width=

Test: Peavey 6505 Piranha, Gitarrenverstärker

20. Dezember 2016

Klein und bissig!

Das nenne ich doch mal Transportabilität! Wer hätte noch vor ein paar Jahren gedacht, dass man seinen Gitarrenamp von den Abmessungen her einmal in einer Pausenbrottüte transportieren könnte. Ich zumindest nicht, zumal wenn wir von Leistungen jenseits der 0,5 Watt Grenze ausgehen. Peavey hingegen ist es mit dem Peavey 6505 Piranha gelungen, bis zu 20 Watt aus einem Winzling heraus zu pressen, der, wie es der Name schon vermuten lässt, in die größten Fußstapfen zu treten hat, die Peavey jemals im Gitarrensektor hinterlassen hat.

 

Peavey 6505 Piranha - Front

— Der Peavey 6505 Piranha —

Knapp 25 Jahre ist es her, dass es Peavey gelang, mit einer marketingtechnischen Großoffensive Vorzeigetapper Eddie van Halen ins Endorser Boot zu holen, aus dessen Kooperation der damalige 5150 Head hervorging. Nachdem EVH sich jedoch entschloss, seine Namensrechte unter seinem eigenen Brand zu vermarkten, liefen auch die entsprechenden Lizenzen zu dem Trademark 5150 aus, woraufhin sich Peavey entschloss, das ausgearbeitete Modell unter dem Namen 6505 weiter zu vermarkten.

Nach wie vor genießt der 6505+ insbesondere in der Metalszene einen hervorragenden Ruf, was man unter anderem daran erkennt, dass neben der unvermeidlichen JCM-Serie von Marshall für den britischen Ton, der 6505+ noch vor Mesa Boogie als Standard für den amerikanischen Sound bei nahezu allen Backlinern auf vielen Metal Festivals der Welt geführt wird.

Und jetzt der gleiche Ansatz in nur 82 x 178 x 132 mm mit einem Gewicht von 1,13 Kilogramm und einem Preis von unter 200,- Euro? Jetzt schmunzeln wir alle einmal ausgiebig und widmen uns den Fakten, die aber, so sei bereits im Vorfeld erwähnt, eine sehr beeindruckende Sprache sprechen!

Facts & Features

Dass wir bei den oben genannten Abmessungen nicht von einem Vollröhren Head in der Tradition des Erstgeborenen sprechen, dürfte wohl jedem klar sein. Allein ein ernst zu nehmender Ausgangsübertrager würde die Gehäuseabmessungen über Gebühr belasten, von dem zu erwartenden Hitzestau der Endröhren einmal ganz abgesehen. Von daher kommt erwartungsgemäß eine Solid State Endstufe zum Einsatz, die zwangsweise aufgrund ihrer Konstruktion mit zunehmender Ohmzahl des Cabinets auch an Lautstärke verliert. So generiert der Peavey 6505 Piranha eine Leistung von 20 Watt an 4 Ohm, 15 Watt an 8 Ohm und nur noch ca. 10 Watt an einem Vintage Cabinet von 16 Ohm.

Wer aber glaubt, diese Lautstärke reiche nicht aus, um gegen den freundlichen Doublebassdrummer deiner Wahl anstinken zu können, sollte einen Feldversuch mit dem in China gefertigten Zwerg vor Ort machen. Der kleine Krachi macht bei 4 Ohm wirklich eine Menge Lärm und dank Inear Monitoring sind Lautstärken jenseits dieser Marke ohnehin nur noch auf großen Bühnen zu finden. Wer jetzt aber glaubt, er könnte sorglos seine Bühnenverstärker auf eBay verhökern und bereits die goldenen Zeiten des Tourings mit der deutschen Bahn anbrechen sieht, sollte sich zunächst die Konstruktion des kleinen Raubfischs vergegenwärtigen.

Klangbeispiele
Forum

Es sind momentan noch keine Kommentare für diesen Artikel vorhanden.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.