Test: Numark CDX

15. September 2004

Numark CDX

Jetzt gibt es seit vielen Jahren schon diese kleinen silbernen Scheiben (auch CDs genannt), aber kein richtiger DJ interessiert sich ernsthaft dafür. ?
Woran das bisher gelegen haben mag, liegt auf der Hand: ein DJ will beim Mixen etwas zum „Anfassen“ haben, und das war bei den ersten Generationen der DJ-CD-Player schlichtweg nicht möglich bzw. der Zugriff auf den Tonträger einfach nicht so direkt wie das Anfassen und Hantieren mit echten Schallplatten.

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– Numark CDX –

Es gab in den letzten Jahren schon diverse DJ-CD-Player-Angriffe auf die technisch betagten Vinyl-Scheiben, denn die Nachteile bei der Arbeit mit Vinyls sind offensichtlich: Die Scheiben sind nicht nur vom Gewicht her schwer zu tragen, sondern weisen auch Verschleißerscheinungen bei längerem Gebrauch auf.
Alle Versuche, diesem Manko mit einer modernen Hardware-Lösung Abhilfe zu schaffen, sind aber bisher entweder an einem unzureichenden Interface gescheitert oder hatten die Notwendigkeit eines zusätzlichen Rechners – daher konnte sich bislang keine Lösung wirklich flächendeckend durchsetzten.

Dieses Phänomen nachhaltig zu ändern hat sich die amerikanische Firma Numark auf die Fahnen geschrieben. Schon allein die Produktbezeichnung und die optische Umsetzung zeigen auf, wo es lang gehen soll: Direct Drive CD Turntable – einen CD-Player mit Vinyl-Haptik!!
Der nun folgende Test soll zeigen, wie weit die Arbeit mit dem CDX wirklich ein Schlüsselerlebnis für viele DJs sein könnte! ?

Äußeres
Wenn der Tonarm nicht fehlen würde, könnte man meinen, einen „normalen“ Plattenspieler vor sich zu haben.
Von den Ausmaßen her fällt auf, dass das ganze Teil sehr tief ist – wesentlich tiefer als ein normaler Platten-Spieler. Diese Tatsache könnte bei einigen Anwendern zu Platzproblemen beim Aufstellen führen.

Der Plattenteller, auf dem eine mitgelieferte Vinylscheibe mit Slipmat fest verschraubt ist, hat ein Drehmoment von 5,0 kg/cm. Numark liefert eine Schablone mit, die es erlaubt, eine beliebige Platte auf dem Plattenteller zu montieren. Selbstverständlich ist es aber nicht notwendig, überhaupt jemals eine andere Platte als die mitgelieferte zu installieren, denn diese dient nur als Interface und nicht als Tonträger ;-)

Erstmal füttern!
Der Numark CDX kann mit CDs, CDRs und CDRWs gefüttert werden. Dabei kann er Audio-Daten genauso wie MP3-Files wiedergeben. Bei MP3-Files kann er zusätzlich den Namen der Files (ID3 Tag) anzeigen, was sehr komfortabel ist.
Nach der Fütterung geht es nun aber los mit dem ersten Drücken auf den Start/Stopp-Schalter….?


Beschleunigung, Tempo und Bremsen

Wie schon bei einigen „richtigen“ Plattenspielern (z.B. Vestax PDX2300MkII Pro), kann man beim Numark die Zeitdauer des Startens und Stoppens variieren. Die Zeiten lassen sich jeweils für Start und Stopp zwischen 0,25 bis 6 Sekunden stufenlos einstellen.
Die Abspiel-Geschwindigkeit der Vinylscheibe ist zwischen 33RPM und 45RPM umschaltbar, wobei sich natürlich die Geschwindigkeit des wiedergegebenen Tracks ebenfalls ändert. Man kann im Menü festlegen, welche die „normale“ Abspielgeschwindigkeit sein soll.

Rückwärtsgang
Schön ist auch die Reverse-Funktion. Diese gibt es in zwei Ausführungen: Bei der ersten dreht sich der Plattenteller rückwärts, und gleichzeitig läuft auch der abgespielte Track rückwärts. Die zweite Funktion nennt sich „Bleep“, hierbei wird nur den Zwischenspeicherinhalt rückwärts abgespielt und der eigentliche Track läuft weiter.

Scratch-Modi
Des Weiteren kann der CDX diverse Scratch-Modi auf der Habenseite verbuchen. So gibt es den „klassischen“ Scratch-Modus, der die für diese Art Akrobatik üblichen Fähigkeiten eines DJs voraussetzt. Um das Ganze auch weniger Versierten zugänglich zu machen, gibt es auch die Möglichkeit einer genau vordefinierten „Punktlandung“ am Ende des Scratch-Vorgangs. Man kommt damit zu wunderbar perfekten Ergebnissen, ohne sich zu blamieren. ;-) Außerdem kann man das Scratchen auf die Vorwärtsbewegung beschränken.

Pitching
Der Pitchbereich des CDX lässt sich per Knopfdruck festlegen, es besteht die Möglichkeit, aus folgenden Werten auszuwählen: 6, 12, 25 und 100%.
Den Wert stellt man dabei, wie man es von einem Vinylplayer gewohnt ist, über den Pitchregler ein. Besonderheiten ergeben sich durch die prozentualen Pitchwerte –100% und +100%. Bei -100% hält die Wiedergabe des laufenden Tracks an, bei +100% liegt die Abspielgeschwindigkeit beim doppelten Tempo der Original- Geschwindigkeit.

Key Lock Pitching
Der Numark CDX bietet im Bereich des Pitchens auch eine sehr schöne Option, und zwar die der Tonhöhenkorrektur (Key Lock).
Man kennt das Phänomen, wenn man einen Song schneller oder langsamer abspielt: die Tonhöhe wird entweder erhöht (schneller) oder erniedrigt (langsamer) und führt ab einem gewissen Pitchwert zu mitunter eigenartigen Entstellungen (Mickey Mouse Effekt).
Über die Aktivierung der Tonhöhen-Korrektur lassen sich diese Entstellungen vermeiden und die Original-Tonhöhe bleibt erhalten – egal wie schnell oder langsam der Track wiedergegeben wird. Dieses Feature ist an sich schon sehr nützlich, es bietet aber auch neben der „normalen“ Korrektur ein paar sehr abgefahrene Effekte.

 

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– Numark CDX Pitch/Menü Bereich –

Klangbeispiele
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