Vielseitiger Controller für DAW und Hardware-Setups
Vor knapp einem halben Jahr haben wir für euch Novations großen Launch Control XL 3 getestet. Vor wenigen Wochen stellte der Hersteller dann die deutlich kompaktere Version Novation Launch Control 3 vor. Worin unterscheiden sich die beiden und für welche Aufgaben ist der neue Controller geeignet? All das haben wir für euch im folgenden Artikel herausgefunden.
Was ist es? Novation Launch Control 3, kompakter USB-MIDI-Controller zur Steuerung von DAWs und externer MIDI-Hardware
- Kompakt & flexibel: Kleiner Controller mit 16 Endlosdrehreglern, OLED-Display und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten.
- DAW-Integration: Sehr gute Einbindung in Ableton Live, aber auch kompatibel mit Logic, Cubase, FL Studio und mehr.
- MIDI-DIN: Dank klassischer MIDI-Anschlüsse auch ideal für Hardware-Setups abseits des Rechners.
- Custom-Mappings: Individuelle Anpassung über Novation Components mit fertigen Presets für viele Geräte.
- Verbesserungspotenzial: Keine Transportsektion und keine Push-/Touch-Funktion der Regler.
Inhaltsverzeichnis
Novation Launch Control: Übersicht
Aktuell bietet Novation im Rahmen seiner Launch Control Serie die o. g. zwei Produkte an. Während der Launch Control XL 3 mit 3 x 8 Endlosdrehregler, acht 60 mm Fadern und 16 zuweisbaren Tasten sowie Transportsektion (Play/Stop und Record), Buttons für Track/Page, Shift, Mode und einem OLED-Display ausgestattet ist, fällt unser heutiger Testkandidat, der Novation Launch Control 3, deutlich kompakter und übersichtlicher aus.
Neben der Launch Control Reihe bietet Novation die drei Pad/Grid-Controller Launchpad Mini, Launchpad X und Launchpad Pro an. Diese sind vor allem für die Arbeit und Steuerung Clip-basierter DAWs wie Ableton Live geeignet, bieten teilweise aber darüber hinausgehende Funktionen wie einen Step-Sequencer, Note-, Chord-, Session- und Custom-Mode uvm. an. Informationen zu diesen Pad-Controllern findet ihr in unseren jeweiligen Testberichten:
Ausstattung des Novation Launch Control 3
Mit den Maßen 251 x 43 x 122 mm fällt der Novation Launch Control 3 deutlich kleiner aus als sein größerer XL-Bruder und bringt auch nur lediglich 490 g auf die Waage (XL 3: 920 g). Trotz des geringeren Gewichts steht der Controller fest und sicher auf seinem vorgesehenen Platz. Hierfür sorgt eine gummierte Fläche, die sich einmal komplett über die Unterseite des Gehäuses zieht.
Das Gehäuse des Launch Control 3 besteht auf Kunststoff und verfügt über eine Soft-Touch-Oberfläche. Auch die Drehregler des Controllers sind damit überzogen. Gerade im Hinblick auf die Langlebigkeit sind Soft-Touch-Oberflächen bei vielen Kunden unbeliebt, da sie nach langer und intensiver Nutzung oft klebrig wirken. Ob das beim Launch Control 3 auch so ist oder ob Novation hier eine qualitativ hochwertigere und langlebigere Variante einsetzt, lässt sich nach 2-3 Wochen Testeinsatz nicht abschließend klären. Das könnte letztlich nur ein Langzeittest herausfinden.
Grundsätzlich vermittelt der Controller mit seinen Bedienelementen aber eine sehr gute Bedienung. Die Endlosdrehregler laufen sehr gut auf ihren Bahnen, die Buttons lösen alle sehr gut aus und man bekommt dabei ein ordentliches haptisches Feedback.
Ausgestattet ist der Novation Launch Control 3 mit 16 Endlosdrehreglern, die in zwei 8er-Reihen angeordnet sind. Darunter liegen acht Tasten, die genauso wie die Drehregler über kleine LEDs verfügen, die durch Farbwechsel unterschiedliche Funktionen anzeigen können.
Auf der linken Seite des Controllers hat Novation ein OLED-Display sowie sechs Buttons für Page (Up/Down), Track (Left/Right), Shift und Mode untergebracht.
Welche Anschlüsse bietet der Launch Control 3?
Erfreulicherweise verfügt der Launch Control 3 nicht nur über einen klassischen USB-C-Port und ein Kensington Lock, sondern auch über drei MIDI-DIN-Ports (In, Out, Out 2/Thru). Damit erweitert Novation das Einsatzgebiet des Controllers über den reinen DAW-Betrieb hinaus und ermöglicht den direkten Anschluss des Controllers an MIDI-Geräte (Synthesizer, Keyboards, Sampler, Grooveboxen etc.).
Lieferumfang
Zum Lieferumfang des Launch Control 3 gehören die DAW Ableton Live 12 Lite und Cubase LE 14 sowie die Software-Instrumente/Effekte Klevgrand Fosfat, Baby Audio Parallel Aggressor und Output Movement. Außerdem wird der Controller mit einem 1,5 m langen USB-Kabel (Typ-C <-> Typ-A) ausgeliefert.
Novation Components
Zur Programmierung des Controllers setzt Novation weiterhin auf die hauseigene Software Components., Diese hat mit der Veröffentlichung des Launch Control XL 3 eine Überarbeitung erfahren. Wie gehabt läuft Components direkt im Browser (Chrome oder Opera), so dass man grundsätzlich von überall auf die Software zugreifen kann. Alternativ lässt sich Components auch herunterladen und lokal nutzen.
Über Novation Components werden auch Updates ausgeführt. Im Falle meines Testgerätes wurde das nach dem ersten Anschluss auch direkt gemacht. Nach Aufruf der entsprechenden Website wurde der Controller automatisch mit dem passenden Update versorgt, danach konnte es dann losgehen.
Für alle Launch Control-Einsteiger bietet Components eine Einleitung aufrufen, die die wichtigsten Funktionen darstellt und erklärt. Darüber hinaus bietet Novation eine umfangreiche Online-Anleitung an, die die komplette Inbetriebnahme, die einzelnen Bedienelemente, den Einsatz mit der DAW oder den Standalone-Modus gut erklärt.
Einsatz des Novation Launch Control 3
Grundsätzlich bietet Launch Control 3 die volle Unterstützung für die DAWs Ableton Live, Logic Pro, Cubase und FL Studio. Darüber hinaus ist es dank des Mackie-HUI-Protokolls auch zu weiteren DAWs wie Pro Tools, Studio One, Fender Studio, Reaper etc. kompatibel.
Neben dem Custom-Mode, bei dem alle Bedienelemente des Controllers frei mit MIDI-CCs belegt werden können, bietet der Launch Control 3 die zwei Arbeitsmodi DAW-Control und DAW-Mixer. Wie die Namen bereits verraten, dient der Mixer-Modus zunächst einmal zur Steuerung von Kanallautstärken, Send-Levels oder Panorama-Regler, wobei das Einstellen eines virtuellen DAW-Faders über einen Drehregler meiner Meinung nach etwas gewöhnungsbedürftig ist. Der DAW-Modus dient dagegen zur Steuerung von Instrumente, Plug-ins oder Devices und zum Navigieren in Projekten und Arrangements.
Sehr praktisch ist, dass, so bald man einen Drehregler bewegt, im Display angezeigt wird, welchen Parameter man gerade unter seinen Fingern hat. Im Alltag erhöht das natürlich die Übersichtlichkeit. Ebenfalls clever ist die Nutzung der farbigen LEDs. Regelt man bspw. in Ableton das Panorama eines Kanals und dreht den Regler nach links, wechselt die LED-Farbe von Weiß (neutral) auf Blau (links). Bei einer Verschiebung des Panorama nach rechts leuchtet die LED rot auf. Natürlich sind solche farbigen Anzeigen nicht beim ersten Mal sofort klar und ersichtlich, aber mit der Zeit bekommt man da schnell ein Gefühl dafür und weiß die optischen Feedbacks des Controllers schnell zu schätzen.
Auch bei der Steuerung von Plug-ins gibt es einige interessante Features. So ist der Novation Launch Control 3 in Verbindung mit bestimmten (Dritthersteller-) Plug-ins direkt gemappt, d. h. den 16 Drehreglern sind ab Werk die (aus Herstellersicht) wichtigsten Parameter zugewiesen. Dazu wird im Display des Controllers auch der Name des Plug-ins angezeigt. Da man sich diese Belegungen natürlich nicht alle merken kann und das kleine Display des Controllers auch keine wirkliche Übersicht für solche Mappings anzeigen kann, lässt sich durch Drücken des Shift-Buttons und gleichzeitiger Betätigung eines Drehreglers der zugewiesene Parameter anzeigen, ohne dass der Parameter verändert wird.
Auch die untere Reihe der Bedienelemente, also die acht Buttons samt der Function-Taste links, lässt sich für unterschiedliche Aufgaben nutzen. Mit Hilfe der Function-Taste lassen sich die Funktionen umschalten und um dies zu verdeutlichen, wechselt die Farbe der Buttons: Rot steht für Record, Blau für Solo und Orange für Mute.
Custom Mode
Über die bereits erwähnte Software Components lässt sich der Novation Launch Control 3 individuell an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Hierfür lassen sich bis zu sieben Setups anlegen und speichern. Sofern man den Controller also mit einem speziellen Synthesizer oder einer Groovebox nutzen möchte, lassen sich für die Bedienelemente des Controllers passende MIDI-Mappings anlegen.
Praktischerweise hat Novation für eine Vielzahl gängiger Produkte bereits solche Mappings angelegt, so dass man in den meisten Fällen nicht immer von Null anfangen muss. Zum einen gehören natürlich Novation-eigene Produkte wie der Synthesizer Peak oder die Grooveboxen Circuit Tracks oder Circuit Rhythm dazu. Aber auch für viele Geräte anderer Hersteller, sei es Elektron, Arturia oder Xfer, sind bereits Mappings vorhanden.
Alternativen und Verbesserungspotenzial
Mit dem Launch Control 3 hat Novation einen sehr guten Controller im Angebot, der dank seiner MIDI-DIN-Anschlüsse auch für den Einsatz abseits der DAW geeignet ist. Wie auch beim Launch Control XL 3 würde ich mir für eine nächste Version eine Push-Funktion und Touch-Sensitivität für die Drehregler wünschen. Außerdem hätte ich mir für den Launch Control 3 noch eine Transportsektion gewünscht.
Wer mit dem Novation Launch Control 3 vielleicht nicht 100 % zufriedenzustellen ist, könnte sich die folgenden Alternativen näher anschauen.
Zum einen bietet die Firma Intech Studio ein modulares Controller-Konzept, bei dem man sich einzelne Module ganz nach den eigenen Vorstellungen zusammenstellen kann. Preislich wird man damit zwar definitiv über dem Launch Control 3 liegen, dafür lässt sich das Setup aber individuell gestalten. Auf MIDI-DIN-Anschlüsse muss man hier aber verzichten.
Auf MIDI-DIN-Anschlüsse muss man auch beim Korg nanoKONTROL Studio verzichten, eine weitere Alternative zum Launch Control 3. Neben der USB-Verbindung lässt sich dieser Controller aber auch per Bluetooth verbinden und bietet u. a. Fader und eine Transportsektion. Allerdings ist der Launch Control 3 meiner Meinung nach deutlich besser verarbeitet.














































Korg sq64 MK2 so dachte ich zuerst🙂
Danke für den Bericht war sehr verständlich!
freundlichst lieber Gruß
Ich verwende Korgs NanoControl 2, das deutlich popeliger rüberkommt, aber nur ein Drittel kostet. Ich verzichte auf Endlosregler und Display, habe aber auch 16 Potis (8 Dreh, 8 Fader) und eine Transportfunktion. Dazu eine Markersektion (Set und +/-). Ich habe es allerdings auch gekauft und dann einfach nur für Pegelregelung und Fernsteuerung eingesetzt. Ich habe nie versucht, damit einen Softwaresynth ferzusteuern. Dürfte aber gehen. Obwohl dieser Korg Controller nicht gerade wertig rüber kommt, kann ich damit gut arbeiten. Die Werte werden abgeholt, das ist schon die halbe Miete. Vergleiche ich das mit dem Novation, würde ich genau die gleichen Minuspunkte wie du, Felix anführen.
Funktionsumfang, Baugröße und Preis würden 1A passen. Allerdings kommt mir nie wieder irgendwas mit Soft-Touch Beschichtung ins Haus.
Definitiv. Nie. Wieder.
@exitLaub Komisch daß so etwas noch gemacht wird. Abgesehen davon wie ekelhaft das oft ist, Ich dachte daß das durch Weichmacher kommt die sowieso bald verboten werden?
@Llisa In der Liste für Blasenkrebs auslösende Stoffe kommen Weichmacher gleich nach Rauchen und PU-Farben.
@exitLaub Oh ja, das kenne ich auch! Mein Push 2 klebt, wie mit Honig übergossen! Ekelhaft!
@Jante Loven Bei der Push 2 ist es ja zum Glück „nur“ an den Seitenteilen und an der Unterseite beschichtet.
Meine Push 2 habe ich mit Corona-Restbestands-Desifektionsmittel (Alkohol!!), einem Einweg Stoffküchentuch und etwas Rubbeln entsifft. Spiegelt jetzt zwar wie polierte Glatze aber klebt nicht mehr.
Sehe gerade die große Version kostet 63€ Aufpreis. Doppelte Anzahl Regler und die Minuspunkte, die Felix hier sieht, nicht vorhanden. Der deutlich interessantere Deal
Sehr gut: Full size Midi in/out und sogar thru.
Sehr schlecht: Soft-Touch. Daist vorprogrammiert, dass man sich nach einiger Zeit um neue Knobs kümmern muss.
Abgesehen davon würde ich LED Ringe bevorzugen und auch gerne etwas mehr dafür zahlen.
Allerdings habe ich noch keinen Novation Controller unter den Fingern gehabt, der ohne merkwürde Beschleunigungsmodi auskam. Die sind für mich auch ein no go.
Da liebäugel ich schon eher mit dem Oxi, der für mich aber wiederum viel zu viel tam tam hat.
Die Suche nach dem perfekten Controler scheint eine Lebensaufgabe zu sein. Yeltex fällt mir noch ein, aber da kommt man auch direkt in eine andere Preisliga.
@Basicnoise MidiModern Timepod, 16 Drehregler, hochauflösend, Leuchtring zeigt Parameterwerte an
ca.400€
https://www.youtube.com/watch?v=G6f1VhjHzUo
https://www.modernmidi.io/products/timepod
@Apfelstern Sehr interessant. Danke für den Tipp.
Schade, dass es keine Push-Encoder sind.
@Basicnoise Electra One Reihe. Kann einfach alles
https://www.electra.one
Gibt es bei den „Novation Custom Modes“ bereits konkrete Anpassungen/Matches für Synthesizer, z.B. Roland Alpha Juno oder JX-3P? Dann könnte man sich die teuren externen Controller diverser Anbieter sparen. Aus dem Testbericht kann ich das für mich nicht eindeutig beantworten, auf der Novation Page finde ich auch nichts konkretes zu dem Thema.
@heimannrudolf der jx3p hat aber einen speziellen Stecker für den Controller. gibt’s da Adapter von 5 polig auf jx3p?
@Numitron Du schliesst den MIDI-Controller über MIDI an und ignorierst den Spezialstecker – ganz einfach! Und dann programmierst Du den Controller auf die richtigen CCs / SysEx – nicht ganz so einfach, deshalb die Frage von heimannrudolf.
@chardt geht das?
OK, verstehe
wäre cool.
hab den dtronics für den jx3p.
aber bräuchte noch den den Alpha Juno .
der halbe Preis ist schon verlockend.
@Numitron alpha juno kannst du normal midicontrol nehmen
ich hab den zero MK2 läuft so damit bestens. das gleiche
für Jx8p .wird aber dann eng mit Dymobeschreibung.🙂
@Viertelnote oh, cool! 😃
danke, wusste ich nicht
der nächste fail…
kl. display sollte unter jedem drehregler sein..
Ich finde den klasse. Ich benutze bisher das Launchkey Mini für meine Live Sets um Parameter an Syntakt & co zu tweeken, aber die Regler sind viel zu popelig und Tasten brauche ich nicht. Die XL Version ist mir zu groß.
Ein Traum wäre es, wenn sie das (temporäre) Speichern von Szenen implementieren würden und die Möglichkeit, mehr als ein Parameter mit einem Poti zu steuern – am Besten sogar über mehrere MIDI Kanäle verteilt.. Also z.B. mit einem Poti Filter und Delay bei Synth 1 rauf und bei Synth 2 runter.
Ich werde mal auf der Superbooth fragen, was sie noch vorhaben.
Das Gerät ist noch nicht im Laden vorhanden, und trortdem haben etliche Leser es bereits bewertet. Wie kriegt ihr das hin? Indem ihr schnell das Fazit durchgeht und dann eine Meinung abgibt? Ich bewerte nur Produkte, welche ich selber getestet habe. Alles andere ist einfach nicht sauber. Meine Meinung.
@Anguria so ich denke, ist von den features und eigenen benutzen so eine art abwägung.
oder anders: was bietet es versus was so es mir bringt. Also ein Pre-testing im Kopf🙂
mache ich so auch aber ja okay, man kommt um echtes testen nicht herum. imaginer ist
aber der anfang was auf haben will-muss-brauchen liste kommt.und da steht sowieso viel
zu wenig drauf:-))