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Test: NONO Modular Major Tom Desktop, Performance-Sequencer

Pattern völlig losgelöst!

8. Mai 2026
nono modular major tom desktop test

NONO Modular Major Tom Desktop, Performance-Sequencer

Mit dem NONO Modular Major Tom Desktop haben wir uns diesmal einen Sequencer ins Testlabor geholt, bei dem die Headline „Völlig losgelöst!“ nicht nur Pflichtphrase ist, sondern tatsächlich Programm. Was der Major Tom mit euren Patterns anstellen kann, habt ihr so bestimmt auch noch nicht erlebt, also lasst euch überraschen! „Dann hebt er ab und …“ wir werfen in der Zwischenzeit mal einen kurzen Blick auf den Probanden.

Kurz & knapp

Was ist es? NONO Modular Major Tom Desktop, Performance-Sequencer, ein spezialisierter Hardware-Sequencer für Polyrhythmik und modulare Setups.

  • Konzept: Sechsspuriger Performance-Sequencer mit Fokus auf haptische Bedienung und direkte Eingriffe ins Pattern.
  • Highlight: Direkte Eingabe von Triolen im Lauflicht und intuitiver Zugriff auf Polyrhythmik.
  • Kreativtools: Gate-Fragmentation, Spur-Shift und variable Pattern-Längen eröffnen große kreative Freiheit.
  • Einsatz: Ideal für modulare und analoge Setups, besonders stark im Live- und Performance-Kontext.
  • Einschränkung: Kein MIDI und kein Song-Mode, daher weniger geeignet als zentrale Schaltstelle.
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NONO Modular Major Tom Desktop

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Der NONO Modular Major Tom im Eurorack

NONO Modular, ansässig in Italiens Hauptstadt Rom, wurden zuerst als italienischer Hersteller von funktionalen und ästhetisch ansprechenden Eurorack-Cases bekannt. Diese werden aus hochwertigen Materialien von Handwerkern in der Region Brianza gefertigt.

NONO Modular EurorackCases Herstellerbild

Doch dabei sollte es nicht bleiben, denn in die hübschen Cases sollten auch eigene Module einziehen. Der NONO Modular Major Tom wurde deshalb im Rahmen einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne für einen Eurorack-Sequencer geboren und erstmals der breiten Öffentlichkeit zur Superbooth 2023 in Berlin als Prototyp vorgestellt. Im Jahr 2025 erreichte der NONO Modular Major Tom dann endlich Produktionsstatus und der erste Batch ging weg wie warme Semmeln.

NONO Modular Major Tom Eurorack plus Expander Herstellerbild

Mittlerweile wurden dem Major Tom zwei Expander zur Seite gestellt. Der Expander TOMTOM spendiert dem Major Tom zwei weitere CV/Gate-Kanäle (kaskadierbar auf bis zu 12 Kanäle) und mit dem BLISTER CV IN Expander holt man sich 24 Eingänge für die Steuerung wichtiger Spur- und Gate-Parameter der ersten vier Kanäle durch Control-Voltage in das Sequencer-System.

Was ist der NONO Modular Major Tom Desktop?

Der brandneue NONO Modular Major Tom Desktop ist nun die ultimative Flaggschiffversion des Sequencers. Hier werkelt in einem hübschen Desktop-Gehäuse versteckt das Major Tom-Hauptmodul plus die beiden Expander-Module, intern verdrahtet als Performance-Sequencer mit sechs Spuren zur Ansteuerung eures Modularsystems oder eurer analoger Synthesizer und Drum-Maschinen.

NONO Modular Major Tom Desktop Herstellerbild

Hauptfeature und Alleinstellungsmerkmal des NONO Modular Major Tom Desktop ist die Möglichkeit der direkten Eingabe von Triolen im Lauflicht-Patterns und ein sehr direkter Zugriff auf elementare Spurparameter, der es dem Anwender erlaubt, Rhythmen und Polyrhythmen auf sehr haptische Weise zu erkunden.

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Der NONO Modular Major Tom bietet zur Unterstützung eurer kreativen Ergüsse für jede Spur die Ausgabe von in musikalischen Skalen quantisierter Control-Voltage und verschiedener CV-Standards (inklusive 1 V/Oct, 1,2 V/Oct und Hz/V).

Das großartige an der Sache ist, dass unsere Eurorack-Modularisten gerne weiterlesen dürfen, denn Features und Bedienung sind beim Eurorack-Modul plus seiner Expander und dem NONO Modular Major Tom Desktop identisch.

Verpackung und Lieferumfang

Unser Testproband, der NONO Modular Major Tom Desktop, kommt frisch aus seiner Umverpackung geschält gut geschützt in einem handgefertigten Bag aus recyceltem Plastik-Ökofilz: Sehr verspielt, sehr experimentell, aber doch sehr originell!

NONO Modular Major Tom Desktop, Userbild, Verpackungsinhalt

Dazu gibt es die üblichen Papierbeilagen und Sticker sowie ein 24 V Steckernetzteil für die Stromversorgung. Eine Bedienungsanleitung lag dem Sequencer-Boliden nicht bei und für den Major Tom Desktop gibt es wohl auch noch keine eigene Anleitung, aber das ist kein Beinbruch, denn man kann sich ja da auch beim Eurorack-Modul bedienen, denn die Bedienung ist ja gleich.

Die Haptik des NONO Modular Major Tom Desktop

Frisch ausgepackt möchte ich gleich meine ersten Eindrücke zur Optik des NONO Modular Major Tom Desktop festhalten. Die wichtigsten Eckdaten zuerst: Der 1400 g schwere Desktop-Sequencer misst in der Breite 360 mm und 155 mm in der Tiefe. Mit Reglern gemessen erreicht er circa 80 mm Höhe.

NONO Modular Major Tom Desktop, Userbild, Frontansicht

Das in cremefarbenem Vintage-Weiß eloxierte Blechgehäuse, bestehend aus Gehäusewanne und gebogener Frontplatte, wird mit geringen Spaltmaßen durch schwarze Inbusschrauben zusammengehalten.

NONO Modular Major Tom Desktop, Userbild, Unterseite mit Gummifüßen

Auf der Gehäuseunterseite sorgen vier Gummifüße für einen rutschfesten Stand des NONO Modular Major Tom Desktop.

NONO Modular Major Tom Desktop, Userbild, linke Seite mit Schaltern Netzanschluß und USB

Auf der linken Gehäuseseite finden wir eine USB-Buchse für die Firmware-Updates und den Datenaustausch, zwei kleine Schalter für das Firmware-Update sowie den Eingang für die Stromversorgung nebst dazu gehörigem Schalter. Das ist dann auch gleich das Stichwort, dem NONO Modular Major Tom Desktop einmal Saft zu geben.

Nach dem Einschalten zeigt sich ein Lade-Screen, gefolgt von einem hübsches Farbenspiel auf dem gut ablesbaren Display und schon ist der Major Tom bereit für unsere Eingaben. An dieser Stelle zeigt sich dann auch, dass die gut strukturierte Bedienoberfläche nicht mit Zustandsanzeigen geizt.

NONO Modular Major Tom Desktop, Userbild, Display

Programmierte Steps setzen sich optisch gut ab und die ausgewählte Spur wird im Display mit ihrer Spurfarbe unterlegt. Dazu leuchten auch die LEDs der CV-Ausgänge und der Spuranwahl in ihrer Spurfarbe, die ein großer Auswahltaster vorgibt.

NONO Modular Major Tom Desktop, Userbild, Haptik Beschriftung Zustandsanzeigen

Die Beschriftung ist nicht nur reiner Selbstzweck, sondern fasst zusammengehörige Arbeitsbereiche durch zielführende Striche und eingrenzende Klammern zusammen. Alle Bedieneingaben, wie Schaltvorgänge oder das Drehen an Reglern, werden vom Display sofort umgesetzt, was für eine sehr gute Programmierung spricht.

NONO Modular Major Tom Desktop, Userbild, Regler und Schalter im Folus Haptik

Die Regler selbst haben allesamt einen guten Grip und einen leichten Widerstand im gut aufgelösten Regelweg. Die beiden Push-Potis, die Pattern-Wahlschalter und die Regler LAST sind gerastert und lassen mit knackigem Schaltvorgang ein sehr gezieltes Anfahren ihrer Werte zu.

Die Eurorack-Buchsen nehmen die Stecker stramm auf und machen einen langlebigen Eindruck. Die Ein- und Ausgänge sind gut voneinander unterscheidbar, denn alle Ausgänge wurden farblich grau unterlegt. Alle Bedienelemente, bis auf die Schalter, sind mit der Frontplatte verschraubt. Die Schalter selbst lassen sich alle solide bedienen und haben einen gut fühlbaren Druckpunkt.

NONO Modular Major Tom Desktop, Userbild, rechte Seite Haptik

Nebenbei gesagt, finde ich das coole Retro-Design mit dem dazu in Kontrast stehenden, futuristischem Display absolut gelungen. Es könnte so direkt aus dem Steuerpult von Major Toms Raumkapsel der 80er-Jahre stammen und weckt damit in mir irgendwie nostalgische Gefühle – großartig! Aber das ist natürlich nur mein persönlicher und damit subjektiv empfundener Geschmack. Wer diese Farbgebung nicht mag, kann den Major Tom auch in Mattschwarz erwerben.

NONO Modular Major Tom Desktop in mattschwarz Herstellerbild

Alles in allem macht der NONO Modular Major Tom Desktop in meinen Augen eine sehr wertige und robuste Figur. Ich habe deshalb in diesem Abschnitt absolut nichts auszusetzen.

Bedienelemente des Major Tom Desktop

Wie in meinen Tests üblich, werden wir an dieser Stelle einen Blick auf die Bedienelemente des NONO Modular Major Tom Desktop werfen. Diesmal steigen wir dafür in unsere Raumkapsel und starten einen Rundflug über die Bedienoberfläche, bei dem ich die Bedienelemente und deren Funktionen kurz erkläre.

NONO Modular Major Tom Desktop, Userbild, Regler im Fokus Einleitung

Wir nähern uns dem NONO Modular Major Tom Desktop aus nordwestlicher Richtung und überfliegen dabei fünf nebeneinanderliegende Eurorack-Buchsen. Ganz links finden wir die Eingangsbuchse CLOCK IN für die Synchronisation zu externem Analogequipment.

NONO Modular Major Tom Desktop, Userbild, Clocksteuerung

Rechts davon gibt es den RESET IN, der per eingehendem Trigger-Signal die Spuren des Sequencers auf den ersten Step zurücksetzt. Mit der nächsten Buchse CV IN kann man per eingehender Control-Voltage die Spuren des NONO Modular Major Tom Desktop transponieren. Hier drängt sich das Einpatchen des CV-Ausganges eines CV/Gate-Keyboards geradezu auf.

Daneben erblicken wir dann noch die beiden Ausgangsbuchsen CLOCK OUT und RESET OUT zur Steuerung von analogem Equipment durch den Major Tom.

NONO Modular Major Tom Desktop, Userbild, Fokus auf Display

Direkt unter den gerade beschriebenen Eurorack-Buchsen finden wir das Display. Um das Display im Kreis angeordnet finden wir vierundzwanzig beleuchtete Buttons, die zur Step-Eingabe und der Visualisierung des aktuell gewählten Patterns dienen. Hier finden wir die 16 Steps und zusätzlich außen angeordnet noch acht weitere Steps für die Eingabe von Triolen. Mit Druck auf einen Button wird der Step gesetzt und blinkt.

Nun kann man mit rechten Push-Poti unter dem Display die Werte für den Step bearbeiten. Dazu gibt vier Buttons, die durch Striche mit diesem Poti verbunden sind. Rechts unten stellt man die Tonhöhe ein und mit dem Button darüber die Gate-Länge. Mit dem Button links oben stellen wir das Level des Gates ein. Der Major Tom kann also auch Velocity-Gates.

NONO Modular Major Tom Desktop, Userbild, Fokus auf die Transportfunktionen und Regler unten

Links unten kommen wir dann in die Spaßabteilung, dem allseits beliebten Ratcheting. Hier wird das Gate des Steps geteilt und der Step dadurch wiederholt ausgelöst. In Verbindung mit den Velocity-Gates breitet sich hier vor uns eine großartige Spielwiese mit enormem Spaßfaktor aus.

Die Gate-Fragmentierung kann hier bis zu 10 Teile erreichen und dazu kommt dann noch die Anwendung dynamischer Masken auf diese Impulsgruppe. Man kann also Rampen einstellen, wie aufsteigend, linear, zufällig, alternierend oder absteigend, sodass das geteilte Gate bei jeder Auslösung ein anderes Level hat. Freunde der IDM werden bei diesen Möglichkeiten vor Freude sicher aufjubeln und sofort ihre Drum-Module befeuern. Aber das wäre zu einfach gedacht, denn VCAs dürften sich über diese Signale ebenso freuen wie unsere geliebten Filter – Stichwort: Filterping.

Ist man nun mit den Einstellungen für den Step durch, drückt man auf das Push-Poti und die Werte werden in den Step geschrieben. Der Step-Button leuchtet jetzt durchgängig. Copy & Paste für Steps und Pattern beherrscht der NONO Modular Major Tom Desktop natürlich auch.

NONO Modular Major Tom Desktop, Userbild, PushPotis im Fokus

Mit einem Druck auf das Push-Poti bekommt man Zugriff auf ein Menü für diverse Einstellungen und einige Befehle. Hier finden wir dann Einstellungen für CV Set (Charakteristik der ausgegebenen CV), die Display Settings, den Last Step Mode, das Firmware-Update und die Kalibrierung. Als Befehle gibt es hier LOAD SET, SAVE SET, DELETE SET und AUTO SAV.

Mit dem Push-Poti links unter dem Display kommt man in die Transportfunktionen des NONO Modular Major Tom Desktop. Mit ihm stellt man das globale interne Tempo und die Clock-Teilung für jede Spur ein. Dazu gibt es noch zwei Buttons rechts daneben, der untere für START/STOP und mit dem oberen der manuelle RESET aller Spuren auf Step Eins.

NONO Modular Major Tom Desktop, Userbild, Spuren im Fokus

Rechts neben dem Display finden wir dann die sechs Spuren des NONO Modular Major Tom Desktop. Ganz unten bei jeder Spur ist der Auswahl-Button in der Spurfarbe. Daneben links zeigt eine LED in Spurfarbe leuchtend die ausgewählte Spur an.

Darüber kommen wir in die Performance-Abteilung mit drei Reglern. Mit dem großen gerasterten Regler VAR wählen wir eines von 10 auf diesem Regler hinterlegten Pattern aus. Mit dem ebenfalls gerasterten Regler LAST legen wir den letzten Step fest und damit die Länge des Patterns. Der letzte Regler SHIFT sorgt für eine feine, von den anderen Spuren unabhängige Verzögerung des Patterns.

NONO Modular Major Tom Desktop, Userbild, Ausgänge CV und Gate pro Spur

Ganz oben finden wir dann die beiden Ausgangsbuchsen einer jeden Spur, links für das Gate und rechts für die Control-Voltage. Eine LED in der Spurfarbe visualisiert die Ausgangsaktivität auf dieser Spur.

NONO Modular Major Tom Desktop, Userbild, Fokus auf die ModulationsEingänge

Ganz rechts finden wir dann ein Feld von 24 Eurorack-Buchsen, allesamt Eingänge zur Steuerung der ersten vier Spuren. Ganz oben sind die Eingänge für die Steuerung der Gate-Level von Spur 1 bis 4. Darunter dann die Eingänge zur Steuerung der Gate-Länge, gefolgt von den Gate-Wiederholungen. Eine Reihe tiefer steuern wir dann die Verzögerungszeit (Shift) per externer Control-Voltage, darunter die Position des letzten Steps und ganz unten dann die Auswahl des Patterns analog dem Regler VAR.

Und damit setzen wir auch schon wieder zur Landung an und schauen mal auf …

Bedienung des NONO Modular Major Tom Desktop

Die Einarbeitung in die Bedienung des NONO Modular Major Tom Desktop ist dank der sehr zugänglichen und gut strukturierten Bedienoberfläche ein Kinderspiel. Jeder, der schon einmal einen Sequencer unter den Fingern hatte, wird sich direkt zurechtfinden.

NONO Modular Major Tom Desktop, Userbild, gepatcht mit AS Concussor System

Besonders beeindruckt hat mich am NONO Modular Major Tom Desktop die unmittelbare Zugänglichkeit auf die wichtigsten Spurparameter, hier gilt: „Effektivität bestimmt das Handeln“. Du willst verschiedene HiHat-Figuren ausprobieren, um zu testen, welche davon am besten zum erstellten Groove passt? Kein Problem, der direkte Vergleich ist nur ein Reglerdreh entfernt und das nicht nur als einfacher A-B-Vergleich, sondern gleich mal 10.

Oft ist der Zugriff auf die Eingabe von Triolen, wenn man sie mal braucht, ganz hinten in den digitalen Untermenüs der Sequencer versteckt und erstickt damit schon im Keim den schnellen Versuch, diese mal zu verwenden. Beim NONO Modular Major Tom drückt man dafür eine Taste im Lauflicht und schon würzt man das Pattern um ein weiteres starkes Ausdruckmittel. Du meinst, deine Snare könnte jetzt noch ein wenig „Laid Back“ gebrauchen, damit sie so richtig lässig und schwer drückt? Dreh einfach am Regler SHIFT!

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Mehr Informationen

Der absolute Knaller für mich ist aber der Regler LAST, um die Länge der Patterns zu verändern. Hiermit eröffnet sich im Schnellzugriff eine endlose Spielwiese für „Wissenschaftliche Experimente“ rund um das Thema Polyrhythmik.

Allein dieser Regler sorgt als endloses Stundengrab für einen enormen Spaßfaktor. Man kann einfach nicht aufhören daran rumzudrehen, um zu hören, wie sich die verschiedenen Patterns der Kanäle bei unterschiedlich eingestellten Längen zueinander verhalten. Sensationelles Feature!

NONO Modular Major Tom Desktop, Userbild, BlisterExpander gepatcht

Und wenn uns dann die Hände ob der vielen Regler ausgehen, kommt der Blister-Expander mit seinen vielen Modulationseingängen ins Spiel und animiert unsere Patterns mit externer Control-Voltage. Aber Vorsicht! Es könnte passieren, dass ihr bei allzu exzessivem Gebrauch eure Patterns gar nicht mehr wiedererkennt! „Hallo Major Tom, können Sie hören? Woll’n Sie das Projekt denn so zerstören?“ Nein, im Ernst, die vielen Modulationseingänge kann man wirklich sehr gewinnbringend einsetzen – Stichwort: Remix.

NONO Modular Major Tom Desktop, Userbild, gepatcht mit Doepfer-Modulen

Der NONO Modular Major Tom Desktop macht im Studio immer dann eine sehr gute Figur, wenn es darum geht, schnell Parts des Arrangements zu testen. Hier erweist er sich als wirkungsvolle Kompositionshilfe.

Besonders wohl fühlt sich der NONO Modular Major Tom aber in der Live-Situation, in der man durch den schnellen Zugriff auf die Bedienoberfläche die zur Saalstimmung passenden Patterns direkt auswählen und dann kreativ ordentlich durchmangeln kann, denn diese Funktionen sind hier immer nur einen Reglerdreh entfernt.

Gibt es für den Major Tom Desktop Konkurrenz?

„Die Erdanziehungskraft ist überwunden. Alles läuft perfekt, schon seit Stunden“. Der Major Tom Desktop knebelt gerade meine gespeicherten Patterns über externe Control Voltage und so finde ich ein wenig Zeit, um mal einen vergleichenden Blick in unsere Liste „Die besten Step- und Hardware-Sequencer“ zu werfen.

NONO Modular Major Tom Desktop, Userbild, mit DoepferSystem gepatcht externe Modulation

Nach einer ersten Durchsicht fällt es mir tatsächlich einigermaßen schwer, dort einen direkten Konkurrenten auszumachen. Der NONO Modular Major Tom Desktop ist eben nicht die große Spurenschleuder mit endloser Feature-Liste und umfassender Konnektivität in alle Systeme, wie der auch bei uns getestete Oxi Instruments Oxi One MKII.

Er ist aber auch nicht der typische CV-Sequencer, an dem man sich schnell mal über die Regler der Steps eine Bassline zusammenschrauben kann wie beim Doepfer Darktime oder dem leider nicht mehr erhältlichen Analogue Solutions Oberkorn MKIII.

Der NONO Modular Major Desktop kann mit seinen sechs Spuren ausschließlich analoges Equipment antreiben und wirft hier als Alleinstellungsmerkmal das Thema direkte Eingabe von Triolen und den haptischen Zugriff auf die Polyrhythmik zusätzlich in die Waagschale. Bei diesen Themen müssen fasst alle Kandidaten unserer Liste direkt passen und wenn solche Features dann doch angeboten werden, findet man sie in den Schubladen der digitalen Untermenüs, wo sie meistens ein tristes Dasein fristen.

NONO Modular Major Tom Desktop, Userbild, Kabel im Fokus Unschärfe als Stilmittel der Überlegung

Irgendwo in den Weiten des Internets habe ich mal sinngemäß gelesen, dass der Aufbau und die Art eines Sequencers direkten Einfluss auf die Kompositionstechnik und die damit verbundenen Ergebnisse haben. In unserer Liste findet man unterschiedlichste Sequencer-Konzepte, alles Spezialisten für alle möglichen Richtungen, aber eben nicht die „Eierlegende Woll-Milch-Sau“. Den weisen Satz meines geschätzten Autorenkollegen TobyFB: „Sequencer kann man nie genug haben!“ unterschreibe ich deshalb zu 100 Prozent.

Der NONO Modular Major Tom Desktop ist ein absolut solider Sequencer, aber eben auch wieder ein Spezialist. Er schließt als solcher meiner Meinung nach mit seinem Konzept eher eine Lücke und ergänzt dabei ein bestehendes analoges Setup um weitere kompositorische und kreativitätsfördernde Elemente.

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Fazit

Mit dem sehr wertig verarbeiteten NONO Modular Major Tom Desktop erhält man einen hochspezialisierten Performance-Sequencer, der vor allem in der perkussiven Synthese und bei komplexen Polyrhythmen punktet.

Die sehr gut strukturierte und intuitiv erfassbare Bedienoberfläche benötigt nur eine sehr geringe Einarbeitungszeit und mündet dann in einen enorm hohen Spaßfaktor. Sein absolutes Alleinstellungsmerkmal ist die haptische Eingabe von Triolen-Steps. Weitere extrem mächtige Funktionen sind die Gate-Fragmentation, das unabhängige Spur-Shift und der direkte Zugriff auf die Pattern-Länge der einzelnen Spuren, die man in der hier gezeigten Zugänglichkeit nicht in anderen Sequencern findet.

Wer einen zentralen Sequencer für die Ansteuerung seiner polyphonen Synthesizer und MIDI-Peripherie sucht, wird mit dem NONO Modular Major Tom eher nicht glücklich, denn ihm fehlen die dazu notwendige MIDI-Einbindung und ein Song-Mode. Wer aber den haptischen Zugriff auf komplexe, organische Grooves sucht und den Sequencer als eigenständiges Instrument begreift, könnte hier durchaus die Erfüllung seiner Träume finden.

Der aufgerufene Preis dürfte für einige geneigte Käufer sicher einem Schlag in die Magengrube gleichkommen, aber Boutique und damit verbundene geringe Stückzahlen waren schon immer ein wenig teurer. Für mein Befinden geht der Preis durchaus in Ordnung, gerechtfertigt durch das interessante Konzept und die sehr wertige Verarbeitung.

Plus

  • sehr wertige Verarbeitung
  • haptischer Zugriff auf Polyrhythmik und Triolen
  • sehr gut strukturierte Bedienoberfläche
  • Gate-Fragmentierung
  • massive CV-Modulationen möglich
  • Performance-Möglichkeiten
  • gute Kompositionshilfe
  • Ausgabe skalenbasierter Control-Voltage
  • Unterstützung verschiedener CV-Standards
  • geringe Einarbeitungszeit
  • hoher Spaßfaktor!

Minus

  • kein MIDI (eher Hinweis als Minus)
  • kein Song-Mode

Preis

  • 1.299,- Euro
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Über den Autor
Profilbild

Dirk E. aka Xsample RED

Dirk, Hobbymusiker mit Spaß, aber ohne Ambitionen. Seit 9 Jahren mit dem Modular-Virus infiziert. Depeche Mode-Fan und Hardcore-Sammler mit eigener Webseite.

Forum
    • Profilbild
      Dirk E. aka Xsample RED

      @Numitron Der Major Tom hat zwar keinen eigenen SONG-Mode, aber das heißt ja nicht, dass man mit ihm keine Songs machen kann. Man muss das Thema einfach weiterdenken. Durch die Blister-Inputs kann man zum Beispiel den Parameter VAR (Patternanwahl) durch externe Control Voltage steuern und sich dadurch ja einen Song aufbauen. Man bastele sich Pattern für Strophe, Refrain, Bridge etc. und schaltet sie dann von extern um. Das funktioniert natürlich auch manuell, der Major Tom will ja ausdrücklich gespielt werden. :)

    • Profilbild
      Dirk E. aka Xsample RED

      @herw Das hat mich auch gewundert, denn ich finde das Konzept des Sequencers schon sehr cool und einzigartig. Da gehen eine Menge Sachen, die man sonst in der Zugänglichkeit nirgends findet. Aber die Bewertungen gehen ja schon in eine andere Richtung. :)

  1. Profilbild
    Viertelnote AHU

    naja wenn meinung von leser ungenügt ist müßen
    wir aceptieren.🙂 kann troll sein aber meinung
    soll ja nicht allen schmecken.😉

    ist ja nicht immer super alles. soll man schon stimme geben dürfen

    • Profilbild
      Dirk E. aka Xsample RED

      @Viertelnote Klar sollte man andere Meinungen akzeptieren, das gehört zum guten Ton. Aber diese hinterfragen oder sich darüber wundern darf man auch. Es ist halt bloß Schade, wenn man nicht in den Dialog geht. Mich hätte zum Beispiel sehr interessiert, was der Leser am Major Tom ungenügend findet, denn das ist ja immerhin ein ziemlich vernichtendes Urteil. Vielleicht hat er aber auch nur meinen Testbericht beurteilt? Und auch da hätte ich gerne gewusst warum. Mit konstruktiver Kritik kann ich gut leben, nehme sie gern an und versuche es beim nächsten Test dann besser zu machen.

      • Profilbild
        Viertelnote AHU

        @Dirk E. aka Xsample ich hab nicht gewertet🙂
        aber recht hast du … da nicht begründet warum.
        ich wollte auch nicht angreifen dich oder so dein test. es ging nur um meinung über
        product. wenn falsch gelandet ist bei dir sorry. dein article ist schön geschrieben.🤯

        • Profilbild
          Dirk E. aka Xsample RED

          @Viertelnote Ich habe Deinen Kommentar auch nicht als Wertung oder Angriff verstanden. Im Gegenteil, ich wollte das von Dir Gesagte positiv gewichten und meine Sichtweise dazu noch einbringen. Btw. Danke für Dein Lob. :)

    • Profilbild
      Dirk E. aka Xsample RED

      @AKON_a kind of noise Sehr hübsches und mächtiges Modul, meistens nur als Sequencer missbraucht. War wohl 2015 das letzte von Don Buchla selbst entworfene Modul. Aber stimmt, da gibt es schon Gemeinsamkeiten, Jetzt nach ein paar Videos, finde ich, dass der Major Tom mehr Spuren und die direktere Zugänglichkeit hat. Der Preis ist Buchla-typisch nicht nur der berühmte Schlag in die Magengrube, sondern ein Dampfhammer gegen die Schläfe. 😇

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