Was könnte man denn nun am Crystall Ball verbessern? Neben den im Test bereits genannten Kritikpunkten kann ich mir vorstellen, dass viele Nutzer das Konzept des Crystall Balls gut finden. Der ein oder andere würde sich aber zum Einsatz als vollwertiger Controller vielleicht ein paar Fader und Drehregler wünschen. Evtl. würde ein guter Mix aus Keypad, 4 Fadern und 4 Drehreglern das Einsatzgebiet des Crystall Balls nochmals erweitern. Auch hier wäre ja eine Verbindung zwischen den fünf Sensoren und anderen Bedienelementen denkbar. Ebenfalls wünschenswert wären anschlagsdynamische Pads à la MPC, mit denen man auch richtig dynamisch Drum Grooves o.ä. spielen kann. Rein optisch funktioniert der Naonext jetzt schon super und macht gerade auf der Bühne extrem viel her. Hinsichtlich der Funktionen könnte man der Kristallkugel auf alle Fälle noch etwas mehr spendieren.
Mit dem Crystall Ball bringt der französische Hersteller Naonext einen guten Controller auf den Markt, der nicht nur dank des futuristischen Äußeren Eindruck macht. Mit Hilfe von fünf Bewegungssensoren und 24 Keypad-Tasten lassen sich alle erdenklichen MIDI-Funktionen fernsteuern. Einsetzbar ist der Crystall Ball sowohl mit jeder gängigen DAW als auch mit MIDI-fähigen Hardware Synthesizern. Dass er nicht nur als optisches Highlight auf der Bühne dient, erschließt sich nach etwas Einarbeitungs- und Übungszeit. Während das Gesamtkonzept des Crystall Balls auf alle Fälle stimmt, muss er doch einige Kritikpunkte hinsichtlich der Qualität der Drucktaster und der ausbaufähigen Dokumentation hinnehmen. Hier könnte der Hersteller allerdings bei einer zweiten Serie oder dem Bereitstellen eines ausführlichen Handbuchs auf seiner Website nachbessern.
Plus
- gutes Gesamtkonzept
- vielfältige Kontrollmöglichkeiten durch Sensoren und Keypad
- viele Speicherplätze
Minus
- schwammige Drucktaster
- keine Anschlagsdynamik
- Übersichtlichkeit der Speicherplätze
- Dokumentation
- nicht USB-powered
- Latch-/Unlatch-Modus nur reihenweise einstellbar
Preis
- Ladenpreis: 499,- Euro
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Als seit zig Jahren begeisterter User des Alesis AirFX und AirSynth find ich das Konzept erst einmal sehr interessant, zumal es _sparsam und sinnvoll_ eingesetzt, die Bühnenperformance ordentlich aufwerten kann.
Wahrscheinlich werden aber wieder nur dutzende Experten wild über dem Ding rumfuchteln, um Cutoff und Resonance sinnfrei durchzustrubbeln :)
Die genannten Minuspunkte finde ich persönlich nur in teilen relevant; schlechte Taster sind wirklich nicht gut, aber Anschlagsdynamik bräuchte zumindest ich da auf keinen Fall. Der Rest ist ja mehr oder minder softwarebasiert und könnte via Update irgendwann gefixt werden. Sollte man zumindest bei dem Preis erwarten können, denn den find ich nun wirklich sehr sehr heftig.
Ich frage mich oft auf der ersten Seite eines Reviews, wo denn in etwa der Straßenpreis liegt. Auf Seite 2 murmelte ich in mich hinein „nicht übel, für 99 EUR bestell ich das Ding gleich“, eingedenk der Möglichkeit, dass das Gerät vielleicht doch das Doppelte kosten könnte.
Aber 499 EUR? Da bin ich als spontaner „Keine-Ahnung-ob-ich-das-gebrauchen-kann-aber-ich-kaufs-trotzdem-mal“-Käufer raus.
Das Geld nimmt wirklich nur derjenige in die Hand, der einen konkreten Anwendungszweck im Kopf hat, denn wie ja schon im Test beschrieben, ist kurzes Ausprobieren im Musikgeschäft des Vertrauens ja eher rudimentär möglich.
Ich wünsche Naonext viel Glück mit diesem Produkt, insbesondere, weil sie sich trauen, so ein Gerät auf dem Markt zu bringen, ich bin aber ob der Marktakzeptanz etwas skeptisch….