Test: Omnitronic TRM-402

12. Juli 2018

Ein günstiger 4-Kanal Rotary-Mixer?

Omnitronic TRM-402Mit dem Omnitronic TRM-202MK3 hatte die zu Steinigke Showtechnik gehörende Firma schon für einige Aufmerksamkeit gesorgt. Nicht nur, weil der kleine 2-Kanal Rotary-DJ-Mixer mit einem Preis von 449,- Euro deutlich unter dem liegt, was man in der Regel für einen Rotary-Mixer zahlt, sondern auch, weil es das dritte Modell der Serie war – wohlgemerkt, nachdem das erste aufgrund von Qualitätsproblemen vom Markt verschwand, das zweite Modell schnell ausverkauft war und man nicht nachproduzieren konnte. Das dritte Modell unterschied sich nun auch funktionell vom Vorgänger und konnte im Test eine sehr gute Bewertung ergattern. Mit dem Omnitronic TRM-402 folgt nun der Nachfolger mit vier statt zwei Kanälen bei auf den ersten Blick gleichen Funktionen. Zeit für einen ersten und auch zweiten Blick.

Omnitronic TRM-402 – ein erster Blick

Größer. Klar, das fällt auf. Gegenüber dem TRM-202MK3 ist der TRM-402 ein gutes Stück größer. 247 x 330 x 107 mm, 4 kg schwer, so die ersten Maße des neuen 4-Kanal-Mixers.

Omnitronic TRM-402

Groß vs. klein

Ansonsten schaut der TRM-402 auf den ersten Blick aus wie der TRM-203 MK3 mit jeweils einem weiteren Kanal links und rechts. Unterschiede gibt es jedoch kleine, fangen wir einfach einmal hinten an. Das ist sicher nicht der erste Punkt, auf den das Auge fällt, jedoch der erste Punkt, wenn es darum geht, die Kabel vor dem Praxistest unterzubringen. Wir haben also natürlich vier Zuspieler, ist ja schließlich ein 4-Kanal-Mixer, sagen wir zweimal CD-Player und zwei Plattenspieler. Natürlich haben wir auch zwei XLR-Kabel liegen für den Master, vielleicht zwei Klinke für den Booth und ein Cinch-Kabel für den Recorder. Vielleicht brauchen wir noch ein Mikrofon? Ich auf keinen Fall, andere schon, nehmen wir mal an, auch dieses liegt hier mit einem XLR-Kabel. Kriegen wir das alles unter? Für den professionellen Anspruch wäre das auf jeden Fall fast 100%. Fast, denn irgendwas zu nörgeln gibt es eigentlich immer.

Omnitronic TRM-402

Der Omnitronic TRM-402

Nun, umdrehen, selbst schauen. Erster Blick: Stromversorgung. Buchse für Kaltgerätestecker und ein Power-Schalter. Kein externes Netzteil also – das Ganze hat immer Vor- und Nachteile. Daneben befinden sich die ersten beiden Kanalzüge, zumindest deren Anschlüsse. Zu finden sind hier jeweils zwei Stereo-Pärchen für jeweils Line und Phono/Line. Phono/Line? Ja, wie beim ersten Modell kann jeder Phono-Eingang mit einem Druckschalter über diesem zu einem Line-Input umgewandelt werden. So bietet der Omnitronic TRM-402 mögliche vier weitere Eingänge für Zuspieler auf Line-Niveau.
Der Phono-Eingang hat übrigens einen Gain-Regler auf der Rückseite in Form einer etwas versenkten Schraube. So kann an dieser Stelle ein wenig „aufgeholt werden“, sollten die Platten nicht pegelmäßig an die Line-Quellen herankommen, eigentlich der Regelfall.
Jeder Kanal verfügt übrigens über eine eigene Erdungsschraube. Good work!

Omnitronic TRM-402

Die Rückseite, deren Anblick erfreut

Ein Blick auf die Mitte, denn noch ist nicht alles erfüllt. Per XLR geht es raus für den Master-Out, ebenso für den Booth. Keine große Klinke. Sehr gut. Das erfüllt bei mir mehr als 100%. Warum? Weil ich nie verstanden habe, warum man, nur weil es zu kleineren Monitoren geht, plötzlich auf das 6,3 mm Klinkenformat, unsymmetrisch zumeist ja noch, wechseln muss. Gegenüber symmetrischen XLR-Leitungen ist dieses Format für mich nur Nachteil-behaftet und da hier kein Zwang zu Klinke besteht, bevorzuge ich ganz klar XLR-Ausgänge. Wer nun für zuhause aber, aus welchem Grund auch immer, seine Lautsprecher über Verstärker anschließen möchte, die Cinch-Eingänge haben, es gibt jeweils den Master- wie auch den Booth-Ausgang noch als Cinch-Version.

Was fehlt noch? Damit es richtig gut wird ein Record-Out. Meist kann man dafür auch gut den Master 2 nutzen, in diesem Fall aber gibt es auch einen Rec-Out, pegelunabhängig vom Master. Glücklich? Auf jeden Fall.

Forum
  1. Profilbild
    DJ Ronny  

    Hi Bolle, danke auch für diesen Test. Deiner Meinung über den Preis , schließe ich mich an. Optisch sehr gelungen, technisch wohl auch. Für mich unbrauchbar, da kein 3 oder 4 Band EQ, keine Soundkarte, kein EQ im Mic Kanal. Das ist Mixen, wie in den 70er.

    • Profilbild
      Bolle  RED 1

      Wobei Mixen wie in den 70ern ja nicht unbedingt etwas Schlechtes sein muss :)
      Aber klar, hier herrscht an gewissen Punkten Minimalismus, aber man kann es ja auch nicht jedem Recht machen. Für mich z.B. ist ein Mikrofon-Eingang nur dann Interessant, wenn man ihn als Aux-In zweckentfremden kann…oder er sowieso auch dafür gemacht ist :)

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