Test: Pioneer HDJ-2000, DJ-Kopfhörer

Die Abschirmung gegen Außengeräusche bewegt sich im Mittelfeld, ein Sennheiser HD 25 oder Aiaiai TMA-1 unterdrücken vor allem die Mitten noch etwas mehr. Ausreichend laut kann der HDJ-2000 mit seinen 107dB/W Wirkungsgrad auf jeden Fall spielen, mit nur 36 Ohm setzt er den Ausgängen auch wenig Widerstand entgegen. Die Belastbarkeit von bis zu 3,5 Watt reicht aus, um auch die lautesten Kopfhörerverstärker der Welt mit einer Sicherheitsreserve um gut das Doppelte zu überbieten.
Beim ersten Hören hatte ich sofort den Eindruck, einen Hörer auf den Ohren zu haben, der insbesondere die rhythmischen Komponenten eines Titels betont. Das ganze Percussion-Arsenal wirkt klar definiert, sodass manuelles Beatmatching vereinfacht wird. Der Bass hat Punch, ohne aber zu Ballern wie der vom Sennheiser-Bestseller. Bassdrums, Snares, Hihats, Shaker, alle kommen sie deutlich hervor. Das bedeutet aber zugleich, dass sie etwas unnatürlich herausstechen. Moderner Electro und Progressive House Sound (wie auch in vielen Pioneer-Promovideos verwendet) ist häufig schon von sich aus knackig produziert, sodass diese charakteristischen Elemente etwas überstrapaziert werden und der Genuss dessen auch etwas ermüdend fürs Gehör werden kann.
Zugleich sind die Mitten leicht verfärbt bzw. zurückhaltend, wenn ich sie mit meinen Sennheiser HD 25 oder Beyerdynamic DT 880 Pro vergleiche. Irgendwo ist da mit dem EQ gesaugt worden. Selbiges Phänomen weisen viele ähnliche Modelle auf (siehe den Vergleichstest mit vier Probanden). Kritisches Listening für Mischzwecke ist also für einen anderen Spezialisten eine geeignetere Aufgabe. Die Stereoabbildung ist für einen geschlossenen Hörer gut. Diejenigen, die Stereo nicht interessiert, können übrigens mit dem Monoschalter an der linken Muschel beide Kanäle zusammenmischen. Das erleichtert eventuell das einohrige Abhören. Unterstützt wird dies vom 90 und 180 Grad messenden Drehwinkel auf zwei Achsen.

Fazit

Der Pioneer HDJ-2000 zählt zweifelsohne zu den besten DJ-Kopfhörern. Pluspunkte bei Stabilität, Tragekomfort und klanglicher Definition machen ihn praxistauglich. Das wechselbare Kabel erfreut obendrein. Für gleichzeitigen Abhöreinsatz im Produktionsstudio fehlt ihm aber die Deutlichkeit in den Mitten, doch das will der HDJ-2000 auch gar nicht bieten müssen. Mit an die 300 Euro Straßenpreis erkauft sich der Besitzer einen der Topkandidaten aber sehr teuer. Das stylische Sahnehäubchen hat sich Pioneer schon immer mit einem gewissen Premiumaufschlag bezahlen lassen.

Plus

  • Metallelemente
  • Tragekomfort
  • zum Beatmatchen gut geeigneter, rhythmisch definierender Sound
  • steckbares Kabel

Minus

  • Mitten etwas verfärbt und zurückhaltend
  • Kunststoff könnte noch hochwertiger sein
  • Preis weit oberhalb der Konkurrenz

Preis

  • UVP: 309,- Euro
  • Straßenpreis: 298,- Euro
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