Test: Native Instruments, Guitar Rig 3, Gitarren-Software

-- Ring Modulator --

— Ring Modulator —

Real Wah ist nun der dritte Wah-Effekt onboard und liefert einen weichen und weniger nasalen Effekt als funky Cry-Baby. Eine sehr gute Ergänzung für breitere und modernere Wah-Effekte.

Klanglich liefert der Custom EQ einen warmen und edlen Sound. Ideal um Akustikgitarren den nötigen Schmelz im Obertonbereich zu verpassen. Die Bedienung selbst ergab sich allerdings erst nach der Handbuchlektüre.

Sledge Hammer hat wenig bis gar nichts mit Peter Gabriels Kult 80er am Hut. Es ist ein neuer gemeiner Verzerrangriff auf den Hörnerv. Der einzige Effekt, bei dem ich sogar die Hi-Q-Einstellung weglassen würde um es noch fieser und bitcrushiger klingen zu lassen.

-- Sledge Hammer --

— Sledge Hammer —

Delay Man ist ein enfaches Delay mit nachgeschaltetem Chorus oder Vibrato, das bei extremer Feedbackeinstellung zur Selbsozillation reicht. Kein Muß – aber hilfreich.

Für tapeartige-Delayeffekte empfiehlt sich das neue Tape-Delay im Rolandfreundlichen Grün. Spacige Sounds und reggaetauglich Filterdelays sollten damit kein Problem sein.

-- Tape Delay --

— Tape Delay —

Dank des modularen Systemaufbau kann mit diesen und den restlichen Effekten eine Menge abgefahrenen Zeugs realisiert werden. Aus Guitar Rig wird immer mehr Effekt Rig.

Snapshots
Presetwechsel gehen innerhalb Guitar Rig 3 zwar schnell aber manchmal zu langsam um einmal schnell zwischen Strophe und Refrain wechseln zu können. Hier wäre es auch hinsichtlich der Livetauglichkeit klasse, wenn sich einfach innerhalb eines Presets die Komponenten per Knopfdruck muten, regeln oder dazu schalten lassen könnten.

-- Snapshots --

— Snapshots —

Diese Funktion liefert nun Native Instruments nach: Einfach den gewünschten Sound im Preset z.b. für Rhythmusgitarre einstellen und den Status Quo einem Knopf der Rig Kontrol zuordnen und dann den Solosound einstellen. Wieder den Snapshot einem anderen Knopf zuordnen und schon wird auf Knopfdruck der Wechsel innerhalb eines Presets ohne Soundaussetzer vollzogen.

Presetbrowser
Während der rechte Rackbereich mit den Components so ziemlich gleich geblieben ist, zeigt sich der linke SideKick-Bereich dank des Verzichts auf Grafiken und dem besseren Reitersystem deutlich aufgeräumter und übersichtlicher. Die Schrift ist größer und die Bänke (oben) und Presets (unten) stehen nicht nur optisch besser übereinander. Presets sind nun dem Verstärkermodell zugeordnet und wer wie ich Fan des neuen Ultrasonic ist, möchte seine Lieblingspresets gerne gleich auf einen Blick haben. Es sind aber die Presets auch nach Musikrichtung und Künstlervorbild katalogisiert, so das mehrere Möglichkeiten der Presetorganisation zur Verfügung stehen. Save-Operationen sind in die Toolbar nach rechts oben gewandert. Neu sind beschreibende Attribute für Style, Tone und Instrument, die jedem Preset zugeordnet werden können. Dies erleichtert die Suche nach passenden Sounds – ähnlich wie bei Logics Appleloops. Einwandfrei.

-- Attribute --

— Attribute —

Klangbeispiele
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Abgesehen davon, dass mann einen Dual-Core Rechner benötigt darf man den dann auch noch mit auf die Bühne nehmen. Das kann ja für Bastler interessant sein, aber für Musiker völlig ungeeignet. Ich verstehe nicht wie man so was als „sehr Gut“ auszeichnen kann.
    Gruss Rick

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      AMAZONA Archiv

      Hmmm…wo lebst du denn ? Wir haben 2008, das ist fast in jedem Notebook eine Dualcore-CPU drin, ausserdem lässt sich die Software auch mit älteren SingleCores problemlos betreiben. "Rechner auf die Bühne nehmen…." Notebook! -> ist wesentlich leichter als irgendein Top…."für Bastler geeignet…für Musiker völlig ungeeignet…selten so einen Stuss gelesen.

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    i.barsekow  AHU

    Hallo Rick, die Rechner sind eigentlich nicht das Problem – eher das Umdenken bei den Gitarristen. An NI war der Vorschlag gerichtet,die GR-Algorithmen in die Rig Kontrol zu transferieren (s. Liveview). Solange das nicht passiert, ist GR3 nur mit Aufwand auf die Bühne zu stellen.

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      @Ingo: Der Aufwand um GR auf die Bühne zu stellen ist nicht grösser als ein Vollröhrentop + diverse Tretminen mitzuschleppen…im Gegenteil.
      @Peter: GR ist natürlich eher was für Leute, die Spass am Verändern von Sounds haben und sieht natürlich nicht so "schick" aus wie ein Mesa-Top+Box. Dein Kopfschütteln bezüglich der Sounds ist nicht ganz nachvollziehbar.

      • Profilbild
        i.barsekow  AHU

        @Fred: Richtig, ich hatte mich in meiner Antwort leider etwas zu kurz gefasst: In der Tat wird meist weniger (!) Aufwand nötig sein als Top und Box zu schleppen und zu verkabeln, inkl. der technischen Problemchen mit Batterien, Netzteilen etc. im Floorboard… Dennoch: GR3 und jede Software, die in das Gewohnte eintaucht wird immer Gegner haben – Ich erlebe das in 'PlugIns vs. Analog-Gear' Diskussionen häufiger auch wenn es derzeit immer weniger wird.

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    Wenn ich schon live mit Algorithmen arbeiten will, nehme ich mir gleich eine Line 6 Kombo oder eine von Vox oder Fender oder was es sonst noch alles an virtuellem Klangfake gibt mit auf die Bühne.

    Ich hab zwar nichts gegen diese PlugIns, aber Software+Rechner+Controller um einen Klang zu erzeugen und zu steuern leuchtet mir niht ein.

    Zumal der KLang dieses oder anderer PlugIns selbst nichts mit den wie auch immer angedeuteten "Originalen" zu tun hat.

    Ene kleine Anmerkung , ohne NI an den Karren fahren zu wollen: Das einzige PlugIn , das ich kenne, dass recht gut klingt kommt auch ohne FX aus. Das ist aber bei NI nicht der Fall. Schaltet man hier FX aus, dann bleibt nur noch missmutiges Kopfschütteln.

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      Sehe ich genauso..nur das ich finde das die Software auch mit Effekten grausig klingt und- was ebenso wichtig ist- auch grausig "anfühlt" für den Gitarristen..da ist das Amplitube um WELTEN besser, wurde doch hier auch mal getestet, zusammen mit der Stealth-Plug Hardware..wenn ich mich recht entsinne..

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        Persönlicher Geschmack ist für mich ein schlechtes Indiz für tatsächliche Qualität, weil es keinen Referenzgeschmack gibt. Daher sollte sich jeder potentielle Käufer unbedingt erst einmal mit Demos versorgen und seine Bedürfnisse klären, bevor er sich für einen Kauf entscheidet. Hier kann wirklich nur der eigene Eindruck entscheiden. Anders wäre es im Falle von allgemeinen technischen Problemen, die mir allerdings beim GR nicht untergekommen sind. Ich persönlich schätze GR im Studio und nutze es auf Grund des Leistungsumfangs auch zur Bearbeitung anderer Instrumente. In der Nutzbarkeit liegt für mich ein entscheidender GR Vorteil gegenüber Konkurrenzprodukten, die oftmals wirklich nur als Ampsims taugen.

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          Ich finde auch das GR3 für viele Soundverfremdungen dienen kann, aber niemals als Gitarrensound.

          Kein Gitarrist spielt sowas ERNSTHAFT.

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            Na ja, aufnahmetechnisch sind ausreichend soundrelevante Faktoren nachgelagert, wodurch der subjektive qualitative Unterschied von simulation und Original förmlich neutralisiert wird. Soll nicht heissen, dass am Ende jedes gute Mastering aus der letzten Möhre einen guten Sound zaubert. Aber ich halte deine Argumentation hinsichtlicht ERNSTHAFTIGKEIT schon für ein Indiz typisch deutscher versnobter Markengläubigkeit, die sich aber regelmäßig im Studiobetrieb als ungerechtfertigt erweisst. Es sei an dieser Stelle noch einmal erwähnt, dass ich mich allein auf den Studioeinsatz und nicht auf die "Livetauglichkeit" beziehe.

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    AMAZONA Archiv

    Ich finde den trockenen Verzerrerklang von NI eher unympathisch, da rettet auch die nette GUI nichts. Vergleiche ich z.B. mit dem Ohmforce Ohmicide, so fühlt sich dessen Klang geradezu warm an.

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    AMAZONA Archiv

    Native Instruments so nennt sich der Hersteller.Native = läuft auf der CPU = hat nichts auf DSP in externem Gerät verloren. Solange also NI seinem Namen treu bleibt, wird es ein Guitar Rig 4 Kontroller inkl. Audioverarbeitung wohl nur mit eingebautem PC / Mac geben. Und wer sollte das bezahlen?

  6. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass es auf der Homepage von NI eine kostenlose Demoversion von GR3 gibt. Man muss also nicht die Katze im Sack kaufen, sondern kann in Ruhe testen. Vorausgesetzt natürlich, dass man über ein brauchbares Audiointerface oder einen Verstärker mit Recording-Ausgang verfügt, um den Sound der Gitarre in den Rechner zu kriegen.entsFpreientseine%

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