Der Bandit in der Box
Der Peavey Bandit Supreme Teal Preamp bietet die Reinkarnation des 90er-Sounds mit all seinen kratzigen und wundervollen Sounds.
- Analoge Technik: Kein DSP – echter Transistor-Sound mit Peaveys TransTube-Schaltung.
- Flexibler Einsatz: Funktioniert vor dem Amp oder direkt ins Interface für Recording.
- Klassische Klangpalette: Von Clean bis High-Gain mit Gain-Boost und aktivem EQ.
- 90s-Feeling: Look und Sound erinnern an legendäre Peavey-Verstärker der 90er-Jahre.
Inhaltsverzeichnis
Peavey Bandit Supreme Teal Preamp
Peavey hat über die Jahrzehnte schon so manchen Kultverstärker gebaut, darunter den Bandit 112, der mit seinem aggressiven Lead-Kanal und der firmeneigenen TransTube-Technologie ein echtes Statement im Bereich der analogen Transistor-Amps gesetzt hat. Der neue Bandit Supreme Teal Preamp will genau diesen legendären Zerrsound nun ins Pedalformat bringen – als eigenständigen Preamp, der sowohl vor dem Amp als auch direkt ins Audiointerface für direkte Recordings genutzt werden kann. Die Signalführung ist komplett analog, der Look erinnert mit dem typischen Teal-Farbton und dem Design an die Ästhetik der 90er-Peavey-Ära.
Dabei geht es hier nicht um sterile DSP-Modeling-Technik, sondern um echten analogen Schaltungsaufbau. Mit Features wie Gain- und Mid-Shift-Schaltern, aktiver 3-Band-Klangregelung und der markanten Supersat-Zerre richtet sich das Pedal an Spieler, die auf klassische Rock-, Metal- oder Grunge-Sounds stehen – oder einfach diesen speziellen Peavey-Ton im kompakten Format suchen, um den Zeitgeist der 90er wieder aufleben zu lassen. Was uns das Bandit Supreme Teal Preamp Pedal bieten kann – und was nicht – werden wir im folgenden Test herausfinden.
Facts & Features
Der Peavey Bandit Supreme Teal Preamp kommt im soliden, kompakten Stahlblechgehäuse mit typischer Peavey-Optik: Der „Teal“-Akzent erinnert bewusst an die populären Bandit- und Supreme-Verstärker der frühen 90er – für viele Gitarristen eine Ära voller charaktervoller Transistor-Zerrsounds. Die gesamte Bauweise wirkt durchdacht und hochwertig.
Die Potis laufen satt und ohne Spiel, die Schalter rasten sauber ein und die Beschriftung ist auch im Bühnenlicht noch gut lesbar. Die Anschlussbuchsen auf der Stirnseite sind mit dem Metallgehäuse verschraubt und vermitteln so auch beim häufigen Umstecken ein Gefühl von Langlebigkeit. Auf der Unterseite sind ab Werk bereits Gummifüße angebracht – somit rutscht das Teil nicht durch die Gegend, wenn man es nicht auf einem Pedalboard fixiert.
Der Bandit Supreme Teal Preamp ist als vollwertiger Vorverstärker konzipiert. Der Signalweg basiert auf der analogen TransTube-Schaltung, die bereits in Peaveys größeren Amps für reichlich Druck und „Amp-like Feel“ sorgte. Die Stromversorgung erfolgt entweder per 9-Volt-Batterie oder Standardnetzteil. Zum Wechseln der Batterie ist jedoch kein Schnellverschluss vorhanden – man muss also praktisch die komplette Unterseite mit vier Schrauben abnehmen, um die Batterie zu wechseln. Das ist natürlich etwas unpraktisch, vor allem, wenn bei Live-Gigs die Batterie mal die Segel streichen sollte. Deshalb sollte man das Pedal besser mit einem Netzteil betreiben – ein handelsüblicher Adapter reicht hier vollkommen aus.
Intern wird die Spannung auf 18 Volt hochgetrieben – das soll für erhöhten Headroom und mehr Dynamik sorgen. Trotz der eher geringen Maße bleibt das Bedienpanel übersichtlich: Fünf Regler (Supersat, Post, Bottom, Body, Edge), zwei Schalter (Gain & Shift) sowie ein stabiler Fußschalter für Bypass stehen bereit. Leider ist der Fußschalter kein Softklick-Typ – es knackt also beim Treten recht ordentlich. Eine rote, nicht zu helle LED signalisiert die Betriebsbereitschaft des Pedals.
Die Equalizer-Sektion ist aktiv aufgebaut und bietet mit jeweils ±15 dB Cut/Boost weitreichende Eingriffsmöglichkeiten. Dabei ist die Namensgebung der Regler typisch Peavey: „Bottom“, „Body“ und „Edge“ ersetzen das klassische EQ-Vokabular – damit lässt sich das Pedal flexibel an unterschiedlichste Setups anpassen. Neben dem Gitarren-Amp lässt sich das Pedal auch direkt ins Recording-Setup, in FX-Loops oder Modeling-Rigs einschleifen. Eine Speaker-Simulation wurde jedoch nicht integriert.
Wer also vorhat, mit dem Peavey Bandit Supreme Teal Preamp Direct-Recording zu betreiben, sollte besser einen Speaker-Simulator dazu benutzen. Denn sonst kann es doch gewaltig aus den Boxen kratzen.
Bedienung & Klangregelung
Die Bedienung des Peavey Bandit Supreme Teal Preamp ist logisch aufgebaut und orientiert sich an einem klassischen Amp-Layout – allerdings mit einigen Peavey-typischen Eigenheiten. Im Zentrum steht der Supersat-Regler, der das Eingangssignal in die TransTube-Sättigung schickt. Er steuert die Vorstufenverzerrung: Je weiter man aufdreht, desto dichter und aggressiver wird der Sound. Mit dem Post-Regler wird die Ausgangslautstärke geregelt, durchaus vergleichbar mit dem Master-Volume eines Amps.
Diese Trennung von Pre- und Post-Gain erlaubt klassisches Gain-Staging: Man kann also das Pedal sehr heiß anfahren, aber mit moderater Lautstärke betreiben – oder umgekehrt. Für mehr Verzerrung und Kompression steht der Gain-Boost-Schalter bereit, der eine weitere Transistorstufe hinzuschaltet und das Signal damit noch weiter in die Verzerrung treibt.
Die Klangregelung besteht aus einem aktiven 3-Band-EQ, der ungewöhnlich benannt, aber sehr effektiv ist. „Bottom“ kontrolliert die Tieffrequenzen, „Body“ den Mittenbereich und „Edge“ die Höhen. Dazu kommt der Shift-Schalter, der die Mittenfrequenz des Body-Reglers umschaltet. Damit lässt sich der Klang weiter formen – etwa für „gescoopte“ Mitten oder für klassische Midrange-Voicings à la 90s Alternative Rock. In der Praxis funktioniert die Klangregelung intuitiv: Alle Regler greifen musikalisch ein und durch die aktive Auslegung sind auch radikale Einstellungen kein Problem.
Die klangliche Bandbreite reicht von leicht angerauten Cleans über Classic-Rock-Crunch bis hin zu extremen High-Gain-Sounds. Allerdings ist der Verlauf der Regler nicht ganz linear – so macht beispielsweise der Supersat-Regler einen deutlichen Sprung ab ca. der Hälfte seines Regelwegs. Zwar nicht ideal, aber zu verschmerzen. Checken wir das Teil nun mal in der Praxis genauer.
Der Peavey Bandit Supreme Teal Preamp in der Praxis
Der Peavey Bandit Supreme Teal Preamp überzeugt vor allem durch seinen authentischen Röhrenamp-Charakter, der auch bei einem kompakten Effektpedal beeindruckend natürlich wirkt. Schon beim ersten Anspielen fällt auf, wie dynamisch und lebendig der Klang auf das Spiel reagiert. Anschläge werden fein differenziert übertragen, sodass der Ton niemals stumpf oder eintönig wirkt. Die TransTube-Technologie sorgt für einen angenehm warmen Grundsound, der sich insbesondere in den mittleren Gain-Bereichen am besten entfaltet.
Hier findet man Sweet-Spots für Blues, Classic Rock oder auch moderaten Hard Rock – die Verzerrung ist rund, samtig und klingt keineswegs künstlich. Der Supersat-Regler bietet dabei ein breites Spektrum von leicht angezerrten Cleans bis hin zu satter Overdrive-Sättigung, die sich organisch anfühlt und mit einer guten Dynamik gefällt. Im Zusammenspiel mit dem Gain-Boost-Schalter lassen sich auch richtig druckvolle und aggressive Lead-Sounds erzeugen, ohne dass der Ton dabei unkontrolliert oder gar matschig wird.
Dabei erweist sich die Klangregelung als sehr flexibel: Der 3-Band-EQ mit Bottom-, Body- und Edge-Reglern ermöglicht es, den Sound präzise auf den eigenen Geschmack oder das jeweilige Verstärker-Setup abzustimmen. Wer zum Beispiel einen eher bassarmen Amp benutzt, kann mit dem Bottom-Regler gezielt das Low-End anheben, ohne den Klang zu überladen. Der Body-Regler verleiht dem Ton zusätzlich Fülle und Präsenz, während der Edge-Regler für einen enormen Höhenschub sorgt – was eine hohe Durchsetzungskraft im Bandgefüge ermöglicht. Der Mid-Shift-Schalter ist ein weiteres probates Mittel zur Klangformung: Er verändert die Mittencharakteristik spürbar. So können je nach Stil verschiedene Klangfarben zwischen Vintage Rock und modernem Scoop gewählt werden.
Peavey Bandit Supreme Teal Preamp – Klangbeispiele
Für die folgenden Klangbeispiele habe ich das Pedal vor den Eingang meines Orange Micro Dark mit einer daran gekoppelten 1×12″ Celestion Vintage 30 Box geschaltet. Als Gitarre diente eine Peavey Vandenberg Gitarre, deren Test ebenfalls bald hier folgen wird. Abgenommen wurde das Signal mit einem AKG C3000 Mikrofon in Logic Audio, Effekte wurden keine verwendet.
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Die Original-Bandits kosten gebraucht lächerlich wenig…also, wenn schon- warum dann als Pedal?
Ich habe hier auch noch einen davon, und wenn DER mal kaputtgeht, kaufe ich den nochmal.
@mort76 Das frag ich mich auch. Hab ich bei dem Decade-Pedal schon gedacht. Also ja, Pedal egal, warum nicht, aber was ist mit dem Preis? Was steckt da drin, was ich nicht im Amp hab?