Amtliche Sounds im handlichen Format
Mit dem NUX Solid Studio MK II bringt der Hersteller ein kompaktes Tone-Tool auf den Markt, das Amp-Feeling, Cab-Simulation und Recording-Flexibilität in einem Pedal vereint.
- All-in-one: Amp-, Cab- und Mikrofon-Simulation plus Audiointerface in einem Pedal.
- Intuitive Bedienung: Editor, App und clevere Steuerung per Fußschalter oder USB-MIDI.
- Große Auswahl: 8 Amp-Modelle, 5 Röhrentypen, 8 Mikrofone mit frei wählbaren Positionen.
- Preis-Leistung: Für rund 200,- Euro ein extrem flexibles Tool mit vielen Profi-Features.
Inhaltsverzeichnis
NUX Solid Studio MK II
Mit dem NUX Solid Studio MK II verspricht der Hersteller eine kompakte All-in-one-Lösung in der Rubrik Amp- und Cabinet-Modeling. Besonders hervorzuheben ist hier das detaillierte Modeling des Amps, der in Vorstufe und Endstufe aufgeteilt ist. Das bedeutet konkret, dass jedes Amp-Modell mit verschiedenen Röhrensätzen zur Verfügung steht, die den Sound beeinflussen.
Sowohl auf einem Pedalboard als auch als Silent-Recording- und Practicing-Lösung soll das Pedal dienen und dabei Top-Sound und maximale Flexibilität liefern. Dabei sollen die Vorteile digitaler Technologie mit dem analogen Spielgefühl der klassischen Amp-Setups verbunden werden. Ob und wie gut das gelingt, habe ich für euch getestet!
Der erste Eindruck
Direkt, als ich das Pedal aus dem Karton befreie, macht sich das Gehäuse aus Aluminiumguss positiv bemerkbar. Das Pedal macht in der Tat einen fast bombensicheren Eindruck und das Gewicht fällt dabei trotzdem angenehm aus. Damit ist es definitiv roadtauglich. Durch die recht kompakte Größe sollte das Pedal außerdem auf so gut wie jedem Pedalboard Platz finden.
Auch die Verarbeitung ist sehr gut, die beiden Silent-Footswitches laufen smooth und nahezu geräuschlos und auch die vier Drückknöpfe sowie der Drehencoder laufen sauber und machen einen stabilen Eindruck. Vier Gummifüße an der Unterseite des Pedals sorgen außerdem dafür, dass es beim Bedienen in Position bleibt.
Im Lieferumfang befinden sich neben dem Pedal noch ein USB-C-auf-USB-A-Kabel zum Anschluss an den Computer sowie die Betriebsanleitung, ein Sticker und die Garantiekarte.
Insgesamt macht das NUX Solid Studio MK II damit einen sehr guten ersten Eindruck. Der große Funktionsumfang bei sehr kompakter Größe und der mit knapp über 200,- Euro recht niedrige Preis lassen mich so schon einmal sehr neugierig werden.
Die wichtigsten Features:
Über den USB-C-Port lässt sich das Pedal auch als USB-Audiointerface mit bis zu 48 kHz und 32 Bit nutzen. Eine niedrige Latenz von unter 2 ms sorgt dafür, dass du ohne große Verzögerung des Signals sorgenfrei aufnehmen kannst.
Sehr praktisch ist ebenfalls die Möglichkeit, das Pedal über USB-MIDI zu steuern. So kannst du beispielsweise in einem Pedalboard-Setup die Patches automatisch umschalten lassen.
Neben den beiden 6,3 mm Stereoklinken-Outputs verfügt das Pedal außerdem noch über einen „Through Out“. So kann über den Input auch ein Amp oder Topteil angeschlossen und mit den internen Effekten genutzt werden.
Wichtig: Beim Anschließen eines Röhrenamps musst du unbedingt darauf achten, eine Loadbox zwischen den Amp-Output und den Input des Pedals zu schalten, da sonst dein Amp und das Pedal beschädigt werden.
Die Specs im Überblick:
- Amp-, Cab- und Mikrofon-Simulator im Pedalformat
- Basierend auf NUX Virtual Speakers (IRs) und CYBER IR™ Stereo-Engine
- IRs mir 1024 Samples pro Kanal, 60 Speicherplätze für Drittanbieter-IRs
- 8 Amp-Modellierungen mit TSAC-4K White-Box-Technologie
- Vor- und Endstufensimulationen getrennt einstellbar
- Frei konfigurierbares Routing mit Effektblöcken AMP, IR, EQ, AMB
- 10-Band-EQ, Noise Gate, Aux-In, Kopfhörerausgang
- USB-C für Audiointerface, Editor-Software & MIDI
- 2 Fußschalter, Klinkeneingänge und -ausgänge (2 x Out)
- LC-Farbdisplay (2,86″) für einfache Bedienung
- 128 Preset-Speicherplätze
- Latenz: 0,85 ms (Bypass), 1,9 ms (Effekt aktiviert)
- Samplingrate: 48 kHz/32 Bit, Dynamikbereich: 110 dB
- Eingangsimpedanz: 1 MΩ
- Ausgangsimpedanz: 100 Ω
- Phone Output Impedanz: 10 kΩ
- Gehäuse aus Aluminiumguss, Farbe: Blau
- Abmessungen: 105 x 115 x 58 mm
- Gewicht: 450 g
- Stromversorgung: 9 V DC, Verbrauch <600 mA

Die Amp-Schaltungen
- Deluxe RVB
- Twin RVB
- Bassmate
- Brit 59 SL
- Brit 1987
- UK A30
- Jazz Clean (Roland)
- Stageman
Die Endstufentypen
- EL84
- El 34
- 6V6
- 6L6
- Solid State (Transistor)
Die Effekte
- Spring Reverb
- Plate Reverb
- Hall Reverb
- Room Reverb
- Phi Delay (Digital Delay)
- Tape Echo
- Analog Delay
- Pan Delay
Die Mikrofone
- MD 421
- Beta 52
- C 3000
- C 414
- U 87
- R 121
- R 112
- S57
Für jedes Mikrofon stehen jeweils die 4 Positionen Cap, Cap Edge, Cone und Cone Edge in den 5 Abständen 0″, 2″, 4″, 6″ und 8″ zur Verfügung. Es können immer zwei Mikrofone gleichzeitig ausgewählt werden.
Das NUX Solid Studio MK II im Praxistest
Die ersten Punkte im Praxistest gibt es für die Auswahl der Amps, Röhrentypen und Mikrofone. Hier sind alle wichtigen Vertreter vorhanden, die den Sound der E-Gitarre über die Jahre geprägt haben. Bei den Effekten hat man sich auf Delays und Reverbs als klassische Post-Amp-Effekte beschränkt.
Die detaillierten Einstellungsmöglichkeiten im Amp-Block sind definitiv ein Pluspunkt des Pedals. So wurden bei den Amps alle verschiedenen Inputs (High, Low) und Bright Caps gemodelt und die Inputs lassen sich bei den Marshall und Fender Tweed-Amps auch überbrücken, um noch mehr Gain aus den Verstärkern zu kitzeln. Auch der Röhren-Bias der Amps lässt sich einstellen.
Bei den Post-Effekten wurden die Einstellungsmöglichkeiten dagegen etwas spartanischer gehalten. Prinzipiell eine gute Idee, um schnell zu brauchbaren Sounds zu kommen, vor allem bei den modulierten Delays und Reverbs hätte ich mir aber etwas detailliertere Optionen erhofft.
Die Impulse-Responses sind gut gelungen und die Einstellungsmöglichkeiten und Mikrofone simpel und praxisorientiert. Das Gleiche gilt für den EQ-Block, der mit 10 Bändern für die allermeisten Fälle ausreichende Einstellungsmöglichkeiten bietet.
Insgesamt wurde hier also an alles gedacht und das Pedal kann mit seiner Flexibilität bei kleinem Formfaktor definitiv punkten!
Bedienung
Einen weiteren Pluspunkt gibt es für die sehr intuitive Bedienung. Jede der vier Sektionen ist direkt am Pedal mit einem Druckknopf an- und ausschaltbar. Beim Gedrückthalten lässt sich jeder Block editieren. Mit dem Drehencoder lassen sich die Parameter der Amps und Effekte einstellen sowie die Presets wechseln.
Für die beiden Fußschalters bietet das Pedal zwei Konfigurationsmöglichkeiten: In der ersten Konfiguration verwendet man diese zum Wechseln der Presets. In der zweiten Konfiguration schaltet der rechte Schalter das Pedal ein und aus (Halten = Save) und der linke wechselt zwischen den globalen Parametern und dem Preset-Editor.
Noch leichter lässt sich das NUX Solid Studio MK II mit der Smartphone-App oder dem PC-Editor bedienen. Hier ist alles super übersichtlich und besonders schnell zugänglich. Definitiv meine bevorzugte Möglichkeit zur Bedienung moderner Pedale.



































