Kompakter DJ-Controller mit starken Features
Native Instruments Traktor MX2 – so heißt der neueste 2-Kanal DJ-Controller für die beliebte DJ-Software Traktor Pro 4. Hiermit erhalten wir den ersten vollwertigen DJ-Controller des Herstellers seit fast sechs Jahren. Wir sind gespannt, welche Raffinessen sich Native Instruments einfallen hat lassen, um neue Funktionen, die Traktor Pro 4 ja mittlerweile längst bietet, passend in einem DJ-Controller umzusetzen. Wir möchten herausfinden, für wen sich der Native Instruments Traktor MX2 eignet und wo er sich am besten einsetzen lässt.
Was ist es? Native Instruments Traktor MX2, 2-Kanal DJ-Controller für Traktor Pro 4, kompakter Allround-Controller mit modernen Performance-Features.
- Features: Stems, Pattern Player und umfangreiche Effekte direkt hardware-seitig steuerbar.
- Bedienung: Intuitives Layout mit geschmeidigen Jogwheels und guter Verarbeitung.
- Zielgruppe: Geeignet für Einsteiger und erfahrene Traktor-Nutzer gleichermaßen.
- Preis-Leistung: 359,- Euro inklusive Traktor Pro 4 – insgesamt sehr fair kalkuliert.
- Fazit: Moderner, kompakter DJ-Controller mit starken Features und nur kleinen Anschluss-Einschränkungen.
Inhaltsverzeichnis
Der Native Instruments Traktor MX2 im Überblick:
Stilistisch orientiert sich der neueste DJ-Controller am Design der letzten beiden Veröffentlichungen von Native Instruments im DJ-Bereich.
Angefangen mit dem X1 MK3 und danach auch mit dem Z1 MK2, deren Testberichte wir euch verlinkt haben, wurde das schwarz-matte Finish auch beim Native Instruments Traktor MX2 übernommen. Mit einem Gewicht von 2,73 kg ist dieser absolut portabel und auch die Abmessungen sprechen für das spontane Mitnehmen des Geräts. Mit Maßen von 51,14 x 32,31 x 6,19 cm (B x T x H) ist das Modell dabei jedoch breiter als der Traktor S2 MK3.
Natürlich folgt der Native Instruments Traktor MX2 dem klassischen Aufbau von DJ-Controllern mit zwei Track-Decks außen und einer Mixer-Sektion in der Mitte des Gerätes.
Die Track-Decks haben neben dem zentralen Jogwheel oben vier Potis mit dazugehörigen Buttons, mit denen sich Effekte steuern lassen. Dabei hat man die Option, entweder einen Effekt mit drei Parametern zu steuern oder aber drei verschiedene Effekte lediglich mit dem Dry/Wet-Parameter zu bedienen. Daneben haben wir einen Push-Encoder mit Buttons, zur Navigation durch eure Musikbibliothek.
Am Jogwheel haben wir Knöpfe, um den Reverse, Flux, TT oder Jog-Modus zu aktivieren. Mit TT ist der Turntable-Modus gemeint, mit dem wir dann auch klassisch scratchen können.
Unterhalb des Jogwheels gibt es die Standard-Funktionen wie Play, Pause, Sync, Master. Zusätzlich finden wir noch einen Encoder für Beatjumps und einen Push-Encoder für das Aktivieren von Loops. Selbstverständlich verfügt der DJ-Controller auch über acht Performance-Pads.
Beim Native Instruments Traktor MX2 haben wir die Auswahl zwischen vier Modi: Hot Cue, Loops, Stems und dem Pattern Player. Zu denen aber im Praxisteil mehr. Für das DJ-Feeling gibt es dann natürlich auch einen Pitch-Fader.
Die Mixer-Sektion hat zwei identische Kanalzüge mit Gain, Buttons zur FX-Zuweisung, einem 3-Band-Equalizer und einem bipolaren Filter, mit dessen Poti aber auch andere Effekte gesteuert werden können.
Cue-Button und Volume-Fader runden den Kanalzug ab und natürlich gibt es noch mittig liegend eine neunteilige LED-Anzeige zur Visualisierung des Volumens.
Im Zentrum des DJ-Controllers davon haben wir dann das Poti für den Main-Out sowie die notwendigen Bedienelemente für unsere DJ-Kopfhörer. Vier nummerierte Buttons, die vom fünften, mit „Filter“ betitelten Button abgeschlossen werden, sorgen für die Mixer-FX. Hier habt ihr die Auswahl aus neun verschiedenen Effekten, von denen ihr vier auf die dedizierten Buttons mappen könnt, um schnell darauf zuzugreifen.
Das Filter bleibt, stets mit dem Extra-Button, natürlich nur einen Griff entfernt. Letztlich haben wir dann noch in der Mixer-Sektion einen Button, um das Mikrofon in den Mix zu schalten.
Wie auch bei der X1 MK3 und beim Z1 MK2 haben wir auch beim Native Instruments Traktor MX2 eine durchsichtige Unterseite, die beleuchtet ist und euch mit verschiedenen Farben oder einem Blinken auf diverse Dinge hinweisen kann. So ist ein aktiver Loop grün leuchtend und ein fast endender Track blinkt auf der jeweiligen Seite des Track-Decks rot. Kleinigkeiten, die wir persönlich sehr charmant finden.
Die Anschlüsse des DJ-Controllers
Selbstverständlich werfen wir auch noch einen Blick auf die Anschlüsse des Native Instruments Traktor MX2. Dies geht erstaunlich schnell: Auf der Vorderseite haben wir einen Kopfhörerausgang in 3,5 mm und 6,3 mm Klinkenausführung. Die Rückseite hat neben dem Anschluss für das externe Netzteil dann noch einen USB-C-Anschluss zur Verbindung mit dem Rechner, einen 6,3 mm Klinkenanschluss für Mikrofone, bei denen die Eingangslautstärke mit einem danebenliegenden Poti direkt angepasst werden kann und dann noch einmal einen 3,5 mm Klinken-AUX- und einen Cinch-Ausgang.
Features wie einen Record-Out benötigt man natürlich nicht, denn man kann sein gesamtes Schaffen am Native Instruments Traktor MX2 natürlich software-intern aufzeichnen.
Der DJ-Controller in der Praxis
Ausgepackt und angeschlossen ist der leichte DJ-Controller schnell. USB-Kabel und Netzteil liegen dem Lieferumfang bei und wir schalten den Native Instruments Traktor MX2 mit unserem Cinch-Kabel schnell auf unsere Anlage. Schon kann es losgehen. Die Software erkennt das Gerät natürlich direkt, und wir können erstmal Play drücken.
Klar, normales Auflegen geht hier gut von der Hand. Die Verarbeitung ist wirklich gut und besonders die Jogwheels fühlen sich sehr geschmeidig an. Wir mögen die Textur des DJ-Controllers, wobei wir jetzt schon sagen können, dass diese Staub und Fingerabdrücke etwas anziehen mag. Die Mixer-FX gefallen uns, wobei wir doch überwiegend das Filter aktiviert haben.
Abseits davon sind die Effekte, die Traktor Pro 4 bietet, natürlich wie bislang super und vielfältig. Für jedes Genre lassen sich hier spannende Kombinationen finden und dass wir Effekte auch tiefergehend mit mehreren Parametern mit dem Native Instruments Traktor steuern können, macht uns viel Spaß.
Aber Auflegen konnte man ja immer mit den Traktor DJ-Controllern, gucken wir uns doch an, was wirklich neu ist. Da müssen wir den Blick auf die Performance-Pads richten und klar, sind Hot Cues und Loops auch Standardprocedere, aber wir haben zum einen ja den Stem-Modus. Hier können wir vier Stems: Drums, Bass, Instrumente und Vocals separat stummschalten.
Dazu sei gesagt, dass der Algorithmus von Traktor Pro 4 wirklich gut klingende Stems produziert, aber, wie auch bei den anderen Anbietern, im Idealfall Stems im Vorfeld des Gigs vom Rechner gerendert werden sollten.
Dann wäre da noch der Pattern Player, von dem wir wirklich Fans sind, denn wir haben euch ja hier schon einmal erklärt, was ein Hybrid-Set ist und dort auch die Verwendung einer externen Drum-Machine angesprochen, mit der man schnell zusätzliche Percussionen über den Mix legen kann.
Alternative Kick-Patterns oder ein zusätzliches Ride im Off-Beat oder eine sechzehntel HiHat können schnell die Energie vorantreiben. Gerade in Kombination mit Stems eröffnen sich hier natürlich ganz neue Möglichkeiten.
So freut es uns, dass es mit dem kompakten Native Instruments Traktor MX2 gut die Möglichkeiten des Pattern Players auf Hardware-Seite umgesetzt worden sind. Natürlich hat man pro Deck nur acht Pads, auf denen man die einzelnen Drum-Hats wie in einem Step-Sequencer platzieren kann, aber mit einem weiteren Drücken des Pattern-Player-Modus-Buttons schaltet man auf die zweite Seite, sodass man ganz klassisch ganze 16 Steps einprogrammieren kann.
Die verwendeten Sounds kann man dann in diesem Modus mit den Effektpotis oberhalb des Jogwheels wechseln oder in Parametern wie Pitch oder Decay anpassen. Darüber hinaus hat man natürlich den großen Vorteil, dass der Pattern Player ein interner Sequencer ist, der immer synchron zum Master-Deck läuft und sich auch bei aktiven Tempoänderungen am Track-Deck sofort anpasst.
Die Zielgruppe des Native Instruments Traktor MX2
Natürlich bleibt bei dem neuen 2-Kanal DJ-Controller die Frage, für wen sich das Gerät am besten eignet und da ist die Antwort zweigeteilt.
Zum einen eignet sich der Native Instruments Traktor MX2 absolut für Einsteiger, denn man erhält eine perfekte Steuerung der DJ-Software und kann sich langsam an alles gewöhnen. Es müsen ja nicht sofort der Pattern Player, Stems und Co. genutzt werden. Nein, man kann sich auch erstmal aufs Auflegen an sich konzentrieren und bei Bedarf mit verschiedenen Effekten hantieren.
Allerdings ist es, wie anfangs erwähnt, nun schon Jahre her, dass wir einen DJ-Controller für Traktor Pro erhalten haben. In der Zwischenzeit gab es eben das große Update auf Traktor Pro 4 und damit Stem-Kontrolle, mehr Effekte und Features wie den Pattern Player. All diese Funktionen lassen sich mit dem aktuellen Controller ideal steuern, sodass sich das Gerät generell auch an alle Traktor Fans richtet, ungeachtet davon, wie erfahren man ist.
Als Wermutstropfen könnte man hier lediglich anführen, dass es neben dem AUX-Out nur einen Cinch-Ausgang gibt. Allerdings wird man in den meisten tatsächlichen Venues mit einem solchen DJ-Controller ohnehin auf den installierten DJ-Mixer laufen, wo Cinch ausreichend ist.
Der Preis des 2-Kanal DJ-Controllers
Features hat der Native Instruments Traktor MX2 viele und ein in unseren Augen wirklich gelungenes Design. Aber was kostet der Spaß nun? Aktuell gibt es den 2-Kanal DJ-Controller zum Preis von 359,- Euro. Ein Preis, den wir absolut in Ordnung finden. Gerade, wenn wir bei dem Hersteller bleiben, kostet der Traktor Z1 MK2 193,- Euro. Da haben wir mit dem Native Instruments Traktor MX2 natürlich einen deutlich größeren Funktionsumfang. Das wirklich Gute ist, dass ihr mit dem Kauf des Controllers die DJ-Software Traktor Pro 4 gratis erhaltet. So kommen nicht noch weitere Kosten auf euch zu. Unterm Strich finden wir den Preis für das Gerät wirklich gut.






































Native Instruments hat diese Produktsparte vernachlässigt, indem sie zu wenig und zu spät Neue Technik und Software Updates angeboten haben. Infolgedessen bietet die Konkurrenz in der ähnlichen Preisklasse deutlich mehr. Serato DJ konnte darüberhinaus seinen Marktanteil deutlich ausbauen und sich zum Industriestandard etablieren. Jetzt ist es für Native Instruments zu spät, da die meisten Nutzer bereits auf Serato DJ umgestiegen sind.