, gut erkennbar durch weiße Regler, finden wir dann die Klangbearbeitung der einzelnen Instrumente. Bei der Kickdrum dient der Regler TONE zur Einstellung der Attack-Phase. Ganz links sind die Höhen reduziert, was einen weichen, dunklen Sound mit sanftem Attack hervorbringt. Im Uhrzeigersinn gedreht werden immer mehr hochfrequente Obertöne eingeblendet, bis hin zu einem scharfen, druckvollen Attack im Rechtsanschlag des Reglers.
Darunter finden wir den Regler TUNE, mit dem man die Bassdrum in ihrer Tonhöhe stimmt. Der unterste Regler DECAY bestimmt das Abklingverhalten der Kickdrum, von kurzem Punch bis hin zum langen Boom.
Auch die Snare besitzt drei Regler für die Klangbearbeitung. Der Regler TONE regelt den Grundcharakter unserer Snare. Die Snare verwendet dazu zwei Sinusoszillatoren, einen tiefen und einen hohen. Mit dem Regler erstellt man nun einen Mix aus den beiden Sinusoszillatoren. Im Linksanschlag des Reglers hören wir nur den tiefen Ton, im Rechtsanschlag nur den hohen, während die Mittelstellung des Reglers der 50:50-Mix aus beiden Tönen ist.
Darunter der Regler SNAP addiert weißes Rauschen in den Oszillator-Mix und sorgt so für das typische Klangbild einer Snare. Über den letzten Regler NOISE regeln wir die Lautstärke des weißen Rauschens, erhöhen im Uhrzeigersinn gedreht die Aggressivität und beeinflussen dabei auch subtil die Abklingzeit.
Die geschlossene und die offene HiHat teilen sich den Regler TONE, über den Helligkeit und Klangfarbe beider HiHats eingestellt wird. Mit dem Regler DECAY stellt man das Abklingverhalten der offenen HiHat ein. Das Nano Modules Octa beherrscht natürlich auch das klassische Choke, durch das die geschlossene HiHat die offene HiHat abwürgt, wenn sie getriggert wird.
Dynamikbearbeitung mit dem Nano Modules Octa
Nun sind wir beim Nano Modules Octa ganz rechts unten angelangt. Alle Stimmen des Octa werden in einem internen Mixer summiert und durchlaufen dann einen Kompressor und einen Tilt-EQ, bevor sie an der Ausgangsbuchse OUT-MIX ausgegeben werden.
Mit dem Regler COMP bedienen wir den globalen Kompressor und fügen dem Gesamtmix mehr Biss und Aggressivität hinzu. Das reicht von subtiler Kompression in niedrigen Einstellungen über immer stärkere Sättigung bis hin zur vollen Verzerrung im Rechtsanschlag des Reglers. Eure Nachbarn werden sich freuen!
Mit dem Regler TILT EQ beeinflussen wir ebenfalls den kompletten MIX-Out, dämpfen mit ihm subtil die Spitzen oder erhöhen den Punch. Mit diesen beiden Reglern kann man das am MIX-Out anliegende Signal sehr drastisch verändern.
Das Highlight der Feature-Liste: Der Sidechain-Ausgang
Das meiner Meinung nach absolute Highlight der Feature-Liste des Nano Modules Octa finden wir ganz unscheinbar links neben dem MIX-Out. Eine als SIDECHAIN-Ausgang getarnte Eurorack-Ausgangsbuchse gibt eine über den integrierten Envelope Follower generierte Control Voltage aus, die es uns ermöglicht, externe Signale zum am MIX-Out ausgegebenen Beat zu ducken.
Hiermit kann man dann zum Beispiel VCA-Eingänge steuern, aber auch Filter sind hier natürlich sehr dankbare Abnehmer. Mit diesem Ausgang tut sich eine großartige Spielwiese zum Experimentieren auf. Ein wahres Stundengrab, das immer wieder für großartige Überraschungen im Groove sorgt: Unbedingt ausprobieren!
Die Bedienung des Nano Modules Octa
Der Einstieg in die Bedienung des Nano Modules Octa ist durch die sehr gut strukturierte Bedienoberfläche absolut problemlos.
Den Quick Guide sollte man sicher mal gelesen haben, aber praktisch kann man ihn ganz schnell zur Seite legen. Man betätigt einfach die Bedienelemente des Octa und schon tut sich etwas im Klang. Die klanglichen Auswirkungen der spontanen Sound-Schrauberei hat man dann auch schnell verinnerlicht und so kann man sich schon nach kurzer Zeit ganz gezielt dem Wesentlichen, nämlich dem kreativen Musizieren widmen.
Ein Schmied mit mächtigen Pranken würde wohl über eng stehende Regler in der mittigen Sektion mosern, ich hatte mit meinen eher spitzen Fingern dort keine Probleme.
Die Sounds des Nano Modules Octa
Der Grundsound der vier prägendsten Instrumente einer Roland TR-808 wird vom Nano Modules Octa in meinen Ohren sehr gut getroffen, allerdings hat die Legende von Roland ja noch ein paar Instrumente mehr zu bieten. Gibt es da vielleicht in der Zukunft noch eine Erweiterung? Die blanken Stiftleisten auf der Rückseite lassen sich in diese Richtung deuten.
Die vier Drum-Stimmen des Nano Modules Octa empfehlen sich wärmstens für alle Spielarten der elektronischen Musik von Poppy bis Industrial. Sie entwickeln bei Bedarf enormen Druck, lassen sich aber durch die erweiterte Klangregelung mit Kompressor und Tilt-EQ immer gut im Mix einbetten.
Aber das ist noch nicht alles! In die Audiorate getrieben, bieten die vier Stimmen des Nano Modules Octa auch die Grundlage für tonal gespielte Sounds und heftige Drones. Das Modul ist somit klanglich sehr flexibel einsetzbar. Das sorgt dann im Endeffekt auch für eine langanhaltende Motivation mit enormem Spaßfaktor.
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Die Parametrierung der Regler ist sehr gut vorgewählt und so findet man beim Nano Modules Octa viele sehr gut klingende Sweetspots im Rahmen des typischen Roland TR-Gewandes.
Für unsere virtuellen Modularisten gibt es abseits dieses Testes noch eine gute Nachricht: Das Nano Modules Octa ist jetzt auch für das beliebte VCV Rack verfügbar!
Vergleich mit der Konkurrenz
Wenn es um den legendären Roland TR-Sound geht, hier aber als TR-606 mit erweiterter Klangbearbeitung und einer Verarbeitung, die in meinen Augen die Messlatte im Eurorack-Kosmos in enorme Höhen legt, dann sehe ich als Konkurrent ganz klar, das ebenfalls von mir getestete Tubbutec 6mod6.
Hier gibt es von allem mehr. Mehr Instrumente, mehr Klangbearbeitung, mehr dynamische Möglichkeiten zur Klangsteuerung, aber man muss dafür dann auch deutlich mehr Platz im Case einplanen und mehr Geld ausgeben.
Wer nur den puren Output der Roland Legenden für schnelle Ergebnisse sucht, wird sicher auch bei den von mir getesteten Modulen der „Samples-Serie“ von Soundforce fündig. Hier gibt es zwar keine Klangeditierung, dafür benötigen die kleinen Helfer aber auch deutlich weniger Platz im Case und kosten nur einen Bruchteil der oben genannten Module. Mittlerweile gab es auch hier weiteren Modul-Zuwachs.
Schaut man sich auf unserer mittlerweile ellenlangen Liste der Eurorack Drum Module: Die Besten in der Marktübersicht um, wird man feststellen, dass sich das Nano Modules Octa mit seinen Features erfreulicherweise oder besser gesagt erstaunlicherweise eher am unteren Ende der aufgerufenen Preise einreiht. Das hatte ich ob der wertigen Verarbeitung und der ellenlangen Feature-Liste so nicht erwartet und deshalb schnellt mein hocherfreuter Daumen hier auch ganz fix nach oben.




















































Nano hat ja schon irgendwie trotz halb Neuling zu sein, gleich seinen Stand im Eurorackbereich bekommen. Zu recht, denn die Module sind top verarbeitet, dabei nicht teuer, und sehr funktionell und schick.
@zirkuskind schaut toll aus.
aber wo ist die Cowbell?😂
more Cowbell!
@Numitron Draussen! Hängt noch an der Kuh 😜
Ich hoffe auch das bald eine Erweiterung kommt.
Aber jetzt ernsthaft das Octa Modul war einer der besten Entscheidungen die ich für mein Case und Geldbeutel getroffen habe.
Man kommt schnell zum Ergebnis ohne langer Schrauberei.
https://youtube.com/shorts/YkqeGqzYveQ?si=7cFf4EhLPk1VfRWU
Sidechain-Ausgang finde ich auch super! Wirkt auch alles sehr durchdacht auf mich wenn man Klang/Größe/Verarbeitung/Preis in Betracht zieht.
@Jens Hecht Das sehe ich auch so.
Das Tüpfelchen auf dem i, Design technisch, die praktischen LED Indicators in den Farben der Roland TR-808.