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Test: Nux Queen of Tone Overdrive Verzerrerpedal

Pferdemann und Morgensterne

17. August 2025

Das Queen of Tone von Nux überrascht im Test – zwei klassische Overdrives in einem Pedal, das nicht nur gut klingt, sondern auch richtig durchdacht ist!

Bewertung

Nux Queen of Tone Overdrive

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Kurz & knapp
  • Was ist es? Nux, Queen of Tone, Overdrive-Pedal – ein kompaktes Doppelpedal mit zwei klassischen Zerrsektionen und flexiblem Routing.
  • Klangcharakter: transparenter Klon-Style einerseits , singender Bluesbreaker-Ton andererseits – auch kombiniert nutzbar.
  • Bedienung & Bauweise: Robustes Gehäuse, gut platzierte Regler, leise Softklick-Schalter – praxisgerecht und bühnentauglich.
  • Funktionen: Zwei Gain-Modi, Shine-Boost, Routing-Schalter, FET-Input-Stage und Bypass-Wahl – erstaunlich vielseitig.
  • Für wen? Ideal für Gitarristen, die einen flexiblen, charakterstarken Zerrer mit Vintage-Charme und moderner Funktion suchen.

Nux Queen of Tone Overdrive

Der taiwanesische Hersteller Nux hat sich in den letzten Jahren mit innovativen Effektpedalen, preiswerten Modeling-Amps und cleveren Tools für Gitarristen einen guten Ruf in der Szene erarbeitet. Besonders die Overdrive-Pedale im Angebot gefallen durch durchdachte Konzepte und gute Klangqualität bei erstaunlich günstigen Preisen. Das Nux Queen of Tone Pedal zielt auf eine sehr spezielle Zielgruppe: Liebhaber klassischer Overdrive-Sounds mit flexibler Schaltung.

Es kombiniert zwei Nux-Schaltungen in einem kompakten Gehäuse – den „Horseman“, der an den legendären Klon Centaur angelehnt ist, und den „Morning Star“, der sich am Sound des Marshall Bluesbreaker orientiert. Beide Schaltungen lassen sich separat aktivieren, in umgekehrte Reihenfolge schalten und sollen damit ein breites Overdrive-Spektrum abdecken.

Im Test zeigt sich schnell: Das Queen of Tone will mehr sein als nur ein weiterer Zerrer auf einem heillos überfüllten Markt. Das tiefblaue Pedal versteht sich vielmehr als vielseitiger Klangformer für klassische und moderne Overdrive-Sounds. Die Kombination aus zwei Zerr-Sektionen, flexibler Signalführung und kompaktem Format macht es deshalb auch für Pedalboard-Nutzer interessant, die mit einem einzigen Pedal ein breites Spektrum von Gain-Stufen abdecken möchten. Ob es das draufhat und was es sonst noch kann, versuchen wir im folgenden Testbericht zu klären.

Nux Queen of Tone Full

Dual-Overdrive – doppelter Klang, halber Preis

Facts & Features

Das Nux Queen of Tone Overdrive-Pedal vereint zwei eigenständige Zerrkreise in einem robusten Metallgehäuse: den Horseman auf der linken Seite und den Morning Star rechts. Beide basieren auf klassischen Vorbildern, wurden aber um praxisnahe Features erweitert. Der Horseman orientiert sich an der legendären Klon-Centaur-Schaltung. Standardmäßig arbeitet er im „Gold Mode“, der sich am Klang des transparent klingenden Originalpedals orientiert. Wird der Fußschalter jedoch länger gedrückt gehalten, aktiviert sich der „Silver Mode“ – eine Gain-stärkere Version des Gold-Modus. Ein Unterschied soll nicht nur im Zerrgrad, sondern auch in der Struktur des Headrooms wahrnehmbar sein. Über die drei Regler Output, Treble und Gain lässt sich der Klang weiter formen.

Jede Königin braucht ihren König:

Rechts im Pedalgehäuse sitzt der Morning Star, Nux’ Interpretation des kultigen Marshall Bluesbreaker. Er soll einen transparenten, dynamischen Low-Gain-Overdrive mit klarer Ansprache liefern. Auch hier kann durch längeres Halten des Fußschalters eine zweite Funktion aktiviert werden: der „Shine Mode“. Dieser fügt dem Signal eine saubere Höhenanhebung hinzu, die für mehr Brillanz sorgen soll.

Die Bedienung bleibt trotz des doppelten Aufbaus übersichtlich: Beide Kanäle verfügen über ihre eigenen Regler – Output, Gain und Treble für den Horseman sowie Level, Drive und Tone für den Morning Star. Zusätzlich gibt es einen Mini-Kippschalter, der die Reihenfolge der Overdrives (MS > HM oder HM > MS) bestimmt. Zwei weitere Kippschalter wurden an der Stirnseite eingesetzt: Der eine aktiviert die Input-FET-Stage (IFS), die das Eingangssignal ein Stück weit anhebt, der andere die Art des Bypasses (true oder buffered).

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Abgerundet werden die Features durch einen Anschluss für einen optionalen externen Fußschalter, der das ferngesteuerte Aktivieren der beiden Overdrive-Sektionen erlaubt. Nicht fehlen darf natürlich die 9-Volt-Buchse für das (optionale) Netzteil und – ganz wichtig – eine Ein- und eine Ausgangsbuchse.

 

Nux Queen of Tone Overdrive Anschlüsse

Nux Queen of Tone Overdrive, Anschlüsse

Alle Potis laufen geschmeidig mit angenehmem Widerstand und rasten nicht ein. Sie sind ausreichend weit voneinander entfernt, um auch mit dickeren Fingern präzise justiert werden zu können. Die Beschriftung ist gut ablesbar, wenn auch etwas klein geraten. Im Bühnenalltag helfen hier die farbigen LED-Statusanzeigen: rubinrot für den Horseman, orange für den Morning Star. Beide LEDs leuchten auch bei Sonnenlicht kräftig genug, um gut sichtbar zu bleiben.

Die beiden Fußschalter sind robuste Softklick-Typen, sie arbeiten angenehm leise und zuverlässig. Der zentrale Kippschalter rastet sauber ein und vermittelt ebenfalls einen hochwertigen Eindruck. Insgesamt wirkt das Queen of Tone ausgesprochen durchdacht und praxisgerecht konstruiert – zwar nicht ganz auf dem Level eines handgefertigten Boutique-Pedals jenseits der 300-Euro-Marke, aber auch meilenweit entfernt von klapprigen Budget-Tretminen.

Und damit ab zum Soundcheck.

Das Queen of Tone Overdrive Pedal in der Praxis

Bereits nach den ersten Riffs und Licks zeigt das Nux Queen of Tone Overdrive, dass es weit mehr ist als nur ein kombiniertes Doppelpedal. Die beiden Overdrive-Sektionen unterscheiden sich klanglich deutlich voneinander und ergänzen sich daher ausgesprochen gut. Der Horseman-Kanal liefert – typisch für Klon-Designs – einen durchsetzungsfähigen, harmonisch offenen Sound mit angenehmem Mittencharakter. In niedrigen Gain-Einstellungen funktioniert er gut als Clean-Booster, der dem Signal Schub und Präsenz verleiht, ohne es zu verfärben. Bei höheren Gain-Werten bleibt das Spielgefühl dynamisch, direkt und ohne matschige Mitten.

Der rechte Morning-Star-Kanal schlägt klanglich eine deutlich hörbare andere Richtung ein: Er klingt wärmer, rauer und leicht komprimiert – typisch Bluesbreaker eben. Besonders in Verbindung mit Singlecoils lässt sich hier ein wunderbar singender Overdrive erzeugen, der je nach verwendetem Amp hervorragend für Vintage-Voicings, Blues, Classic Rock und sogar Indie-Rock geeignet ist. Der Zerrcharakter bleibt dabei stets offen und dynamisch, wodurch sich der Sound gut über die Anschlagsstärke steuern lässt.

Auch der Tone-Regler gefällt mir: Er erlaubt eine gezielte Abstimmung des Höhenbereichs, ohne dass der Klang jemals schrill oder dumpf wirkt. Selbst bei stärker aufgedrehtem Gain bleiben Transparenz und Definition erhalten – ein Pluspunkt, wenn man den Morning Star als Haupt-Overdrive für Leads und „Riffing“ einsetzen möchte.

 

Nux Queen of Tone Overdrive

Two-in-one für den optimalen Gainsound: Das Nux Queen of Tone Overdrive-Pedal

Doppelte Power

Richtig spaßig wird es dann, wenn beide Overdrives kombiniert werden. Per Kippschalter kann festgelegt werden, ob der Horseman vor oder hinter dem Morning Star im Signalweg sitzt. Im Modus HM-MS lässt sich der linke Kanal als kraftvoller Booster nutzen, um dem Morning Star ordentlich Schub zu geben. Umgekehrt, im Modus MS-HM, wird ein strafferer Klangcharakter mit mehr Durchsetzungskraft erzeugt. Hier kann also munter gemixt und probiert werden. Doch Vorsicht: Zu viel Gain und Boost sollte es nicht sein, denn auch dieses Overdrive-Pedal quittiert das dann mit unschönem Rauschen.

Im praktischen Einsatz auf dem Pedalboard schlägt sich das Nux Queen of Tone Overdrive ebenfalls gut. Die beiden Softklick-Fußschalter arbeiten angenehm leise – was besonders im Studio oder bei leisen Live-Situationen von Vorteil sein kann, wenn mechanische Schaltgeräusche nämlich stören würden. Die solide Verarbeitung des Metallgehäuses, der Schalter und der Regler macht einen langlebigen Eindruck. Auch wenn man mal im Eifer des Gefechts daneben tritt, dürfte hier vermutlich so schnell nichts kaputtgehen.

Zudem ermöglicht die kompakte Bauform eine platzsparende Integration ins Pedalboard, ohne dass man bei der Bedienung Kompromisse eingehen muss. Alle Anschlüsse sind praxisgerecht platziert und auch das geringe Gewicht von nur 440 g macht sich im Alltag positiv bemerkbar. Insgesamt vermittelt das Pedal einen zuverlässigen, bühnentauglichen Eindruck – ohne Schnickschnack, aber mit Substanz.

Einziger kleiner Kritikpunkt: Da beide Sektionen eng beieinanderliegen, kann es im Eifer des Gefechts durchaus mal vorkommen, dass man beide Schalter gleichzeitig trifft. Wer also mit Schuhgröße 45 und darüber hinaus unterwegs ist, sollte seine Fußbewegungen gut koordinieren oder die Stiefel ein Stück enger schnallen.

Queen of Tone Overdrive Klangbeispiele

Für die folgenden Klangbeispiele habe ich das Nux Queen of Tone Overdrive vor den Eingang meinen clean eingestellten Orange Micro Dark mit angeschlossener Celestion Vintage 30″ Box verkabelt. Als Instrument habe ich meine Music Man Silhouette Special verwendet.

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Klangbeispiele
Fazit

Mit dem Queen of Tone liefert Nux ein überzeugendes Doppelpedal für klassische Overdrive-Sounds mit flexiblem Routing und praktischen Zusatzfunktionen. Beide Kanäle klingen eigenständig und lassen sich sinnvoll kombinieren. Die Verarbeitung ist robust, die Bedienung durchdacht und auch auf dem Pedalboard gibt sich das Gerät keine Blöße. Klanglich bietet das Pedal einen großen Spielraum zwischen Clean-Boost, transparentem Overdrive und singenden Lead-Sounds. Für alle, die einen vielseitigen Zerrer mit Charakter suchen, ist das Nux Queen of Tone definitiv einen Test wert.

Plus

  • flexibler Sound
  • solide Verarbeitung
  • Softklick-Schalter
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Preis

  • 119,- Euro
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Über den Autor
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Stephan Güte RED

Seit den frühen 80ern an den Drähten, die die Welt bedeuten. Musikalisches Mädchen für alles, sei es nun das Produzieren im Studio oder für Engagements als Bühnenmusiker. Seit 2004 im Team von Amazona.

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