Test: Peavey Kompakt Mixer PV 8 USB

30. Juli 2010

Peavey PV 8 USB

Welcher Vollblutmusiker kennt nicht die amerikanische NAMM Show? Ähnlich der Frankfurter Musikmesse im hiesigen „Schland“, so ja die neueste Bezeichnung unserer Republik während der Fußballweltmeisterschaft 2010, werden im kalifornischen Anaheim (Los Angeles) jedes Jahr die brandaktuellen Produkte rund um das Musikbusiness vorgestellt. Auf der Winter NAMM 2010 im Januar präsentierte Peavey gleich zwei neue kompakte Mischpulte seiner PV-Serie. Eins davon ist das PV 8 USB. Unser Autor Dominik Rothert hatte bereits bei seinem AMAZONA.de Report von der letzten NAMM Show die beiden Debutanten ganz kurz vorgestellt. Jetzt sind sie auch in „Schland“ erhältlich. Also rauf mit dem PV 8 USB auf den Prüfstand. Was es zu berichten gibt – nur Gutes.

Wie unschwer am Namen zu erkennen ist, verfügt das analoge Kleinmischpult über eine digitale Schnittstelle. Als PV 8 ist das Mischpult aber auch ohne USB-Anschluss zu haben.

Kompaktmixer Peavey PV 8 mit USB-Schnittestelle

Kompaktmixer Peavey PV 8 mit USB-Schnittestelle

Elegantes Äußeres

Der Mixer hat insgesamt 8 Eingänge. Während die Kanäle 1 bis 4 mono ausgelegt sind, bieten die Kanäle 5/6 und 7/8 Anschlussmöglichkeiten für Stereo-Geräte. Mono- und Stereokanalzüge sind von den Regelmöglichkeiten identisch aufgebaut, unterscheiden sich aber in der Art der Eingangsbuchsen. Wie zu erwarten, hat der Monokanalzug eine XLR-Mikrofonbuchse und eine symmetrisch geschaltete Klinkenbuchse für Line-Signale. Zu meiner Freude gibt’s hier sogar einen Einschleifweg (Insert-Klinkenbuchse). Dem professionellen Hinzufügen diverser Klangoptimierer steht also nicht im Weg. Die XLR-Buchsen der Kanäle 1 bis 4 können mit Phantomspeisung für Kondensatormikrofone versorgt werden. Ein kurzer Abstecher in die Master-Sektion, denn hier befindet sich der dazugehörige Schalter. Er ist versenkt angebracht und kann lediglich mit einem dünnen Gegenstand wie einer Kuli-Spitze erreicht werden. Als Alternative funktioniert hier auch ein Streichholz zum Einschalten der Versorgungsspannung. Doch wer benutzt heute noch Streichhölzer – für einen Moment werde ich gerade sentimental. Auf jeden Fall ist ein unerwünschtes Aktivieren der Phantomspeisung vollkommen ausgeschlossen. Der Stereo-Eingangsbereich bietet die üblichen zwei Klinkenbuchsen und – das finde ich jetzt ganz prima – jeweils zwei Cinch-Eingänge. Zum Aktivieren dieser Anschlüsse muss der A/B-Eingangswahlschalter auf Position “B” stehen. Werden an den Cinch-Eingängen Zuspieler angeschlossen, können sämtliche Möglichkeiten der Kanalzüge, wie Routing auf die beiden Aux-Wege oder das Klangnetzwerk, genutzt werden.

Mit dem Gain-Poti wird die Eingangsverstärkung angepasst. Der Regelbereich ist auf den Verwendungszweck ausgelegt. Er reicht am Mikro-Eingang von 10 dB bis 60 dB, was schon eine ganze Menge ist. Der Line-Eingang im Mono-Kanalzug kann von -10 dB bis 40 dB geregelt werden, der Line-Stereo-Eingang von 0 bis 20 dB.

Identische Regelmöglichkeiten in allen Kanalzügen

Identische Regelmöglichkeiten in allen Kanalzügen

Die Klangregelung ist dreibandig (HI, MID, LOW) mit festen Frequenzen. Anhebungen oder Absenkungen bis zu 15 dB sind jeweils möglich. Im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten greift beim PV 8 USB das Mittenfilter mit 450 Hz im Bereich der unteren Mitten recht tief. Das ist eine Besonderheit, liegen bei Dreiband-Klanregelungen mit festen Frequenzen die Mitten doch sonst meist wesentlich höher. Mit dieser untypischen Mittenregelung kann der Mulm aus dem Gesang schnell herausgenommen werden, ohne an Durchsetzungsfähigkeit zu verlieren.

Ein Monitor-Regler, der das Signal vor dem Fader (Pre) abgreift, ein Post Fader ausgelegter Effekt-Regler sowie das Panorama-Poti vervollständigen den Kanalzug. Vor Übersteuerungen warnt eine Clip-LED. Zur Lautstärkeregelung dient ein Drehpoti mit größerem Knopf, der prima zu bedienen ist. Überhaupt sind alle Regler sehr griffig, haben angenehmen Drehwiderstand und rasten wo nötig in der Mittenposition spürbar ein.

Masterbereich mit Fader und großen Leuchtdioden

Masterbereich mit Fader und großen Leuchtdioden

Forum
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    gaffer  AHU 1

    Sieht interessant aus. Eine wichtige Frage bleibt aber unbeantwortet, oder ich hab’s übersehen: Wer speist den USB Weg zum Rechner? Wohl die Summe bei dem Preis, zurück scheint mir beantwortet: stereo

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      p.ludl  RED

      Hallo Gaffer.
      Verstehe den zweiten Teil deiner Frage nicht so ganz.
      Aber – USB Stromversorgung ist in diesem Fall ohnehin egal, da beide Geräte (Mixer wie Rechner) im Normalfall Strom führend sind.
      Grüße. Peter

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        gaffer  AHU 1

        Ja natürlich, war lausig ausgedrückt: welche Daten aus dem Mixer werden gesendet, der Summenausgang oder gibt es pro Kanal ein eigenes Signal, (wäre schön)? Ist der Mixer also ein 8 out 2 in Interface für den Rechner oder ein 2/2? Das gibt der Text doch nicht her, oder irre ich mich da?

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          p.ludl  RED

          Hallo Gaffer.
          Das Signal am Hauptausgang bzw. Tape-Stereoausgang des Mischpults wird per
          USB an den Computer ausgegeben.
          Schöne Grüße.
          Peter

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    esnoizt

    wie schneidet denn der mixer im vergleich zu anderen kleinen (soundcraft, mackie, alesis..)ab?
    ein vergleich wäre nett!

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      p.ludl  RED

      Hallo Esnoizt.
      Da hast du natürlich Recht. Aber dieser Test ist nun mal kein Vergleichstest. Vielleicht können wir in Zukunft derartige Vergleiche machen. Ohne die Geräte selbst verglichen zu haben, möchte ich jetzt natürlich keine Aussagen machen. Hoffe, dass du dafür Verständnis hast.
      Grüße.
      Peter Ludl

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        esnoizt

        hi,

        den kleinen soundcraft hast du doch auch getestet.

        wie schaut’s denn zwischen dem peavey und dem notepad (von den fxs aml abgesehen) aus?

        ja, ein vergleichstest in der unter 150/200 euro klasse wär ne wucht. da hat sich ja ETLICHES getan in den letzten jahren.

        ich suche einen kleinen/neutralen zumischer für single outs von sampler, synths… um damit noch etwas vorzuverstärken/fxen –
        den ich auch auf der bühne nutzen kann.
        die m-modelle von soundcraft sind mir aber schon wieder zu teuer ;-)

        bin für jede empfehlung dankbar!

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          p.ludl  RED

          Hallo „esnoizt“. Da hast du Recht. Ein Vergleichstest wäre eine feine Sache. Habe gerade mal bei einem großen Musikdiscounter auf der Website nachgeschaut. Im Preissegment unter 100 Euro werden dort 38 Mischpulte angeboten – zwischen 100 und 200 Euro sind es sogar 41 Produkte. Das macht es natürlich nicht gerade einfach, sich für einen passenden Mixer zu entscheiden. Hier kann ich dir nur raten, selbst auszuprobieren, welcher Kleinmixer zu deinem speziellen Anwendungsgebiet am besten passt.
          Neben klanglichen Eigenschaften spielt die Verarbeitung natürlich eine Rolle. Auch wenn es schwer fällt, lass dich nicht durch Markennamen beeinflussen – egal in welche Richtung. Versuche die Produkte neutral zu bewerten. Ich selbst habe dabei schon allerlei Überraschungen erlebt.

          Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Kleinmixern von Peavey und Soundcraft – jetzt mal abgesehen von USB und FX – ist die Klangregelung des Mittenbandes. Dies ist meines Erachtens aber in erster Linie für den Gesang relevant. Die Preamps sind bei beiden klasse, der Klirrfaktor ist ebenfalls ausgezeichnet. Das Peavey Mischpult hat im Vergleich zum Soundcraft (Notepad 124) weniger Stereoeingänge. Dafür sind diese aber beim Peavey aber mit dem gesamten Klangnetzwerk ausgestattet. Das Arbeiten hat mit beiden Spaß gemacht.

          Grüße.
          Peter

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      p.ludl  RED

      Hallo Maxillaa.
      Diese Information habe ich auch vergeblich gesucht. In sämlichen, mir zur Verfügung stehenden technischen Datenblättern, ist leider nichts darüber nachzulesen. Nur so viel konnte ich herausfinden, dass das Summensignal im komprimierten mp3-Format übertragen wird (Website Peavey). Bessere, weil genauere technische Beschreibungen sind derzeit nicht aufzutreiben. Schade.
      Grüße.
      Peter Ludl

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        gaffer  AHU 1

        Zitat P Ludl: Nur so viel konnte ich herausfinden, dass das Summensignal im komprimierten mp3-Format übertragen wird (Website Peavey).

        Das ist aber ein absolutes Killerargument im negativen Sinn. Um es nochmals genau zu formulieren: Die Übetragungsqualität des Audiosignals zum Rechner erreicht nicht mal einfache CD Qualität? Das wäre bitter.

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        p.ludl  RED

        Da haben wirs. Ist sehr schön, dass nach so vielen Jahren noch ein Kommentar kommt!

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