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Test: Native Instruments UNA CORDA, Piano Plug-In

im Studio

Una Corda Plugin

Ungefähr zehn Gigabyte müssen installiert werden, die Freischaltung erfolgt online. Das ist alles. Ein Dongle ist praktischerweise nicht notwendig. Als Player fungiert Kontakt von Native Instruments in seiner aktuellsten Version (5.5), ältere Versionen werden nicht unterstützt.

Das Instrument wurde dreimal gesampelt: unpräpariert (“Pure”) und mit zwei verschiedenen Präparationen (“Felt” bzw. “Cotton”). Dabei wurde für die Aufnahme ein Stück Stoff zwischen Saiten und Hämmer gelegt, um den Klang zu dämpfen. Diese drei Samplings bieten alle einen eigenen und charakteristischen Klang, so dass man durchaus von drei verschiedenen Instrumenten sprechen kann.

Das GUI ist sehr übersichtlich gestaltet und bietet auf der Frontseite drei Regler: Color beeinflusst die Klangfarbe von warm, weich und mittenbetont bis präsent, hell und direkt. Gleichzeitig wird die Einschwingzeit verkürzt. Dynamic Range ist eine Art stufenlose Velocity Kurve, während Space einen Hall oder Delay Effekt regelt.

Hauptmenue

In drei Untermenüs finden sich weitere Parameter, mit denen sich der Klang teils dramatisch verändern lässt. Das Menü Workbench zielt auf den mechanischen Aufbau des Pianos ab und bietet Zugriff auf zahlreiche Geräusche, also unharmonische Klanganteile der Tasten, des Pedals und der Dämpfer. Obertöne, resonnierende und rückwärts gespielte Samples lassen sich stufenlos einblenden. Zudem kann ein zweites Stück Stoff vor die Saiten gehängt werden.

Das zweite Menü Response regelt die Anschlagdynamik. Neben den obligatorischen Kurven lässt sich auch das dynamische Obertonverhalten regeln. Attack erlaubt auch unnatürlich lange Werte für Flächenklänge, zudem lässt sich die Stimmung zwischen 436 und 444 Hertz einstellen. Die in manchen Kreisen populäre 432er Stimmung beherrscht Una Corda nicht.

Finish gibt dem Klang den letzten Schliff: EQ, Kompressor und Hall („Space“) sind eher Standart, während Style Presets unterschiedliche Impulsantworten bietet.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    k.rausch  RED

    Diese Sample Library des Una Corda ist völlig genial, der Sound hat nur entfernt was mit einem Klavier zu tun und das ist in diesem Fall gut so. Allerdings sind die Samples einem Physical Model weit unterlegen, was die Modifikationen angeht. Denn gerade die sind es, die bei den drei angebotenen Grundklängen interessant sind. Pianoteq hat daher die Nase deutlich vorne. Es wäre eher der doppelte Spaß, würde vom Una Corda ein Physical Model gemacht werden. Weil hier keine Audio Tracks eingebunden sind, sollte sich jemand bei Interesse mal die auf der Produktseite bei NI anhören. Die sind sehr gelungen.

    • Profilbild
      Luis Miehlich  

      Ich hab ein bisschen mit Una Corda gearbeitet und kann zustimmen: klingt wirklich wunderbar. Allerdings denke ich, wenn man (komplett) auf physical modelling umsteigen würde, ginge eines (zumindest für mich) wichtigsten Merkmale von Una Corda verloren, nämlich die vielen Hammer, Hintergrund und pianisten-geräusche verloren. Man könnte auch über eine Kombination aus samples und pm nachdenken, dann wären wir beide zufrieden ;)

    • Profilbild
      Martin Andersson  RED

      Die Klangbeispiele sind jetzt auch online.
      Du hast natürlich Recht, dass Physical Modeling noch viel mehr Möglichkeiten bietet als Sampling.
      Ich denke, dass Native Instruments versuchte, das Una Corda möglichst naturgetreu abzubilden, und da ist Sampling durchaus eine sinnvolle Technik.
      Für mich hat diese Software sehr viel Eigencharakter. Eine große Inspirationsquelle.

  2. Profilbild
    hztirf

    Der Wunsch nach diesem Instrument (= dem Original) wird immer größer, ich fürchte, es wird nur für die digitale Ausgabe reichen.

  3. Profilbild
    donmalteaushb  

    Ich muss wirklich mal meine Begeisterung zum Ausdruck bringen: Ich bin ein großer Amazona-Fan, aber noch nie haben mich Klangbeispiele so überzeugt wie hier! Vielen Dank, einfach wunderbar!!!!

    • Profilbild
      Martin Andersson  RED

      Oh, danke für die Blumen. Das freut mich natürlich sehr. Ich hatte selbst auch meinen Spaß daran, und es ist schon erstaunlich, zu welch‘ kreativen Höhenflügen diese Software animiert. Die Klangbeispiele sind nichts weiteres als spontane Impros (mit Ausnahme der drei Clips „Pure“, „Felt“ und „Cotton“, bei denen ich dreimal dieselbe Midispur verwendete, um die klanglichen Unterschiede zu betonen.)

      Für mich sind freie Impros ein guter Gradmesser für die Qualität eines Instrumentes, da ich so ganz direkt spüre, ob mich ein Instrument inspiriert.

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