Extras
Für den Einsatz in der Praxis bietet der Naonext Crystall Ball noch ein paar hilfreiche Funktionen. Mit Hilfe der Mem-Taste lässt sich beispielsweise der aktuelle Controllerstand einfrieren, so dass man mit beiden Händen andere Sensoren bedienen kann, um nach kurzer Zeit mit der Hand zum vorherigen Sensor zurückzukehren. Diese Funktion kann entweder durch Drücken der Mem-Taste aktiviert werden, wobei dafür natürlich eine Hand frei haben muss oder man legt diese Funktion auf den Fußcontroller und kann sofort mit beiden Händen weiter agieren.
Je nachdem in welchem Arbeitsmodus man sich befindet, lässt sich für jede Tasterreihe einstellen, ob der ausgesendete MIDI-Befehl beim Loslassen des Tasters bzw. weggehen vom Sensor sofort gestoppt wird (Unlatch) oder ob man den Taster/Sensor nochmals betätigen muss, damit der Befehl nicht mehr ausgegeben wird (Latch). Schade ist, dass diese Modi nur reihenweise programmiert werden können und nicht für jeden Taster einzeln.
Videos, Praxis und Wünsche
Die Videos auf der Website von Naonext zeigen auf beeindruckende Weise, was man mit dem Crystall Ball alles anstellen kann. Außer Frage ist dabei, dass man dafür auf alle Fälle eine ordentliche Einarbeitungszeit benötigt. Die Sensoren reagieren auf Bewegungen die sich im Abstand von 0 – 20 cm abspielen. Weiter entfernen sollte man sich also nicht und man sollte auch vermeiden, die Hand auch nur leicht quer über die Sensoren zu bewegen. Es sei denn, man möchte eben zwei oder mehr Sensoren gleichzeitig aktivieren. Laut Hersteller sollte man bei Einsatz des Crystall Balls auf der Bühne beachten, dass zu gutmütiger Einsatz der Nebelmaschine die Funktionsweise beeinflussen kann. Dass das Ganze mitnichten eine reine Spielerei ist, kann man übrigens ebenfalls sehr gut anhand der Videos erkennen.




























Als seit zig Jahren begeisterter User des Alesis AirFX und AirSynth find ich das Konzept erst einmal sehr interessant, zumal es _sparsam und sinnvoll_ eingesetzt, die Bühnenperformance ordentlich aufwerten kann.
Wahrscheinlich werden aber wieder nur dutzende Experten wild über dem Ding rumfuchteln, um Cutoff und Resonance sinnfrei durchzustrubbeln :)
Die genannten Minuspunkte finde ich persönlich nur in teilen relevant; schlechte Taster sind wirklich nicht gut, aber Anschlagsdynamik bräuchte zumindest ich da auf keinen Fall. Der Rest ist ja mehr oder minder softwarebasiert und könnte via Update irgendwann gefixt werden. Sollte man zumindest bei dem Preis erwarten können, denn den find ich nun wirklich sehr sehr heftig.
Ich frage mich oft auf der ersten Seite eines Reviews, wo denn in etwa der Straßenpreis liegt. Auf Seite 2 murmelte ich in mich hinein „nicht übel, für 99 EUR bestell ich das Ding gleich“, eingedenk der Möglichkeit, dass das Gerät vielleicht doch das Doppelte kosten könnte.
Aber 499 EUR? Da bin ich als spontaner „Keine-Ahnung-ob-ich-das-gebrauchen-kann-aber-ich-kaufs-trotzdem-mal“-Käufer raus.
Das Geld nimmt wirklich nur derjenige in die Hand, der einen konkreten Anwendungszweck im Kopf hat, denn wie ja schon im Test beschrieben, ist kurzes Ausprobieren im Musikgeschäft des Vertrauens ja eher rudimentär möglich.
Ich wünsche Naonext viel Glück mit diesem Produkt, insbesondere, weil sie sich trauen, so ein Gerät auf dem Markt zu bringen, ich bin aber ob der Marktakzeptanz etwas skeptisch….