Test: Native Instruments, Guitar Rig 3, Gitarren-Software

Lästig bleibt die Tatsache, das beim versehentlichen Starten des Sequenzers mit Tab die Presetbeschriftung versehentlich sehr einfach ohne Rückfrage gelöscht werden kann, falls nicht das Sequenzer Window, sondern das darüber liegende Guitar Rig Fenster aktiviert war.

Übersicht Rig Kontrol 3
Auf die Frage, inwieweit sich denn Guitar Rig 3 von seiner Vorgängerversion unterscheidet, fällt beim Auspacken der Rig-Edition unweigerlich die neugestaltete Rig Kontrol 3 auf. Sauber gebürstete Metalloberfläche in mattschwarz soll dem Gitarristen das credibile Nebeneinander von Echtmarshallstack und Rig Kontrol 3 erleichtern. Soziale Ausgrenzung ist nun kein Thema mehr. Drei zusätzliche Fußschalter erweitern das mögliche ‚Kontrol‘-Spektrum und neue LED-Ketten für Ein- und Ausgänge signalisieren die Pegel. Eingangsseitig mit 8, ausgangsseitig mit 4 –LEDs.

Wie schon die Rig Kontrol 2 – ist auch die Rig Kontrol 3 ein vollwertiges Audiointerface mit 2 Ein- und Ausgängen, einem Kopfhöherausgang und MIDI In/Out-Buchsen, das sich neben der Aufgabe, Gitarren- und Bassignale impedanzrichtig zu verarbeiten, auch ohne Guitar Rig Software als allgemeiner Wandler empfiehlt. Im Gitarreneinsatz werden die Audiosignale über die USB 2.0- Schnittstelle zum Computer gesendet, dort in Guitar Rig bearbeitet und über USB zurück zur Rig Kontrol geschickt. Dort stehen die Signale an den Analogausgängen bereit. Die Eingangskanäle (Klinke 6,3 mm) teilen sich einen Line/Instrument- Schalter. Es ist eine Entscheidung von Nöten, falls zwei Signale gleichzeitig angeschlossen werden sollen: Entweder Gitarren, Bässe oder Linesignale. Leider kann man nur ausprobieren, welche Stellung des Line/Instr.-Schalters der Gewünschte ist, da eine Zustandsbeschriftung fehlt. Für die Verstärkung hat jeder Eingang einen Gainregler, der ausreichend Stoff liefert. XLR-Eingänge und Phantomspeisung finden sich nicht, so das Mikros anderweitige Vorverstärkung benötigen. Dies schränkt die Nutzung als studiotaugliches und vollwertiges Audiointerface etwas ein. Klanglich gibt es aber nix zu meckern. Die verbauten Cirrus Chips lösen studiotauglich fein auf. Die maximale Samplingrate der Wandler liegt ein- wie ausgangsseitig bei professionellen 192 Khz bei 24 Bit. Damit lässt sich auch zukünftig gut arbeiten. Probleme mit der Verbindung zu Macs wie ’seinerzeit‘ mit Rig Kontrol 2und Guitar Rig 2 traten nicht auf.

Fazit

Guitar Rig 3 hat in nur kurzer Zeit eine beachtliche Reife entwickelt. Das Update ist zwar keine Totalerneuerung aber alle integrierten Software-Komponenten sind klanglich auf gutem bis hohem Niveau und nicht nur für Gitarristen sind die mitgelieferten Effekte ein vollkreativer Werkzeugkasten. Saitenkünstler mit dem Anspruch, jeden nur vorstellbaren Sound darstellen zu können, sind mit diesem Programm ihrem Traum wieder ein Stückchen näher gekommen. Die Bedienung ist trotz der zunehmenden Komplexität einfacher und intuitiver geworden. Ich selbst hatte keine Performanceprobleme hinsichtlich Stabilität oder Bildschirmfehler. Wie die Software sieht die Rig Kontrol 3 nicht nur besser aus, sondern hat mehr Funktionen für das gleiche Geld. Einen Gitarristen werden wahrscheinlich aber auch 100 eingebaute digitale Models nicht zum Umstieg bewegen, wenn der 100% analoge Sound eines einzelnen Amps sein erklärtes Ziel ist. Welche Simulation und welcher Hersteller für den Einzelnen die Beste ist, ist also eine reine Geschmacksfrage. Produzenten mit Anspruch auf höchstmögliche Programmierbarkeit, Übersichtlichkeit und Fernsteuerbarkeit, Wohnzimmerstudiobetreiber, besessene Amp-Sammler, Effektfreaks und Kopfhörerfanatiker sind bei Guitar Rig 3 nach wie vor bestens aufgehoben.

Plus

  • Flexibilität geht weit über reinen Gitarreneffekt hinaus
  • Bedienung und Performance
  • Sound der neuen Models und Effekte
  • Überarbeitete Rig Kontrol

Minus

  • Realismus einiger älteren Guitar Rig 2 Amp-Modelle

Preis

  • UVP: 479.- Euro
  • Straßenpreis: 288.-Euro
Klangbeispiele
Forum
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    AMAZONA Archiv

    Abgesehen davon, dass mann einen Dual-Core Rechner benötigt darf man den dann auch noch mit auf die Bühne nehmen. Das kann ja für Bastler interessant sein, aber für Musiker völlig ungeeignet. Ich verstehe nicht wie man so was als „sehr Gut“ auszeichnen kann.
    Gruss Rick

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      Hmmm…wo lebst du denn ? Wir haben 2008, das ist fast in jedem Notebook eine Dualcore-CPU drin, ausserdem lässt sich die Software auch mit älteren SingleCores problemlos betreiben. "Rechner auf die Bühne nehmen…." Notebook! -> ist wesentlich leichter als irgendein Top…."für Bastler geeignet…für Musiker völlig ungeeignet…selten so einen Stuss gelesen.

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    i.barsekow  AHU

    Hallo Rick, die Rechner sind eigentlich nicht das Problem – eher das Umdenken bei den Gitarristen. An NI war der Vorschlag gerichtet,die GR-Algorithmen in die Rig Kontrol zu transferieren (s. Liveview). Solange das nicht passiert, ist GR3 nur mit Aufwand auf die Bühne zu stellen.

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      @Ingo: Der Aufwand um GR auf die Bühne zu stellen ist nicht grösser als ein Vollröhrentop + diverse Tretminen mitzuschleppen…im Gegenteil.
      @Peter: GR ist natürlich eher was für Leute, die Spass am Verändern von Sounds haben und sieht natürlich nicht so "schick" aus wie ein Mesa-Top+Box. Dein Kopfschütteln bezüglich der Sounds ist nicht ganz nachvollziehbar.

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        i.barsekow  AHU

        @Fred: Richtig, ich hatte mich in meiner Antwort leider etwas zu kurz gefasst: In der Tat wird meist weniger (!) Aufwand nötig sein als Top und Box zu schleppen und zu verkabeln, inkl. der technischen Problemchen mit Batterien, Netzteilen etc. im Floorboard… Dennoch: GR3 und jede Software, die in das Gewohnte eintaucht wird immer Gegner haben – Ich erlebe das in 'PlugIns vs. Analog-Gear' Diskussionen häufiger auch wenn es derzeit immer weniger wird.

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    Wenn ich schon live mit Algorithmen arbeiten will, nehme ich mir gleich eine Line 6 Kombo oder eine von Vox oder Fender oder was es sonst noch alles an virtuellem Klangfake gibt mit auf die Bühne.

    Ich hab zwar nichts gegen diese PlugIns, aber Software+Rechner+Controller um einen Klang zu erzeugen und zu steuern leuchtet mir niht ein.

    Zumal der KLang dieses oder anderer PlugIns selbst nichts mit den wie auch immer angedeuteten "Originalen" zu tun hat.

    Ene kleine Anmerkung , ohne NI an den Karren fahren zu wollen: Das einzige PlugIn , das ich kenne, dass recht gut klingt kommt auch ohne FX aus. Das ist aber bei NI nicht der Fall. Schaltet man hier FX aus, dann bleibt nur noch missmutiges Kopfschütteln.

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      Sehe ich genauso..nur das ich finde das die Software auch mit Effekten grausig klingt und- was ebenso wichtig ist- auch grausig "anfühlt" für den Gitarristen..da ist das Amplitube um WELTEN besser, wurde doch hier auch mal getestet, zusammen mit der Stealth-Plug Hardware..wenn ich mich recht entsinne..

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        Persönlicher Geschmack ist für mich ein schlechtes Indiz für tatsächliche Qualität, weil es keinen Referenzgeschmack gibt. Daher sollte sich jeder potentielle Käufer unbedingt erst einmal mit Demos versorgen und seine Bedürfnisse klären, bevor er sich für einen Kauf entscheidet. Hier kann wirklich nur der eigene Eindruck entscheiden. Anders wäre es im Falle von allgemeinen technischen Problemen, die mir allerdings beim GR nicht untergekommen sind. Ich persönlich schätze GR im Studio und nutze es auf Grund des Leistungsumfangs auch zur Bearbeitung anderer Instrumente. In der Nutzbarkeit liegt für mich ein entscheidender GR Vorteil gegenüber Konkurrenzprodukten, die oftmals wirklich nur als Ampsims taugen.

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          Ich finde auch das GR3 für viele Soundverfremdungen dienen kann, aber niemals als Gitarrensound.

          Kein Gitarrist spielt sowas ERNSTHAFT.

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            Na ja, aufnahmetechnisch sind ausreichend soundrelevante Faktoren nachgelagert, wodurch der subjektive qualitative Unterschied von simulation und Original förmlich neutralisiert wird. Soll nicht heissen, dass am Ende jedes gute Mastering aus der letzten Möhre einen guten Sound zaubert. Aber ich halte deine Argumentation hinsichtlicht ERNSTHAFTIGKEIT schon für ein Indiz typisch deutscher versnobter Markengläubigkeit, die sich aber regelmäßig im Studiobetrieb als ungerechtfertigt erweisst. Es sei an dieser Stelle noch einmal erwähnt, dass ich mich allein auf den Studioeinsatz und nicht auf die "Livetauglichkeit" beziehe.

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    Ich finde den trockenen Verzerrerklang von NI eher unympathisch, da rettet auch die nette GUI nichts. Vergleiche ich z.B. mit dem Ohmforce Ohmicide, so fühlt sich dessen Klang geradezu warm an.

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    Native Instruments so nennt sich der Hersteller.Native = läuft auf der CPU = hat nichts auf DSP in externem Gerät verloren. Solange also NI seinem Namen treu bleibt, wird es ein Guitar Rig 4 Kontroller inkl. Audioverarbeitung wohl nur mit eingebautem PC / Mac geben. Und wer sollte das bezahlen?

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    Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass es auf der Homepage von NI eine kostenlose Demoversion von GR3 gibt. Man muss also nicht die Katze im Sack kaufen, sondern kann in Ruhe testen. Vorausgesetzt natürlich, dass man über ein brauchbares Audiointerface oder einen Verstärker mit Recording-Ausgang verfügt, um den Sound der Gitarre in den Rechner zu kriegen.entsFpreientseine%

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