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Test: Phonic Helix Board 18 Firewire MKII


Helix Board MKII

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Während andere Hersteller wie M-Audio und Alesis auch analoge Kleinmischpulte mit integriertem Firewire Audio Interface auf den Markt gebracht haben, geht Phonic mit dem neuen MKII Modell des Helix Board Firewire bereits in die zweite Runde und stellt ein komplett überarbeitetes Gerät vor, das nahezu alle Kritikpunkte des Vorgängers hinter sich lässt.

Features
Zunächst folgen Sie mir bitte bei einem kleinen Rundgang um das Helix Board. Widmen wir uns zunächst den verschiedenen Typen der Eingangskanäle, um danach die Mastersektion und die Firewire-Funktionalität zu beäugen.

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Kanäle 1-6
Die sechs ersten Kanäle bieten jeweils die gleiche Ausstattung und beginnen mit einem Mikrofoneingang mit global schaltbarer 48V Phantomspeisung und einem alternativen Line-Eingang. Einen Umschalter gibt es dafür nicht, man darf jeweils nur ein Signal anschließen. Das 75 Hz HP-Filter ist einem rückseitigen Insert und dem dreibandigen EQ mit semiparametrischen Mitten vorgeschaltet. Der erste Aux-Weg ist entweder als normaler Mono-Send zu gebrauchen oder kann als Monitor-Bus für die Musiker genutzt werden. Dafür steht als Return ein extra Bus mit Regler zur Verfügung. Während Aux-Weg 2 Pre oder Post schaltbar ist, ist Aux-Weg 3 einerseits mit dem internen Effektgerät verbunden und bietet ebenfalls einen analogen Ausgang für andere Zwecke. Jeder Kanal kann mit "On" aktiviert, solo geschaltet und auf den Main L-R Bus oder den 1-2 Bus geroutet werden.

Kanäle 7-10
Diese beiden Stereo-Kanäle verfügen pro Paar zusätzlich über einen Mikrofon-Preamp. Eine etwas ungewöhnliche Lösung, die für Flexibilität sorgt. Der Low-Cut Filter wirkt in diesen Kanälen nur auf den (mono) Mikrofon-PreAmp, jedoch nicht auf die (stereo) Line-Eingänge. Der EQ wurde für diese Kanäle auf einen einfachen dreibandigen EQ zurechtgestutzt.

Kanäle 11-14
Als wiederum andere Kanalsorte sind die beiden Stereo Kanäle 11-12 und 13-14 mit einem einfachen vierbandigen EQ ausgestattet. Der Gain lässt sich von +4 auf -10 dB umschalten.

Master-Bereich
Schön ist die Trennung in Main-Bus und Control-Room bzw. Phones. Ein unverzichtbares Feature für Studio und Live Betrieb, das viele kleine Mischpulte vermissen lassen. Wobei hier der Kopfhörerausgang leider immer noch nicht getrennt in der Lautstärke regelbar ist, schade. Der 10-Band Grafik-EQ ist im neuen MKII weggefallen. Die beiden Subgruppen können wie gewohnt auf den Main-Bus geroutet werden.

Effekt-Sektion
Der eingabaute digital-Effekt bietet die üblichen Standard-Effekte wie Hall, Delay, Chorus und Flanger, etc. und klingt für Live-Anwendungen ordentlich, während er mit aktuellen PlugIns für den Studiobereich nicht mithalten kann. Es stehen 128 Presets zur Verfügung, von denen die letzten vier als Testtöne mit verschiedenen Rausch- und Sinustönen genutzt werden. Ein nettes Add-On, das auch im Studio für Latenzfreies Monitoring, z.B. für einen Sänger, genutzt werden kann.

Feuerdraht
Die 14 Firewire Inputs greifen das Signal standardmäßig nach dem Low-Cut Filter eines jeden Kanals ab. Man kann diesen Abgriff im MKII auch durch einen Schalter unter den EQs auf Post schalten, das nach dem Fader aber ohne Beachtung des PAN-Reglers abgegriffen wird, falls man den analogen EQ und den Insert-Effekt mit aufnehmen möchte. Sehr schön! So können die 14 Eingangskanäle direkt und in einem Rutsch aufgenommen werden, die Eingangskanäle 15+16 sind mit der Stereo-Summe verbunden, so lassen sich komplette Mixe aufzeichnen. Die beiden Firewire-Ausgänge liegen als Kanalpaar vor und lassen sich den Main-Mix, den Aux-Bussen 2+3, den Gruppen 1+2 und/oder dem Control-Room zuweisen. Steinbergs Cubase LE liegt als kostenlose Software bei, die einzige Einschränkung ist, dass man damit nur vier Kanäle gleichzeitig aufnehmen kann. Mit allen größeren Cubase-Versionen kann man selbstverständlich alle Kanäle gleichzeitig aufnehmen. Da das Helix Board 18 MKII, wie so viele Firewire Interfaces, auf dem BridgCo Chipsatz basiert, gibt es hinsichtlich Performance und Installation keinerlei Beanstandungen. Auf einem Centrino 1,5 Ghz Notebook zieht der Treiber bei Aktivierung aller Kanäle unter Cubase SX3 gerade mal einen halben Balken (=0,5%) der Cubase-Systemauslastung.

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Praxis
Nach dem Einrichten des Pultes in unserem Test-Studio zeigt sich schnell, dass es sofort "Anschluss" findet. Alle Komponenten eines Studios sind bedacht und so können Aktivmonitore über den Control-Room, Computer über Firewire, Kopfhörer-Verstärker über den Aux-Weg, Mikrofone und Keyboards an die Eingangskanäle und Hardware-Effekte an die FX-Returns angeschlossen werden. Alles da, super! Während man also in der Regie alles abhören kann, kann man für die Musiker im Aufnahmeraum ein extra Monitor-Mix, sogar mit Effekt, mischen. Sogar an Inserts für die ersten sechs Kanäle ist gedacht worden.
Besonders erfreulich ist, dass auf den lauten Lüfter der ersten HelixBoard Version nun durch ein leises und verlustarmes Schaltnetzteil verzichtet werden kann. Somit ist das HelixBoard nun absolut leise.
Die Verarbeitungs-Qualität des gesamten Pultes ist, wenn man den Preis im Auge behält, ordentlich. Die Audioqualität ist für den Live-Betrieb auch in Ordnung, für Studioanwendungen ist man aber heutzutage derart verwöhnt, dass die Audiowerte des Pultes den positiven Gesamteindruck etwas schmälern. So befinden sich die Mikrofonvorstufen und die EQs auf einfachem Homerecording-Niveau. Erwarten Sie hier also nicht die Güte eines Presonus- oder SPL- Mittelklasse-PreAmps.

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Mitbewerber
Ein Mackie Onyx Mischer spielt in einer ganz anderen Preis- und Qualitätsklasse. Mitbewerber wären also der M-Audio NRV10 und die Alesis FW Pulte. Qualitativ bewegen sich alle auf einem einfachen Homerecording-Niveau, wobei sich Alesis und M-Audio durch einen um fast 10 dB besseren Rauschabstand abheben können.

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Fazit
Das Konzept ist genial und hat bis heute viele Nachahmer gefunden. Der Clou beim Firewire-Teil des Helix Board 18 FW ist, dass man gleich 16 Eingänge und nur zwei Ausgänge spendiert hat. Ein solches Konzept macht das analoge Mischpult zu einem äußerst flexiblen Gerät, dass man sowohl Live als auch im Studio, mit und ohne Computer, einsetzen kann.
Ist die Audioqualität für Live- und Feierabend-Einsatz ausreichend, so werden sich technisch ambitioniertere Musiker nach einem anderen Pult umsehen und weitaus tiefer in die Tasche greifen müssen.

PLUS
++++ 16 Input + 2 Output Firewire Interface
+++ Peis/Leistung
+++ sehr flexibel einsetzbar
+++ acht Mikro-PreAmps
+++ umfangreiches Monitoring
++ Effekt

MINUS
— Phones nicht getrennt regelbar

Preise
UVP: 699 Euro
Straßenpreis: 590 Euro

Hersteller / Vertrieb
www.phonic.com / www.mundt.de

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    lens

    guter artikel! sehr hifreich…
    wie kann man, wenn signale aufgenommen werden, den rauschabstand bzw. die aufnahmequalität einschätzen? ist das rauschen so heftig das man keine ernst zu nehmenden aufnahmen hinbekommt? bin zwar hobbymusiker aber einen anständigen klang sollte man schon hinbekommen!

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