Test: Native Instruments Brass Collection, Sound Library

Ausprobiert: Brass Ensemble

Wie beim Brass Solo auch, haben wir hier die Wahl, ob wir uns das komplette 32-köpfige Blech-Ensemble in den Speicher holen (der dort dann stolze 0,57 GB belegt), oder ob wir die  Gruppen doch lieber einzeln vorladen. Wobei „einzeln“ dann nicht ganz richtig ist, haben wir es dann ja nicht mit einem, sondern mit acht Instrumenten zu tun. Gleich vorweg: Der Sound der Ensemble-Library übertrifft den der Brass Solo noch mal deutlich, was Fülle und Prägnanz angeht. Das klingt unglaublich voll, lebendig, authentisch, dass man erst einmal für die nächsten Minuten zum Nachspielen bekannter wagnerianischer Bläserlinien-Ohrwürmer abtaucht. Und man zu ahnen beginnt, was hinter dem Begriff „volles Blech“ steckt.

Was da nur manchmal etwas unschön auffällt, sind die wechselnden Raumanteile in den verschiedenen Artikulationen. Während zum Beispiel der „Sustain All“ bei den Hörnern nach Kirche klingt, scheint man die acht Hornisten zum „Sust. Decrescendo“ auf die Schnelle in die Sakristei verfrachtet zu haben. Auch sind einige wenige Anblasphasen etwas unsauber geraten. Kleinere Entgleisungen bringen da zwar einen Human Touch mit rein, doch klingt das nicht ganz so „touchig“, wenn das auf dem immer selben Ton passiert. Gut, das ist jetzt Erbsenzählerei und fällt in einem Track mit vollem Orchester dann auch kaum noch auf. Aber erwähnen wollte ich es trotzdem mal. Ansonsten aber: Fett, gut, gefühlsecht.

 

Die Dynamics sind beim Ensemble etwas anders als beim Brass Solo

Die Dynamics sind beim Ensemble etwas anders als beim Brass Solo

 

Bei den Dynamics wurde – im Gegensatz zum Brass Solo – das Vibrato gestrichen und durch die „Motion“ ersetzt. Damit lassen sich Pitch und Intensität einer Note zusammen ein wenig modulieren, was noch mehr Bewegung und Lebendigkeit ins Spiel bringt. Außerdem gibt’s (wie eingangs erwähnt) einige besetzungsbedingte zusätzliche Effekte und Artikulationen. Ansonsten aber sind Aufmachung und Möglichkeiten identisch mit der Solo-Nummer. Gut so, da muss man sich dann nur in eine Library einarbeiten.

 

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    MrMeloD  

    Danke für den Test Matthias. Ich warte dann auf Komplete 11U :) Hast Du einen Tipp, welche Blech Library sich für Jazz/Swing eignet?

    Danke und Gruß

    • Profilbild
      m.steinwachs  RED

      Bei Jazz/Swing fällt mir auf Anhieb die „Broadway Big Band“ von Fable Sounds ein. Die hat neben den Bläsern auch noch Drums und Percussion dabei.Kostet dann allerdings auch über 2.000 Euro. Es gibt aber auch eine Lite-Version für rund 480 Euro. Die „Chris Hein Horns Pro Complete“ sind auch BigBand/Jazz-tauglich (ca. 650 Euro). Und schließlich gibts noch „Swing!“ von Project Sam (ca.350 €)

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      The-Sarge  

      das warten auf K11U nützt Dir/uns leider nichts, denn NI hat entschieden diese „Symphonie Series“ als Bestandteil der Komplete-Reihe zu entfernen, ergo wird es weder in K11U noch späteren Kompletes drin sein
      :(

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