Mit amerikanischem Holz und slowenischer Fertigung!
Der in Slowenien gefertigte OLLO Audio R1 ist ein geschlossener Studiokopfhörer, der explizit für den Einsatz bei Aufnahmen konzipiert wurde. Mit seiner U-förmigen Klangkurve, hoher Isolierung und handwerklich verarbeiteten Walnussholz-Ohrmuscheln richtet er sich an Musiker, Sänger und Toningenieure, die im Recording-Kontext eine zuverlässige und komfortable Abhöroption suchen.
Was ist es? OLLO Audio R1, geschlossener Studiokopfhörer aus Slowenien, speziell für Recording-Anwendungen entwickelt.
- Klang: Angenehme U-förmige Abstimmung mit präsenten Bässen und Höhen sowie leicht zurückgenommenen Mitten, ideal für lange Recording-Sessions.
- Verarbeitung: Hochwertige Materialien wie Walnussholz, Edelstahl und Aluminium, vollständig reparierbare Konstruktion mit fünf Jahren Garantie.
- Isolierung: Gute Dämpfung von Außengeräuschen und reduzierte Schallleckage, wodurch Übersprechen beim Recording zuverlässig minimiert wird.
- Schwachpunkt: Das selbstanpassende Kopfband bietet bei Kopfbewegungen nach vorne zu wenig Halt, wodurch der Hörer verrutschen kann.
- Einsatzbereich: Sehr guter Recording-Kopfhörer für Sänger, Produzenten und ruhige Instrumentalisten, weniger geeignet für Mixing oder bewegungsintensive Performances.
Inhaltsverzeichnis
Vorgezogenes Fazit: Was erwartet euch?
OLLO Audio ist in der professionellen Studiowelt kein unbeschriebenes Blatt mehr. Die Slowenen haben sich mit ihren Monitoring-Kopfhörern S4X und S5X sowie dem aktuellen X1 eine treue Anhängerschaft aufgebaut. Der R1 ist nun der erste explizit für Recording-Anwendungen konzipierte Kopfhörer der Marke und allein dieser Ansatz verdient eine genauere Betrachtung.
Das Kurzurteil für eilige Leser: Der OLLO Audio R1 ist ein handwerklich beeindruckend verarbeiteter Kopfhörer mit einem angenehmen, U-förmig abgestimmten Klangbild, der seinen primären Einsatzzweck, das Recording, klanglich mit Bravour erfüllt, dabei aber einen konstruktiven Schwachpunkt mitbringt, der im Studioalltag durchaus störend werden kann.
Wer als Sänger, Pianist oder Bläser in relativer Körperruhe aufnimmt, bekommt hier ein erstklassiges Werkzeug. Wer sich beim Einspielen viel bewegt, zum beispiel Gitarristen, Bassisten oder Schlagzeuger, sollte diesen Punkt genau prüfen, bevor er sich zum Kauf entschließt. Für den Mix- oder Mastering-Bereich ist der R1 aufgrund seiner Klangsignatur nicht die erste Wahl. Dafür gibt es innerhalb der OLLO-Familie mit dem X1 die deutlich passendere Alternative.
Design und Verarbeitung: Holz trifft Edelstahl
Wer den Ollo Audio R1 zum ersten Mal in Augenschein nimmt, wird mit einer optischen Eigenheit konfrontiert. Die Ohrmuscheln bestehen aus amerikanischem Walnussholz, einem Material, das in der Kopfhörerwelt eher selten anzutreffen ist und dem Gerät eine Anmutung verleiht, die zwischen edlem Handwerk und leichter Exzentrik pendelt. Auf Produktfotos wirkt der Kopfhörer dadurch etwas voluminös, in der Hand hingegen überzeugt er unmittelbar durch seine Materialqualität. Edelstahlkopfbügel, Aluminiumkomponenten und ein sauber verarbeitetes Kunstleder-Polster signalisieren klare Prioritäten in puncto Langlebigkeit.
Interessant und aus der Nachhaltigkeitsperspektive als sehr lobenswert zu erwähnen ist die Tatsache, dass sich sämtliche Komponenten des R1 mit handelsüblichem Werkzeug austauschen lassen. Kabel, Ohrpolster, Treiber, alles reparierbar, ohne Spezialbetrieb oder Hersteller-Rücksendung. OLLO Aidop gewährt dazu eine Garantie von fünf Jahren, was angesichts des Preises von 399,- Euro eine klare Aussage über die erwartete Lebensdauer des Produkts darstellt. In Zeiten, in denen teils selbst hochpreisige Studiokopfhörer nach wenigen Jahren schlicht irreparabel werden, ist das ein echter Kaufvorteil.
Das Kabel ist zweiseitig geführt und wird über Mini-XLR-Buchsen mit den Ohrmuscheln verbunden. Ein Standard, der im Profibereich seit Jahren etabliert und der einseitigen Variante für den Studiobetrieb klar vorzuziehen ist. Das mitgelieferte Kabel ist 2 m lang und erfreulich schlank, ein 6,35-mm-Adapter liegt bei.
Tragekomfort: Gut konzipiert, aber mit Vorbehalt
Der grundsätzliche Sitz des OLLO Audio R1 ist als sehr gut zu bezeichnen. Das untere Band arbeitet wie eine Art „Stoßdämpfer“ und federt das Gewicht des Kopfhörers gleichmäßig und angenehm ab. Aufgrund der Größe der Ohrpolster wird das Ohr ohne Auflage an irgendeiner Stelle komplett umschlossen, so dass keinerlei Druckstellen am Ohr entstehen können.
Allerdings gibt es im Tragebereich auch Probleme, die meines Erachtens gerade im Bezug auf den Einsatzbereich des Kopfhörers zu berücksichtigen sind. Der OLLO Audio R1 ist primär für den Recording-Bereich konzipiert, was mit der Tatsache einhergeht, dass sich der einspielende Künstler je nach Instrument und persönlichem Bewegungsdrang mehr oder minder bewegt. Hier gibt es das Problem, dass der OLLO Audio R1 aufgrund des „One-Size-Fits-All“-Kopfbands in der aufrechten Haltung gut auf dem Kopf aufliegt, bei Bewegungen in der Längsachse jedoch schnell ins Rutschen gerät.
Hierzu trägt auch das vergleichsweise hohe Gewicht von 386 g bei. Möchte zum Beispiel ein Gitarrist/Bassist, der im Stehen einspielt, an seinem Instrument hinunterschauen, um beispielsweise eine Schalterstellung zu überprüfen, rutscht ihm der Hörer unmittelbar vom Kopf und die Aufnahme muss abgebrochen werden. Gerade ein Hörer, der explizit für den Aufnahmebereich konzipiert wurde, sollte über deutlich mehr „Grip“ verfügen, als ein Hörer, der sein Haupteinsatzgebiet im Mix/Mastering-Bereich hat.
Das selbstanpassende Silikonkopfband ist dabei konzeptionell gut gemeint, löst das Problem der Rutschgefahr bei Kopfbewegungen nach vorne aber nicht zufriedenstellend. Hier besteht aus meiner Sicht für eine Folgegeneration des R1 klarer Optimierungsbedarf.
Klang: Wohlfühl-Signatur für die Bühne im Studio
Der Klang des Hörers ist durch die dezente Mittenabsenkung sehr „offen“ und sollte den meisten Künstlern während einer Aufnahme zusagen. Wir haben wohldosierte, aber immer noch sehr prägnanten Bässe, ein dezentes Mittenbild und einen neutralen Höhenbereich, ein rundum gelungener „Wohlfühlklang“. Instrumente mit einem hohen Obertonbereich wie zum Beispiel verzerrte Gitarren kommen in ihrer Aggressivität vergleichsweise moderat daher, hier gilt es im Mix aufzupassen, dass man nicht versehentlich zu viel Biss um die 1 kHz ansetzt.
Das Stereobild ist entsprechend eines Kopfhörers erwartungsgemäß stark, aber nicht übermäßig unnatürlich breit ausgebildet, die Phantommitte gut wahrnehmbar.
Die bewusst gewählte U-Kurve, OLLO nennt sie „U-shaped frequency response“, ist im Recording-Kontext eine bewusste Entscheidung des Herstellers. Während ein linearer Referenzkopfhörer einen Künstler im schlimmsten Fall bei einer langen Session ermüdet oder demotiviert, bietet der R1 ein Klanggefühl, das eine Performance durch den reduzierten Mittenanteil verlängern kann. Bass-Fundament und Höhendetail sind präsent und lebendig, ohne aufgesetzt oder übertrieben zu wirken. Für Recording-Situationen durchaus sinnvoll, für Mixing-Entscheidungen hingegen, insbesondere im Tiefmittenbereich, sollte man den R1 jedoch nicht als alleinige Referenz heranziehen.
Technisch arbeitet ein 50-mm-Dynamiktreiber mit Neodymmagnet in einer patentierten PU- und PET-Verbundmembran. Der Klirrfaktor liegt herstellerseitig bei unter 0,12 % (THD) bei 94 dB SPL – für einen dynamischen Treiber in dieser Preisklasse ein ansprechender Wert. Die Impedanz von 32 Ohm macht den R1 universell kompatibel, vom Smartphone bis zum professionellen Kopfhörerverstärker im Regieraum.
Isolierung: Das Kernversprechen
Das geschlossene Design des R1 zielt darauf ab, Schallleckagen um bis zu 10 dB SPL zu reduzieren, was Übersprechen vom Kopfhörersignal auf das Aufnahmemikrofon verhindern soll.
In konkreten Zahlen: bei 500 Hz werden rund 11 dB gedämpft, bei 1 kHz bereits 13 dB, und im sensiblen Bereich um 3 kHz sogar 25 dB. Das sind Werte, die für geschlossene Studiokopfhörer durchaus respektabel sind und im Vokal- wie Instrumental-Recording praxistauglich überzeugen. Die Isolierung arbeitet in beide Richtungen: Der einspielende Künstler wird von Umgebungsgeräuschen abgeschirmt und der Metronom-Click bleibt verlässlich im Kopfhörer.
Lieferumfang: Das Hardcase verdient ein Sonderlob
Das mitgelieferte Hardcase verdient ein Extralob. Trotz der flexiblen Ausführung bietet es einen hohen Schutz für den Hörer und verfügt zudem über einen exzellenten Reißverschluss. Falls sich jemand wundert, warum ich einen Reißverschluss explizit erwähne, was ich zum Teil auch an sehr teuren Transporttaschen in den letzten Jahren teilweise an hakligen und verbogenen Reißverschlüssen erlebt habe, spottet jeder Beschreibung.
Neben dem Case liegen dem Ollo Audio R1 ein abnehmbares 2 m langes Kabel mit Mini-XLR-Steckern sowie ein 6,35-mm-Adapter bei.
Technische Eckdaten im Überblick
Der Ollo Audio OLLO Audio R1 deckt einen Frequenzbereich von 5 Hz bis 22 kHz ab, bietet einen Kennschalldruck von 110 dB bei 1 kHz und arbeitet mit einer Impedanz von 32 Ohm. Das Gewicht beträgt 386 g ohne Kabel. Gefertigt wird der Kopfhörer in Slowenien, ein Detail, das angesichts der spürbaren Fertigungsqualität keine Überraschung darstellt.








































Der sieht extrem billig produziert aus.
@masterBlasterFX Zitat: „Der OLLO Audio R1 ist ein handwerklich beeindruckend verarbeiteter Kopfhörer …“
@masterBlasterFX Irgendwann war der Zeitpunkt gekommen: …ich wollte endlich „richtige“ Kopfhörer! 2x Beyerdynamic ade und die Neumann müssen her. Nun, also die über 600€ (jetzt ist er preislich knapp darunter) schweißgebaded locker gemacht. Ich bin mit denen sehr zufrieden, aber eine Langlebigkeit beschere ich diesen Teilen nicht. Grund ist der sehr sensible Kopfbügel, der vermutlich irgendwann das zeitliche segnet und nicht austauschbar ist. Warum erzähle ich das? Weil mir die OLLO sehr sympathisch anmuten und ich vielleicht irgendwann, wenn sie sich dauerhaft bewähren, kaufen werde. Aber erst dann, wenn der Neumann unansehnlich wird. Das könnte wie erwähnt in naher Zukunft passieren.
@Filterpad ich hab 20 Jahre alte AKG k240. aber bin kein Fan des selbsteinstellenden kopfbandes.
Zuhause OK, aber nicht zusammenklappbar, es ist eben wie beschrieben zu locker und nach einigen Jahren sind die Gummibänder ausgeleiert. bei AKG bekommt man nach wie vor neue. hab die Mal ausgetauscht nach 15 Jahren etwa. Ob dieser recht neue Hersteller ersatz anbietet? Gibt es Ersatzpolster?
sorry, falls ich das überlesen habe.
@Filterpad Ich bin qualitativ mit dem Neumann zufrieden.
@Filterpad Hast du oder jemand anderes n Vergleich mit den Neumanns bzgl. Kopfgröße? Bei meinem langen Kopf passen die Neumanns gut, aber mit maximal ausgezogenem Kopfband. Beispielsweise Focals sind mir zu klein.
Neumann Qualität hab ich auch meine Probleme, das Kopfbandpolster ist nach nur 1 Jahr aufgeplatzt, bei mäßig viel Verwendung und zartester Behandlung. Hat Neumann fix behoben, aber zeugt von schlechter Materialwahl…
@colibri. Nö, bezüglich Kopfgröße habe ich keine Erfahrung. Meiner ist nicht außergewöhnlich groß. Aber interessant das Neumann diese repariert hat. Guter Hinweis, auch wenn meines Wissens nach der Support mehr oder weniger nicht mehr verfügbar ist. Vielleicht hat hier jemand aktuelle Infos bezüglich Support. – Das Kopfpolster wird irgendwann das zeitliche segnen.
@Filterpad Wie meinst du „…auch wenn meines Wissens nach der Support mehr oder weniger nicht mehr verfügbar ist“? Mein Supportfall ist von 2026.
@colibri. OK interessant und sorry für meine Falschmeldung. Ich habe das mal in einem Forum gelesen (könnte auch hier auf Amazona gewesen sein) das jemand diesen Support nicht erreichen konnte und habe diesbezüglich selber diesen kontaktiert und nie eine Antwort erhalten. Daher war meine Annahme, das es diesen einfach nicht mehr gibt. Aber gut zu wissen das meine Situation ein Einzelfall war. Vielleicht einfach die E-Mail verwechselt etc. Darf ich fragen was die Reparatur der Bügel gekostet hat und wie lange diese Unterwegs waren?
@Filterpad Garantiefall, Abwicklung innerhalb 1 Woche. Es müssen ja nur 2 Schrauben gelöst und das Polster getauscht werden. Hätte ich locker selbst gemacht, aber da war Neumann (aus garantierechtlichen Gründen?) nicht flexibel.
Alles in allem an materialtechnisches No-Go (siehe auch NDH-20 Ohrpolster…), aber sehr netter und flotter Support.
Da ich kürzlich las, dass Sennheiser zum Verkauf steht (also auch Neumann?), bleibt aber sicher abzuwarten, ob der an sich vorbildliche Support bleibt.
OLLO „The Best“
Ich habe jahrzehntelang verschiedenste Kopfhörer für Mixing und Mastering gesucht, getestet, gekauft und wieder verkauft.
Seit ich den OLLO X1 nutze ist die Suche vorbei.
Für mich ist der OLLO X1 der beste Kopfhörer den ich kenne und dazu auch Preiswert für das was er leistet.
OLLO Kopfhörer sind über jeden Zweifel erhaben, ich hoffe das bleibt in Zukunft auch so, einige Traditionsmarken glänzen mittlerweile nur noch mit billig Qualität bei Material und Klang.
Wichtig ist es einen Kopfhörerverstärker zu benutzen !
Und den Verstärker nicht an den Kopfhörerausgang anzuschließen ! 😃
Ich nutze den Lake People G103-S MKII
https://www.thomann.de/de/lake_people_g103_s_mkii.htm
@Anthony Rother Interessant zu hören.
@Anthony Rother Ich kann den X1 klanglich auch nur empfehlen (habe den bei mir am “Kopfhörerausgang” – was auch ein Kopfhörerverstärker ist – meines UCX und funktioniert dort super). Auch ohne das Plugin und der Korrekturkurve klingt er super klar und ausbalanciert über den gesamten Frequenzbereich.
Vom Tragekomfort kann ich die im Artikel geäußerte Kritik durchaus nachvollziehen, der X1 sitzt etwas schwammig auf dem Kopf und wackelt gefühlt beim Kopfbewegen etwas. Da ist ein Beyerdynamic DT1990 Pro mit verstellbaren Kopfband, etwas festerem Sitz und dennoch mehr Tragekomfort doch ein Stück voraus. Hier macht sich vielleicht doch die jahrzehntelange Erfahrung im Kopfhörerbau bemerkbar.
@janschneider für mich gibt’s mehr Nachteile als Vorteile mit dem selbsteinstellenden Kopfband.
ich sehe nur einen einzigen Grund; wenn man einen Kopfhörer dauernd unterschiedlichen Menschen gibt.
was eigentlich nicht hygienisch ist…
@Anthony Rother Möglicherweise die Frage eines Unwissenden: Warum empfiehlst du einen leistungsstarken Amp bei doch niedrigohmigem Kopfhörer? Was sind da merkliche Verbesserungen? Hätte angenommen, bei unter 100 Ohm geht ne normale Soundkarte (RME…)?
Auch ich habe mir zwischenzeitlich den Ollo X1 gegönnt und kann nur in allen Belangen (Klang, Verarbeitung, Materialmix, Bequemlichkeit) die sehr hohe Qualität dieses tollen Hörers bestätigen !
Na gut, für Bassheads ist er natürlich nix. 😉
Beim beabsichtigten Verwendungszweck war das aber wohl auch nicht zu erwarten.
Sowohl an meinem Lake People G108, als auch am SPL Photitor 2 ist der Klang top.
An schwächlichen Geräte habe ich ihn aber noch nicht getestet. Freilich muß ich bei ALLEN KHV Pre Gain immer reinhauen da kein Hörer an einem KHV ohne mindestens +10dB Pre Gain Pegel erreicht wie ich sie brauche. Weder Studio- noch HiFi-KHV !
In wie weit am Ollo etwas ausleiern wird kann ich natürlich nicht sagen.
Das selbstjustierende Kopfband hat mich anfangs auch verwirrt, funktioniert aber zumindest auf meiner Omme ausreichend gut. Freilich bange ich auch kaum. Dafür habe ich meine Beyer- und DJ-Hörer.