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Test: Palmer Drei, Gitarrenverstärker

15. April 2014

Die Drei von der Tankstelle

Palmer Drei. Nur sehr selten gelingt es einem Unternehmen, allein durch die Vergabe der Produktbezeichnung den Hersteller erahnen zu können. Noch seltener wird dies durch eine gezielte Wortwahl im deutschsprachigen Raum erreicht, von daher gebührt in Sachen Marketing der Firma Palmer, die ihren Sitz in Neu-Anspach nahe Frankfurt hat, schon mal ein Extra-Punkt. Ob „Mutterstolz“, „Frohlocker“ oder „Herrenchor“, die primär deutsch geprägte Namensgebung lässt neben einem entspannten Schmunzeln auch immer wieder das Interesse an den Produkten deutlich höher ausfallen als bei vergleichsweise nichtssagenden Bezeichnungen wie zum Beispiel „2210“ oder „MD410“.

Mit dem Modell Drei stößt Palmer nun konzeptionell in eine Nische vor, di meines Wissens nach noch gar nicht besetzt wurde. „Große Worte“, höre ich da schon die ersten Skeptiker sagen, „was bitte soll an einem Verstärker konzipiert werden, was nicht schon irgendjemand vorher auf diesem Planeten konstruiert hat?“ Ihr werdet euch wundern, auf das Konzept kommt es an.

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Palmer Drei - Front 1

— Palmer Drei —

Konstruktion

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Um die wahre Innovation des Palmer Drei zu erkennen, muss man etwas ausholen. Wir alle wissen, wie komplex und überaus unterschiedlich die subjektive Empfindung eines guten Sounds bei Gitarristen ist. Während der ambitionierte Blueser die dezente Sättigung der Röhren-Endstufe mit einem Hauch von Crunch für die Gnade Gottes hält, sucht die Schwarzkittelfraktion mit dem größtmöglichen Anteil von Gain tagtäglich neue Rekorde im Halbwellen-Clipping zu erreichen. Fazit: Black Metal Grunzi hält den authentischen Blues Sound für eierloses Gezupfe, während „I Woke Up This Morning“-Billy die tieffrequente Megakompression von Grunzi als akustische Umweltverschmutzung tituliert. Nebenbei, der Fusion-Freak aus dem zweiten Stock hält beide Vertreter für harmonische Nihilisten und ist der festen Meinung, dass nur er die perfekte Essenz des ultimativen Klangs einer Gitarre kennt.

Losgelöst von der Tatsache, dass die Wahl des Instrumentes eine sehr persönliche ist, kommt dem Verstärker die größte Aufmerksamkeit im Bezug auf den Klang zu. Natürlich gibt es für jede Stilrichtung mittlerweile den passenden Amp, wäre da nicht das Problem, dass nahezu alle Verstärker der gehobenen Preisklasse EINEN amtlichen Sound haben, während Abweichungen hiervon mit mehr oder minder starken Einbußen einhergehen. Die Mehrzahl der Hersteller begegnen diesem Phänomen mit mehreren Kanälen, die primär die Wirkungsweise der Vorstufe mit Klangregelung in die Pflicht nehmen, während die Endstufe, einmal bezüglich der Röhrenwahl festgelegt, ihre Arbeit leistet und zu dem EINEN amtlichen Sound beiträgt. Dabei ist bekanntlich die Grundauslegung eines Verstärkers stark von der verwendeten Endröhre abhängig, der im Signalfluss den stärksten Anteil am finalen Klang des Verstärkers zukommt.

Palmer Drei - Back 2

— Palmer Drei —

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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Markus Galla  RED

    Sehr schöner Testbericht und gute Hörbeispiele, die den Klang der verschiedenen Röhren gut widerspiegeln und vergleichbar machen. So muss das sein!

  2. Profilbild
    harrymudd  AHU

    dann muss ich wohl diskutieren:)
    ne im Ernst – ich find die Sounds prizipiell gut, nur klingt die Aufnahme übersteuert. Da ist beim Anschlag so ein kurzes Bratzeln zu hören, was so gar nicht nach geclippter single ended Endstufe klingt.

  3. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Es ist schon mehr als dreist, das Palmer für so eine Dingelchen 1000€ !!! verlangt.
    Das kann man jeder Zeit preiswerter in der selben Soundqualität haben.
    Ich werde auf jeden Fall den Tausender NICHT ausgeben.

    • Profilbild
      Axel Ritt  RED

      Hallo Uwe50, es ist dein gutes Recht ein Produkt nicht zu kaufen, allerdings das Produkt als „Dingelchen“ abzutun, ist völlig deplatziert. Es ist nicht angemessen ein Produkt abzuwerten, nur weil man selber nicht den Preis bezahlen möchten. In Anbetracht der Bauteile, des Sounds und bei einer Fertigung in Deutschland ist der Preis der Qualität absolut angemessen. Geh doch mal in einen Laden und teste das Produkt selber, vorher kann man sich ohnehin keine echte Meinung bilden.

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        He, man !!!
        DER Axel Ritt !!! Ich fühle mich wirklich geehrt, das ausgerechnet Du auf meinen Kommentar antwortest !!!
        Und weil du von Grave Digger bist, möchte ich dir auch in KEINEM Fall widersprechen…..Dennoch finde ich den Preis zu Hoch, auch wenn der in Deutschland gefertigt wird.

        Knights of the Cross
        Headbanging Man
        Excalibur
        Scotland United
        Heavy Metal Breakdown

        sind meine Lieblingssongs von
        Grave Digger

        lg
        Uwe

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