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Test: Native Instruments Kore 2

16. Januar 2008

KORE 2

Als Native Instruments vor gut zwei Jahren das Kore System vorstellte, waren viele Musiker begeistert von den gebotenen Möglichkeiten. Vor allem die Zusammenschaltung verschiedener PlugIns unter einer Oberfläche schien vielfältigste Optionen zu erschließen. Leider ist es immer so, dass Wunsch und Realität ein wenig auseinander liegen. Während viele Musiker mit dem System gut klar kamen, hatten andere vielfältigste Probleme, vor allem mit der integrierten Audioschnittstelle, die das System zum Teil unbenutzbar machten.
Wer sich für das Gesamtkonzept interessiert, dem sei auch der Test zu Kore1 nahe gelegt, den Link dazu finden Sie am Ende des Artikels.
Nun veröffentlich NI die neue Version 2, mit neuer Software und auch neuem Hardwarecontroller und nennt das ganze Superinstrument.

Für Benutzer der Version 1 ist ein Update auf Version 2 möglich. Je nach Kaufdatum sogar kostenlos. Die genauen Voraussetzungen dafür finden Sie auf der NI Homepage.

Paketinhalt

Paketinhalt

Im Paket befindet sich neben dem Controller und der Software CD auch noch ein englisches Handbuch, eine Schnellanleitung, eine Funktionsübersicht, ein USB Kabel, eine Garantiekarte, ein wenig Werbung und ein Gutschein über eines der KoreSoundPack nach der Registrierung.

Die Hardware
Die auffälligste Änderung am Controller ist der Wegfall der Audioschnittstelle. Diese wurde von NI wegoptimiert, auch eine Art, sich von einer Problemquelle zu lösen. Schade, mir hat dieses All-In-One Konzept gefallen. Der Controller verfügt über einen USB Port, eine MidiSchnittstelle, je zwei Pedal- und Tastereingänge, um entsprechende Spielhilfen anzuschließen. Weiter befindet sich auf der Rückseite ein Haken, der laut NI als Kabelsicherung für das USB Kabel dienen soll, für mein Empfinden muss man das Kabel aber so stark abwinkeln, dass man dort schnell mit einem Wackler rechnen kann.
Ich fände es toll, wenn NI auch eine Version mit Tastatur anbieten würde, dann würde man doch einiges an Platz einsparen können und das Ganze wäre noch mobiler.

Der Controller ist gut verarbeitet und stabil aufgebaut. Die Drehregler sind in Endlosbauweise gefertigt, sie sind gut zu bedienen und fühlen sich auch angenehm an. Die Taster an den Drehreglern sind gut zu bedienen, lediglich die Taster um das Scrollrad herum sind für meine Begriffe ein wenig zu kurz, d.h. der Druckpunkt lässt sich nicht ganz genau definieren. Das ist aber Gewohnheitssache und mag je nach User unterschiedlich sein. Auf dem hochauflösenden Display werden die jeweiligen Funktionen und Zuweisungen angezeigt.

Die Arbeitsoberfläche

Die Arbeitsoberfläche

Die Installation
Zur Installation benötigt man ca. 5 GB Festplattenplatz, da eine Menge an Samples mitinstalliert wird. Je nach Rechner kann dies einige Minuten dauern. Während des Installationsvorgangs wird man aufgefordert, den Hardwarecontroller anzuschließen und dann werden auch die Treiber installiert. Nach dem Abschluss sollte Kore im so genannten Standalone Modus gestartet werden, damit sich das System fertig einrichten kann. Beim ersten Start wird der VST Ordner gescannt und alle dort verfügbaren PlugIns werden getestet und in Kore eingebunden, das gilt für Klangerzeuger wie auch für Effekte. Solange Kore nicht registriert wurde, lässt sich die Software nur im Demo Modus betreiben. Nach der Registrierung mit der NI Onlinesoftware steht das System aber komplett zur Verfügung. Über das benötigte Onlinekonto bekommt man dann auch Updates und Support. Bei mir stand dort das Update auf Version 1.01 zur Verfügung, mit dem auch der folgende Test durchgeführt wurde.

Die Kontrollfelder

Die Kontrollfelder

Die Software
Die größte Neuerung an der Software ist die Integration von einigen NI PlugIns. So werden mit Kore direkt die Klangerzeugungsengines von Massive, FM8, Reaktor5, Absynth, Kontakt und Guitar Rig installiert. Allerdings lassen sich die Klangerzeuger nicht editieren, dafür benötigt man die jeweilige Vollversion, das gilt auch für den Import von Sounds für die jeweiligen Klangerzeuger. Ein wenig editieren geht aber doch, davon unten mehr.
Nach der Installation stehen einem so knapp 500 (bei mir waren es genau 439) unterschiedliche Sounds zur Verfügung, von denen alle noch einmal bis zu acht Variationen besitzen, zusätzlich gibt es noch eine Vielzahl an Effektpresets. Die Sounds spiegeln die gesamte Bandbreite der NI Produktpalette wieder, von brachialen Synthkl auml;ngen über dezente FM Glöckchen und eigenständige Klanglandschaften bis hin zum kompletten Orchester. Erweiterbar sind diese über spezielle Koresound Packs, die über NI bezogen werden können, und das Komplete 5 Paket.

Die Kore Software kann auch ohne Controller benutzt werden, das ist dann praktisch, wenn man nur die Sounds benötigt und den Rest schon automatisiert hat.

Leider kann man den Controller nicht mit anderer Software benutzen, dieser wird erst aktiviert, wenn eine Kore Instanz geladen wurde, dabei spielt es keine Rolle ob Standalone oder als PlugIn.

Sound Aufbau

Sound Aufbau

Klangbeispiele
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Mit dem hohen Resourcenbedarf hat nicht nur NI zu kämpfen. Arturia gehts da ja genauso. Aber den Preis wird man zahlen müßen für nen vernünftigen Klang. Schade nur das man die Software nur in Verbindung mit dem Controller bekommt.

  2. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Für vernünftigen Klang braucht es keine hohen Resourcen, das sieht man anhand vom Hypersonic und Sylenth1. Und kämpfen tun weder Arturia noch NI dagegen, denen ist nur wichtig quick&dirty ein Plug-In zu programmieren das gut klingt. Die rechnen doch damit, dass Intel alle paar Monate eine schnellere CPU auf den Markt wirft.

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    Hypersonic basiert auf der Sampletechnologie und braucht daher natürlich einiges an CPU-Power weniger.

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    Nein, Hypersonic 2 basiert auf Sampling und Virtuell Analog, ist also wohl mit Kore vergleichbar.

  5. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Dann sind die 1,6 GB an Samples wohl eher ne nette Beigabe. Hypersonic mit Kore zu vergleichen ist ja nun wirklich wie das "i" des Wörtchens Unsinn. Allein schon die CPU-Auslastung unter Cubase ist bei den NI-Plugs wie z.B. Massive, oder auch Reaktor ungleich höher. Ein Plugin wie z.B Hypersonic oder auch Atmosphere belasten doch den Rechner so gut wie gar nicht.

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    Ja es stimmt: Kore 2 ist ein toll aber leider ein Resourcenfresser.

    3 – 4 Sounds und Schluss.

    Schade.

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      AMAZONA Archiv

      Danke für den guten Produktbericht.

      Die Hardwarebelastung ist tatsächlich sehr hoch – zu hoch. Es fällt allerdings auf, dass zumindest im Standalone-Betrieb nur ein Prozessorkern arbeitet… vielleicht ist hier ja noch eine Optimierung möglich.

      Zudem gibt es Knackser und Mini-Aussetzer beim Live-Soundwechsel, das muss bestimmt nicht sein. Weiterhin finde ich auch den Großteil der vorhandenen Sounds nicht sooo orginell. Und schließlich ist das Teil für das Gebotene m.E. einfach zu teuer.

      Mein K2 geht darum auch wieder zurück. Schade um die schöne Idee, denn das intuitive rummorphen macht tatsächlich Spaß.

      PS Die neue Kommentarfunktion bei Amazona gefällt mir nicht. Ich fand es besser, alle Kommentare auf einen Blick zu sehen.

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      AMAZONA Archiv

      "3 bis 4 Sounds und dann ist Schluss…"
      Worauf basiert diese Aussage?
      Ich hatte vor, mir ein System für Livemusik zu konfigurieren.

      Mainboard ASUS P5E,
      CPU Intel E8400,
      RAM 2GB 9600er DDR2,

      Mich würde brennend interessieren, was ich bezüglich Polyphonie und Sounds zusammen mit KORE2 zu erwarten hätte.

    • Avatar
      AMAZONA Archiv

      "3 bis 4 Sounds und dann ist Schluss…"
      Worauf basiert diese Aussage?
      Ich hatte vor, mir ein System für Livemusik zu konfigurieren.

      Mainboard ASUS P5E,
      CPU Intel E8400,
      RAM 2GB 9600er DDR2,

      Mich würde brennend interessieren, was ich bezüglich Polyphonie und Sounds zusammen mit KORE2 zu erwarten hätte.

  7. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Hat zufällig jemand den Kore 2 inklusive dem Komplete 5 unter fl-studio laufen?
    Gibt es dazu erfahrungen von einem user?
    Hat mal jemand mit nem Intel Core 2 Quad Q9550 boxed, 12MB, LGA775, 64bit getestet. Läuft es da rund???

  8. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Ich will hier nicht ausführlich über Kore schreiben, aber eine Bewertung besser als befriedigend hat es definitiv nicht verdient.

    Man sollte das Geld lieber in eine Vernünftigen Controller investieren.
    Dieses „Ding“ ist dermaßen verschachtelt, daß eine intuitive „Kontrolle“ nicht möglich ist. Ebenfalls lassen Performance und Stabilität mehr als zu wünschen übrig. Updates gab es lange auch schon keine mehr, obwohl genügend Probleme bekannt sind.
    Lasst es euch eine Warnung sein…

    beste Grüße
    Pete

  9. Profilbild
    ctrotzkowski  

    Auch wenn der Kore 2 mit seinem edel verarbeiteten Hardware-Controller und seinen hervorragend vorbereiteten mitgelieferten Klängen sehr innovativ ist, hat mich trotzdem eine seiner wesentlichen Funktionen sehr enttäuscht: Der VSTi Instrumente-Import. Warum?

    Ich habe den Kore2 im Paket mit NI Komplete 5 erworben, um einen einheitlichen Zugang zu den komlexen Einzelprodukten zu erhalten – was das Gerät erst einmal auch einhält. Daß die NI Engines in der Tat recht ressourcenhungrig sind, erscheint mir bei den recht komplexen Intrumente-Algorithmen noch verständlich – das sind halt keine ROMpler, sondern Echtzeit-Berechner mit vielfältigen Manipulations-Möglichkeiten. Daß hingegen die gelieferten Installations-Routinen von Komplete 5 nur knapp die Hälfte aller Engines und Sounds in der Kore 2 DB anmelden – und eine Import-Routine für den Rest erst mühsam über einen FAQ Webseiteneintrag zu recherchieren ist – das ist zumindest schon etwas fahrlässig.

    Den Vogel schießt dann aber die in den Online-Tutorials als „super easy to use“ demonstrierte VSTi Import Routine ab: Ist in den Tutorials der Import aus einem dort gezeigten schlichten Freeware VSTi noch ein Kinderspiel, ist er aus einer ganzen Reihe anderer Instrumente schlichtweg nicht möglich!

    Und wir reden hier beileibe nicht über „Exoten“: Kore2 muß bzgl. der NI-eigenen Engines „Kontakt“ und „Kompakt“ hier völlig passen! (Die in Komplete 5 gelieferten Kore 3 Sounds natürlich ausgenommen).

    Als Besitzer der EastWest „Composers Collection“ (Colossus, Ra, Stormdrums etc.), die ich vorher über Kontakt 2 einheitlich organisiert hatte, hatte ich mit dem Erwerb von Kore 2 gehofft, die Berge an Samples nun auch in der Kore-DB verschlagworten zu können (die Zeit hätte ich investiert), um dann bei Attribute-Suchen alle Klänge aus beiden Sammlungen (Komplete und Composers Collection) zur direkten Auswahl zu haben.

    Auch der NI Support räumte ein, daß meine beabsichtigten Importe aus Kompakt und Kontakt technisch nicht möglich seien. Ursache wäre die Struktur der VSTi Schnittstelle.

    Ich habe den Eindruck, daß Kore 2 nur die oberste Hierarchie eines VSTi „sehen“ kann. Bei Kompakt und Kontakt sind das dann eben die (wohl eher selten genutzten) Multis – nicht die unterhalb der Multiebene organisierten Einzelsounds. Bei jedem Importversuch kam immer nur ein leeres Multi in Kore 2 an, aber eben sonst nichts.

    Der Hinweis des Supports, ich sollte mal bei EastWest nachfragen, ob die nicht Ihre Produkte mit Importroutinen für Kore 2 ausstatten wollen, kann von mir nur als ungesunde Überheblichkeit gewertet werden – zumal das in der Werbung benutzte Tutorial hier die Kunden klar in ein potemkinsches Dorf führt. Dass man seitens Kore 2 nur einen Import über die VSTi Schnittstelle vorsieht, nicht aber für gängige Sampler wie die hauseigenen Kompakt/Kontakts einen zusätzlichen Import aus der Kontakt-DB oder eben dem Filesystem bietet (dessen Ordner sogar erste Schlagworte liefern könnten), läßt den Eindruck „nicht gemachte Hausaufgabe“ zurück.

    Folglich muß ich nun immer noch bei einer Produktion überlegen, ob ich einen Sound aus dem EastWest Fundus, oder aus der Kore 2 Ecke verwenden will. Von einem „Super-Instrument“ bleibt da nur wenig übrig.

    Meine Empfehlung:

    Wer überlegt, Kore 2 als Stand-Alone Produkt zu erwerben, erhält wertige und flexible Sounds mit edlem Interface.

    Als Integrator der Komplete 5 Sammlung macht Kore 2 zwar (aufgrund der schieren Masse der Sounds) noch begrenzt Sinn – wenn man sich aber vor Augen führt, daß jede der enthaltenen Engines a) ihren eigenen Charakter hat, den man abschätzen kann, b) fast jede der NI Engines ein ähnliches Schlagwort-Suchsystem für die eigenen Sounds bietet – sollte man Kore 2 nur bei ausreichendem Etat hinzukaufen.

    Aber als „Super-Instrument“, mit dem man das Gros seiner Klangbibliotheken regiert: No Way!

    => Geniale Innovation, Umsetzung leider auf halbem Weg vergeigt….

    Carsten

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