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Test: Orange FX Pedal Acoustic

11. Juli 2021

Flower Power Preamp für akustische Gitarre und weitere Saiteninstrumente

Der Traditionshersteller Orange ist hinreichend durch seine Verstärkermodelle bekannt. Diese reichen vom leistungsstarken Röhren-Boliden bis zu kleinen Verstärkern mit moderater Leistung wie beispielsweise der Tiny- oder Micro-Terror. Heute testen wir einen Preamp für akustische Instrumente in Pedalform, der natürlich nicht nur mit einer akustischen Gitarre (mit Tonabnehmer), sondern auch mit einem Kontrabass, einer Mandoline, Ukulele, Banjo etc., die einen eingebauten Pickup besitzen, betrieben werden könnte. Das Pedal ist letztlich eine D.I.-Box, Vorverstärker und Klangregelung und wird mit einem passenden Netzteil ausgeliefert. Das Design ist, wie von Orange gewohnt, leicht „freaky“ und hat Flower-Power-Flair.

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Orange FX Pedal Acoustic – Facts & Features

Das Orange FX Pedal Acoustic ist ein Class-A JFET-Preamp mit integriertem 3-Band-EQ (parametrischem Mittenfilter), XLR-Ausgang und Notch-Filter. Selbstverständlich spielt bei der Farbgebung des Pedals die Farbe Orange eine tragende Rolle. Die Buchsen und Knöpfe kennt man bereits von den kleinen Verstärkern wie beispielsweise den Tiny Terror oder Micro (Dark-) Terror etc. Das Pedal ist etwas größer als beispielsweise ein BOSS- oder MXR-Pedal und wiegt ca. 700 g. Der Name „FX Pedal“ ist etwas irreführend, da das Pedal selbst keinerlei Effekte bereitstellt, sondern letztlich ein Preamp, den man mit einem Effektweg ausgestattet hat. Der integrierte  Effekt-Loop wurde „gebuffert“, man schließt damit eventuell auftretende Anpassungsprobleme der einzuschleifenden Effektpedale aus.

Hätte man den Effektweg mit einem weiteren Fußtaster schaltbar gemacht, hätte dies die Möglichkeiten des Pedals etwas erweitert. Hat man beispielsweise zwei oder mehrere Pedale im Effektweg eingeschleift, wären diese dann mit einem Fußtritt zuschaltbar gewesen. Dies wäre eventuell eine Idee für ein späteres Update dieses Pedals.

orange-fx-pedal-acoustic-lieferumfang

Netzteil (18 Volt DC) inkludiert

Regler und Bedienelemente

An Bord finden wir die Regler der Klangregelung, Bass, Treble, Middle, Q-Faktor, Notch und erwartungsgemäß einen Volume-Regler. Ein kleiner Druckschalter erlaubte es bei Bedarf die Phase des Ausgangssignals um 180° zu drehen.

orange-fx-pedal-acoustic-schrag

Klassisches Orange Design, die Buchsen für den Effektweg wurden linksseitig angebracht, ebenso der Ausgang

Das mitgeliefert Netzteil liefert 18 Volt Gleichspannung, was sicherlich dem „Headroom“ der zu verarbeitenden Signale zugutekommt. Die Polung gestaltet sich jedoch derartig, dass hier der Pluspol innen liegt. Wollte man das Pedal mit einem Multinetzteil versorgen, das neben den üblichen 9 Volt D. C. auch 18 Volt D. C. ausgibt, sollte man sichergehen, dass man die Polung mittels eines entsprechenden Kabels vertauscht, damit das Gerät ordnungsgemäß arbeitet. Glücklicherweise haben die meisten Pedale eine sogenannte „Dummheitsdiode“ eingebaut, die verhindert, dass das Gerät Schaden nimmt, wenn man es mit vertauschter Polarität anschließt.

Das Flower-Power-Design sieht sehr ansprechend bzw. freaky aus, auf der Bühne wäre die Beschriftung der Regler, die selbst nur eine kleine weiße Punktmarkierung besitzen, jedoch schlecht abzulesen. Benutzte man das Pedal auf der Bühne, reichte es jedoch meist aus, den Klang beim Soundcheck einmal einzustellen und dann die Finger davonzulassen, dieser kleine Nachteil fällt also letztlich nicht ins Gewicht. Hören wir, was der begnadet spielende Kollege dazu sagt:

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Wie bei jedem vernünftigen Mischpult findet man auch hier eine parametrische Mittenregelung. Der Regler mit der Bezeichnung „Q-Factor“ wurde für meinem Geschmack nicht korrekt beschriftet, so wählt er letztlich die Mittenfrequenzen an, die dann mit dem Mittenregler angehoben oder abgesenkt werden, er macht also das zu beeinflussende Mittenband nicht schmalbandiger oder breiter.

Das integrierte „Notchfilter“ gestattet es, sich bei evtl. auf der Bühne auftretenden Rückkopplungsproblemen störendender Frequenzen zu entledigen. Die Einstellung erfolgt hier ausschließlich nach Gehör, da die Regler nicht mit Angaben bzgl. ihrer beeinflussbaren Frequenzen bestückt wurden.

Orange FX Pedal Acoustic – Sound

Nach erstem Anschließen und Hören (XLR-Out wurde direkt mit dem Eingang meines Apogee Wandlers verbunden) ist klar, dass das Pedal erfreulicherweise sehr rauscharm arbeitet, auch die Klangregelung arbeitet effektiv. Die Bass- bzw. Treble-Regler sind einfache Low- bzw. Highpass-Filter, die das entsprechende Frequenzband einfach ausdünnen bzw. beschneiden. Die Mittenparametrik arbeitet eher dezent als brutal, was das Finden des gewünschten Sounds einfach gestaltet.

Den Klangbeispielen wurde in Logic ein kleiner Anteil „Gnadenhall“ zugemischt, um das Ergebnis etwas freundlicher zu gestalten, viele akustische Saiteninstrumente können dies gut vertragen. Im ersten Klangbeispiel sind bis auf den Lautstärkeregler alle Potis auf 12 h gestellt, man darf also ein unverfälschtes Signal erwarten.

Zunächst darf man feststellen, dass das Eingangssignal bzw. der Klang des Tonabnehmers meiner Gibson Advanced Jumbo angenehm „linear“ wiedergegeben und sauber verarbeitet wurde, was sicherlich auch so gewünscht war. Der Klang wird in linearer Einstellung (Regler der Klangregelung auf 12 h), wenn überhaupt wahrnehmbar, nur minimal beeinflusst. Nun experimentieren wir etwas mit dem EQ, um dessen Bandbreite auszutesten. Die Höhen wurden nun etwas angehoben, was dem Sound etwas mehr Frische und Attack verleiht. Selbstverständlich ist das klangliche Resultat abhängig von der Güte des eingebauten Tonabnehmers. Der eingebaute Pickup meiner Gibson ist sicherlich nicht schlecht, dennoch kann ich mir diesbezüglich noch eine Steigerung vorstellen:

Die Höhen sind nun etwas „crisper“, die Töne besitzen etwas mehr Attack. Die Klangregelung lässt sich fein einstellen und arbeitet eher sanft als brutal. Im folgenden Beispiel wurden die Bässe leicht abgesenkt und die Mitten für etwas mehr Durchsetzungskraft leicht angehoben:

Testweise habe ich nun ein BOSS-DD3-Delay in die Effektschleife des Pedals eingeklinkt, um herauszufinden, wie das Pedal sich mit weiteren Fußtretern versteht. Der Effektweg verarbeitet die Signale der üblichen Fußtreter wie Delay, Reverb etc. einwandfrei.

Die Klangbeispiele wurden mit folgendem Equipment aufgenommen:

Gibson Advanced Jumbo – Orange FX Pedal Acoustic – BOSS DD3  – Apogee Duett – Mac mit Logic.

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Fazit

Das Orange FX Pedal Acoustic verarbeitet und verstärkt das Eingangssignal sauber und linear (wenn gewünscht). Die Bedienung ist absolut intuitiv, die parametrische Mittensektion macht es einfach, die gewünschten Frequenzen hervorzuheben bzw. zu entschärfen. Ein Notchfilter und der XLR-Ausgang sind Ausstattungsmerkmale, die sich ein Musiker, der ein akustisches Instrument im Studio oder auf der Bühne bedient, wünscht.

Plus

  • Sound
  • parametrische Mittenregelung
  • intuitive Bedienung
  • Design
  • Verarbeitung

Minus

  • Stellung der Regler nicht gut ablesbar
  • Polung der Stromversorgung

Preis

  • 159,- Euro
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