Test: PreSonus ADL 700, Channel Strip

Die einzelnen Sektionen

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Der Vorverstärker ist umschaltbar zwischen Instrumenten-, Line- sowie Mikrofonpegel. Letzterer lässt sich zudem auf vier verschiedene Impedanzwerte einstellen. Danach wird über den „Gain“-Regler in 5 dB-Schritten das Eingangssignal ausgemittelt und mit dem „Trim“-Regler feinjustiert (+/- 10 dB). Ein Hochpassfilter, welches stufenlos zwischen 20 Hz und 200 Hz eingestellt werden kann, lässt störende Tieffrequenzen schon mal außen vor, falls man sich mit diesen herumzuplagen hat. Zugehörig zu dieser Sektion ist noch eine zuschaltbare Phantomspeisung, eine Phasenumkehr sowie eine Vordämpfung.

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Der Kompressor besteht aus den bekannten Reglern Threshold, Ratio und Gain sowie stufenlos regelbarer Attack- und Release-Zeit. Über einen Bypass-Schalter lässt er sich kpl. aus dem Signalweg herausnehmen, um A/B-Vergleiche zu ermöglichen. Im Test hat sich gezeigt, dass es sich hier um einen sehr smoothen Gentlemen handelt, der die Signale eher weich und umsichtig denn effektartig und hart bearbeitet. Diese Regelcharakteristik passt nicht für alles und jeden, aber für alles Akustische ist es meist wunderbar zu gebrauchen. Das Regelverhalten hat mich deshalb auch an meine eigenen TL Audio 5021-Kompressoren erinnert, die ebenso eher butterig an das Audiomaterial herangehen. Die Ratio des ADL700 beträgt maximal lediglich 4:1, in diesem Bereich hat man dafür aber einen äußerst feinfühligen Regelweg.

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Der Equalizer ist 4-bandig und semiparametrisch. Mit einem Q-Faktor von 0,55 ist er extrem breitbandig ausgelegt, was ihn als reinrassigen „Sweetener“ outet. Vermurkste Signale lassen sich damit definitiv nicht ausbügeln, man muss also schon vorher durch die passende Mikrofonposition bzw. das passende Instrument für einen anständigen Grundsound sorgen. Dieser kann dann aber butterweich und sanft versuperschönt werden. Ich arbeite im Studio immer wieder gerne mit so breiten Bändern, da sie sehr angenehm und musikalisch klingen. Die vier Bänder decken einen Bereich von 20 Hz bis 20 kHz ab und überlappen sich sinnvoll. Der EQ lässt sich wahlweise vor als auch nach den Kompressor schalten. Das tiefste und höchste Band lässt sich zudem auch als Shelving-Filter betreiben.

Klangbeispiele
Forum
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    syntach  

    Ich habe mal den Presonus ADL 600 (2 kanaliger Preamp) bei einem Bekannten gehört und hatte einen gebraucht bekommen. Sehr organischer, samtiger Sound (mal Synths durchschicken!) , auf Wunsch können Sounds damit sehr GROSS gemacht werden (auch für ganze Stereosummen fantastisch). Das (in der Anleitung auch empfohlene) Herumspielen mit dem Impedanzwahlschalter erweitert die Soundpalette auch noch mal. Ist das beim 700er auch so? Daß man die Reihenfolge von Compressor und EQ beim 700er tasuchen kann finde ich klasse und hätte gern noch ein Beispiel mit Vocals gehört und auch im Einzelnen die EQ Bänder… Warum findest du egtl, die ADL Serie sei nur für ganz erfahrene Leute? Sie sind doch auch nicht schwerer zu bedienen, als ein 400 EUR Kanalzug. Der Preis ist natürlich einiges höher, aber man bekommt dafür auch HIGH END Röhren Klang, wofür andere Hersteller gern auch mal 3000 oder 4000 EUR verlangen.

    • Profilbild
      Onkel Sigi  RED

      Hallo Syntach,

      ja, auch beim ADL 700 kann man mit den Impedanzen spielen.

      Ein Anfänger steht beim ADL 700 wie auch anderen Vertretern dieser Preisklasse erstmal im Audio-Dschungel, solange er nicht die Zusammenhänge der einzelnen Parameter versteht. Erstmal mit einem leicht zu durchschauenden Gerät beginnen und sich die Grundlagen erarbeiten, für so ein Teil braucht es schon einen brauchbaren Sachverstand der Materie. Die Gefahr ist groß, dass sich ein Anfänger bei der Vielzahl von Parametern komplett verrennt und dann den Spaß am Aufnehmen schnell verliert.

      Mit musikalischen Grüßen

      „Onkel Sigi“ Schöbel

  2. Profilbild
    BA6  

    Ähm, die Klangbeispiele (vor allem 2 und 3) sind … überarbeitungswürdig, um es mal nett zu formulieren. Die ersten Akkorde sind reichlich dissonant. Hat der Gitarrist vielleicht die Befürchtung, dass sein Spiel sonst abgesampelt und weiterverwendet würde? Ok, das passiert nun mit Sicherheit nicht. Die Gitarre dürfte vor der Aufnahme auch ruhig mal gestimmt werden.
    Was die Klangqualität von dem getesteten Channelstrip betrifft: die Aufnahmen klingen doch sehr nach Plastik. Das liegt eventuell daran, dass der Tonabnehmer-Ausgang der Gitarre verwendet wurde. Eine Mikrofonabnahme der Gitarre wäre sicherlich hilfreicher gewesen, um den Klang des Channelstrips zu beurteilen. Ehrlich gesagt, sind die Klangbeispiele eher abschreckend.

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