Test: Numark, C3FX, Rackmixer

Anschlussfreudig

Vier Kanäle mit je drei Anschluss-Optionen – da geht es auf der Rückseite ziemlich eng zu. Neben vier Klinkenbuchsen für vier weitere Mikrofone (etwa für Karaoke-Anwendungen) gibt’s pro Kanal zwei Cinch-Pärchen für Line und Phono (bzw. für Line A/ Line B bei Kanal 4) plus der jeweils dazugehörigen Ground-Schraube für die Phono-Anschlüsse; insgesamt lassen sich also acht externe Geräte und fünf Mikros verkabeln, das ist mehr als ordentlich.

Und genauso üppig geht es dann auch bei den Ausgängen zu: Neben dem Master-Out, der sowohl als XLR (balanced) als auch als Cinch (unbalanced) vorliegt, findet sich noch ein Record-Ausgang zum Anschluss eines Aufnahmegerätes und ein Zone-Out für etwaige Monitorboxen oder zur Beschallung eines zweiten Raumes. Zwei Faderstartbuchsen, ein Anschluss für einen Kaltgerätestecker und der bereits schon erwähnte Powerswitch komplettieren das Angebot.

Die Anschlüsse

Die Anschlüsse

Master

Wie schon beim ersten optischen Rundgang bemerkt, wurde die Mastersektion komplett neu gestaltet. 5-Band-EQ mit seinen Fadern: weg. Horizontale Pegelanzeige: ersetzt durch eine verkürzte vertikale. Geblieben ist aber der Button, mit dem man sich auch das PFL-Signal auf die Anzeige schicken lassen kann. Neu hingegen ist die Blend/Split-Option: Je nach Bedarf lassen sich alle Cue-Kanäle auf die linke, der Programm-Mix auf die rechte Seite des Kopfhörers legen oder die Balance zwischen Cue-Kanal und Programm-Mix per Blend-Fader steuern. Mehr Luxus beim Abhören geht kaum. Dass da dann auch ein extra Gainregler dazu gehört, ist schon selbstverständlich.

Sie erinnern sich an den Zone-Ausgang? Dessen Pegel regeln wir über ein gesondertes Poti. Was mir da noch fehlt, wäre die Möglichkeit, auch dieses Signal noch irgendwie auf die Pegelanzeige zu bekommen. Das würde vor allem dann Sinn machen, wenn wir über den alternativen Ausgang einen Nebenraum beschallen – etwa mit chilliger Relaxmucke – und selber kein akustisches Feedback haben, ob wir den Ruhesuchenden da nicht aus Versehen gerade die Ohren wegblasen.

Die Master-Sektion

Die Master-Sektion

Einen winzigkleinen Minuspunkt gibt’s für das ersatzlose Weglassen des BNC-Lampenanschlusses, der noch beim Vorgänger in dunklen Ecken gute Dienste geleistet hatte. Gerade in Hinblick auf die eben erwähnte schlechte Ablesbarkeit des Effekt-Reglers bei Dunkelheit ist das ein echter Verlust.

Etwas unverständlich auch, dass ausgerechnet die Druckknöpfe für Master/PFL, Blend/Split und Stereo/Mono dann nicht beleuchtet sind, sondern nur anhand ihrer Höhe – also gedrückt/nicht gedrückt – ihren aktuellen Status verraten sollen. Was sie bei schwarzen Knöpfen auf schwarzem Untergrund mit einem Hub von gefühltem einem Millimeter aber eben nicht oder nur sehr unzureichend tun. Schon gar nicht im dämmerigen Arbeitsumfeld. Da wurde dann definitiv am falschen Ende gespart.

Crossgefadet

Der Crossfader schließlich ist angenehm leichtgängig (aber wiederum auch nicht zu leichtgängig) und kann bequem selber gewechselt werden, falls da mal Bedarf bestehen sollte. An einen Defekt glaube ich angesichts der guten Qualität eher weniger, aber es gibt ja DJs, die nur mit ihren Lieblings-Fader können; vier Schrauben gelöst und gut ist. Über zwei extrem schwergängige Assign-Regler werden die gewünschten Kanäle auf den Crossfader geroutet, auch eine Nullstellung ist da jeweils vorgesehen. Über zwei Buttons schließlich (Sie ahnen es: beleuchtet) aktiviert man die Faderstart-Funktion.

Ausprobiert

Das Handling des Rackmixers ist beinahe selbsterklärend, da muss man gar nicht ins Handbuch schauen. Zudem geht es auch für größere Hände bequem über die Bühne, da alles ausreichend groß ist – auch der Raum zwischen den Reglern. Der Crossfader ist von ordentlicher Qualität, die Channelfader dagegen sind etwas wacklig und haben diese störende Beschleunigung auf dem letzten Zentimeter.

Am Klang gibt’s nichts auszusetzen. Die EQs haben ein weites Spektrum, ohne am Ende zu vermatschen oder schrill zu klingen; besonders die Bässe bringen da ordentlich Leistung. Nicht ganz so perfekt ist es mit der Trennung zwischen Phono und Line bestellt: Liegt ein Line-Signal an und ich stelle den Kippschalter im Kanalzug auf Phono, ist trotzdem irgendwo am Ende des Tunnels noch dezent was vom Line-Signal zu hören. Ok, nur sehr leise und bei gleichzeitig anliegendem Phonosignal auch gar nicht zu hören – aber ganz ohne wäre es noch schöner.

Groß und griffig - die Bedienung passt

Groß und griffig – die Bedienung passt

Die Brot-und-Butter-Effekte sind vorhanden. Für Karaoke und Mikroeinsatz sind die ok. Der angepriesene Vocal Canceler war im Test ein Totalausfall: Bei keinem der gut einem Dutzend durchprobierten Songs aus allen möglichen Stilrichtungen wurde der Gesang wie versprochen herausgefiltert (ok, das hat eigentlich auch niemand wirklich erwartet). Im schlimmsten Fall hatte das nur einen üblen schrillen Flangereffekt zur Folge.

Was ebenfalls nicht funktionierte war das Vorhören der Effekte über die PFL-Schiene; steht der Regler auf Cue, kommt von den Effekten auch bei gedrücktem PFL-Button nichts an. Recherchen in den einschlägigen Foren ergaben, dass auch andere C3FX-Nutzer diese Erfahrung gemacht haben. Da scheint es irgendwo Probleme mit der Verschaltung zu geben.

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