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Test: Pedaltrain, Floorboards und Netzteile

13. Oktober 2015

Schräges Zeug ...

Es kommt wahrlich im Instrumentenbereich nur sehr selten vor, dass ein bahnbrechendes Konzept erst Jahrzehnte nach der Etablierung eines Problems gefunden wird und dann im Schweinsgalopp den gesamten Musikalienbereich umkrempelt. So geschehen mit der Firma Pedaltrain, die mit einer erschreckend einfachen Lösung das ewige Problem der rutschenden und verdrehten Bodenpedale in den Griff bekommt. Hat man sich vom einzelnen Wah-Wah und dem Kanalschalter des Amps erst einmal entkoppelt und möchte weitere „Tretminen“ in sein Setup aufnehmen, stellt sich unweigerlich das Problem der Positionierung der Effekte, der Kabelführung von Patchkabeln und der Stromversorgung der Pedale ein.

Hier sorgt der „männliche Basteltrieb“ mit einem Hang zu gigantesken Ausmaßen zu teilweise quadratmeterartigen Brettauswüchsen, die ein eigenes Case benötigen, in dem sonst nur Live-Mischpulte von AC/DC transportiert werden. Um solche Auswüchse, die insbesondere durch die exzessive Kabelführung bedingt ist, zu vermeiden, erhob die Firma Pedaltrain das zweidimensionale Holzbrett zu einer dreidimensionalen Rampe und schon war ein System geboren, das aufgrund der strebenbasierten Rahmenkonstruktion jede Menge Platz für unterirdisch verlegte Kabellage bot. Einfach, aber effektiv.

Zum Test liegt uns nicht nur eine Auswahl der aktuellen Pedaltrain Boards vor, sondern auch zwei Netzteile aus eigener Fertigung, einschließlich einer kleinen Detaillösung, die es in sich hat.

Pedaltrain Classic 2 Tasche

— Pedaltrain Classic 2 Tasche —

Konstruktion

Allen Effektpedalboards liegt das gleiche Konzept zugrunde. Ein aus Aluminium gefertigter Rahmen wird durch Querstreben verfestigt und bietet durch die Schlitze die Möglichkeit, die Verkabelung unter das Board zu verlegen. Die ehemalige Fertigung aus den USA wurde nunmehr ebenfalls nach China verlegt, was leider zu Einbußen bei der Qualität der Gigbags führte. Die kleinen Webfehler hier und da und die zuweilen etwas lieblos vernieteten Gummifüße der Boards fallen nicht sonderlich ins Gewicht, die durchweg minderwertigen Reißverschlüsse der Taschen leider schon. Nicht einer, der nicht das übliche Haken in den Kurven an den Tag legen würde, hier sollte Pedaltrain meines Erachtens unbedingt nachbessern.

Pedaltrain Nano+ Tasche

— Pedaltrain Nano+ Tasche —

Forum
  1. Profilbild
    straker

    gibt es soetwas wie den Powertrain auch mit mehr als 500mA? Soetwas wünsche ich mir schon lange am besten im schicken 19″ Rackformat um endlich diesen Netzgeräte Wahnsinn im Studio zu beseitigen…

    • Profilbild
      swellkoerper  AHU

      Check mal die Teile von Cioks. Die haben Netzteile mit bis zu 16 Ausgängen, die teilweise 800mA liefern. 19 Zoll: eher schwierig, da so ein Powersupply unter Vollast richtig heiss wird, die Grossen haben sogar Lüfter. Mein Powerfactor 1 wird so heiss, dass ich ihn nicht abgedeckt oder kopfüber unter ein Board schrauben mag. Hab zwei Factor-Pedale, einen 19″-Sequencer und 4 9V Pedale daran laufen (ca 2000mA gesamt).
      Als Studiomensch mit Hang zu Tretminen vermisse ich bei den Pedalboards so etwas wie eine Patchbay, Daisychaining ist mir persönlich zu wenig.
      Grüsse

      • Profilbild
        straker

        Danke für den Tip. Leider auch nicht ganz was ich suche. Da es bei mir weniger um Effektpedale sondern eher um Synths geht und die brauchen dann doch mehr wie 100/200/400 mA…

  2. Profilbild
    changeling  AHU

    Qualitätsmängel in der Fertigung haben sicher nichts mit dem Herstellungsland zu tun. In China wird aber eben gerade deshalb gefertigt, weil die Arbeitskräfte noch relativ billig sind und sorgfältigere Arbeit wäre teurer.

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