Test: Positive Grid Bias Rack, Gitarrenverstärker

Herangehensweise

Ich bin mal ganz versessen und wage eine Kernaussage, die mir der eine oder andere um die Ohren hauen wird. Natürlich werden die klassischen Vergleiche wie Fender, Marshall, Mesa und viele andere mehr bemüht, um die Charaktere der einzelnen Sounds in Schubladen zu packen, man braucht ja eine Anlehnung, um sich zu orientieren. Richtig Spaß kommt aber erst dann auf, wenn man eben diese Vorbilder beiseite lässt und sich einfach auf seine Ohren verlässt, ganz im Sinne von gefällt mir oder nicht.

Auch möchte ich mich weniger auf die Speaker-emulierten-direkt-ins-Pult-Sounds konzentrieren, sondern vielmehr die Bühnentauglichkeit des Amps unter die Lupe nehmen. Von daher werde ich auch nur Soundbeispiele präsentieren, welche in klassischer Form mit Mikrofon und „echtem“ Lautsprecher aufgenommen, respektive erzeugt wurden.

Klang

Lässt man sich auf diese „Reduzierung“ ein, hat man in dem Positive Grid Bias Rack ein wahrhaft mächtiges Tool an der Hand, was an Flexibilität kaum zu toppen ist. Was man allein aus einem JTM45 oder einem JCM800 alles heraus holen kann. Vielleicht doch mal schauen, wie ein Marshall mit einer 6L6 geklungen hätte? Oder zumindest so in etwa? Oha, da ist er ja schon wieder, der krampfhafte Versuch, einen Sound mit einem Trademark zu beschreiben. Pfui, Axel, was habe ich denn eben noch gesagt?

Ich könnte nun hingehen und Unmengen von Zeilen in diesen Test hämmern, die immer nur den Versuch einer Beschreibung der Sounds darstellen würde. Ich finde solche Tests nicht nur langweilig, sondern auch irreführend, da jeder Musiker eine ganz andere Vorstellung davon hat, wie der perfekte Amp für ihn zu klingen hat. Ich kann in diesem Fall nur empfehlen, sich den Amp einmal auszuleihen, sich mindestens ein Wochenende lang nichts vorzunehmen und die holde Gattin mit der Kreditkarte zum Shopping zu schicken, auf dass sie einen für 48 Stunden in Ruhe lässt. Die Investition könnte sich lohnen.

Positive Grid Bias Rack – Detailansicht 2

Fazit

Was das amerikanische Unternehmen mit seinem Positive Grid Bias Rack an Flexibilität bietet, sucht seinesgleichen. Der Amp, welcher aus eine Software-Anwendung heraus entwickelt wurde, bietet dem experimentierfreudigen Musiker klangliche Möglichkeiten, welche die klassisch analoge Bauweise so nicht liefern kann.

Hier von besser oder schlechter zu reden, würde den klanglichen Kern nicht einmal ansatzweise erfassen, von daher sollte man sich das System einmal in Ruhe zu Gemüte führen, um dann zu entscheiden, ob einem über 100.000 Sound-Variationen eher die Luft zum Atmen nehmen oder man in den Teich der klanglich ewigen Glückseligkeit eintaucht. Unbedingt antesten!

Plus

  • Klangvielfalt
  • Verarbeitung
  • geringes Gewicht
  • Oberfläche iPad App

Preis

  • Ladenpreis: 1.399,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Markus Schroeder  RED

    Was PositivGrid so abliefern ist schon ziemlich fett! Was ich jetzt nicht aus dem Test lesen konnte, war ob da jetzt Software dabei ist oder nicht?

    In diesem Zusammenhang möchte ich auf den Amazona Test von BIAS Amp und FX Software aufmerksam machen (Desktop & iPad), wobei ich anmerken möchte, dass die Kritik an den Desktop-Versionen inzwischen überholt ist. Die Desktop Versionen sind nun ebenbürtig mit den iOS-Apps!

    https://www.amazona.de/curios-4-bias-amp-fx-ipad-vs-desktop/4/

    LG
    Markus

  2. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    100000 sounds, das klingt ja mal wieder nach einem schönes Werbeversprechen. Aber ehrlich gesagt mein Amp kann das auch, aber egal. Wer noch keinen Röhren Amp zuhause hat sollte sich das hier mal anhören. Dass die Beispiele so gut klingen liegt auch an der old school Gitarren Abnahme, und das finde ich gut denn nur damit kann ich wirklich was anfangen. Das schwächste Glied war schon immer die üble Speaker Simulation und Mikrofone simulieren, das fand ich schon immer Werbeversprechen.
    Software gibt es nur im iPhone? Dann kann ich nur sagen, ihr habt viele Potentielle Kunden mit Android handy verkrault.

  3. Profilbild
    uelef  

    Axel, ich mag ja deine unterhaltsam geschriebenen Texte. Aber ist das hier eigentlich ein Testbericht oder nur eine Feature-Beschreibung? Für mich eher Letzteres. Zum Klang ganze zwei Absätze – ein bisschen mehr darf es ja doch sein.
    Und was mich bei vielen Tests hier stört (und eben auch hier): Es wird meist nicht geschrieben, wie die Audiobeispiele aufgenommen wurden: Line out oder über eine Box – das macht hier einen gewaltigen Unterschied.. Wenn Box, dann sollte man wohl noch mindestens sagen: mit welcher Box, mit welchem Mikrofon aufgenommen und mit welchem Programm?

    • Profilbild
      Axel Ritt  RED

      Hallo Uelef, es tut mir leid dass mein Testbericht nicht deiner Erwartungshaltung entsprochen hat, aber es gibt Tests, welche sich in ihrer Konzeption nicht in die klassische Schreibweise einreihen. Es ist schlicht und ergreifen nicht möglich, die Komplexität des Amps in einem gut lesbaren Test zu erfassen, deshalb meine Empfehlung sich den Amp zukommen zu lassen und selbst zu testen. Bzgl. Aufnahmeverfahren, ich dachte meine Erläuterung unter „Herangehensweise“ wäre selbsterklärend, sorry wenn nicht. Die Sounds wurden mit einem Fame MS 57 aufgenommen.

      • Profilbild
        uelef  

        Hallo Axel, danke für die Erläuterungen (verwendetes Cabinet und Mikrofon sind ja zumindest schon mal neue wichtige Informationen). Ich verstehe schon, dass man angesichts der vielen Möglichkeiten Schwierigkeiten einer Klang-Bewertung hat. Aber von dir als erfahrenem Gitarrero hätte ich mir halt trotzdem so was gewünscht wie „Bias Rack steht im Sound Röhrenverstärkern nicht nach und kann die auf der Bühne problemlos ersetzen“ (oder das Gegenteil). Denn das wüsste ich gerne: Klingt das alles über Cabinet wirklich wie ein ordentlicher Amp – sei es Marshall, Fender oder whatever. Viele solcher Simulationen (und das ist Bias Rack trotz Hardware eben trotzdem) klingen eben doch irgendwo nicht nach richtigem Amp …
        Viele Grüße, Ulf

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          Axel Ritt  RED

          aber das ist ja gerade der springende Punkt. Nehmen wir den JTM45 Ansatz. Der Amp besitzt ein Preset was sich sehr schön an das Original anlehnt. Klingt er identisch? Natürlich nicht, weil ein Modelling Amp niemals wie das analoge Vorbild klingen kann, aber das weiss doch jeder Gitarrist. Kann er das Original auf der Bühne ersetzen? Natürlich kann er das. Gefällt einem er Sound? Nun, DAS muss jeder selber für sich entscheiden.

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          Axel Ritt  RED

          noch nie war es so einfach sich in Zeiten von Thomann ein eigenes Bild zu machen. Amp ordern und ihn einige Tage persönlich auf Herz und Nieren prüfen. Und genau DANN verstehst du auch meinen Testansatz.

  4. Profilbild
    Macilias  

    ich will jetzt hier nicht in die alte Kerbe schlagen, aber irgendwie hören sich doch die vorgestellten pressest ein wenig kalt an, so wie der Unterschied zwischen einen class D und einen class A Verstärker. Vielleicht ist es rein subjektiv…

  5. Profilbild
    Spartakus  

    Ich hatte mal einen Diezel Herbert mit 180 Watt. Einen Millimeter am Lautstärkeregler zu weit gedreht und schon war die Lautstärke ohrenbetäubend. Würde mich mal interessieren, ob man bei 600 Watt Wohnzimmer-Lautstärke einstellen kann ?

    • Profilbild
      Axel Ritt  RED

      kann man, da es mehrere Regler innerhalb des Setups gibt, welche die Endlautstärke beeinflussen.

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