Preamp-Pedal mit Kultfaktor
Der Peavey Decade Preamp ist eine detailgetreue Nachbildung der Originalschaltung von damals, samt aller Eigenheiten, ergänzt um moderne Features.
- Vintage-Sound: Authentischer Transistor-Charakter mit bissigem, dynamischem Ton.
- Robuste Bauweise: Druckgussgehäuse, Pedalboard-freundliches Format und klare Bedienstruktur.
- Flexibles Gain-Design: Zwei Gain-Regler und Saturation-Schalter ermöglichen vielseitige Verzerrungen.
- Praktischer Einsatz: Ideal für Studio, Live-Setup oder Recording – kein Schnickschnack, nur Sound.
Inhaltsverzeichnis
Peavey Decade Preamp Pedal
Peavey – ein Name, der bei vielen Gitarristen eine wohlige Mischung aus Nostalgie, Schweißgeruch und Proberaumromantik auslöst – zumindest bei den älteren unter uns. Die amerikanische Firma, gegründet 1965 von Hartley Peavey, galt jahrzehntelang als Preis-Leistungs-König im Bereich Verstärkerbau, besonders in den 70er- und 80er-Jahren. Während Marshall den Rockolymp anvisierte und Fender sich mit Tweed und Clean-Sounds schmückte, baute Peavey Verstärker für den Alltag: robust, laut und immer erschwinglich.
Einer dieser Amps war der unscheinbare Peavey Decade, ein kompakter Transistor-Combo mit 10 W Leistung, hergestellt seit dem Jahr 1980 und längst vergessen – wäre da nicht ein gewisser Josh Homme gewesen. Der Queens-of-the-Stone-Age-Frontmann schwor auf den „trashigen“ Sound des Decade, der auf zahlreichen QOTSA-Aufnahmen zu hören ist. Kein Röhrencharme, kein Boutique-Glanz, sondern unverkennbar Transistor: roh, direkt und herrlich eigen!
Jetzt bringt Peavey diesen Sound in Pedalform zurück. Der Peavey Decade Preamp ist eine detailgetreue Nachbildung der Originalschaltung von damals, samt aller Eigenheiten, ergänzt um moderne Features. Ob das kompakte Kästchen dem Ruf seines Ahnen gerecht wird? Finden wir’s raus!
Facts & Features
Schon beim Auspacken wird klar: Das Peavey Decade Preamp-Pedal passt ganz und gar nicht in die Boutique-Ecke, sondern vielmehr in den rauen Alltag. Das Gehäuse besteht aus massivem Druckgussmetall, solide verschraubt, sauber entgratet und mit einem mattschwarzen Finish versehen, das gleichzeitig schlicht und retro wirkt. Das Design zitiert unverkennbar den Original-Decade-Amp: cremefarbene Beschriftungen, klare Linien, keine überflüssige Grafik. Mit nur 400 Gramm Gewicht wirkt das Pedal angenehm robust, aber nicht wie ein Ziegelstein auf dem Pedalboard. Die Maße (92 × 122 × 57 mm) sind pedalboardfreundlich – allerdings etwas höher ausgefallen als viele andere Overdrive- oder Preamp-Pedale.
Die Regler fühlen sich wertig an: fünf Potis – Pre, Post, Low, Mid und High – mit griffiger Kappe, die an die Optik der frühen 80er erinnert. Die Regler laufen angenehm straff und geben beim Drehen ein gutes Feedback. Die Aufteilung in Pre- und Post-Gain erlaubt eine flexible Gain-Struktur, die sich von fast clean bis „fuzzy-brutal“ erstreckt. Dazu kommen zwei Fußschalter: Bypass (geräuschlos dank Anti-Klick-Schaltung) und Saturation, der das Pedal in einen deutlich schmutzigeren, fast schon fuzz-artigen Modus versetzen soll. Letzterer ist nicht nur ein nettes Extra, sondern ein essenzieller Bestandteil des Konzepts – dazu aber später mehr.
An der Stirnseite des Peavey Decade Preamp sitzen die klassischen Ein- und Ausgänge. Der Ausgang ist dabei gepuffert und Line-Level-fähig, was das Pedal sowohl vor einem Amp als auch in Direct-Recording-Setups einsetzbar macht. Die Stromversorgung erfolgt wahlweise über ein 9-Volt-Netzteil oder eine 9-Volt-Batterie, wobei Letztere aus Platzgründen intern ohne Schnellverschluss verbaut wird. Apropos Strom: Intern hebt das Pedal die Spannung auf 24 Volt an, was dem verfügbaren Headroom und der Dynamik auf die Sprünge hilft. Insgesamt wirkt das Peavey Decade Preamp l technisch durchdacht und praxisnah gebaut: kein Glitzer, kein überflüssiger Schnickschnack, sondern das, was man braucht, um rohen Transistorsound auf den Punkt zu bringen.
Was bewirken die Regler und Schalter?
Was auf den ersten Blick simpel wirkt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als ziemlich durchdacht. Die Bedienoberfläche des Decade-Preamp-Pedals ist klar strukturiert und erinnert stark an den Originalverstärker aus den frühen Achtzigern – sowohl optisch als auch funktional. Im Zentrum der Klangformung steht der 3-Band-EQ mit Bass, Mitten und Höhen, der musikalisch abgestimmt ist. Die Mittenregelung ist breit genug aufgestellt, um den typischen „nasalen“ Charakter des Decade-Amps nachzubilden oder im Mix bzw. Bandgefüge für mehr Durchsetzungskraft zu sorgen. Die Höhen sind bissig, ohne unangenehm zu werden, und die Bassregelung verleiht dem ansonsten drahtigen Sound ein solides Fundament.
Zwei Gain-Regler (Pre und Post) erlauben eine flexible Gain-Struktur. Wer es klassisch mag, dreht den Pre-Gain hoch und hält Post-Gain moderat – das ergibt eine dynamische, bissige Verzerrung mit schönem „Transistor-Sag“. Umgekehrt kann man das Signal auch mit viel Output in nachfolgende Geräte schieben, etwa um den eigenen Amp nicht nur mit dem Charakter des Pedals, sondern auch mit ordentlich Boost zu versorgen.
Der Saturation-Schalter arbeitet dabei fast wie ein zweiter Kanal: Er aktiviert eine zusätzliche Gain-Stufe, die das Pedal in einen deutlich aggressiveren, fast fuzz-ähnlichen Bereich pusht. Die beiden Metallschalter sind robuste Kollegen, jedoch keine Softklick-Typen, d. h. mit deutlichen mechanischen Schaltgeräuschen muss man leben lernen. Zwei LEDs – eine grüne für Bypass und eine rote für den Saturation-Modus – informieren über den aktuellen Betriebszustand.
In der Praxis – Draht, Dreck & Dynamik
In der Praxis zeigt das Peavey-Decade-Preamp-Pedal schnell: Hier geht es nicht um glattgebügelten Overdrive oder modernen High-Gain – hier geht es um Charakter. Und zwar Transistor-Charakter! Wer den Klang des Original-Decade-Amps kennt (oder lieben gelernt hat), wird beim ersten Anschließen sofort nicken: Da ist er, dieser kantige, leicht nasale, trockene Sound – irgendwo zwischen Clean und Dreck, zwischen Garage und Alternative.
Im Clean-Modus, also mit deaktivierter Saturation-Funktion, liefert das Pedal einen ungeschönten, drahtigen Grundsound, der besonders mit Singlecoils fast schon gemein wirkt – aber auf eine besondere Art. Hier kommt alles durch: Anschlagsdynamik, Plektrumwahl, Spieltechnik. Gerade in Kombination mit scharf klingenden Pickups – z. B. einer Telecaster oder einer Jazzmaster – entstehen fast schon „funkige“ Cleans mit leicht kratzigem Unterton. Wer es weicher will, dreht Pre-Gain runter und hebt den Bass leicht an – schon hat man ein ausgewogenes Grundsignal.
Mit dem Saturation-Schalter verändert sich der Sound deutlich: Es klingt dicker, komprimierter, röhrender, aber ohne die Transistor-DNA zu verleugnen. Zwar ist es kein Fuzz im klassischen Sinne, aber nah dran. Der Ton „knarzt“, beißt und lebt irgendwo zwischen Vintage-Fuzz, LoFi-Overdrive und rauer Distortion. Wer auf den spröden Charme alter Transistor-Amps steht, bekommt hier ein echtes Schmankerl serviert. Die Verzerrung hat Charakter – nicht glattgebügelt, sondern bewusst ungehobelt. Prima geeignet für Riffs mit Attitüde, sägende Leads oder auch mal rotziges Geschrubbe, das nicht nach Metal, aber definitiv nach Energie klingt.
Auffällig ist, wie gut die Sättigung ihre Transparenz bewahrt: Selbst bei maximal aufgedrehtem Gain lassen sich komplexere Akkorde noch trennen, ohne in Matsch zu versinken. Auch bei hohen Lautstärken bleibt das Signal griffig und direkt, fast schon „trockengelegt“, ohne zu matschen oder auf irgendeine Art künstlich zu klingen. Ob das beim Original von damals auch so war? Ehrlich gesagt kann ich mich nicht mehr daran erinnern, obwohl der Peavey-Decade-Combo damals ein Dauerbrenner war und dementsprechend verbreitet.
Peavey Decade Preamp – Klangbeispiele
Für die folgenden Klangbeispiele habe ich das Peavey Decade-Preamp-Pedal zwischen eine Peavey Vandenberg-Gitarre (deren Test auch bald folgt) und den Eingang eines Mesa/Boogie Studio 22+ verkabelt. Vor dem Amp war ein AKG-C3000-Mikrofon platziert, der Amp war natürlich clean eingestellt.
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Der neue Decade-Amp hat mich ja direkt spitz werden lassen, preislich auch cool. Der wurde hier ja letztens auch vorgestellt, was total geholfen hat, mein GAS zu dämpfen NICHT!
Was ich mich jetzt frag: warum sind diese Peavy-Preamps so „teuer“? Den Bandit-Preamp gibt’s ja auch, auch 200 Tacken.
Der Decade ist ja schon billig, coole Sache und Banditen kosten auch nix, für die Qualität, finde ich.
200 für nen guten Preamp ist nicht gesponnen viel, aber im Vergleich wundert mich das dann doch. Oder steckt in den Trampelkisten was besonderereres?