Test: Native Instruments Maschine Jam, Groove Studio

Praxis – Musik im Raster

Maschine Jam von oben

Maschine Jam von oben

Die drei Grundelemente des Arbeitens mit Maschine sind wie gewohnt Sounds (Klangerzeugung), Pattern und Sequenzen. Die Bibliothek zum Suchen und Auswählen von Sounds kann einfach über den Browse-Button in den Fokus geholt werden. Über den Drehregler und das Steuerkreuz wird navigiert, ein Druck auf den Dreh-Encoder lädt den Sound. Der Drehregler ist übrigens Touch-sensitiv. Berührt man ihn, erscheint automatisch das ausgewählte Menu auf dem Bildschirm. Lässt man ihn los, verschwindet es wieder – sehr gut.

Vor der Sound-Auswahl muss natürlich eine der acht Gruppen ausgewählt werden (A-H). Pro Gruppe können 16 verschiedene Klänge geladen und gespielt werden, so dass die Beschränkung auf acht Gruppen keine große Limitierung darstellt. Gruppen und Sounds können separat auf Mute und Solo geschaltet werden.

Hat man seinen Sound gefunden, wird ein Pattern erstellt. Dieses Pattern kann zwischen 1 und 64 Takten umfassen. Zum Einstellen der Taktzahl einfach Shift + Solo (Pat Length) drücken und auf der 8×8 Matrix die gewünschte Taktzahl anklicken. Nun kann man entweder im Pad-Modus das Pattern per Hand einspielen und aufnehmen oder im Step Modus wie auf einem Step-Sequencer oder einer klassischen Drum-Maschine nacheinander aufschichten. Dafür muss nur der jeweilige Sound im Zahlenfeld der 8×8 Matrix ausgewählt und die gewünschten Zählzeiten auf der Matrix gedrückt werden. Ein weiterer Druck auf dasselbe Pad entfernt den vorher gesetzten Step wieder.

maschine-jam-10

8×8 Pad-Matrix mit Pattern- und Group-Tasten darüber und darunter

Ich persönlich spiele meine Pattern lieber, doch das liegt eher an meinem musikalischen Hintergrund. Ich muss den Rhythmus und die Noten fühlen können, sonst fehlt mir die Inspiration. Deshalb bin ich auch froh, dass sich die Pads trotz fehlender Anschlagdynamik gut spielen lassen. Will man das gerade Aufgenommene quantisieren, geht das einfach per Shift+Quant oder prozentual mit Shift+Quant 50%. Jeder weitere Druck auf Shift+Quant 50% nähert das Timing weiter ans Zeitraster an.

Da ich als Maschine-Spieler oft den Keyboard-Modus benutze, finde ich es etwas schade, dass dieser nicht mit einem Tastendruck erreichbar ist. Man muss immer Shift+Pad Mode gleichzeitig drücken. Eine weitere Shift-Taste über dem Steuerkreuz würde das Ganze erleichtern und einhändig schaltbar machen, so brauche ich immer beide Hände dafür, was unnötig ist. Um auf den Touch-Strips Noten zu spielen, muss auch nur die Taste Notes aktiviert werden, warum nicht bei den Pads.

Dass ich das letzte Mal vor einer Maschine gesessen habe, ist schon eine Weile her und es hat auch wieder gut drei Tage Einarbeitungszeit gebraucht, bis ich mich mit dem Pattern-Konzept wieder wohl gefühlt habe und schnell arbeiten konnte. Wer wie ich eher lineare Sequencer wie Logic Pro oder Cubase gewohnt ist, wird anfangs ein paar Gehirn-Krämpfe durchleiden müssen. Ableton Live-Kenner werden sich dagegen schnell zurechtfinden. Wie bei einem herkömmlichen Instrument, macht auch hier Übung den Meister. Aber wenn die Abläufe erst einmal in Fleisch und Blut übergegangen sind, ist umso mehr Platz fürs Kreative.

Klangbeispiele
Forum
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      r.biernat  RED

      Ja, den Push hätte ich auch gerne für Logic, mit Ableton bin ich nie richtig warm geworden.

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    glain  

    Ich hatte auf die Software gehofft. Wie die hier erwähnte fehlende Audio Aufnahme sowie das Real Time Stretch. Sollte leider nicht sein, NI verbaut sich damit einiges.

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      r.biernat  RED

      Wenn nur genug Nutzer auf diese Funktionen bestehen, dann sollte sich da vielleicht etwas ergeben.

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        glain  

        Schön wäre es. Gerade beim Live spielen. Wenn es rein um Beats geht, gefällt mir Maschine besser, als AL.

        Ich hatte die mal angeschrieben, kam leider nix zurück.

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    Joghurt  AHU

    Auf die Anschlagdynamik zu verzichten empfinde ich als grossen Fehler. Auch sonst scheint es mir der sehr kleine Bruder des Push 2 zu sein. Dort gibt es zwar nur einen grossen Touch-Strip, der lässt sich aber ausgezeichnet spielen (auch Slide-Gitarre ist kein Problem). Ok, der Jam kostet auch einiges weniger, aber für Live-Nutzer ist er wohl keine echte Alternative.

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      r.biernat  RED

      Ableton und der Push zusammen sind um einiges teurer als Maschine Jam, bei der die Software gleich mit dabei ist. Ansonsten ist das Weglassen der Anschlagdynamik vor allem Verkaufs-Strategie. Hätte Maschine Jam selbige, wie viele Argumente gäbe es dann noch für die anderen Maschinen. Aus Hersteller-Sicht finde ich das verständlich. Es lässt sich auf den Pads aber trotzdem gut spielen.

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    glain  

    Schön wäre es. Gerade beim Live spielen. Wenn es rein um Beats geht, gefällt mir Maschine besser, als AL.

    Ich hatte die mal angeschrieben, kam leider nix zurück.

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    kritik  

    wieso klingt die maschine so steif und robotik?
    die imaschine klingt deutlich grooviger .
    beim übertragen auf die normale maschine klingsts dann wieder steif –
    immer noch keine groove templates mit eigenem microtiming machbar .obwohl seit jahren
    von vielen usern gewünscht.
    fast alle sequencer haben das .
    maschine ist doch ein groove produktion studio.nur es groovt nicht . das ist das problem .
    die mpc ren hatt wenigstewns 95 prozent live einspielung .nur kann man das timing auch dort nicht für den ganzen song festhalten .

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      r.biernat  RED

      Dass der gleiche Song auf der Maschine weniger groovt, als in iMaschine würde ich stark bezweifeln bzw. kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Ansonsten ist man doch selbst für den Groove verantwortlich. Einfach händisch einspielen, nach Bedarf prozentual quantisieren und schon hat man das Micro-Timing. Logic Pro hat seit jeher Groove-Templates, doch wirklich sinnvoll finde ich die Funktion nur, um bspw. das Timing einer akustischen Aufnahme auf eine Midi-Spur zu übertragen. Maschine ist eben keine vollwertige DAW wie Logic, Cubase oder Ableton. Doch ich muss dir Recht geben, Groove-Templates einzubauen, sollte kein Hexenwerk sein.

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        kritik  

        Das stimmt so nicht.
        Musikalisches Microtiming ist der wesentlichste Factor um Musik auf bestimmte Art grooven zu lassen.
        Statischer swing kann das nicht und reduziert den Groove abhängig auf Rytmus und Lautstärke.
        Selbst einspielen und Zufall ist unstabil auch bei wiederholung und oft unmusikalisch,
        Rumschieben von einzelnen Noten ist zu langsam um die balance zu erzeugen .

        Groovetemplates dienen dazu das Zeug musikalisch oder anderst grooven zu lassen.
        Groovetemplates sind auserdem stabil
        und wichtig:
        Mann kann verschiedene Instrumente anderst grooven lassen.
        um eine Balance zu erzeugen.
        Es ist die Balance genauso wie beim Mix.
        Eine Band groovt,wenn jeder sein eigenes Timing in der Summe einbringt.
        Der Groove muss auserdem in Echtzeit kommen und nicht hinterher –
        deshalb bei erster Wiederholung.

        Mann kann es nicht analytisch hören sondern nur fühlen.
        Alle Sequencer auser MpcRen,Maschine,Bitwig haben diese Funktion.

        Trotzdem

        Imaschine groovt trotzdem besser.
        Vielleicht liegt es an apple :)

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    Sudad G  

    Für ein Instrument, dessen Hauptaufgabe die Erstellungvon Grooves ist, fehlen mir einfach zu viele wichtige Features:

    – Groove Quantisierungstemplates wären sehr wichtig. Vor allem diverse Shuffle- und Swing Templates. Schon die alten Roland MC-303 / 505 aus den 90ern hatten dies an Bord.

    – Erstellung von Slices aus einer WAV-Datei und automatisches Zuweisen der Slices auf die Pads sollte Standard sein.

    – anschließende Extrahierung von Groove-Templates aus den Slices.

    – anschlagdynamische Pads

    Ohne diese o.g. Features, kann man seine Grooves heutezutage zumindest im Studio doch besser mit seiner DAW wie Cubase, Logic oder Ableton erzeugen als mit diesen ganzen gehypten Tischhupen.
    Da hat man alle o.g. Werkzzeuge an der Hand mit Drag and Drop Mausunterstützung, besseren Mixingmöglichkeiten etc.
    Live sieht das Ganze vielleicht anders aus, aber da ist eine autarke Lösung wie der von Pioneer/Dave Smith designte Drumsampler Toraiz SP-16 dann auch wieder besser als eine mit Laptop gebundene Controller-Lösung.

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    AMAZONA Archiv

    Im Vergleich zu Push empfinde ich Jam als weniger bürokratisch. Dieses zu Tote browsen bei Push fand ich als unheimlich kreativhemmend dass ich die Maus wieder mehr zu schätzen begann.
    Bei Ni springen einen die einzelnen Expansions förmlich ins Gesicht. Man hat bewusst den Browser geändert,vergrössert und fokussiert um das suchen schneller und angenehmer zu machen.(Nur bei Jam) Der Grid wirkt durch die Abstände aufgeräumter und differenzierter. Die Farben kommen viel besser zur Geltung. Jam ist auch leichter und nicht so ein schwerer Klopper wie Push(1). Die Tasten sind dick und haben einen richtigen Widerstand. Fett draufdrücken wie auf der MC303. Der Tune Taster in Verbindung mit den Touchstrips bringt ein Haufen Leben in die Bude. Wohlgemerkt werden alle Tunes einer Gruppe herunter oder heraufgepitcht. Das mal 8 Gruppen sollte nie langweilig werden.
    Ich muss dazu sagen dass ich ein grosser Freund von Expansions oder eben Packs(Loopmasters) bin wo man 16 Sounds auf einer Padmatrix hat. Hier spielt Jam seine grossen Stärken aus.
    Kurzum: eine MC303Jam 2.0

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