Test: Native Instruments B4

27. Oktober 2004

Native

Kurztest:

Egal, ob für das nächste Drum & Bass Stück oder für einen fetzigen Rock Song, die NI B4 setzt sich durch und klingt Null Komma Null nach Simulation – im Gegenteil, das Gehäuse meines Rechners war auch noch eine Stunde nach meiner Testsession wegen der heißgelaufenen Röhre erhitzt….

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Wer glaubt, den VST Softwareentwicklern würden langsam die Ideen ausgehen bei der Wiederbelebung kultiger Klangerzeuger, der hat sich geschnitten.

Nach Prophet 5, Minimoog und PPG Wave hat es nun auch die Kultorgel Hammond B3 erwischt – von NATIVE INSTRUMENTS „B4″ getauft. Auf meiner Wunschliste verbleiben nun noch der Prophet VS, der ROLAND D50 und ein waschechter DX7.

Doch zurück zur NI B4. Die Installation unter CUBASE und LOGIC verlief reibungslos.
Auch das aktuelle MAC OS Betriebssystem 9.04 machte keinerlei Probleme.
Wie bei den meisten VST Plug-Ins, so ist auch beim NI B4 die Systemauslastung unter CUBASE nicht so stark beansprucht wie unter LOGIC. Doch selbst bei der maximalen Polyphonie von 95 (!!!!) Stimmen, hält sich die Auslastung in Grenzen. Für schwächere Rechner kann man die Polyphonie bis auf 24 Stimmen begrenzen, was in vielen Fällen vollkommen ausreicht.

Die NI B4 verfügt über zwei Manuale sowie einen Pedalbereich. Für externe Midi-Keyboards können beliebige Splits programmiert werden. Auf Wunsch zwischen den beiden Manualen oder zwischen Upper Manual plus Pedalen oder Lower Manual plus Pedalen.
Für jeden dieser drei Bereiche gibt es neun Drawbars zur Einstellung der Klänge.
Über entsprechende Controller können alle Parameter automatisiert und kontrolliert werden.ily: Times; font-size: 16px“ class=“Apple-style-span“>
Auch die beiden Manuale sowie die Pedale lassen sich unter Cubase über verschiedene Midi-Kanäle getrennt ansteuern. Dies gelang mir leider unter LOGIC nicht. Der Wechsel der Midi-Kanäle des LOGIC Instruments zeigte leider keine Auswirkung auf die Ansteuerung der Manuale.
Wer also unter LOGIC das zweite Manual sowie die Pedale bedienen möchte, dem bleibt nichts anderes übrig als der Umweg über die Keyboard-Splits.

Wie die echte B3, so verfügt auch die NI B4 über einen ROTARY SPEAKER, dessen Geschwindigkeit sich über das Modulations-Wheel steuern lässt.
Hinzu kommt eine unglaublich realistisch klingende Simulation eines Röhrenverstärkers, der sich auf Wunsch auch übersteuern lässt.

Ein Mausklick auf das B4 Logo 3_b4logo.jpg, und das Pulldown-Menü View schaltet von der Komplett-Abbildung auf die Detailabbildung ohne Manuale um.

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Hier lassen sich der Röhrenverstärker, der Rotary-Speaker, der Mikrofonabstand zur Abnahme des Sounds und weitere Parametereinstellungen vornehmen.

Wie klingt es denn nun?
GENIAL würde ich sagen! Warum viele Worte machen – die NI B4 ist vom Original praktisch nicht zu unterscheiden. OK – die Wahrheit, ich habe selbst kein B3 im Studio stehen um einen AB Vergleich durchführen zu können, jedoch vor ca. einem Jahr hatte ich das Vergnügen, bei einer längeren Studio Session spielen zu dürfen, bei der ein guter Freund extra eine echte B3 anschleppte.
Ich schnappte mir die DAT Aufnahmen von damals und spielte die einzelnen Parts nochmals nach und hatte schwer den Eindruck, an einer echten B3 zu sitzen.

Vor allem der Tube-Sound hat mich vollkommen vom Sockel gehauen. Zieht man nun auch noch den Preis von DM 299,– zur Bewertung heran, kann man das Thema Preis-/Leistungsverhältnis ohne Worte abhaken!
Egal, ob für das nächste Drum & Bass Stück oder für einen fetzigen Rock Song, die NI B4 setzt sich durch und klingt Null Komma Null nach Simulation – im Gegenteil, das Gehäuse meines Rechners war auch noch eine Stunde nach meiner Testsession wegen der heißgelaufenen Röhre erhitzt….
(na ja, manchmal darf auch ein Tester bei aller Euphorie etwas über die Strenge schlagen).

VST Plug-In von NATIVE INSTRUMENTS
Betrieb auch im Stand-Alone Modus ohne Host-Software möglich
Empf. VK DM 299,–

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