Test: One Control Butter Yellow Auto Quack, Effektpedal für Gitarre & Bass

6. Juni 2021

Wacka Wacka Automatica

Test: One Control Butter Yellow Auto Quack

Klein, leicht und Vintage. Also die Waage, das Pedal ist modern. Aber auch klein und leicht.

Eigentlich hatte mein Chef mir drei Pedale zum Test angekündigt. Enttäuscht nehme ich daher den kleinen Karton entgegen, den mir der Postbote in die Hand drückt. Umso größer ist die Überraschung, als nach dem Auspacken doch drei Pedale vor mir auf dem Schreibtisch liegen. Zugegebenermaßen drei sehr kleine Pedale, aber genau das ist ja Sinn und Zweck der Mini-Pedale: platzsparend zu sein. Die Firma One Control aus Japan liefert genau diese kleinen Pedale. Als erstes  kommt das Butter Yellow Auto Quack auf den Prüfstand. Der Name verrät schon alles, es handelt sich um ein Auto Wah. So ein Auto Wah ist ein hüllkurvengesteuertes Filter. Bei dieser Art von Filter wird der Filtereffekt durch die Spieldynamik kontrolliert. Der Butter Yellow Auto Quark ist also ein Resonanzfilter, dessen Mittelfrequenz sich nach oben bewegt, wenn eine Note angeschlagen wird. Vereinfacht gesagt macht der Filter das, was bei einem klassischen Wah Wah der Fuß macht, nur eben nicht nach Gefühl, sondern nach Eingangspegel.

Das Butter Yellow Auto Quack – Facts & Features

Endlich mal ein Pedal, das ich auf meiner Vintage-Briefwaage wiegen kann. Knapp 150 g bringt es auf diese Waage. Das Metallgehäuse wirkt sehr hochwertig, die Unterseite kann mit vier Schrauben entfernt werden, um dort eine Batterie unterzubringen. Das ist ziemlich umständlich und unpraktisch, aber leider der Standard. Natürlich funktioniert das Pedal auch mit einem herkömmlichen 9 V Netzteil. Ein- und Ausgang befinden sich rechts beziehungsweise links am Pedal, eine Positionierung an der Stirnseite wäre natürlich praktischer, aber bei einem derart kleinen Pedal mit den Abmessungen von gerade mal 39 × 100 × 31 mm ist das einfach nicht möglich. Etwas ungünstig positioniert ist ein kleiner Schiebeschalter unterhalb des Outputs, zu diesem kommen wir später.

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Auf der orange-golden schimmernden Oberfläche befinden sich der obligatorische Fußschalter sowie drei Potis, deren Bezeichnung man mehr erahnen als lesen kann. Eine kleine rote LED gibt Auskunft über den Betriebszustand des Pedals. Die Bezeichnung der drei Potis lauten von links nach rechts: Decay, Bias und Sensitivity. Mithilfe dieser drei Regler gilt es nun, eine Einstellung zu finden, die der Dynamik des Spielers und der Eigenschaft der angeschlossenen Gitarre gerecht wird. Der Decay-Regler bestimmt das Tempo des Filtereffekts, Bias stellt den Startpunkt des Filters ein. Sensitivity bestimmt den Pegel, bei dem der Impuls das Filter in Bewegung versetzt. Der an der Seite befindliche, schlecht zugängliche Mini-Schalter mit der Bezeichnung Mellow/Bright stellt den Filterbereich von flach und schmal bis hoch und breit ein. Wie das klingt, klären wir später in den Klangbeispielen. Ein solches Pedal gehört für mich an den Anfang der Signalkette, lediglich ein Volume-Pedal oder ein Compressor ergeben vor dem Pedal noch Sinn. Natürlich sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, die Ergebnisse im hinteren Bereich der Signalkette konnten mich allerdings nicht überzeugen und sind allenfalls für Freunde schräger Sounds zu empfehlen. Überhaupt empfiehlt sich der Einsatz eines Kompressors vor dem Auto Quack, da man auf diese Weise einen gleichmäßigeren Effekt erzielt. Die Empfindlichkeit des Pedals ist ab Werk auf mittelstarke Tonabnehmer gereicht, so dass man ausgangsstarke Humbucker oder eher leise Singlecoils mit Hilfe des Compressors kompensieren kann.

Der Butter Yellow Auto Quack in der Praxis

Durch das geringe Gewicht empfiehlt sich unbedingt eine sichere Befestigung des Butter Yellow Auto Quack durch Klettband. Die mitgelieferten Klebefüße können zwar etwas Standsicherheit gewährleisten, aber an dem Gerät ziehende Kabel bringen es dann doch schon recht schnell aus der Ruhe. Arbeitet man mit flachen Winkelsteckern, wird es auf der rechten Seite recht eng mit der Netzbuchse. Der links angebrachte Minischalter zur Änderung der Charakteristik des Pedals ist überhaupt nicht mehr zu erreichen.

Test: One Control Butter Yellow Auto Quack

Aber so ist er wenigstens vor einem versehentlichen Verstellen geschützt. Wer in einer Live-Situation den Schiebeschalter bewegen möchte, braucht Fingerspitzengefühl oder einen Song Pause. Hat man sich erst mal mit der Wirkung der einzelnen Regler beschäftigt und hat man eine Einstellung für sich gefunden, bekommt man aus dem Butter Yellow Auto Quark hervorragende Auto-Wah-Sounds raus, die funky wie auch rockig oder experimentell klingen können. Vor einem verzerrten Amp macht das Pedal ebenfalls eine großartige Figur. Die grundlegende Klangcharakteristik des Pedals ist sehr hochwertig.

Die Sounds des Butter Yellow Auto Quack

Für die Klangbeispiele wurde das Gerät in den Einschleifweg eines Kempers geschaltet, vor dem Pedal arbeitet ein Kompressor, über dessen Aktivitätsstatus der Name des Files Auskunft gibt. Ebenso ist die Aktivität des Bright/Mellow-Schalters ersichtlich.

 

Fazit

Ein feines Pedal hat One Control da im Rennen. Höchste Klangkultur und hoher Praxiswert machen aus dem Pedal mehr als ein Gimmick. Platzsparend ist es auch und der Preis von derzeit 129,- Euro ist gemessen an der Qualität völlig gerechtfertigt. Unbedingt ausprobieren!

Plus

  • Sound
  • Verarbeitung

Minus

  • Bedienbarkeit des Mini-Schalters
  • Beschriftung schlecht lesbar
  • Batteriewechsel umständlich

Preis

  • 129,- Euro
Klangbeispiele
Forum
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      Jan Steiger  RED

      Japp, da gibt’s einige Möglichkeiten. Darüber muss man sich nur im Klaren sein und ggf. gleich dazu kaufen.

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