Test: Phil Jones Double Four BG-75

In der englischsprachigen Bedienungsanleitung wird empfohlen, den Amp in einer Raumecke oder nahe einer Wand aufzustellen, um so die Lautstärke der tiefen Frequenzen zu betonen. Da macht man sich dann das Phänomen aus der Akustik zunutze, dass sich tiefe Frequenzen in Raumecken und Wandnähe „sammeln“ und „aufschaukeln“. Das kann man selbst überprüfen, indem man sich, während Musik über eine (HiFi)Anlage läuft, in eine Raumecke begibt. Dort kann man feststellen, dass der Bassanteil dort deutlich verstärkt wird, der Sound geradezu „dröhnig“ ist. Stellt man eine „normal“ große Bassanlage in eine Ecke oder nahe an die Wand, bekommt man in der Regel einen undifferenzierten, basslastigen fast schon unbrauchbaren Sound. Wird hingegen der Phil Jones Double Four BG-75 dort platziert, bekommt man durchaus eine ordentliche Gesamtlautstärke bei differenziertem Klang hin, die über die eines reinen Übungsverstärkers hinausgeht.

Leichtgewicht: der Phil Jones Double Four Basscombo

— Leichtgewicht: der Phil Jones Double Four Basscombo —

Damit kommen wir dann auch zu den Einsatzmöglichkeiten des überaus handlichen Comboverstärkers. Zunächst macht das Ding dank des sehr guten, dynamisch reagierenden Klangs einfach Spaß. So gesehen ist es auf jeden Fall ein toller Übungsverstärker, gerade auch im Zusammenspiel mit dem regelbaren Aux-Eingang z.B. für MP3-Player oder Laptop. Und ja, in einer Besetzung z.B. mit Cajon und (unverstärkter) Westerngitarre funktioniert der Phil Jones Double Four BG-75 auch bei einer Probe und beim Kneipenauftritt, was angesichts von Größe und Gewicht fast schon sensationell ist. Man muss sich natürlich darüber im Klaren sein, dass man keine allzu großen Reserven an Lautstärke hat.

Beim Kontrabass macht der kleine Combo ebenfalls eine gute Figur. Auch da könnte er z.B. im Ensemble mit akustischem Flügel gerade den Hauch mehr an Lautstärke beisteuern, der benötigt wird, um dem Kontrabass zur Durchsetzungsfähigkeit zu verhelfen. In erster Linie jedoch dürfte der Einsatzbereich des  Phil Jones Double Four BG-75 in den heimischen vier Wänden liegen, nicht zuletzt aufgrund der oben beschriebenen Problematik mit dem externen Netzteil.

Fazit

Der Phil Jones Double Four BG-75 besticht zunächst aufgrund des Verhältnisses von Baugröße und Gewicht zu erzielbarer Lautstärke und Sound. Etwas Vergleichbares ist mir noch nicht untergekommen, ich finde das durchaus sensationell! Riesenspaß zu Hause beim Üben, ungläubige Blicke der Kollegen bei der (Akustik-)Probe sind hier garantiert. Für den Live-Betrieb sind die Lautstärkereserven jedoch etwas knapp, wenngleich für leisere Besetzungen warscheinlich ausreichend. Problematisch ist hier allerdings auch der fehlende DI-Ausgang sowie die Lösung mit dem externen Netzteil.

Ich bin jetzt wirklich neugierig geworden auf den eine Nummer größeren Combo von Phil Jones: den BG 100 Bass Cub. Auch den werden wir hier bestimmt bald unter die Finger bekommen!

Für 140,- Euro mehr (Stand: Mai 2013) bekommt man 2×5″ Speaker, 100 Watt Leistung, 2 Kanäle, Mikrofon-Eingang, den DI-Out, eine herkömmliche Kaltgerätebuchse statt des externen Netzteils und eine gepolsterte Tasche dazu. Allerdings ist das Gerät dann geringfügig größer und man muss dann 6 kg Gewicht „schleppen“.

Die E-Bass Klangbeispiele „Line“ sind direkt über ein Metric-Halo ULN-2 Audio-interface in Logic Pro aufgenommen, die E-Bass „Speaker“ und das Kontrabass-Beispiel mit einem modifizierten the t.bone RB-500 über die selbe Signalkette.

Plus

  • Größe und Gewicht
  • Verarbeitung
  • regelbarer Aux-Eingang
  • Klangverhalten
  • Lautstärke im Verhältnis zu Größe und Gewicht
  • Nebengeräuschverhalten

Minus

  • kein DI-Ausgang
  • xxternes Netzteil und dessen Anschlussbuchse (siehe Text)

Preis

  • Straßenpreis: 398,- Euro
Klangbeispiele
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