Die Palmer Monicon G2 Serie im Praxistest
Palmer aktualisiert seine Monitorcontroller-Reihe und bringt mit Palmer Monicon L, M, S G2 drei neue passive Modelle auf den Markt. Die Controller der G2-Serie bieten unterschiedliche Ausstattungen und Anschlussmöglichkeiten und sind für Homestudios, die Content-Produktion und semiprofessionelle Umgebungen gedacht.
- Drei Modelle: S, M und L decken unterschiedliche Einsatzbereiche von Einsteiger- bis Projektstudio-Niveau ab.
- Passive Technik: Keine Klangfärbung, keine Verstärkung, dafür sichere und zuverlässige Lautstärkeregelung.
- Ausstattung: Von Cinch-Basis (S) über erweiterte Schaltfunktionen (M) bis Bluetooth und Dual-Monitoring (L).
- Praxisnutzen: Sauberer Regelweg, geräuschloses Schalten, durchdachte Bedienung ohne unnötige Zusätze.
- Fazit: Solide, funktionale Werkzeuge ohne Schnickschnack, fair bepreist und für klare Nutzergruppen ausgelegt.
Inhaltsverzeichnis
Erste Einschätzung: Wer braucht einen Monitorcontroller?
Man könnte es sich einfach machen und sagen: Drei Controller, drei Preispunkte, fertig. Tatsächlich hat sich Palmer aber ein paar Gedanken gemacht und bedient mit den drei Modellen unterschiedliche Nutzerszenarien, ohne dabei in die Falle zu tappen, künstlich Produktvarianten zu schaffen.
Der kleinste im Bunde, der Palmer Monicon S G2 für 49,- Euro, beschränkt sich auf Cinch-Verbindungen und die absoluten Grundfunktionen. Der mittlere Palmer Monicon M G2 kostet 89,- Euro und öffnet sich für XLR-Verkabelung samt erweiterten Schaltfunktionen, die klassische Homerecording-Lösung. Ganz oben in der Liste steht der Palmer Monicon L G2 mit 198,- Euro. Bluetooth-Streaming, parallele Monitoransteuerung, eigenständiger Kopfhöreramp gehören zur Ausstattung dieses Modells.
Allen gemeinsam ist die passive Arbeitsweise. Kein Netzteil bei den kleinen beiden, beim großen nur für die Extras. Das bedeutet: Sauberer Signalweg, aber eben auch keine Pegelverstärkung. Wer ein Interface oder Wandler mit schwachem Ausgangspegel besitzt, könnte Probleme bekommen. Die Kehrseite der Medaille: Selbst wenn der Rechner abschmiert, knallt es nicht aus den Boxen. Der Controller sitzt physisch im Signalweg, völlig unbeeindruckt von Software-Crashs oder DAW-Hängern.
Kaufempfehlung? Der Palmer Monicon S G2 richtet sich an alle, deren Setup auf Cinch basiert und die nur einen Drehknopf plus Mono-Taster brauchen. Projektstudios mit professionellerer Infrastruktur steigen beim Monicon M G2 ein. Und wer regelmäßig zwischen verschiedenen Abhören wechselt oder schnell mal Bluetooth-Referenzen einspeisen will, kommt am Monicon L G2 nicht vorbei. Keines der Geräte erfindet das Rad neu, aber alle machen ihren Job ohne Umschweife.
Palmer Monicon S G2 – Minimalismus in Reinform
86 mm Breite, 120 g Gewicht, der Monicon S G2 gehört definitiv nicht zu den Platzfressern. Das Gehäuse kombiniert Metall mit Kunststoff und vier Gummipads verhindern ein Verrutschen auf glatten Oberflächen. Die Wahl der RCA-Buchsen zeigt klar die Zielgruppe. Nutzer mit unsymmetrischer Signalführung, wie man sie häufig bei Consumer-Geräten, DJ-Equipment oder günstigeren Audiointerfaces vorfindet. Wer ausschließlich XLR fährt, kann hier aufhören zu lesen.
Die Bedienung wurde auf zwei Elemente reduziert. Das große Potentiometer regelt das Signal stufenlos herunter, der Mono-Knopf legt beide Kanäle zusammen. Keine LEDs, kein Display, keine Anzeigen. Stromanschluss? Überflüssig, das Gerät arbeitet rein passiv.
Der Frequenzbereich reicht laut Hersteller bis weit über die Hörgrenze hinaus (10 Hz bis 40 kHz), die maximale Dämpfung liegt bei 85 dB. Bei extremen Abschwächungen kann die Kanalgleichheit minimal nachlassen. Ein bekanntes Phänomen bei günstigen passiven Controllern, das im Praxisbetrieb aber kaum stört.
Eingangsseitig werden 10 kOhm geboten, ausgangsseitig 600 Ohm, Standardwerte für diese Geräteklasse. Das Poti läuft sauber, ohne zu kratzen, der Mono-Button schaltet ohne hörbare Artefakte.
Wer seine Produktionen auf Smartphone-Kompatibilität prüfen will, bekommt hier ein simples Werkzeug. Mehr aber auch nicht. Und genau das ist vermutlich der Punkt. Der Palmer Monicon S G2 erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern liefert eine Lösung für genau ein Problem.
Palmer Monicon M G2 – das Standard-Setup
Mit etwa 500 g bringt der Monicon M G2 deutlich mehr Masse auf den Tisch. Die Konstruktion bleibt ähnlich. Kunststoff-Metall-Gehäuse, gute Gummifüße, ordentliche Verarbeitung.
Der Unterschied liegt in den Anschlüssen: Combo-Buchsen akzeptieren sowohl XLR als auch TRS, zusätzlich gibt es 3,5-mm-Buchsen für eine unsymmetrische Verkabelung. Wichtig: Man sollte sich entscheiden. Entweder konsequent symmetrisch oder unsymmetrisch. Wildes Mischen führt selten zu optimalen Ergebnissen.
Neben dem zentralen Lautstärkeregler befinden sich drei mechanische Taster auf der Bedienoberfläche des Monitorcontrollers: Mute kappt das Ausgangssignal komplett, DIM reduziert es um 12 dB (praktisch für Telefonate oder Gespräche), Mono schaltet auf Summe.
Alle Funktionen arbeiten geräuschlos, kein Klacken in den Monitoren beim Schalten. Der Frequenzgang liegt laut Hersteller bei 20 Hz bis 20 kHz, ausreichend für jede Audioanwendung. Impedanzen: 20 kOhm symmetrisch beziehungsweise 10 kOhm unsymmetrisch am Eingang, 600 Ohm am Ausgang.
Die Kanalgleichheit bleibt über den Großteil des Regelbereichs konstant, auch bei kräftigen Pegeln passiert klanglich nichts Ungewöhnliches. Kein Übersprechen, kein Grundrauschen, was bei passiver Schaltung auch nicht zu erwarten wäre.
Der Verzicht auf eine Beleuchtung und Pegelanzeige ist konsequent, spart entsprechend auch ein Netzteil ein. Die orangenen Markierungen am Regler helfen bei der groben Orientierung, präzise Pegeleinstellungen erfordern allerdings Fingerspitzengefühl oder Notizen.
Typischer Einsatzbereich: Homerecording-Setups mit aktiven Monitoren und Audiointerface. Die DIM-Funktion wird unterschätzt, bis man sie einmal braucht. Die Mono-Schaltung hilft bei der Mixkontrolle.
Wer darüber hinaus Kopfhörer direkt ansteuern oder mehrere Monitorsets vergleichen möchte, muss eine Stufe höher greifen.
Palmer Monicon L G2 – Ausbaustufe mit Ambitionen
Knapp 200,- Euro verlangt Palmer für das Topmodell, wobei das Budget in deutlich mehr Funktionalität fließt. Neben den üblichen XLR/Klinke-Combobuchsen gibt es einen zusätzlichen AUX-Eingang über Cinch sowie Bluetooth-Konnektivität mit den üblichen Verdächtigen: A2DP, aptX und aptX HD.
Ausgangsseitig stehen zwei vollwertige XLR-Stereopaare zur Verfügung, plus ein separater Mono-Ausgang für den Subwoofer. Vorne befindet sich eine Kopfhörerbuchse mit eigenem Pegelregler.
Das Bedienkonzept bleibt übersichtlich: Zentraler Lautstärkeregler, darunter die bekannten Funktionstasten (DIM, Mute, Mono). Links wählt man die Eingangsquelle, rechts die Ausgangsroute. Die AUX- und Bluetooth-Lautstärke teilen sich ein gemeinsames Poti, was sinnvoll ist. Beide dienen typischerweise als Zuspieler für Referenzmaterial. Der PFL-Schalter bestimmt, ob über den Kopfhörer das Main-Signal oder das AUX/Bluetooth-Signal kommt.
Zwei Monitorpaare parallel zu betreiben, ermöglicht schnelle A/B-Vergleiche ohne umzustöpseln. Der zuschaltbare Subwoofer funktioniert mit beiden Sets. Die passive Lautstärkeregelung bleibt auch hier das Herzstück und arbeitet selbst bei Stromausfall, nur die Zusatzfunktionen fallen in diesem Fall entsprechend aus. Der Regelweg zeigt keine Pegelsprünge oder Stereo-Unsauberkeiten, das Umschalten zwischen Ein- und Ausgängen verläuft geräuschlos.
Impedanzmäßig bewegt sich der Monicon L G2 ebenfalls auf vertrautem Terrain: 20 kOhm symmetrisch, 10 kOhm unsymmetrisch (Aux), 600 Ohm am Ausgang.
Die Bluetooth-Implementation funktioniert zuverlässig, das Pairing geht schnell. Klanglich bleibt’s neutral, wie man es von einem Controller erwartet. Der Kopfhörerverstärker liefert ausreichend Reserven für gängige Studiokopfhörer, High-Impedance Vertreter könnten allerdings an Grenzen stoßen.
Einsatzgebiet: Ambitionierte Homerecording-Setups, kleinere Projektstudios, Postproduktion. Wer regelmäßig zwischen verschiedenen Abhören wechselt oder Bluetooth-Referenzen nutzt, profitiert. Für reine Lautstärkeregelung ist das Gerät überdimensioniert, in diesem Fall reicht das Modell M.
Die Grundsatzfrage: Digital oder analog dimmen?
Die Debatte um digitale versus analoge Pegelregelung zieht sich seit Jahren durch Foren und Fachmedien. Tatsächlich ist die Sache differenzierter als oft dargestellt. Digitale Lautstärkeregelung multipliziert das Signal mit einem Faktor kleiner eins. In alten 16-Bit-Systemen führte das bei leisen Pegeln zu merklichen Qualitätseinbußen, weil weniger Quantisierungsstufen genutzt wurden. Heutige 24-Bit- oder 32-Bit-Float-Umgebungen haben dieses Problem nicht mehr. Der Dynamikumfang ist entsprechend hoch, sodass selbst extreme Abschwächungen keine hörbaren Artefakte produzieren.
Analoge Monitorcontroller wie die Palmer Monicon-Serie greifen erst nach der Wandlung im analogen Signalweg ins Geschehen ein. Der praktische Vorteil liegt nicht im Klang (beide Methoden können transparent sein), sondern in Unabhängigkeit und Haptik. Ein physischer Drehregler reagiert sofort, ohne Latenz, ohne Mausbewegung, ohne Menütauchen. Und sollte der der Computer abstürzen oder die DAW einfrieren, bleibt die Lautstärkeregelung funktional.
Der angebliche Klangvorteil analoger Regelung ist eher Mythos als Realität, zumindest in modernen Produktionsumgebungen. Der Workflow-Vorteil hingegen ist real und sollte nicht unterschätzt werden.
Fertigung und Qualitätsanmutung
Alle drei Modelle der neuen G2-Serie entstehen in chinesischer Produktion nach deutscher Entwicklung. Palmer gehört zur hessischen Adam Hall GmbH. Die Verarbeitung liegt auf solidem Niveau ohne Ausreißer nach oben oder unten. Die Gehäuse sind sauber verarbeitet, die Potis fühlen sich wertig an und laufen gleichmäßig. Die Combo-Buchsen verriegeln XLR-Stecker nicht mechanisch, was in dieser Preisklasse jedoch größtenteils üblich ist.
Die orangenen Akzente verbessern die Ablesbarkeit, eine vollständige Skalierung um den Regler herum wäre dennoch praktisch für reproduzierbare Einstellungen. Die Standsicherheit stimmt durchweg, selbst der leichte Monicon S G2 bleibt beim Drehen an Ort und Stelle, sofern man nicht gerade auf Hochglanzoberflächen arbeitet. Die mechanischen Taster arbeiten präzise mit klar definiertem Druckpunkt.
Beleuchtung gibt’s beim Monicon S und Monicon M nicht, eine logische Konsequenz der stromlosen Bauweise. Der Monicon L verfügt immerhin über Status-LEDs für Ein- und Ausgangsanwahl, was die Orientierung erleichtert. Die Verarbeitungsqualität rechtfertigt die Preise, ohne dabei in Premium-Regionen vorzustoßen. Werkzeug, nicht Schmuckstück.




























hab die erste Generation vom M.
die hat eine viel größeren Potikappe.
hätte gerne die vom S beim M.
hab aber irgendwo noch die erste Generation zum Kaufen gesehen.
gab’s auch in weiss.
hat die neue auch Holzseitenteile?
Sieht nach der problematischen Gummierung aus, die irgendwann klebt. Stimmt das?
@colibri. Die Encoder-Kappen zu 99,9% ja. Den Knob kann man sich ja auch selber ausdrucken (lassen). Oder über Nacht im Säurebad lassen. Ich habe halbtransparentes fluoreszierendes ABS Orange; das würde super passen.
Bei der Controller-Oberfläche könnte es auch Matt-Lack sein.
Und ja, das war auch mein allererster Gedanke beim Betrachten des Geräts.
@lookandlisten Sehr traurig, dass hier ein weiterer Hersteller nicht dazugelernt hat. Klar gibt es Lösungen… sollte aber nicht nötig sein. Arturia beispielsweise hat inzwischen ne gute Alternative, jedenfalls für meinen Geschmack.
@colibri. Ja, es stimmt und ist wirklich zum ko…..! Jeder hat irgend ein Gerät bei sich, was früher oder später schmierig wird. Wenigstens macht Moog es bei den aktuellen Geräten nicht mehr, nach Little,-Sub Phatty etc. Vielleich waren die Rezessionen zu häufig. Hoffentlich bleibt das bei Moog so. Auch ich bleibe nicht verschont: 1x Wheel beim Alesis Midikeyboard. Gut – war sehr günstig. Anders sieht es bei dem Neumann Kopfbügel der Kopfhörer aus. Kein Jahr alt und preislich mit 600€ gehobener Luxus-Standard. Ich sag ja: Zum ko….! Die Firmen (bis auf Moog) lernen es wirklich nicht! Ich denke das Holz oder Plastik nicht so viel im Preis ausmachen würde. Besonders robustes Plastik ist doch vermutlich günstiger als Hartgummi, denke ich! Moog hat das bei den aktuellen Geräten genau so gemacht. Es kann also funktionieren.
@Filterpad Ich versuche grad, einen gangbaren Weg zu finden, von diversen Herstellen verwendete Softtouch-Beschichtung auf die Bestandteile eben dieser testen zu lassen. So ein Test ist ein ziemlich kostspieliges Unterfangen. Könnte aber dazu führen, dass es solche Beschichtungen in naher Zukunft nicht mehr geben wird.
Wenn also jemand alte Überbleibsel seiner Hightech-Fliegenfallen hat, noch nicht wegschmeißen.😉
@lookandlisten Top Idee!👍🔥
@Filterpad Wie war das noch… Aceton/Nagellackentferner? Beim Kopfhörer hätte ich ja immerhin kein Problem, großzügig abzuschmirgeln 😅 Bei Moog blöder, für ne richtig saubere Lösung muss man die Wheels ausbauen. Heißt es nicht, dass entsteht durch Schweiß und Wärme? Bei meinen Sachen geht’s bisher noch…
@colibri. Isopropanol oder Orangenöl geht auch 😀
nervt extrem…
sicher nicht nur Schweiß und Wärme. 😃
beim Waldorf Pulse 1 ist ja die ganze Front aus dem furchtbaren Material.
bei meinem schaut es fast aus wie das Gesicht von Freddy! Hmmm, der wurde ja verbrannt..😎
@colibri. Ich habe Nitroverdünnung verwendet (scharf und giftig). Dadurch hat sich der Gummi komplett aufgelöst bis zum Plastik darunter. Ist nicht schön aber der Übeltäter ist für immer verschwunden. 😆
@Filterpad Danke euch!
@Filterpad die erste Generation ist aus Metall mit Holzseitenteilen! hab ich hier und Musicstore hat sie noch!
kann ich sehr empfehlen!
@colibri. oje..
beim alten nicht 😔
Ich habe mir vor einem Monat die Frage gestellt… „welches soll ich nehmen?“. Habe mich dann aufgrund der Optik allerdings noch für die erste Version vom M entschieden. Holz sieht halt wesentlich schicker aus und das Rad ist schön groß und hat einen meiner Meinung nach besseren Wiederstand. Zudem muss man halt sagen sind diese Geräte recht günstig…. sprich. Lieber einen Knopf weniger und damit weniger Probleme.
@Robin_Schmandt ja. die hab ich auch!
deutlich besser für das Geld.
Musicstore hat sie noch.
wieder ein downgrade trotz Preiserhöhung.