Test: Omnitronic ISO-23FX, Isolator

14. Februar 2019

DJ-Isolator zum günstigen Preis

Omnitronic ISO-23FX

Was haben Rotary-Mixer und Isolatoren (primär für DJs) gemeinsam? Sie sind in der Regel sehr hochpreisig. Handmade. In der Regel in kleiner Stückzahl und hoher Qualität. Einiges davon natürlich wünschenswert, anderes allerdings bringt viele Interessierte an die Grenzen – die Grenzen der Finanzierbarkeit. Omnitronic hat mit dem günstigen Rotary-Mixer TRM-202MK3 und dem TRM-402 schon eine Lösung für deutlich unter 1000,- Euro geboten, ganz minimal gibt es auch eine Lösung mit 5-Kanälen, den RRM-502 – samt Master-Insert. Was für ein passender Mixer für ein Angebot des Herstellers für einen Isolator – den Omnitronic ISO-23FX.

Für rund 250,- Euro (UVP) bekommt man hier einen 3-Band Isolator, zu dem aber auch einen Send/Return für externe Effekte auf dem Master-Kanal. Damit ist er einer der günstigsten Modelle. Konkurrenten? Die gibt es. Integral Sound SDX 3004 Isolator, E&S X3004 oder XFX 3004, ARS Model3500 oder Bozak ISO-X Isolator. Der Preis könnte auch hier wieder von bis reichen, in der Regel aber liegt man bei den Modellen aktuell bei 500,- bis 600,- Euro. Gut, der ARS schlägt aus dem Rahmen mit guten 1300,- Euro.

Unverkennbar ist, günstiger als mit dem Omnitronic ISO-23FX bekommt man kein Modell.

Der Omnitronic ISO-23FX – ein erster Blick

Auf 19-Zoll Breite und einer Höheneinheit finden sich bei der FX-Sektion fünf Regler, zwei Kippschalter und ein Druckschalter. Mehr wird auch nicht benötigt.

Das geht aber auch noch schmaler: Den ISO-23FX gibt es auch als „ohne FX“-Version, dann als reinen Isolator.
Wir haben aber die FX-Version stehen, zum Glück.

Omnitronic ISO-23FX

Erster Blick auf die FX-Version

Rückseitig geht es rein und raus. Das findet in Form von Cinch-Buchsen statt. Ich weiß gar nicht, was genau ich mir da gewünscht hätte, auf jeden Fall nicht Cinch. Vielleicht eher 6,3 mm Klinke für den Fall, dass man einen Mixer mit Master-Insert hat. Dieser befindet sich zumeist in Form von Klinkenbuchsen auf der Mixer-Rückseite. Alternativ schließt man den Isolator hinter den Master-Output an, da geht es aber meist per XLR raus. Also bleibt 6,3 mm Klinke oder XLR. So wie hier verbaut muss man in jedem Fall adaptieren und das ist nicht die glückliche Lösung. Gut, keiner erwartet, dass man da nun einen XLR auf Cinch-Adapter hinter die Anschlüsse bastelt, ein XLR auf Cinch-Kabel tut es auch. Aber warum?

Omnitronic ISO-23FX

Die Rückseite des ISO-23FX

Wie bei den Ein- und Ausgängen sieht es auch beim Send- und Return-Weg aus. Das sind natürlich auch Ein- und Ausgänge, in diesem Fall aber mal on-top Ausgänge bezeichnet. Wie genannt besitzt der Omnitronic ISO-23FX einen Send- und Return-Weg. Auch diese verlässt und „betritt“ das Gerät in Form von Cinch-Buchsen. Auch hier muss ich wieder adaptieren – erwartet hätte ich hier ganz klassisch 6,3 mm Klinke. Ich möchte nicht meckern, entsprechende Kabel kann sich jeder anschaffen – ich sage nur: „Richtig“ wäre Klinke gewesen.

Schauen wir einmal, was das Gerät so kann, nachdem alles verkabelt ist.

Hands-on und abdrehen

Erster Check: Isolator. 3 Bänder bietet der ISO-23FX mit drei Reglern. Hinter diesen befinden sich ALSP RK27 Potentiometer – das Klassiker-Poti für Rotary-Mixer. Darauf sitzen Kappen im Stil von Moog. Silberne Kappe, griffig durch deutliche Mulden. Schöner Drehwiderstand und schöne Haptik. Soweit, so gut. Keine Mittenrasterung. Gut? Schlecht? Die Frage muss sich jeder selbst beantworten. Ich kann jeden verstehen, der sagt, er möchte spürbar sauber in der Mitte landen. In meinen Augen jedoch widerspricht das eigentlich ein wenig dem Isolator-Prinzip, zumindest wenn man es aus Sicht von Rotary-Nutzern sieht, mit denen Isolatoren ja häufig kombiniert sind – oder in denen Isolatoren auf dem Master zu finden sind. Streng, wenn man sagt, hier gilt eigentlich das Prinzip „das Ohr entscheidet“, nicht, „die Mittenrasterung bestimmt den Klang“. Daher, der Nutzer kann hier selber entscheiden, ob er das positiv oder negativ findet.

Drei Bänder gibt es. Die Bereiche liegen hierbei wie folgt:

Bass: 20 Hz – 300 Hz

Mitten: 300 Hz – 4 kHz

Höhen: 4 kHz – 20 kHz

Omnitronic ISO-23FX

Der Isolator

Die jeweiligen Crossover-Frequenzen sind sehr klassisch gesetzt mit 300 Hz und 4 kHz. Die Range von Absenkung und Anhebung reicht dabei von Full-Kill bis hin zu 6 dB in der Anhebung, bei allen drei Bändern gleich.

Hinsichtlich des Klanges kann der Omitronic ISO-23FX durchaus überzeugen. Er klingt klar und warm. Es wird bei Anhebung bis zu 6 dB nicht crispy, beißend auch nicht, dafür ist die Anhebung aber zu gering. Die Wärme kommt mit, die man erwartet/erhofft – ohne aber auch zu viel zu versprechen.
Bei hochpreisigen Rotary-Mixern mit Isolator oder Isolatoren solo entfleucht einem ab und an ein „Wow“, weil der Isolator nicht nur warm, sondern einfach auch mächtig klingt. So als würde jemand ultra-präzise mit einem riesigen Messer mit nur einem Schnitt eine Gurte vierteln. Das passiert hier nicht, es kommt kein „Wow“ über den Klang. Der Iso-23FX macht einfach einen soliden Job, besitzt Spaß-Potential in Kombination von Klang und Haptik.

Nicht zu vergessen: Was ab und an zu finden ist, zumeist ein Druckschalter, ist beim Omnitronic ISO-23FX ein Kippschalter: die Bypass-Funktion. Die Kippschalter-Lösung ist vielleicht die perfekte Idee für einen Bypass, den man natürlich schon on point nutzen möchte, aber funktionell.

Send- und Return

Etwas, das jeder Mixer haben sollte. Neben einem Master-Insert. Ohne geht nicht. Der Send- und Return am ISO-23FX ist ein sehr schönes Plus für den Fall, dass man nur einen Master-Insert am Mixer zur Verfügung hat – oder gar keine Möglichkeit. Dann wird der ISO-23FX wohl hinter dem Master-Out landen und erweitert damit eigentlich sogar die Möglichkeiten des Mixers um das, was der Mixer nicht kann.

Omnitronic ISO-23FX

Send- und Return (Mix)

Eine Effekt-Schleife ist immer eine schöne Sache für externe Effekte und ich persönlich würde nicht ohne wollen. Drei externe Effekte habe ich immer dabei, das belegt dann zwei Send- und Return-Wege.
Hier die Möglichkeit zu haben, externe Effekte noch einzubinden, ist wirklich sehr gut und denkbar einfach. Es gibt ein Send-Level für die Kontrolle über das ausgehende Signal und ein Mix-Level. Das ist in der Tat kein Return-Level, sondern tatsächlich ein Mix-Regler. Ein Regler also, der den Anteil des trocken (Dry-) Signals und dem zurückkommenden Signal mischt. Es gibt demnach keine Pegelanhebung als wäre es ein klassischer Return-Weg, der dem Master-Signal hinzugefügt wird.

Qualität und Haptik

Was kostet der Omnitronic ISO-23FX noch einmal genau? 249,- Euro ab Hersteller, knapp unter 200,- Euro bei einigen anderen Händlern. Dafür ist das Gerät preislich fair hinsichtlich Qualität und Verarbeitung. Die UVP schien einmal bei über 300,- Euro zu sein, aber da ist ja der Preissturz nach 3 Monaten auf dem Markt schon immer mit einberechnet in der heutigen Zeit.

Wie schon erwähnt, ich hätte mir für den Bypass eine andere Lösung als Kippschalter gewünscht, aber das ist ein Wunsch nach anderer Haptik und kein qualitatives Manko. Klar, der Schalter ist nicht Nulldurchgang-geschaltet, aber das hat bei dem Preis hoffentlich auch keiner erwartet, oder?

Ansonsten gibt es nicht zu meckern, zumindest qualitativ nichts. Hinter den griffigen Potikappen sitzen ALPS RK27 Potis, rückseitig befinden sich vergoldete Cinch-Buchsen, als Buchsenpaar verschraubt am Gehäuse. Die Potikappen fassen sich gut an und es ist genügend Platz zwischen den Potis.

Einzig und allein Klinken- statt Cinch-Buchsen hätte ich mir gewünscht, aber auch das tut der Funktionalität keinen Abbruch.

Fazit

Nehmen wir den aktuellen Herstellerpreis von 249,- Euro und den Ladenpreis von 199,- Euro als Referenz, dann kann sich der Omnitronic ISO-23FX ohne Frage sehen lassen.
Preislich passt es, auch qualitativ gibt es keine Beanstandungen, die an der Qualität oder Funktionalität Zweifel aufkommen lassen.

Klanglich öffnen sich keine Welten, aber auch hier gibt es nichts zu beanstanden. Die Crossover-Frequenzen sind gut gewählt (bzw. die Frequenz-Punkte), Full-Kill und  6 dB sind sinnvoll und sorgt der ISO-23FX ohne Frage für Spaß zum fairen Preis.

Die Möglichkeit der Einbindung von externen Effekten ist eine Möglichkeit, die – Achtung – nur die FX-Version bietet. Der reine ISO-23 bietet das nicht, ist dabei aber nur geringfügig günstiger. Die Möglichkeit aber ist sehr schön, öffnet sie die Tür zur Einbindung von externen Effekten auch bei Mixern, die keinen Send- und Return-Weg haben.

Alles in allem ein preislich günstiges Produkt für diejenigen, die gerne einen Master-Isolator zum Spielen hätten, jedoch nicht das Budget für ein Modell von ARS, E&S oder Bozak haben.

Plus

  • Preis-Leistungs-Verhältnis ist angemessen
  • Send- und Return-Weg bei der FX-Version

Preis

  • Ladenpreis: 199,- bis 250,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    Florian Anwander  RED

    ich hätte da mal ’ne Frage ;-)
    Warum um Himmels willen sind Standalone-Isolatoren Festfrequenz-Geräte? Das eingebaute Filter heißt nicht umsonst State-Variable-Filter (mit Betonung auf dem mittleren Wortteil „variable“).
    Ich hab in meinem Setup zwei Electrix EQ-Killer. Fünf Potis: Dreimal Level für die drei Bänder und dann eben zwei Regler für die Trennfrequenz zwischen den Bändern. Gibts das garnicht mehr? (Ehrliche Frage, da ich im DJ-Markt nicht den Überblick habe)

    • Profilbild
      Bolle  RED

      Leider wahr. Mir fällt spontan kein Gerät ein, welches variable Frequenzpunkte hat. Bei Digital-Mixern hat es in letzter Zeit zugenommen, dass du im Menü die Crossover-Frequenzen bestimmen kannst, aber das macht kaum einer. Der Xone:96 ist jetzt der einzige, der in den beiden Return-Wegen 1-parametrische Mitten hat..das war es dann aber auch schon…

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