Test: Pioneer, HDJ-1500S, DJ-Kopfhörer

12. Juli 2012

Metall statt Plastik

Pioneer HDJ-1500 S (Quelle: Pioneer)

Pioneer HDJ-1500 S (Quelle: Pioneer)

Der neue große Kopfhörer von Pioneer siedelt sich nicht nur vom Namen her, sondern auch von der Ausstattung zwischen dem HDJ-1000 und dem HDJ-2000 an. Konnte der HDJ-2000 mit einem Gestell aus einer Magnesiumlegierung die immer mal wieder auftretenden Brüche bei umklappbaren Bügelkopfhörer umgehen, sorgte doch sein Preisschild und die Größe dafür, dass sich einige Käufer für den kleineren HDJ-1000 entschieden. Dort hatte man dann einen etwas kleineren und leichteren Kopfhörer für deutlicher weniger Geld, musste allerdings Verarbeitungsmängel in Kauf nehmen. Viele Nutzer berichten von knarzenden Bügeln bis hin zu brechenden Gelenken aufgrund des verwendeten Kunststoffes. Um diesen Effekt zu vermeiden, hat man nun die relevanten Bauteile des 1500ers mit der selben robusten, aber leichten Magnesiumlegierung versehen, die den 2000er so langlebig macht.

Lieferumfang mit großer Tasche

Lieferumfang mit großer Tasche

Die Fakten

Gegenüber dem 1000er und 2000er (die sich beide die gleichen, 50mm messenden Kalotten teilen) wurde außerdem noch einmal die Impedanz verringert (von 36 auf 32 Ohm) und der Schalldruck von 107 auf 108 dB/mW erhöht. Diese Maßnahmen sorgen dafür, dass der Kopfhörer für die gleiche Lautstärke weniger Verstärkerleistung benötigt, er empfiehlt sich also besonders für Mixer, bei denen der Kopfhörerverstärker nicht besonders leistungsstark ist – wenn es solche überhaupt noch gibt. Eine weitere Verbesserung gegenüber den beiden anderen Modellen ist die neu entwickelte Schallisolierungskammer, die die Außengeräusche wirksamer unterdrücken soll, als die bisherigen Modelle.

Verbesserte Dämpfung

Verbesserte Dämpfung

Pioneer gibt hier an, dass die Schalldämmung im Bereich der tiefen und mittleren Frequenzen (300 Hz bis 1.300 Hz) im Vergleich zum HDJ-1000 um 4 dB erhöht worden ist. Das Anschlusskabel ist mit einem 3,5mm Klinkenkabel mit aufschraubbarem 6,3mm Klinkeadapter versehen. Als Spiralkabel 1,2m lang, kann es auf ca. 3m Länge ausgezogen werden. Das Kabel hat durch feine Rillen einen matten Effekt, welches mich persönlich an Omas Textilkabel erinnert, aber zum matten Gehäuse der Ohrmuscheln und der Kopfbandes passt. Es ist über einen 2,5mm Klinkestecker mit der linken Ohrmuschel verbunden und ist damit im Fall aller Fälle austauschbar. Diese Verbindung finde ich persönlich nicht sehr vertrauenserweckend; da ist die Mini-XLR Verbindung vom 2000er doch hochwertiger. Dort wurde sicherlich ein Eingeständnis an den verringerten Preis gemacht.

Austauschbares Kabel

Austauschbares Kabel

Auch gibt es leider kein anderes Kabel (z.B. ein glattes, dünneres für unterwegs), welches alternativ verwendet werden kann. Die Ohrpolster sind mit Urethanschaumstoff (Memoryfoam) gepolstert und mit einem Kunstleder ummantelt. Sie können gegen die „Proteinleder-Ohrpolster HDJ-EP01“ getauscht werden. Im Internet kosten diese ca. 30,- Euro, sind aber nicht so leicht zu kriegen. Die originalen Originalpolster sind laut dem Ersatzteilservice noch nicht einmal in Japan erhältlich, bis die ersten verschließen sind, sollte das aber der Fall sein.

Magnesium-Legierung an den wichtigen Teilen

Magnesium-Legierung an den wichtigen Teilen

Erster Eindruck

Schick sieht er aus, der 1500er! Im Vergleich zum 2000er und einigen anderen Kopfhörer mit umklappbaren Ohrmuscheln hat er eine sehr gedrungene Bauweise. Den Magnesiumteilen sieht man allerdings nicht an, dass sie aus dem edlen Metall bestehen. Da Magnesium schnell mit der Luft reagiert, hat man sie relativ dick lackiert, dadurch sehen sie schon wieder wie Kunststoffteile aus. Erst wenn man mit dem Fingernagel dagegen klopft oder versucht, die Teile etwas zu verformen, merkt man, dass es sich wirklich um Metall handelt. Durch den Austausch des Kunststoffes mit Magnesium stieg allerdings das Gewicht um 15g auf 285g an und liegt damit nur noch 5g unter dem großem Bruder, dem HDJ-2000. Die Länge des Kopfhörers kann an beiden Seiten mit einer guten Rasterung auch an sehr große Köpfe angepasst werden. Die Ohrmuscheln können um 180° nach außen und um 90° nach vorne geklappt werden. Zum Transport können sie außerdem nach innen geklappt werden, so dass man ein relativ kompaktes Paket hat, welches in der mitgelieferten Kunstledertasche verstaut werden kann. Als optionales Zubehör ist ebenfalls ein Hartschaum-Etui erhältlich. Sämtliche Kunststoffteile sind aus mattem Kunststoff (getestet wurde die silberne Version) und machen einen hochwertigen Eindruck. Die Passform ist für meinen Kopf sehr gut, die Polsterung finde ich persönlich im Moment noch ein bisschen zu hart, dieses würde sich im Laufe der Zeit sicherlich noch besser anpassen. Auffallend ist, dass das obere Polster sehr rutschig ist. Im Zusammenhang mit dem nicht gerade niedrigem Gewicht sorgt das dafür, dass bei heftigen Kopfbewegungen der 1500er nach vorne und hinten rutscht. Also kein Headphone für Headbanger. Einseitiges Vorhören klappt sehr gut, allerdings fehlt der Mono/Stereo-Schalter vom 2000er, so dass hier nur evtl. über das Mischpult auf Mono geschaltet werden kann.

Gerilltes Kabel

Gerilltes Kabel

Forum
  1. Profilbild
    ludomir

    die bewertung hätte ich gern erklärt:
    im test-fazit scheint als positiv die verarbeitung (ok!), das wechselbare kabel (die steckverbindung wird aber im Test, ebenso wie auch in diversen online-foren kritisiert) sowie der Preis !
    nun, 179 Euro Straßenpreis ist kein geschenk, insbesondere wenn der Sound als undifferenziert und der Tragekomfort als bescheiden klassifiziert wird.
    da stellt sich für mich die frage: nach welchen kriterien wählt der Tester seine Kopfhörer aus ?

    • Profilbild
      Alexander Kramer  RED

      Hi Ludomir,

      das ist eine gute Frage. Im Grunde genommen werden an Kopfhörer ja verschiedenste Anforderungen gestellt, speziell im DJ-Bereich: Haltbarkeit, Lautstärke, „fühlbarer“ Bass-Punch, Austauschbarkeit der Komponenten, Schallisolierung etc. Das dann im Vergleich zu evtl. gleichpreisigen „HiFi“ bzw. „High-End“ Kopfhörern teilweise Abstriche bei der Soundqualität gemacht werden müssen, gehört schon fast dazu. Ich finde z.B. das mein Sony MDR-V700 besser klingt, aber da musste ich schon 2x die Polster austauschen und die Gelenke sind an beiden Seiten gerissen. Da trägt dann z.B. eine Magnesium Konstruktion, die eine bessere Haltbarkeit verspricht, schon zur Gesamtnote bei, auch wenn die Soundqualität objektiv schlechter ist.

      Im Großen und Ganzen ist der HDJ-1500 meiner Meinung nach ein sehr guter DJ-Kopfhörer, der zum Auflegen einen guten Sound liefert, ordentlich Punch hat, gut abschirmt und einen sehr hochwertig verarbeiteten Eindruck macht.

      Aber eben, wie beschrieben, keinen „kristallklaren“ Sound liefert.

      Ich hoffe die Erklärung hilft ein bisschen die Bewertung zu verstehen.

      LG

      James

      P.S. bei meinen Tests ist das Kabel nicht abgegangen, im Vergleich zum AIAIAI z.B. Ich finde die Verriegelung nicht optimal gelöst, befürworte aber prinzipiell das dass Kabel im Falle eines Falles austauschbar ist, und man sich nicht mit Wackelkontakt-Basteleien behelfen muss.

  2. Profilbild
    xmario

    mir fällt gernerell auf, dass oftmals wohl statt 2 sternen dann doch 3 sterne gegeben werden. was den text bei diesem test angeht + die negativen punkte
    undifferenzierte Sound
    hohes Gewicht
    rutschiger Kopfbügel

    das können niemals 3 sterne sein. 3 sterne bedeutet für mich alles echt tip top (maximal eine mini kleinigkeit die vielleicht nicht passt)! + der overkill ist dann bestbuy 4sterne. aber nicht so wie hier. 3sterne und massig probs. würde da „gemini“ etc. stehn dann gäbs bei diesen negativen dingen genau 1 punkt ;) steht pioneer drauf isses anders? das meine ich damit ebenso.

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