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Test: Numark M101 Black 2-Kanal DJ-Mixer

22. Oktober 2020

Schnäppchen-Mixer oder billige Kiste?

Numark M101

Numark M101 – ein erster Blick

Der Numark M101 Black ist sicherlich einer der kompaktesten 2-Kanal Mixer, den ich je zwischen die Finger bekommen habe. Trotz seiner geringen Maße bietet Numarks Kleinster neben einem Mikrofoneingang, einem 2-Band EQ und einem VU-Meter zur Pegelüberwachung vor allem eines: einen unschlagbaren Preis. Mit aktuell rund 80,- Euro gehört der Numark M101 Black definitiv zu den günstigsten Mixern, die je bei uns auf dem Prüfstand standen. Ob das Preis-Leistungs-Verhältnis ebenfalls passt, ist natürlich die Frage, die zu stellen ist.

Robust und kompakt: der Numark M101 Black

Erster Eindruck des Numark M101

Nach dem Auspacken bin ich erst einmal angenehm überrascht. Der Numark M101 ist schwerer als gedacht und auch die Qualität scheint zu stimmen. Die Verarbeitung ist sehr robust und besser, als ich es für den schmalen Preis von 80,- Euro erwartet hätte. Das Gerät ist, wie der Name schon verrät, komplett in einem matten Schwarz gehalten. Auffallend sind die Rack-Ohren an den Seiten. Offensichtlich ist das Mischpult unter anderem dafür gedacht, fest in ein Rack eingebaut zu werden, bspw. in einer Bar oder einem Restaurant. Mit seinen Maßen von 33 cm Breite, 36 cm Tiefe und 18 cm Höhe ist er tatsächlich sehr kompakt und eignet sich hervorragend für Orte, an denen dem DJ evtl. nicht so viel Platz eingeräumt werden kann. 

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Dieser Minimalismus zieht sich wie ein roter Faden durch das Konzept des Mischpultes. Übersichtlicher geht es kaum. Jeder der beiden Kanäle ist mit einem Fader, einem 2-Band EQ sowie einem Gain-Regler ausgestattet. Die Kanäle können entweder als Phono- (für Plattenspieler) oder Line-Eingänge verwendet werden. Hierfür steht je ein Kippschalter zur Verfügung. Ergänzt werden die Funktionen durch eine Mikrofonsektion auf der linken Seite sowie der Vorhörsektion inklusive Master-Regler auf der rechten Seite. Und mehr braucht es auch gar nicht um Aufzulegen. Wagen wir also mal einen Blick auf die Rückseite.

Anschlüsse auf der Rückseite des DJ-Mixers

Auch hier spiegelt sich natürlich der reduzierte Funktionsumfang wider. Wir haben einen Master-Ausgang (Cinch) und pro Kanal jeweils einen Phono- bzw. Line-Eingang. Einen Klinkeneingang für den Master oder gar einen Booth-Ausgang sucht man hier vergebens. Macht aber nichts, schließlich sollte man sich bei dem kompakten Mischpult stets den günstigen Preis im Hinterkopf behalten. Ebenfalls auf der Rückseite finden wir eine kleine Schraube für die Masse der Plattenspieler. Seltsam ist jedoch, dass man für die Schraube einen Kreuzschlitz-Schraubenzieher benötigt. Numark dachte sich wohl tatsächlich, dass der Mixer eher für eine feste Installation vorgesehen ist, statt für den mobilen Einsatz. Schließlich habe ich als DJ nur sehr selten einen Schraubenzieher dabei. Außer dem Anschluss für das Netzteil finden wir auf der Rückseite keine weiteren Anschlüsse mehr.

Auf der Vorderseite hingegen befinden sich noch zwei 6,3 mm Klinkenanschlüsse für Kopfhörer und Mikrofon. Soviel erst einmal zu den Anschlussmöglichkeiten, nun wollen wir den Mixer aber ausprobieren.

Ebenfalls übersichtlich: die Anschlussmöglichkeiten

Praxis für das kleine DJ-Mischpult

Über die drei Eingangskanäle werden die verschiedenen Signale gemischt. Die beiden Hauptkanäle verfügen über jeweils 50 mm langen Line-Fader. Die Line-Fader sind relativ leichtgängig und verfügen über eine lineare Fader-Kurve. Paradoxerweise machen sie gleichzeitig einen robusten wie auch wackeligen Eindruck. Das Schiebeverhalten der Fader in vertikaler Richtung ist tadellos, jedoch wackeln sie etwas in die seitliche Richtung. Das ist aber definitiv verschmerzbar. Der Crossfader ist dabei noch etwas schwergängiger als die Line-Fader und damit natürlich weit entfernt von einem Cutting-Monster. Das muss und will der Numark M101 aber auch gar nicht sein. Ich denke, die Schwere des Crossfaders ist durchaus beabsichtigt, um bei versehentlichen Berührungen nicht gleich den Mix zu versauen. Wer es dennoch etwas leichtgängiger mag, kann den Crossfader über die 4 Kreuzschlitzschrauben super einfach wechseln. 

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Der Crossfader kann bei Bedarf schnell getauscht werden

Mit dem Equalizer kann man die Bässe und Höhen jeweils um 30 dB absenken bzw. um 10 dB anheben. Die Haptik ist in Ordnung, jedoch würde ich die Drehregler nicht gerade als besonders griffig bezeichnen. Dafür sind sie etwas zu breit und leider nicht gummiert. Schnelle Frequenzanpassungen oder Cuts gehen nicht so leicht von der Hand, was aber vielleicht auch an meinen schmalen Fingern liegen kann. Der Gain-Regler hingegen ist etwas schmaler und somit besser greifbar. 

Numark M101

Der Equalizer macht einen guten Job

Wirklich bemerkenswert ist, dass der Mikrofonkanal ebenfalls einen 2-Band EQ spendiert bekommen hat. Damit kann man schon einiges anfangen und das Signal bereits gut den gegebenen Bedingungen wie Raum oder Sprecher anpassen. Auch der Klang ist für Durchsagen oder ähnliches mehr als ausreichend. Was dem Mikrofonkanal jedoch fehlt, ist ein Ein/Aus-Schalter. Dies geschieht lediglich über den Gain-Regler. Das ist zwar schade, doch auch hier in Anbetracht des Preises jedoch zu verschmerzen. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich die Vorhörsektion, die mit zwei Drehreglern ausgestattet ist. Ein Gain-Regler für die Lautstärke und ein Mix-Regler, um von einem zum anderen Kanal überzublenden. Das Signal der Kanäle lässt sich somit mischen, allerdings nur bevor es durch den Master geht. Einen Master-Mix, um sich den aktuellen Mix auf die Kopfhörer zu legen, sucht man hier vergeblich. Doch auch an der Stelle sei wieder mal auf das dedizierte Einsatzgebiet des kleinen M101 hingewiesen. Der perfekte Mix ist hier sicher der praktischen und einfachen Nutzung des Mixers untergeordnet, insofern kann man diese und auch viele andere Entscheidung besser nachvollziehen.

Numark M101

Die Mikrofonsektion verfügt über einen 2-Band EQ

Der Sound des Numark M101 kann man als ausgewogen bezeichnen. Es werden weder die Bässe noch die Höhen zu sehr betont, egal ob das Signal von einem Plattenspieler über die Vorverstärker, einem CD-Player oder vom Smartphone kommt. Der Sound ist recht kraftvoll und angenehm. Schlechtere oder dumpfe Aufnahmen lassen sich mit dem EQ bearbeiten und bspw. etwas brillanter mischen. 

Die Pegelanzeige ist zwar eine nette Dreingabe, eine wirkliche Hilfe ist die Anzeige mit ihren lediglich 4 LEDs pro Kanal jedoch nicht. Dies ist vor allem deswegen überraschend, weil der Numark M101 noch jede Menge Platz auf der Oberfläche bietet. Hier hätte man die Pegelanzeige in jedem Fall deutlich vergrößern können. Diese verpasste Chance finde ich doch sehr schade. 

Alles in allem lässt sich mit dem Numark M101 Black ganz ordentlich auflegen. Er hat alles an Bord, was man braucht und besonders der Klang wie auch der Equalizer machen Spaß.

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Fazit

Beim Numark M101 Black sieht man auf den ersten Blick, was man bekommt: einen robusten und übersichtlichen 2-Kanal Mixer ohne viel Schnick-Schnack. Klar kann man an der einen oder anderen Stelle meckern, wenn man möchte: Die Pegelanzeige ist dürftig, die Mikrofonsektion hätte mit einem Ein/Aus-Schalter und/oder bspw. einer Talk-over-Funktion ausgestattet werden können und der Vorhörsektion fehlt es an einem Mix für das Mastersignal. Aber sind wir mal ganz ehrlich, bei einem  aktuellen Preis von 80,- Euro kann man nicht wirklich meckern. Der Mixer ist ideal für kleine Bars geeignet oder für DJs, die sich mal mit den Grundlagen des Auflegens beschäftigen wollen.

Doch eine Sache muss sich der Numark M101 gefallen lassen: Den Vergleich mit der fast genauso günstigen USB-Version. Der Numark M101 Black USB kostet mit 85,- Euro derzeit nämlich gerade mal 5,- Euro mehr und bietet zusätzlich, wie der Name schon verrät, eine Aufnahme-/Abspielfunktion über USB. Alle anderen Funktionen der USB-Version sind identisch mit denen des hier vorgestellten Mixers. Solltet Ihr also einen simplen, robusten und vor allem günstigen Mixer suchen, seid ihr mit dem Numark M101 (USB) fündig geworden.

Plus

  • robuste Bauweise
  • ausgewogener Klang
  • Mikrofon-EQ
  • sehr übersichtlich
  • günstiger Preis

Minus

  • wackelige Line-Fader
  • LED-Pegelanzeige zu kurz
  • kein Master-Mix beim Vorhören

Preis

  • 80,- Euro
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Forum
    • Profilbild
      h.weller  RED

      Erster Bullet-Point: „Premium 2 Kanal Battle Mixer“ – Najaaaaa :-P
      Ich würde dennoch zum Numark greifen. Ist aber Geschmacksache, denke ich.

  1. Profilbild
    Numitron  AHU

    Eine Art billigversion des klassikers vestax pmc 05, nicht schlecht.
    Die rackohren haben mich immer gewundert, hab das bei diesen Mixern nie gesehen, dass die eingebaut waren.
    Ecler hat sie gleich weggelassen.

    • Profilbild
      h.weller  RED

      Ich auch nicht. Aber vielleicht sind wir einfach nicht in den Lokalitäten unterwegs, die sich solch kleine Mixer tatsächlich einbauen lassen? :-)

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