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Test: Native Instruments Maschine

Vergleiche II

Externe Geräte oder Plug-ins sequenzieren geht nicht, steuern schon, für alle anderen Jobs ist Maschine extrem attraktiv, benötigt jedoch immer zwei Plätze (Maschine selbst, Rechner und ggf. Audiointerface). Der Vorteil liegt in der vollen Dynamik, der nur durch die Festplatte begrenzten Klangvorrat und der Konzeption und Länge der Patterns/Scenes für Muting und Umschaltung, es kann mit Solo/Mute auch mit einem Tastendruck alles wieder „entmutet“ werden. Die Performance ist gut, jedoch reagieren die Instrumentenwähler (Groups) nicht ganz so schnell wie in Hardware. Ein schneller Rechner hilft jedoch. Die extrem minimale Konzeption einer Korg Electribe ist durch eben diese Tatsache im Zugriff manchmal schneller, mehr oder weniger ersetzt fühlen sich jedoch die MPCs. Maschine kann sogar Dinge, die diese alle nicht können (auch mit JJOS) oder haben sogar einen eigenen Button und sind dadurch eher praktischer gelöst. Die Effekteinbindung oder Lauflicht bieten MPCs in dieser Form gar nicht an, naja es gibt einen netten Grideditor mit JJOS. Ergänzen wird sich daher eine Maschine gut mit Tribes und Machinedrum, welche bewusst minimal konzipiert sind. Für lange Samples, viele Slices, Tonalität, Dynamik, Speicherlänge, Qualität und ähnliche Dinge ist sie einer Tribe allerdings weit überlegen. Schwachpunkt ist eher der buchstäblich langsame LFO, der in den Tribes so wunderbar schnell ist und daher zu Soundexperimenten einlädt, obwohl sie so minimalistisch ist. Einige direkte Zugriffe sind dort schneller, eine Monomachine braucht hingegen auch nicht viel weniger Tastendrücke zum Ziel, da auch sie eine komplexere Synthese-Struktur aufweist und hier auch eher durch Synthese glänzt (Maschine nutzt ausschließlich Samples, weshalb der Vergleich mit Tribe MX und Monomachine etwas hinkt). Entgültig ausloten für jeden Leser lässt sich das nicht, jedoch ist die Tendenz klar: mehr Zugriff als je eine Softbox das anbot, mehr Klänge, mehr Effekte und Dynamik. Einzig die extrem schnelle Zugriffsform und schnellste Restarts durch die „Play/Zurück“ Taste spricht für die Hardware und die verbleibende MIDI-Ansteuerung. Die Patterns und deren Steuerung ist in Maschine schlicht flexibler.

Für Software-Performer sieht die Liste anders aus. Für sie ist Maschine ein Gewinn. Eine Einschränkung stellt sie nur dann dar, wenn man sie als abgeschlossene Sache betrachtet, innerhalb eines Hosts sieht das anders aus, denn dann hat man dessen Möglichkeiten ebenfalls. Schade ist aber auch hier, dass sie nicht als Steuerung für Software-Instrumente oder MIDI-Hardware dient und somit dem Performer etwas die Möglichkeiten des externen Hardware verbaut. Ein Feld, was auch bestehende Software nicht so gut meisterte. Mit MIDI-Sequencing wäre die Maschine eine schwer zu schlagende Einheit, auch aus Software-Sicht. Bisher haben nur schwere Geschütze mit Reaktor, Max/MSP oder andere Basteleien ein lebendiges Liveset möglich gemacht, sicher auch die ein oder andere Speziallösung (Monome etc). Aus Studiosicht ohne Live-Ambitionen bringt Maschine faktisch alles mit, weshalb man sonst eine Groovemaschine anschaffen würde. Hier gibt es wenig zu meckern und gar keinen Grund für andere Produkte mehr. Bestenfalls neue Sequenzer-Konzepte.

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Die Maschine hinterlässt ein spannendes Gefühl. Sie dürfte seit langer Zeit der Grund sein, weshalb  auch eingefleischte Hardware-Puristen oder Software-Nutzer sich mal mit der Maschine auseinander setzen werden, sofern man nicht zu sehr in der bisherigen Welt der Tradition verhaftet ist. Sie ist ein netter Controller, sie ist eine sehr intuitives Werkzeug für Musik mit vorrangig rhythmischer Struktur und hat als Hardware mit MIDI eigentlich auch den potentiellen MIDI-Ersatz mit an Bord. Wenn Native Instruments nun noch MIDI-Steuerung durch den Maschine-Sequencer erlaubte, wäre das sogar etwas, was vermutlich recht konkurrenzlos ist in seiner Art. Wenn ich mir das so überlege, ist es das bereits jetzt schon. Der Preis ist vergleichbar mit einer Korg Electribe, jedoch ohne Computer, den muss man „schon besitzen“. Dieser sollte wirklich nicht zu langsam sein, damit die Live-Performance auch sicher und schnell klappt. Ein halbwegs aktueller Klapprechner sollte ohne Zusatzbelastung also klar kommen, Netbooks sind für anständiges Arbeiten jedoch zu schlapp. Ich vermute heftigst, dass die Anpassung und die MIDI/Controller-Implementation nur der erste Schuss war, quasi V1.0. Man wird sicher ohne Zweifel noch einiges hören von diesem Produkt. Preislich wird man diskutieren dürfen, ob man für einen Controller und Software einen leicht höheren Preis einer Korg Electribe hinlegen soll. Der praktische Nutzen sagt „ja“. Ja, wenn nur das Fehlen der Sequencer-Steuerung anderer Geräte oder Plug-ins nicht wäre, wäre es ein Riesenhammer. So ist’s eben nur ein Hammer – kein Hämmerchen! Dreht man den Spieß um, ist Maschine jedoch selbst Plug-in, nur leider sind die meisten Hosts ja gerade in Live-Sequencing mehr als schwach, daher wäre das der größte Wunsch für die 1.XX oder 2.00, und man müsste einen Stern mehr erfinden für Herausragend Doppelplus. Nach einem Jahr reinen Soundbibliotheksfüllens ein dicker Fisch. Gratuliere. Und ja, die Hardware wird man sich auch trauen, auf die Bühne zu stellen. Sie ist sogar relativ leicht. Ein Case sollte man aber dann mit einplanen. Sie passt leider nicht in einen Standard-Baumarkt-Koffer. Vielleicht sollte man Cases für Computer und Maschine anbieten?

Plus
+ Polypressure Pads
+ Verarbeitung
+ Lauflicht, Auflösung, Note Repeat
+ Slices
+ Umsetzung der Keyboard-Modes/Tonalität
+ Patternlängen, Patternumschaltung
+ intuitive Automatisierung

Minus
– LFO maximal 16 Hertz
– Sequencer steuert keine MIDI Hardware oder interne Plug-ins (AU/VST) an (Host und Standalone).
– Display wird nicht für Plug-ins im Controller-Mode für Parameternamen genutzt

Preis
579 Euro (Edu: 379 Euro)

Klangbeispiele
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Ich muss zugeben, den Test nur überflogen zu haben. Hab mir vorgestern trotz Wissens über NI Maschine den FXPansion Guru bestellt, welchen ich für eine interessante alternative halte:

    – Günstiger auch in Verbindung mit einem Akai Hardware Controller

    – Hervorragender Klang und gute Presets

    – Keine lästige Challenge / Response Copy Protection

    Grüße Philipp

  2. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Super guter Test, Danke Irmi.
    Nun wie steht es einendlich mit einem Vergleich Machine – Midi Hardware Sequencer wie Octopus?

  3. Avatar
    AMAZONA Archiv

    öööhm…bei den Minuspunkten:Man kann Maschine sehr wohl im Controllermode Parameternamen anzeigen lassen.Nur muss man den Namen selbst vergeben ;)

    Midi Out Funktionalität wird per Patch nachgereicht.

    Heisst nicht das der Kasten perfekt wäre,gibt auch noch ein paar kleine Bugs aber wenigstens nichts was den Kasten abschmieren lässt :)

    macht Spass…

  4. Profilbild
    moogulator  RED

    Dem zweiten Statement kann man fast nichts hinzufügen. Namen vergeben automatisch, so wie das mit anderen Display-Controllern geht. Vermute aber, dies wird noch kommen, das Potential ist enorm.

    Ja, es ist mit Octopus nicht vergleichbar, solang es keine MIDI Sequencing Möglichkeit gibt. Das Konzept erinnert mehr an die MPC als an das des Octopus.

    Guru: Ja, ist nicht übel, aber die Haptik ist eine andere, wer damit mal auf einer Jam landet wird das schnell merken, wo der Unterschied mit und ohne Controller liegt, der dazu genau passt. Maus als Musikinstrument allein hat Grenzen bei der Eingabe innerhalb einer Zeiteinheit t in Sekunden.

    • Avatar
      AMAZONA Archiv

      hallo

      mal eine frage.
      ich hab sehr viele selbst aufgenommene sounds in 32bit wave vorliegen.

      kommt die maschine damit klar oder muß ich sie in 24 bit umwandeln?(24bit maximale bit tiefe beim export in der maschine lese ich grad)

      gruß

  5. Profilbild
    moogulator  RED

    32Bit ist ein internes Format vieler DAWs, wenn du auf 24Bit gehst, klappt das auch mit Maschine. Man muss aber auch sagen, dass Sampler idR mit 24Bit max. klar kommen und man schlicht die 32Bit nicht braucht oder hört. Sie werden bei DAWs idR. benötigt, um Berechnungen intern machen zu können: Mix, EQs und so weiter, Verarbeitung innerhalb der DAW. Das ist in Samplern (inkl) Maschine ja eher begrenzt notwendig in DEM Maße.

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    Felicitus

    Der Testbericht an sich ist inhaltlich super, und die Maschine ist es sicherlich auch. Scheiße ist, daß ich zum nächstmöglichen Zeitpunkt beim Händler meiner Wahl stehen werde und dann hoffentlich im Tausch gegen mein Geld diese (hoffentlich) geniale Kiste in meinen Händen halten werde. Ich bin mir zwar noch nicht so ganz sicher, ob die Koexistenz zwischen Maschine(controller) und FL Studio so klappt, wie ich mir das Wünsche, aber ich hoffe das beste. Und vielleicht macht die Maschine(=Plugin) den VST-Host ja arbeitslos. Aber dann stellt sich wiederum die Frage, was ich mit meinen ganzen liebgewonnen VST-Plugins anstelle – aber eigentlich ist die Maschine ja ein hybrid, warum nicht also auch ein Hybrid-Setup basteln? Ich danke dem Moogulator trotzdem für den Testbericht, auch wenn er sehr dazu beiträgt, daß in meinem Geldbeutel die Motten hausen werden.

    Viele Grüße, Timo

  7. Profilbild
    Floatzero

    Kleine „Manöverkritik“:

    Ich habe das Lesen des Artikels nach einer halben Seite ermüdet aufgegeben. Es ist leider alles andere als gut lesbar, wenn man auf gelegentliche Absätze zu Gunsten riesiger zusammenhängender Textblöcke verzichtet – dem Auge des Lesers fehlen so Ankerpunkte.

    Mein Vorschlag:

    Den Inhalt genau so lassen wie er ist nur an geeigneten Stellen bitte einen Absatz einfügen.

    Danke!

  8. Profilbild
    richtigolymp

    maschine ist eine groovebox
    mit derer man groovende tanzmusik machen soll
    obwohl maschine anderen grooveboxen
    in wesentlichen punkten voraus ist ,
    zb_
    handling vom automationen und scene arrangierer . klang . optik etc
    ist der wichrtigste punkt nicht anwesend –

    maschine groovt nämlich nicht
    weder im kopf und schon garnicht zum tanzen

    dazu fehlt es leider immer noch an groove templates
    schon ein template reicht, um spass zu haben damit es beim arrangieren im kopf groovt
    die finale kunst ist allerdings mehrere übereinander aufgeteilt für drums-bass- und keboards zum beispiel-

    bisher können sie nur mit loops oder selbst eingespielten unquantisierten riffs grooven.
    damit maschine die beste grovebox alller zeiten wird . wünsche ich mir für die 2 ö endlich die von vielen ersehnte groove template funktion

    es hatt nur ein starre hardquanrtrisierung oh

    • Profilbild
      kritik  

      seltsamer weise groovt die i-maschine sehr viel besser.
      die selben projekte in maschine eingeladen klingen dann wieder starr.

      auch wenn du compressor ,amp release eztc gleich einstellst.
      es kommt einfach keine energie rüber egal welcher groove es ist.

      mir fällt auf das auch andere sequenzer apps auf dem ipad grooven.
      nunja,
      wenn ich die i-maschine projekte in maschine lade, und dann die midiparts von maschine aus
      in live schiebe und das maschine plug als sampler benutze klingt es dann wieder ähnlich groovy wie in i-maschine.

  9. Profilbild
    Sabinchen

    Also der Support von NI hat mich nicht wirklich überzeugt um da mal mit jemanden in Kontakt zu kommen war für mich unmöglich. Als Kunde hat mich NI leider verloren

    • Profilbild
      kritik  

      die ham da beim tel.support öfters einen hingestellt der meistens nix weis .
      und das gespräch geht dann mit fragen ohne irgendeine antwort zuende.
      vielleicht wollen die ihre ruhe haben

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